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Beunruhigender Gedanke? Was tun beim Verdacht auf Untreue?

Beunruhigender Gedanke? Was tun beim Verdacht auf Untreue?

Partner Tipp
05.10.2017, 14:39 Uhr
Beitrag von Partner Tipp

Am Anfang ist es meist nur ein ungutes Gefühl im Bauch, kleine Details die sich plötzlich verändern: Lippenstift am Kragen und ausgesprochen gute Laune, viele Überstunden, neue Hobbys, merkwürdige Anrufe und im Bett ist nichts mehr los. Das kann vieles und gar nichts bedeuten. Wer einen vagen Verdacht hat, dass der Partner untreu ist, befindet sich in einer schwierigen Lage. Das Misstrauen direkt zur Sprache zu bringen, ist nicht einfach, außerdem wird der Partner leugnen. Ist das dann gelogen oder die Wahrheit? Das führt zunächst nur zu Streit. Unter Umständen ist der andere zutiefst gekränkt.

Was also tun, wenn der Verdacht auf untreues Verhalten in der Luft liegt?

Es gibt viele Möglichkeiten, sich Klarheit über das Verhalten des Partners zu verschaffen, beispielsweise einen Privatdetektiv zu engagieren. Dieser muss sich bei seinen Nachforschungen an strenge gesetzliche Vorgaben halten. Weitere Möglichkeiten sind: plötzlich am Arbeitsplatz aufzutauchen, heimlich das Handy zu überprüfen oder E-Mails zu lesen. Das dient alles einem guten Zweck, oder? Frei nach dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, gibt es im Internet die unterschiedlichsten Tipps. Wer hier keine Beweise findet, ist meist noch nicht beruhigt, denn es kann bedeuten, dass tatsächlich nichts ist oder, dass der Partner die Affäre gekonnt geheim hält. Jeder sollte sich dann die Frage stellen, ob er seinen Partner tatsächlich in flagranti erwischen möchte.

Gespräche sind eine weitere Möglichkeit, die allerdings Mut und Einfühlungsvermögen erfordern. Denn es können zwei Dinge passieren:

• der Verdacht bestätigt sich
• der Partner fühlt sich gehörig vor den Kopf gestoßen

Tipps für ein Gespräch über den Untreue-Verdacht

Damit das Gespräch nicht gleich aus dem Ruder läuft, kann es hilfreich sein, nicht sofort den Verdacht zu äußern, dass der Partner fremdgeht. Vielmehr lassen sich die Gefühle der Verunsicherung in Ich-Botschaften zum Ausdruck bringen. Alles infrage zu stellen, zu schreien, zu drohen und zu toben sind grundsätzlich nicht hilfreiche Vorgehensweisen. Auch Mutmaßungen über das Verhalten des Anderen oder wilde Spekulationen und Interpretationen zum Verhalten des Partners sollten bei einem solchen Gespräch tunlichst unterbleiben.

Was der vermeintlich Betrogene noch tun könnte

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, aus den ersten Verdachtsmomenten Konsequenzen zu ziehen. Beispielsweise könnte der vermeintlich betrogene Partner selbst eine Affäre beginnen. Auch subtilere Rachemethoden sind möglich, wie das geheime Arrangement von Gemeinheiten. Ob das jedoch wirklich hilft, ist fraglich. Vielleicht wird damit das Gerechtigkeitsgefühl befriedigt. Für die Partnerschaft kann es das Aus bedeuten. Außerdem: Eine Affäre, die rein auf Rachegefühlen basiert, hinterlässt zumeist einen schalen Geschmack und ein schlechtes Gewissen. Sollte sich der Verdacht erhärten, ist es natürlich sinnvoll, Konsequenzen zu ziehen und zu gehen. Auch das sollte der Betrogene gut überlegen, häufig gibt es danach kein Weg zurück. Das gilt insbesondere, wenn der Untreuevorwurf den Partner brüskiert, weil er unhaltbar ist. Diese Spielchen sind nur selten hilfreich, um die Leidenschaft wieder zu entfachen.

Verhalten, an dem sich Untreue erkennen lässt

Die nachfolgenden Tipps, um Untreue zu erkennen, sind mit Vorsicht zu bewerten. Ein bestimmtes Verhalten kann immer mehrere Dinge bedeuten. Nur weil der Partner wieder mehr auf sich achtet, heißt das noch lange nicht, dass er untreu ist. Er ist sich vielleicht nur bewusst geworden, dass er sich hat gehen lassen, und möchte seinem Partner wieder gefallen.
Unzweifelhaft ist allerdings, dass sich das Verhalten eines Menschen langfristig verändert, wenn er eine Affäre hat. Häufig nimmt die Nähe in der Partnerschaft ab, der andere wirkt oft geistig total abwesend.

Folgende Verhaltensweisen können ein Hinweis sein:

Neues Outfit, neuer Look. Der Partner kommt von einer Shopping-Tour komplett neu gestylt nach Hause. Kann heißen, „ich achte wieder mehr auf mich“, kann aber auch heißen „ich möchte meinem neuen Schwarm gefallen“.
Neue Freunde. Der Partner hat plötzlich einen neuen Kollegen/eine neue Kollegin und ist mit ganz neuen Freunden unterwegs. Da könnte tatsächlich was im Busch sein.
Viele Überstunden. Mehrarbeit ist bei den meisten unbeliebt. Übernimmt der Partner mit Freuden Überstunden, hat ständig unaufschiebbare Termine oder muss plötzlich auf Geschäftsreisen, steckt vielleicht eine Affäre dahinter. Es kann aber auch sein, dass der Partner sich mehr anstrengt, weil er die nächste Karrierestufe schnell erreichen möchte, um mehr Geld für die gemeinsame Zukunft zu haben.
Plötzlich ein fröhliches Energiebündel. Das können die Auswirkungen des Yoga-Kurses oder der Laufeinheiten sein. Eine generelle Wesensveränderung hin zu ständig guter Laune könnte auch die Auswirkung eines heißen Flirts sein.
Keine Lust mehr im Bett. Der nachlassende erotische Appetit im Bett lässt sich auf mehrere Ursachen zurückführen. Natürlich kann eine Affäre dahinterstecken. Es kann aber auch sein, dass der Stress in der Arbeit oder ein vorübergehender Libido-Verlust dafür verantwortlich ist.

Zentrales Dilemma lösen – will ich wirklich die Wahrheit wissen?

Wer vermutet, dass der Partner fremdgeht, steckt in einem zentralen Dilemma. Menschen wollen eine Bestätigung für den Betrug. Andererseits möchten sie lieber, dass der Partner treu ist. Beides zeitgleich zu beweisen, ist unmöglich. Daher sollten sich alle, die über weitere Maßnahmen nachdenken, zunächst über folgende Fragen Klarheit verschaffen:

• Will der vermeintlich Betrogene die Wahrheit wirklich wissen?
• Warum ist das so wichtig?
• Kann der Nachforschende die Wahrheit verkraften?
• Wäre es nicht besser, von all dem nichts zu wissen?

Deuten die Antworten darauf hin, dass die Wahrheit gar nicht ans Licht kommen soll oder, dass das Nichtwissen die bessere Alternative ist, heißt es kluges Nichtwissen zu praktizieren. Das heißt, der vermeintlich Betrogene sollte schonend über alles hinwegsehen, was irgendeinen Verdachtsmoment auslöst. Allerdings sollten sich Betroffene vor dem Nichtsehen hüten. Gibt es tatsächlich schwerwiegende Verdachtsmomente ist die Vogel-Strauß-Taktik keine Alternative mehr.
Vertrauen ist die Basis für jede Beziehung. Für Menschen ist das wichtig. Vertrauen bedeutet auch, dem anderen zu glauben, wenn er etwas sagt. Wer seinem Partner hinterherspioniert, stellt dessen Glaubwürdigkeit infrage. Vor der Konfrontation des Partners mit Vorwürfen sollte sich die Person ganz sicher sein, dass es sich um einen offensichtlichen Liebesbetrug handelt. Ungerechtfertigte Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

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