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Oma und Opa – eine Liebeserklärung

Oma und Opa – eine Liebeserklärung

Lese-Tipp
07.08.2017, 16:30 Uhr
Beitrag von Lese-Tipp

Oma und Opa werden, das ist für die meisten etwas ganz Besonderes. Noch einmal ein kleines Baby im Arm halten, noch einmal kindliche Freude miterleben, noch einmal für jemanden ein wichtiger Teil des Lebens, Ausdruck der Liebe und Anlaufstation in allen Lebenslagen sein. Die Enkelkinder zu verwöhnen und zu versorgen und Teil an einem jungen Leben zu haben, das bereitet schlichtweg Freude. Und auch nicht zu verachten ist, dass man sie wieder zu ihren Eltern schicken zu können, wenn sie quengelig und müde werden. Kurzum: Die Großeltern haben meist von den eigenen Enkelkindern mehr als von den Kindern, denn wenn auch die Erfahrungen mit ihnen niemals zu missen wären, ist es doch schön, unbeschwert und ohne die große Hauptverantwortung noch einmal Kinder in der Obhut zu haben. Das ist besonders schön – und das übrigens für beiden Seiten.

Denn nicht nur Oma und Opa genießen das, auch die Kinder profitieren von dem besonderen Bund mit den Großeltern. Hier wird sich anders ausgetestet und erlebt, die ersten Flunkereien ausprobiert und vor allem die Erfahrung vermittelt, welche Geborgenheit von der Familie ausgeht. Oma kennt dabei geheime Tricks und weiß, wie mit Heimweh-Tröpfchen jedes Tränchen zu trocknen ist – und auch für alles andere hat sie ein Hausmittel parat. Opa hingegen ist für jede Rauferei zu haben, baut die verrücktesten Sachen und denkt sich immer neue Unterhaltungsstückchen aus. Ja, Oma und Opa sind einfach großartig – eine Liebeserklärung an jede Lebenslage mit ihnen.

Ein Baby ist geboren – das Produkt der eigenen Liebe

Wenn von den Kindern die Eröffnung kommt, dass Enkelchen ins Haus stehen, ist das ein toller Moment. Der junge Mensch ist erwachsen geworden und gründet nun die eigene Familie. War bisher die Familie noch auf drei oder vier Menschen beschränkt, wächst nun ein weiterer heran. Ein Kind macht die eigenen Kinder zu Eltern, versetzt sie in die eigene Lage, die man mit der Familiengründung erlebte. Es trägt die Familie in eine neue Generation und die Großeltern erleben, was aus ihrer Liebe entstanden ist.
Manche jedoch stürzt das eigentliche Glück auch in eine kleine Krise. Wenn die Kinder zu Eltern werden, ist das auch ein deutliches Zeichen für das eigene Alter. Nicht jeder ist für die Veränderungen, die mit dem fortschreitenden Alter einhergehen, unempfindlich. Gerade die Enkelkind-Ankündigung kann da einen Nerv treffen, der bisher unerhört worden war.
Ja, wenn die eigenen Kinder erwachsen sind ist das auch ein Zeichen für das fortgeschrittene Alter. Der Lauf des Lebens ist nicht aufzuhalten – allerdings ist das doch auch das Schöne daran: Die Liebe bricht sich ihre Bahn, bringt Kinder hervor, die das eigene Vermächtnis weitertragen. Eine spannende neue Phase beginnt nun auch für die frisch-gebackenen oder auch Fast-Großeltern: Die Komplettierung der eigenen Familie ist im Anmarsch, das Produkt der eigenen Liebe weitergedacht. Es ist die Zeit gekommen, auch dieses Kind in das Leben zu begleiten und in jeder Phase seines beginnenden Lebens für den kleinen Menschen da zu sein.

Die Kleinkindphase – Betreuung und Unterhaltung

Ein kleines Baby ist eine riesige Freude. Noch einmal die Geborgenheit spenden können, die dieses kleine zerbrechliche Wesen so dringend braucht, die lang erlernten Fähigkeiten zur Beruhigung von Unmut und Müdigkeit unter Beweis stellen – all das versetzt auch in die Rolle der jungen Eltern zurück, die man selbst vor einigen Jahren inne hatte. Es ist eine Phase, die auch das Band zu den eigenen Kindern stärken kann, schließlich sind diese froh über die Expertise der eigenen Eltern, nehmen die Erfahrung gerne mit – wenn auch nicht jeder Rat gut ankommt, verstehen die frischen Großeltern doch, dass die Nerven durch durchwachte Nächte, einen fremdbestimmten Tagesablauf und die große Verantwortung angegriffen sind.
Kinder sind dabei froh um die Unterstützung der eigenen Eltern. Elternschaft ist keine Leichtigkeit, wie jeder weiß, der das selbst erlebt hat. Während zu Beginn gerade der Haushalt auf der Strecke bleibt, weil der kleine Mensch jegliche Aufmerksamkeit fordert, sind die jungen Eltern schon einige Monate später froh, mal wieder einen freien Abend zu zweit genießen zu können. Bei all diesen Dingen kommen die natürlichsten Babysitter der Welt ins Spiel: Die Großeltern, die das verletzliche Wesen hüten wie den eigenen Augapfel und beseelt durch die Besuche auch ihre Freude daran haben.

Großeltern als Tagesmutter-Ersatz

Auch die längerfristige Betreuung der Enkelchen ist ein Thema. Zum einen sind Kinder immer noch ein Hindernis für die eigene Karriere – gerade Frauen erleiden dadurch im beruflichen Vorankommen einen Dämpfer. Dann hilft es umso mehr, wenn schon früh für die richtige Betreuung gesorgt ist. Allerdings ist es gerade in Städten und belebten Gebieten schwierig, einen Kitaplatz oder eine Tagesmutter zu bekommen.
Da hilft es ungemein, wenn die Großeltern zur Stelle sind und zumindest zeitweise den Nachwuchs hüten können. Ist tagesweise die Betreuung gesichert, können Mütter früher wieder zu ihrer Arbeitsstelle zurückkehren und das ohne sich um das Kind sorgen zu müssen. Das ist natürlich eine verantwortungsvolle und zeitintensive Aufgabe – ein Schritt zu dem die Großeltern auch bereit sein müssen.

Verwöhnen und Erziehen

In diesem Fall, aber auch bei jeglichen anderen Besuchen kommt in ihnen auch die Rolle des Erziehers durch. Kleine Kinder testen sich ständig aus. Das ist spannend und teilweise gar urkomisch, jedoch ist nicht jede Verhaltensweise gewünscht. Manche Erziehungsmuster sind nur durchzusetzen, wenn alle an einem Strang ziehen. Allerdings lernen Kinder auch bald zu unterscheiden, bei wem sie sich was erlauben können: Großeltern sind gewissermaßen selbst dafür verantwortlich was ihr Enkelchen bei ihnen veranstaltet. Denn auch wenn die Hauptlast der Erziehung natürlich bei den Eltern liegt und dort bleiben sollte, können sich alle anderen nicht einfach aus der Angelegenheit heraushalten.
Allerdings ist auch das Verwöhnen völlig legitim – hier ein neues Spielzeugauto und hier ein Karamellbonbon gegen die „Bloß keinen Zucker!“-Vorgabe der Eltern sind schon in Ordnung, schließlich sind Oma und Opa ja auch ein Erholungsort für die Kinder, an dem sie freier agieren können und mal etwas anderes erleben als zu Hause.

Die ersten Schritte und Wörter genießen

Eine ganz besondere Freude ist es auch, an der Entwicklung der Kleinen teilzuhaben. Das erste „mamamama“ wird nur zu gern in „Oma!“ abgewandelt und wenn das Kleinkind sich hochzieht und die ersten Schrittchen geht, erfüllt das das eigene Herz nicht minder mit Stolz, als wenn die eigenen Kinder das getan haben. Mancher kann das gar nun noch mehr genießen, wo der kleine Mensch nicht zu hundert Prozent in der eigenen Verantwortung steht und die Freude über diese kleinen Entwicklungs-Sprünge schon lange zurück liegt. Das zu genießen und die Kleinen aufwachsen zu sehen – das ist eine helle Freude für Oma und Opa.

Das Schulkind – Geschenke, Spaß und Spiel

Hat das Kleinkind nun allerhand gelernt, die ersten Schritte getan, spricht frei vom Fleck weg aus, was ihm am Herzen liegt, ist im Kindergarten gewesen und zeigt sich schon als richtiger kleiner Mensch, ist es Zeit für die Schule. Kinder sollten bis zur Vollendung ihres sechsten Lebensjahres mindestens 15.000 Stunden gespielt und sich so allerhand angeeignet haben. Dabei haben die Großeltern sie bestmöglich unterstützt und mitgespielt. Nun geht es an eine andere Art des Lernens und in einen festen Tagesablauf – es gibt viel zu tun.

Wenn die Kinder zum Essen kommen

Spätestens mit dem Eintritt in den Kindergarten fangen viele Eltern wieder an zur Arbeit zu gehen. Spätestens aber mit der Einschulung findet sich dann ein Weg zurück zur Arbeit – schließlich ist das Kind nun ohnehin halbtags beschäftigt und beginnt seinen eigenen Weg im anfangs noch so leichten „Ernst des Lebens“. Häufig kommen in dieser Zeit die Kinder zu den Großeltern um ihr Mittagessen einzunehmen.
Sie lieben dabei die großmütterliche Küche, oft bilden sich aus dieser Phase ganz besondere Vorlieben heraus: Wenn die Oma Mittags Dampfnudeln serviert, mit Vanillesoße und Zwetschgenkompott oder aber panierten Blumenkohl auf den Tisch bringt, wie nur sie es kann, prägt das für das gesamte Leben.

Ferien-Bespaßung: Aktivitäten für dann, wenn die Eltern arbeiten gehen

Mit der Schule kommen auch die Ferien. Für die Eltern entsteht dann häufig ein Betreuungsproblem: Wer hat schon zwölf Wochen Urlaub im Jahr, die er für die gesamte Ferienzeit des Kindes einreichen kann? Gerade die langen Sommerferien mit sechs Wochen Freizeit sind ein organisatorischer Kraftakt. Nicht nur für die Eltern ist es dann schön, wenn die Großeltern zur Seite stehen.
Zoobesuche, Schwimmbad-Nachmittage, Gartenarbeit mit Opa und Backen mit Oma: All das können Highlights für die Kleinen sein. Besonders Verantwortung – ganz alleine die Blumen in einem Teil des Gartens gießen, die Eier aufschlagen oder nochmal schnell bei der Nachbarin nach ein wenig Milch fragen – sorgt für positive Erlebnisse und einen rundum guten Tag.

Enkel-Urlaub – Ideen und Möglichkeiten

Manchmal bietet es sich auch an, mit den Enkeln in den Urlaub zu fahren oder aber sie für ein bis zwei Wochen ganz für sich zu haben. An dieser Stelle spätestens kommen auch all jene Großeltern zum Zug, die sonst zu weit weg wohnen. Wenn „mal eben rüber kommen“ aufgrund der Entfernung nicht funktioniert, ist der Urlaub bei Oma und Opa eine optimale Möglichkeit, mit dem Nachwuchs der Kinder Zeit zu verbringen.
Sind die Eltern davon nicht überzeugt, kann es auch erst einmal ein Wochenende sein. Stellen sie erst einmal fest, wie entspannend zwei Tage ohne Kinder sein können, lassen sie sich bestimmt öfter darauf ein.

Geheimes Oma-Wissen: Hausmittel für jede Lebenslage

Allerdings ist nicht jedes Kind heimwehfest – kaum senkt sich der erste Abend über den Enkelurlaub hinein, kommt die Sehnsucht nach der Mama und dem heimischen Bett. An dieser Stelle hilft es, wenn Oma und Opa über die Rituale zu Hause Bescheid wissen – oder aber wenn sie mit Hausmittelchen um die Ecke kommen. Bisher unbekannte Heimwehtröpfchen wischen das Leid weg, wenn eine Umarmung nicht mehr hilft: Ein paar Tropfen Apfelsaft im Glas schmecken süßlich, der Placebo-Effekt wischen jede Träne beiseite. Ein Trick, den nur Oma kennt – und den sie auch schön für sich behält, zumindest bis die Kleinen mit 18 Jahren ganz sicher kein Heimweh am Wochenende mehr erleiden.
Aber nicht jedes Hausmittelchen was noch aus den Zeiten der eigenen Großmutter kommt ist wirklich hilfreich. Hat die Anwendung des Sonnenschutzes mal nicht funktioniert wie sie soll, wird nur zu gern Quark darauf geschmiert. Das kann jedoch besonders bei Kindern Eiweißallergien auslösen und so für weitere Hautprobleme sorgen. Besser ist es natürlich, vorzusorgen und dem Hauttyp entsprechend regelmäßig nach zu cremen. Milch mit Honig zum Einschlafen und Omas Hühnersuppe bei Erkältung helfen jedoch ganz sicher – und wenn auch nur durch die Liebe, mit der sie gereicht werden.

Der Teenager – Trotz und Trost

Leider ist auch mit den Enkelkindern nicht immer alles rosig. Es kommt die Zeit, da werden aus Kindern Teenager, eine Phase, die auch mit den Enkelkindern nicht leichter fällt als mit den eigenen Kindern. Der Vorteil ist jedoch ganz klar: Es liegt nicht in der Verantwortung von Oma und Opa sich damit auseinander zu setzen.

Eine schwierige Phase

Häufig hat sich der Kontakt bis zum Teenageralter schon verringert. Für Kinder ist das Spielen mit Freunden und der Besuch bei Oma und Opa noch gleichwertig, bei Teenagern ist es ungleich schwieriger, ein ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen – und ganz nüchtern gesehen ist das auch nicht die Aufgabe der Großeltern. Werden die Besuche weniger, ist das kein Grund an der Beziehung zu den Enkeln zu zweifeln, diese Entwicklung und die Abnabelung von den Konstanten der Kindheit ist völlig normal. Diese Phase geht vorbei – wie auch die eigenen Kinder sind die Enkel mit 16 oder 18 Jahren wieder viel umgänglicher – und dafür umso glücklicher über die Treue, die ihnen in der Zwischenzeit gehalten wurde.

Die Schulter zum Anlehnen – aber zu alt für Zickereien

In der Zwischenzeit jedoch können die Großeltern die Schulter zum Anlehnen sein, die weg von elterlichem Ärger ist, jedoch die richtige Geborgenheit ausstrahlt und familiäre Nähe ist. Manchmal brauchen auch die schwierigsten Teenager das – in dieser Zeit ist es gut, einfach zu vergessen wie sie sich zwischendurch gebaren.
Auf der anderen Seite ist auch hier Erziehung angebracht. Die Eltern sind dafür verantwortlich, sich mit den pubertierenden Kindern rumzuschlagen. Großeltern müssen das nicht. Sich anzicken zu lassen oder gar irgendwelche Machtspielchen mitzuspielen, das haben weder Oma noch Opa nötig. Das dürfen beide dem Nachwuchs auch mitteilen – und sich dann wieder wichtigeren Sachen widmen.

Der junge Erwachsene – Rat und Tat

Gewiss ist jedoch: Diese Phase geht vorbei. Irgendwann flachen die Streitereien wieder ab und ist die Schule geschafft, geht es weiter fort im Ernst des Lebens. Die Berufswahl oder auch der Entschluss für ein Studium ist ein wichtiger Schritt im Leben eines jungen Erwachsenen. Auch die Großeltern dürfen daran teilhaben.

Umziehen, Studieren – ein bewegtes Leben

Mit dem Schulabschluss dreht sich die Welt weiter und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Für viele bedeutet das den Auszug aus dem elterlichen Zuhause und den Weg in eine andere Stadt. Die Großeltern stammen zumeist aus einer anderen Zeit – sie staunen nur über die vielen Möglichkeiten, die sich den Enkeln öffnen. Mehr als unterstützend zur Seite zu stehen oder bei der Komplettierung der Aussteuer zu helfen bleibt ihnen jedoch meist nicht übrig. Oma und Opa können sich stattdessen an dem bewegten Leben des Enkelchens freuen und über die Ferne daran teilhaben.

Die Belohnung für jahrelange Liebe

Mit wöchentlichen Telefonaten und Besuchen hin und wieder können sie sich jeweils auf den neuen Stand bringen. Wenn es mal nicht passt, liegt das aber – wie schon zu Teenager-Zeiten – ganz sicher nicht an mangelnder Zuneigung. Vielmehr ist es das bewegte Leben was hier mit reinspielt und nicht jeden Zeitpunkt für mögliche Telefonate freihält.

Jetzt ist die Zeit gekommen, in der auch die Großeltern den Dank für ihre jahrelange Liebe erhalten. Wie auch die eigenen Kinder und man selbst in früheren Zeiten kommt erst rückblickend der Gedanke auf, wie rührend und liebevoll sich die Familie immer gekümmert hat. Es ist schön, diese Entwicklung auch bei den Enkeln zu erleben und zu sehen, wie liebevoll nun der Blick wird, wenn Kindheitserinnerungen aufgewärmt werden – ja, das und die tiefe Verbundenheit in der Familie ist der Lohn für jahrelange, bedingungslose Liebe und das Vermächtnis, dass die Enkelkinder weiter in die Welt hinaus tragen.

Ein lebenslanger Bund

Oma und Opa, Mama und Papa und die Kinder – eine Familie, das ist ein lebenslanger Bund. Sowohl insgesamt als auch untereinander entstehen und bestehen enge Bindungen, die zwischen den einzelnen Mitgliedern ganz individuell ausgeprägt sind. Eines haben sie jedoch alle gemein: Sie lassen sich nicht durchtrennen, denn Blut ist dicker als Wasser, die tiefe Liebe innerhalb der Familie bleibt ungeachtet aller Dinge, die da kommen, bestehen. Jeder kann an dieser Bindung mitwirken. Auch Oma und Opa nehmen so eine ganz besondere Rolle ein, begleiten das Enkelchen auf dem Weg ins Leben. Es ist etwas Besonderes zu beobachten, wie das Produkt der eigenen Liebe seinen Weg bestreitet, seinen Platz im Leben findet und doch nie die Wurzeln vergisst – denn diese liegen im Schoß der liebenden Familie.

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