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Hier mal was Spaßiges

Hier mal was Spaßiges

26.05.2013, 12:32 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Sind wir nicht alle ein bisschen Hund?


Unser Briefkasten ist auch heute wieder zum bersten voll, mit Prospekten, Angeboten aller Art. Wie Speisenangebote von Schnellimbissen, Reiseveranstaltungen, Billigartikel, u.A.m.
Ich entdecke beim aussortieren und schnellem überfliegen, um ja nichts zu versäumen, eine Trittleiter mittlerer Höhe, zu einem enorm günstigen Preis, ein Superangebot. „Gut“ denke ich, „die kann ich gebrauchen.“
Zum tapezieren habe ich eine ganz hohe Leiter, um an die Decken zu kommen. Für kleinere Einsätze, wie Fenster putzen oder Gardinen aufhängen habe ich mir aus Versehen so eine kleine Trittleiter mitbringen lassen. Eigentlich sollte die drei Stufen haben, dann stellte sich heraus, diese hatte nur zwei. Zurückbringen war nicht, ich brauchte sie nach meinem Umzug gleich; sofort!
Immer wieder stelle ich fest, wie sehr ich mich recken muss, um an gewisse Dinge heranzukommen. Jetzt, hier war die Gele-genheit, endlich in den Besitz einer brauchbaren Leiter zu kommen. Das Ladengeschäft, welches dieses Angebot macht, ist nicht weit entfernt. Nun mache ich mich kurzfristig auf den Weg, damit mir mein Anliegen nicht wieder in Vergessenheit gerät.
Immer nach dem Motto, „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.“
Im Geschäft angekommen, schaue ich mich beflissentlich und angestrengt um, diese Leiter zu sichten. Gleich am Eingang stehen diese größeren Sachen und Gegenstände, normaler Weise. Heute entdecke ich nicht, was ich suche.
„Nun“, denke ich, „vielleicht stehen die heute woanders, gehste mal durch den Laden und schaust dich um. Kannst vielleicht auch noch was entdecken, was für dich zu gebrauchen ist.“
Interessante Dinge werden angeboten, billige Toaster, Rest–posten an Glückwunschkarten, Kerzenhalter, Schulhefte und Kleinkram, den man weniger gebrauchen, dafür aber günstig erstehen kann. Ich finde meine Leiter nicht.
Da wieder ein Stand; zwischen Schwimmwesten, aufblasbaren Schwimmringen und Luftmatratzen ein Stapel Decken. „Schafwolle“ denke ich, „sehen gut aus“, befühle sie und stelle fest, „schön weich, fühlt sich gut an, auch etwas dicker“. Die Ränder sind eingefasst, ein Emblem in der Ecke, wie eine halbe Blume gestaltet, lässt mich nachdenken.“
Die Größe dieser Decke veranlasst mich an einen Autositz zu denken. „Komisch diese Größe“ und „für reisen mit Autos gibt es doch diese kleinenkarierten Wolldecken, auch Plaids genannt.
Ein Verkäufer macht sich mit Kartons zu schaffen und packt weitere Ware in die Regale und Fächer. Da ich mit meinen Gedanken, bezüglich der Decken, zu keinem akzeptablen Ergebnis gekommen bin, denke ich, fragst du ihn mal. Den passenden Moment abwartend, wo er sich mir zuwendet, ergreife ich die Gelegenheit und das Wort ihn zu fragen: „Sagen Sie bitte, diese Decken hier, wofür sind die gedacht?“
Der schaut mich doch etwas entgeistert und belustigt an, um mir mit einem etwas spöttischem Lächeln und nicht weniger Nachdruck zu antworten:
„Für den Hund!“
„Für den Hund?“ Ich muss lachen, hätte ich nicht selber darauf kommen können? Um der Situation den Ernst zu nehmen, bewege ich mich in solchen Fällen immer in Richtung Spaß und antworte nun meinerseits: „Ich bin kein Hund“, beuge mich nochmals über den Stapel Decken, schaue mir das Emblem noch einmal genauer an. Erkennend erhellt sich mein Gesicht, als ich selbiges nun als eine dicke Hundetatze interpretiere.
„Wie peinlich“! , denke ich und schaue den netten Mann wieder an, worauf dieser voll Witz erwidert:
„ Hund sein ist doch nicht schlimm!“
Ich darauf: „Da haben sie nicht ganz Unrecht“, und wiederum fliegen mir seine belustigenden Worte herüber, über die fein drapierten Hundedecken, „sind wir nicht alle ein bisschen Hund?!“
Hinter mir eine Kundin, die unser Gespräch amüsemiert verfolgt hat, dreht sich zu uns herum mit den Worten, „das stimmt!“
„Sind wir nicht alle ein bisschen Hund?!“
Das sollte uns zu denken geben, es stimmt nämlich wirklich. Wir alle werden gestreichelt und getreten, gefüttert und ausgesperrt, wir bekommen Leckerchen um hinterher dafür Leistung erbringen zu müssen, auch können wir unser Herrchen nicht selber aussuchen, aber wir müssen nach seiner Pfeife tanzen.
Die Leiter habe ich nicht gefunden, sie war ausverkauft. Nächste Woche bekomme ich eine nachgeliefert.
Aber so ein bisschen Hund ist ja wirklich jeder von uns, so laufe ich nächste Woche wieder der Leiter hinterher, immer wartend, fein gehorsam; getreten wird später; die Leiter.

Autorin Ingrid Schinschek

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4 Kommentare

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Liebe Ingrid, Deine Geschichten erfreuen mich sehr. Ich hoffe, noch mehr von Deinen Erzählungen zu lesen. Liebe Grüße an meine alte Heimat SU aus Berlin von Knut
  • 30.05.2013, 22:16 Uhr
Lieber Knut,
danke für Deinen reichlich netten Kommentar, sowas freut mich natürlich.
Ja ich schreibe spaßige und fantasiereiche Erzählungen, Geschichten und Gedichte, ein Paar habe ich zu einem kleinen Büchelein zusammengefasst.

Sei lieb gegrüßt

Ingrid
  • 01.06.2013, 15:02 Uhr
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Eine schöne ,amüsante Geschichte mit einem Tröpfchen Wahrheit darin.
Obwohl ich mich vorher noch über irgend etwas geärgert habe, konnte ich dann
entspannt und wie ich feststellte mit einem Dauerlächeln. diese schöne
Geschichte lesen. ich danke dir Ingrid, nun sieht mein Tag gleich etwas fröhlicher aus.
  • 26.05.2013, 13:04 Uhr
Liebe Gica, hab Dank!
Fröhlichkeitist ein wichtiger Faktor in unserem Leben, wir haben ohnehin nichts mehr zu lachen.
Es freut mich, dass Du hierdurch etwas aufgemuntert bist,
Dir alles Gute

Ingrid
  • 26.05.2013, 13:33 Uhr
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