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Zusammen leben

Zusammen leben

Peter Leopold
02.10.2016, 07:06 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Wenn man einmal denkt, den richtigen Partner gefunden zu haben - und das dauert bei Manchen lange genug - stellt man sich die Frage, ob man einfach nur eine eher lockere Beziehung führen will in der man nur die Sonnenseiten des Anderen kennen lernt, oder ob man sich entschließen sollte, zusammen zu leben. Viele haben diesen großen Unterschied in 50 Jahren noch nicht verstanden und sind bitter enttäuscht, wenn das zusammen leben nicht klappt.

Zunächst sollte man sich klar machen, dass ein Partner mit dem man zusammen lebt, kein Untermieter ist, den man erst im zusammen leben richtig kennen lernt und dessen negative Eigenschaften man ganz einfach mit "Auszug" sanktionieren kann. Das ist wohl der größte Irrtum, denn selbst Lebens-erfahrene immer wieder unterliegen wenn sie lange genug alleine gelebt haben.

Spätestens in den Gammelphasen zeigt sich, was die Beziehung wert ist. Wenn man ungeduscht im Bademantel vor dem Fernseher sitzt. die Beine auf den Tisch legt und munter vor sich hin furzt, bekommt der Ein oder Andere schon einmal zu hören, dass man nicht der Partner wäre, der eigentlich gewählt wurde. Dasselbe gilt für popelnde und rülpsende Partner, denen man solche Dinge niemals zugetraut hätte. Immerhin war das in der Kennenlern-Phase ja auch anders.

Ein weiterer Knackpunkt zeigt sich, wenn es plötzlich ein UNSER gibt. Damit kommen Viele nicht klar und spätestens beim ersten Streit wird man schmerzlich daran erinnert, dass "MEIN" und "DEIN" im Grunde genommen abgeschafft wurde. Geschirr wird plötzlich nicht mehr alleine benutzt und man muss sogar damit rechnen, dass es ein gemeinsames Duschgel gibt. Spätestens dann kommen die hartnäckigen bisher alleine Lebenden auf so seltsame Ideen, wie Shampoo in Portionen einzuteilen oder Rasierklingen abzuzählen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die dezenten rosa Ladyshaver vom Preis abgesehen mit den bekannten blauen Einwegrasierern völlig identisch sind. Das Einzige, dass vor dem männlichen Gebrauch der rosa Rasierer schützt, ist der Aberglaube, dass Mann sich mit dessen Verwendung automatisch weibliche Hormone rein zieht. Liebe Männer: Das ist ein Irrtum.

Auch die politische Einstellung des Anderen sollte man bereits im Vorfeld abchecken bevor man zusammen zieht. Es sieht wirklich komisch aus, wenn SIE am Nachttisch Karl Marx liegen hat, während ER abends noch in der Originalausgabe von "Mein Kampf" blättert. Langfristig geht das nicht gut.

Einige Frauen haben die seltsame Vorstellung, dass man ihnen alleine für ihre Anwesenheit die Füße küssen müsste und kommen plötzlich mit dem Argument "Du wolltest mit mir leben - also hast Du mich auch zu erhalten" Eine ganz böse Falle. Wer dieses "Argument" ernst nimmt, hat nicht ganz zu Unrecht auch Besitzansprüche, denn das wäre, wie eine Partnerin gekauft zu haben. Man kann die finanzielle und wirtschaftliche Gestaltung des Alltags im Einvernehmen handhaben wie man will. Wenn allerdings die "Forderung" im Raum steht, dass Mann seine Partnerin zu erhalten hat, macht SIE sich damit selbst zur Nutte, denn DIE kauft Mann.

Frust und Wut haben nicht zwangsläufig etwas mit der Beziehung zu tun. Und wenn man alles auf sich bezieht - etwas das Frauen ja ganz gerne machen - sollte man erst einmal nachfragen, woran es liegen könnte. Manchmal ist es gar nicht so schlecht, in Selbstmitleid zu verfallen, denn daraus kann auch wieder ein Kampfgeist entstehen mit dem man gestärkt aus einer Krise hervor geht. Letztendlich nützt das Beiden.

Ab 40 ist man schon sehr eingefahren in seinen Vorstellungen und Gewohnheiten und der versuch, den Partner dann noch zu ändern wird scheitern. Aber wenn man erst einmal die ersten drei bis vier Jahre zusammen geschafft hat, stehen die Chancen gut, dass die Beziehung mit allen Höhen und Tiefen auch hält. Vorausgesetzt, man hat den Partner bis dahin auch in all seinen Phasen kennen gelernt und war nicht darauf angewiesen, nur die Sonnenseiten zu sehen weil man sich nur 1x pro Woche getroffen hat uns sonst sein eigenes Leben lebt....

25 Kommentare

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Großer Vortrag wieder mal vom Peter
und ein endlos langes Thema .... nur soviel dazu :
" Alter wünsch Vollkommenheit "
War mal ein Fazit eines Soziologen --- zu : partnersuche über 60
d. h. z.b. ab über 65 oder noch älter --- wird es aussichtslos noch eine
Partnerin für den Rest des Lebens zu finden
Weil ...... nur noch der Verstand dominiert --- und der bestimmt
sonst nix ... Frau geht keinerlei Kompromisse mehr ein
Und zusammen wohnen ????? oh jeee --- das wird kategorisch und eisern abgelehnt
Liebe JA ---- aber bitte auf Distanz ... ist das Motto
  • 02.10.2016, 14:36 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Ja, aber warum ? Es kann doch nicht sein, dass man jede Kompromissfähigkeit verliert !?
  • 02.10.2016, 14:55 Uhr
  • 0
Peter: es ist genau so wie Horst es schreibt, aus folgendem Grund..... man gewöhnt sich sehr schnell daran tuen und zu lassen was man möchte, ich muß nicht abwägen und niemand schreibt mir etwas vor, das ist die Meinung in vieler Männer Köpfe: Du Frau Du kochst und machst den Haushalt und der Mann liegt auf der Chauch und wartet bis die Frau ihre Arbeit getan hat, das ist eben die reifere Generation, die meisten denken noch so.
Du glaubst doch nicht wirklich, daß ich mich noch einmal in solch eine Situation begeben würde...
  • 02.10.2016, 17:12 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Hmm...tja man muss sich eben entscheiden...
  • 02.10.2016, 17:31 Uhr
  • 1
Peter... Du darfst Dich nicht mit der jüngeren Generation vergleichen, da ist das etwas ganz anderes, ich sehe es an meinen Kindern und diesen Zusammenhalt finde ich toll..
  • 02.10.2016, 17:34 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Naja..solange es funktioniert...Aber auch die jungen zeigen sich da nur von ihrer besten Seite, oder ?
  • 02.10.2016, 17:37 Uhr
  • 0
ich kenne es so auch von Freunden meiner Kinder.. allerdings sind sie alle verheiratet, aber es funktioniert, man verrichtet die Arbeit zusammen und hat zusammen frei...

Du tust das doch auch.... nur viele Männer in meinem Alter eben nicht.
  • 02.10.2016, 17:44 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Naja..ich HABE nur beste Seiten
  • 02.10.2016, 17:51 Uhr
  • 1
schönen Abend
  • 02.10.2016, 17:51 Uhr
  • 0
@ Rika ---- wieder mal typisch -- deine Verallgemeinerung
über die älteren Männer ... mein gott was hast du denn so erlebt ??? Glaubst du das alle so sind ???
  • 02.10.2016, 17:52 Uhr
  • 0
Horst.. ich habe doch geschrieben die meisten, also von verallgemeinern kann nicht die Rede sein nuur Männer die mithelfen sind meistens schon vergeben...
  • 02.10.2016, 17:53 Uhr
  • 0
@ rika ---- mit Vollkommenheit --- meinte ich es muss alles perfekt sein ... bei den Männern
ob die Damen denn auch so perfekt sind ???
  • 02.10.2016, 17:53 Uhr
  • 0
Horst.. das bleibt an Dir herauszufinden, ich kann nur sagen wie viele Männer in meiner Generation sich verhalten...

schönen Abend Horst...
  • 02.10.2016, 17:54 Uhr
  • 0
Ich find nix mehr heraus .... wozu denn ??
es zeigt doch auch HIER wieder deutlich die Sturheit und Verbissenheit ...
was Soziologen sagen ---- kann ja so falsch nicht sein
und ich kann das nur bestätigen ---- aus Erfahrung
will mich hier aber nicht streiten ---- da es sinnlos ist
  • 02.10.2016, 17:58 Uhr
  • 0
@Peter ---- je älter umso weniger werden Kompromisse gemacht ... ist nun mal so
man kann es auch Sturheit im Alter .. nennen
  • 02.10.2016, 18:01 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Schätze, man will einfach Gewohntes nicht aufgeben...
  • 02.10.2016, 18:03 Uhr
  • 1
Frau sollte besser dann allein bleiben ... ist meine Meinung
  • 02.10.2016, 18:05 Uhr
  • 0
Es hat noch einen ganz anderen Grund... wenn ich mit einem Mann zusammenlebe in einer Wohnung und wir beziehen beide Rente, dann ist das ein Eheähnliches Verhältnis und macht sich auch an der Rente bemerkbar, da wird erstmal abgezogen ... melde ich das nicht der Rentenstelle mache ich mich strafbar....
Ich kenne einen Fall in meiner Nähe, da war es der Rentenstelle gemeldet.. der Lebensgefährte verstarb und die Frau mußte 1 1/2 Jahre warten bis sie ihre richtige Rente wieder bekam... aber Witwenrente ist nicht... ist eins der Zsammenlebende Hart IV Bezieher, dann wird das ganz angerechnet und die Frau oder der Mann kann die Partnerin oder den Partner versorgen und unser Staat hat Geld gespart...so sind die Gesetze....

Da vergeht einem doch alles ... oder ???
  • 02.10.2016, 18:36 Uhr
  • 0
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oh Peter ,ich glaube mit deiner beschreibung liegst du doch etwas schräg ,die frauen bekommen die kinder , arbeiten im haushalt und verdienen ihr eigenes geld ,ich habe drei kinder und 25j im öffentlichem dienst ,
  • 02.10.2016, 13:41 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Naja..so schräg ist das nicht. Genau DAS habe ich nämlich schon erlebt - und das war nicht etwa im letzten Jahrhundert, sondern vor etwa 10 Jahren...
  • 02.10.2016, 14:11 Uhr
  • 1
dann darfst du es auch schreiben .
  • 02.10.2016, 22:03 Uhr
  • 0
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Die Liebe entscheidet in jedem Fall! Ich selber fühle mich allein
sehr wohl und genieße, keine Verpflichtungen mehr zu haben.
  • 02.10.2016, 12:57 Uhr
  • 1
  • 02.10.2016, 13:59 Uhr
  • 2
Peter Leopold
Eine Beziehung ist also nur sowas wie eine Verpflichtung ?
  • 02.10.2016, 14:12 Uhr
  • 0
Meine Ehe war .von großer Liebe geprägt und ich habe meinen Mann sehr lange gepflegt und davor meine Eltern.
Vielleicht war das Wort "Verpflichtung" falsch gewählt.
Nun habe ich Zeit, für mich etwas zu tun.
  • 02.10.2016, 20:08 Uhr
  • 1
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