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Palliativpflege – würdevoller Beistand bis zum Ende eines Lebens

Palliativpflege – würdevoller Beistand bis zum Ende eines Lebens

05.06.2016, 15:39 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Sterben ist für niemanden einfach. Doch in der Sterbephase eines Menschen kann sich vieles verändern und plötzlich treten Gefühle auf, die jahrelang unterdrückt wurden. Menschen mit denen man vielleicht schon „abgerechnet“ hatte, werden einem wieder wichtig. Meinungen und Ansichten können sich dann grundlegend wieder ändern. Unwichtiges wird auf einmal plötzlich wichtig und wichtiges ist nicht mehr relevant. In früheren Zeiten wurden die Wünsche und Gefühle verschwiegen, das Thema Sterben ausgeklammert und diese Menschen wurden allein gelassen.
Viele Sterbende trauen sich nicht, ihre Angehörige mit dem Thema zu belasten. Angehörige muntern den Sterbenden auf und tun so, als wäre alles in Ordnung, Es findet keine Kommunikation statt, die doch so sehr wichtig wäre. In der Palliativpflege ist dies anders.

Was ist Palliativpflege?
Die Palliativpflege soll die Lebensqualität von Sterbenden so gut wie möglich erhalten, die Symptome lindern und soweit machbar, die Schmerzen medikamentös verringern und das Leben so erträglich wie möglich zu machen. Die Palliativpflege kann über den Tod hinaus gehen und orientiert sich an den Bedürfnissen des Patienten und seiner Angehörigen. Sie soll dem Patienten Sicherheit geben durch entsprechende Aufklärung.

Wie hilft die Palliativpflege weiter?
Die Palliativpflege umfasst nicht nur die medizinische Versorgung, sondern ist eine ganzheitliche Betreuung. Nicht nur der Sterbende wird betreut, sondern auch seine Angehörigen werden in den Leidensweg und Sterbeprozess mit integriert.

Wer bietet Palliativpflege an?
Die Palliativversorgung findet zum einen stationär in Palliativpflege-Station und zum anderen in der häuslichen Umgebung statt. Wer keine Chance auf Heilung hat, kann sich entscheiden, über einen palliativen Pflegedienst zu Hause in den eigenen vier Wänden betreut zu werden oder in einem Sterbehospiz bzw. einer speziellen Palliativpflege-Station in einem Krankenhaus.

Was ist stationäre Pallitaivpflege (Hospiz)?
Stationäre Palliativpflege/Hospizpflege findet immer in einem Hospiz oder einer Palliativabteilung eines Krankenhauses statt. Ausgebildete Fachkräfte betreuen den Patienten nicht nur medizinisch sondern ganzheitlich. Sie begleiten ihn in all seinen Phasen des Sterbens.

Warum sollte eine Palliativpflege in Anspruch genommen werden?
Egal ob die Palliativpflege in einem Pflegehospiz durchgeführt wird oder in einem häuslichen Umfeld durch einen Palliativpflegedienst, gibt es den Angehörigen die Sicherheit in den letzten Wochen, Monaten alles Menschenmögliche für den Sterbenden getan zu haben, um diesem das Sterben so weit wie möglich so gut wie es geht zu erleichtern. Dieses Bewusstsein wird bei den Hinterbliebenen meist erst nach dem Tod des Patienten kommen, dann aber vielleicht umso mehr. Dann greift die Palliativpflege im Speziellen ein. Sie betreut den Patienten genauso wie die Angehörigen. Sie bietet Gespräche an, erklärt die Krankheit und die weitere Vorgehensweise der Behandlung und lässt sich auf die Wünsche des Patienten und der Angehörigen ein. Denn einen geliebten Menschen zu verlieren ist schon schwer genug, aber das Gefühl zu haben, in dieser Zeit nicht alles für ihn gegeben zu haben, wäre wahrscheinlich unerträglich.

Über dies alles und auch über Eure eigenen Erfahrungen und Gedanken in diesem Zusammenhang möchte ich mich am 06.06.2016 mit euch sehr gerne
im Themenchat ab 20.00 Uhr unterhalten.

Eure Patin Elke

29 Kommentare

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Finde ich ein tolles Thema. Viele wissen garnicht was es für Möglichkeiten gibt. Ich selber habe meinen Vater erst zu hause gepflegt und später bin ich mit ihm ins Hospiz gegangen. Ich sage mit ihm weil ich dort sehr herzlich aufgenommen wurde und tag und Nacht bei meinem Papa bleiben durfte. Und die Gespräche mit den Personal waren super und haben mir sehr geholfen. Ich gehe auch nach 6Jahren immer noch dort hin.
  • 20.10.2016, 19:07 Uhr
  • 2
Es ist ein sehr wichtiges Thema. Denn es kann einen von heute auf morgen treffen. Mein Vater in der häuslichen palliativen Pflege. Er wollte in kein Hospiz. Denn er wollte Zuhause im Kreise seiner Familie von der Welt gehen.
Ich finde es sehr toll das auch weiterhin noch ins Hospiz gehst.
  • 20.10.2016, 20:59 Uhr
  • 2
Du bist ganz toll Mell
  • 20.10.2016, 21:28 Uhr
  • 1
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Ein Freund von mir musste mit nicht mal 50J wegen Krebs gehen, auch er fühlte sich im Krankenhaus auf der Palliativstation sehr gut aufgehoben
  • 20.10.2016, 22:03 Uhr
  • 0
Man sollte aber den letzten Wunsch von der jenigen Person auch akzeptieren
  • 20.10.2016, 22:11 Uhr
  • 1
Das ist natürlich oberste Priorität
  • 20.10.2016, 23:14 Uhr
  • 1
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Ein sehr wichtiger und guter Beitrag!
Ich persönlich halte ihn für den Chat nicht geeignet,
weil dort nur ein kurzer "Schlagabtausch" stattfinden kann
und das Thema m. E. einer ruhigen und ausgiebigen
Diskussion würdig wäre.
  • 06.06.2016, 00:20 Uhr
  • 3
Vielen lieben Dank BriGitte. Man wird es nachher im Themenchat sehen
  • 06.06.2016, 19:09 Uhr
  • 1
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Elke Hut ab, dass Du dich einem so sensiblen Thema widmest.
  • 05.06.2016, 18:07 Uhr
  • 1
Monika ich habe es durch meinen Vater mit erlebt. Er hatte palliative Pflege zuhause.
  • 05.06.2016, 18:09 Uhr
  • 2
Dennoch: Hut ab
  • 05.06.2016, 18:42 Uhr
  • 1
Es ist ein Thema was immer wichtiger wird. Und ganz lieben Dank für dein Lob liebe Monika
  • 05.06.2016, 18:45 Uhr
  • 0
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Hallo Elke,
der Beitrag ist sehr interessant, ferner möchte ich noch hinzufügen, dass auch in der heutigen Zeit es Pflegeheime gibt die palliative Pflege anbieten, weil leider die Plätze im Hospiz meist alle belegt sind und eine ggf. Wartezeit entsteht.

Und richtig ist auch, dass die "Gäste" die Bewohner sind dort Gäste für eine für sie endende Zeit, wissen, dass sie wahrscheinlich in absehbarer Zeit sterben und das macht es für alle simpler, so wie für die Angehörigen!

Der Gast erfährt die verschiedenen Sterbephasen und zum Schluss kommt dann die Akzeptanz in der Regel ...

Wahrscheinlich bin ich am 06.06. nicht dabei, was sehr schade ist ...
  • 05.06.2016, 14:12 Uhr
  • 2
Da gebe ich dir Recht Phoe Nix. Bei meiner Nachbarin war dies auch so. Gestern vor einer Woche hat sie ihren Frieden gefunden und wurde erlöst
  • 05.06.2016, 14:17 Uhr
  • 0
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Ich werde daran teilnehmen, bin in diesem Bereich schon drei Jahre tätig - ehrenamtlich -
  • 05.06.2016, 14:06 Uhr
  • 3
Das finde ich ganz toll Heide. Freue mich auf dich.
  • 05.06.2016, 14:12 Uhr
  • 1
  • 05.06.2016, 14:14 Uhr
  • 1
... das ist sehr gut Heide, es ist so wichtig, für die Gäste da zu sein und Zeit zu haben, für was auch immer ...
  • 05.06.2016, 14:15 Uhr
  • 2
Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag
  • 05.06.2016, 14:15 Uhr
  • 1
Danke...für Dich/Euch auch
  • 05.06.2016, 14:20 Uhr
  • 1
  • 05.06.2016, 15:37 Uhr
  • 0
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Solche Leute sind sehr wichtig. Hut ab vor denen, die sich so arrangieren und einsetzen.
Meine Mutter durfte solch eine Pflege im Krankenhaus erfahren seit dem 20.5.
Gestern hat sie ihren Frieden gefunden.
  • 05.06.2016, 14:05 Uhr
  • 2
Mein Aufrichtiges Beileid liebe Silke. Ich wünsche dir ganz viel Kraft
  • 05.06.2016, 14:13 Uhr
  • 1
... das tut mir leid!
  • 05.06.2016, 14:13 Uhr
  • 2
Danke, euch beiden, Elke und wize.life-Nutzer
  • 05.06.2016, 16:19 Uhr
  • 1
fällt euch eigentlich auf, dass eine Beteiligung an diesem sensiblen Themenentwurf fast nur von Frauen WAHRGENOMMEN wird. kann es sein, dass wir als "LEBEN gebende DANN AUCH EMOTIONAL STÄRKER FÜR DAS ENDE EINES MENSCHEN ZUSTÄNDIG SIND? WAS MEINT IHR DAZU: VIELLEICHT GREIFEN WIR DAS MORGEN IM CHAT MAL AUF:
  • 05.06.2016, 18:40 Uhr
  • 3
Das ist eine sehr gute Frage Marion
  • 05.06.2016, 18:43 Uhr
  • 0
Die Frage ist gut Marion, durchaus, aber im Hospiz arbeiten durchaus viele Pfleger, sowie auch viele ehrenamtl. männliche Mitarbeiter, wo gerne das Gespräch zwischen Männern gesucht wird und das ein oder andere Bier getrunken wird , denn es ist zwar ein Hospiz, aber es herrscht so viel Leben und Lachen in so einem Haus, das glaubt man nicht!
  • 05.06.2016, 23:02 Uhr
  • 2
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