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Liebe und Vertrauen ... eine längere Geschichte

06.12.2017, 12:01 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Vertrauen ist ein sehr zartes und sensibles Gebilde der Seelenliebe und es mag ein überaus steiniger Weg sein, Vertrauen aufzubauen.

Wundert sich der/die Partner/in oder Freund/in nur allzu oft, warum wir wieder und wieder dieselben Vertrauensfragen stellen?

Warum ... weil eben das Wunschbild des Vertrauens zu oft weit von der Realität entfernt ist?

Es entwickelt sich Traurigkeit und Frust, weil die Informationen, die wir von unserem Partner, Freund oder dem Leben erhalten, irgendwie nicht glaubwürdig klingen oder es waltet Schweigen. Dabei sind wir auf den Wahrheitsgehalt und die Aufrichtigkeit so sehr angewiesen.

Also fragen wir, nerven wir und bekommen nicht das zu hören, was wir uns so sehr wünschen ... Klarheit.

So ist es gerade das Klima des Vertrauens und der Offenheit, die das Gefühl tiefer, positiv empfundener Selbstliebe verstärken.
Doch meist wird gerade im Bereich des Vertrauens herum taktiert und Schuld zugewiesen.
Natürlich haben wir den Wunsch nach Sicherheit, denn wir sind bereit unser höchstes Gut zu verschenken ... unsere Liebe und damit entsteht auch die Angst vor Verletzung.

Statt dieser Liebe voller Dankbarkeit und Verantwortung, in Bezug auf unsere sehr verletzbaren Gefühle, anzunehmen, sieht die Realität oft anders aus.
Da geht es um egoistische Eigeninteressen, indem erwartet wird, dass ein Partner dem Anderen grenzenlose Freiheiten wie selbstverständlich einräumt. Wo doch die Liebe das Kind der Freiheit ist.

Diese Freiheit wird dann oft sehr manipulativ eingefordert. Schlagworte dafür gibt es genug: Du engst mich ein, bist zu emotional, ich bin eben so, so hast Du mich kennengelernt usw. ...
Ebenso wird Misstrauen vorgeworfen und die Unfähigkeit Liebe zu entwickeln.

Es ist immer ein Partner, der es dem Anderen unmöglich macht, aufgrund dieses distanzierenden Verhaltens überhaupt ein gesundes Gefühl für Nähe, Vertrauen und Liebe entwickeln zu können.

Einer fordert für sich, nur die ihm wohltuenden Eigenschaften dieser Vertrauensgabe ein und da entsteht schon das Defizit. Auf diesem Konto muss man auch etwas einzahlen und wer hohe Ziele anstrebt, sollte mehr investieren als er abhebt.
Es wäre weise, zu Beginn mehr einzuzahlen und besser, erst mal nichts abzuheben.

Warum ist uns Vertrauen so wichtig?

Jenseits aller romantischen Verklärung, sollte das Ziel doch in einer stabilen, bereichernden und liebevollen Partnerschaft münden.
Es ist das Geheimnis einer jeden, guten Beziehung - Vertrauen!

Woran liegt es also, dass Menschen die Zusammenhänge des Vertrauens so oft ignorieren und missachten?

Ist es die Angst vor den Konsequenzen, die eine Beziehung natürlicher Massen einfordert und deshalb unser Verhalten grundlegend ändern zu müssen?

Ich ahne es schon, denn die vielen Manipulationen, das hohle Gerede, die alltäglichen egoistischen Vorteile, etliche Dinge nicht mehr so zu tun wie vorher: Den Partner übergehen und nicht wirklich ernst zu nehmen ... würden ja einer Selbsterkenntnis weichen müssen, die Fakten schafft.

Stellt sich die Frage, was Mensch wirklich will, ein schnelles Abenteuer, nur eine Freundschaft oder eine feste Beziehung?

Hat sich irgendjemand schon mal gefragt, warum man am Vertrauen zweifelt und immer wieder dieselben Fragen stellt?

Es sind die Taten, das Handeln, die nicht aufrichtig wirken und nicht von Herzen kommen. Taten, die nur im Geiste stattfinden und in der Wirklichkeit nicht umgesetzt werden.
Es sind die Worte, die schon vorherige Partner in der gleichen Weise gehört haben und sie auch schon nicht glauben konnten, weil die Worte wie ein Gerüst wirken, die auf jedermann anwendbar sind und nicht sein Herz erreichen.

Worte, die so wirken, als wenn man nur den Vornamen austauschen muss und dann gibt es Wesen, die sich allen Ernstes einbilden, man muss nur jemand das sagen, was diese(r) gerne hören möchte.

Wer maß sich an, so etwas überhaupt zu entscheiden?

Der Mensch ist durchaus in der Lage, den Plan aus diesen Worten herauszuhören.
Liebende Menschen können trotz aller Romantik und Verliebtheit die Wahrheit heraushören, denn sie hören in diesem Augenblick mit dem Herzen.

Es sind die Worte, die gesagt oder geschrieben werden, zu oft gesagt, zu oft geschrieben und sie gehen nicht wirklich auf die individuelle Beziehung und die Liebe ein. Sie wirken eher, wie an die Allgemeinheit gerichtet, sachlich, ohne Herz und beziehen eben nicht den Menschen an seiner Seite ein. Sie entsprangen einem anderen Leben, mit einem anderen Partner und das fühlt ein sensibles Wesen sehr genau.

Vertrauen hat seinen Preis, zwar gibt man kurzfristig einige Vorteile auf, aber diese gingen sowieso meistens zu Lasten des Partners. Es reicht also nicht aus, sich Vertrauen nur zu wünschen, sondern der Mensch muss auch bereit sein, den Preis dafür zu bezahlen.
Ohne Vertrauen wären wir gar nicht fähig auf andere Menschen zu zugehen. Bloße Lippenbekenntnisse reichen da nicht aus.

Vertrauen können wir nur aufbauen, wenn wir eine Weile mit diesem Partner zusammenleben ohne schlechte Erfahrungen zu sammeln.
Doch oft sind es die Sünden der Vergangenheit, die einen Menschen mehr oder weniger sensibel, in Bezug auf Misstrauen und Vertrauen, zurückgelassen haben.
Um das herauszufinden, müssen wir mit unserem Partner die vertrauliche Seite unserer Vergangenheit sehr offen ansprechen. Es geht nicht ohne gegenseitige Kommunikation.

Wenn wir also einen Menschen lieben wollen, sollten wir sein Innerstes kennen lernen und dies unbedingt. Wir sollten gegenseitig erfahren und wissen, wer wir sind, was wir brauchen und wie wir dies für uns ermöglichen können.

Nur NETT sein, schafft noch lange kein Vertrauen, eher Vertrautheit. Die Individualität, die Meinungen, die Eigenheiten sollten immer respektiert werden.
Vertrauen darf nicht in – Alles oder Nichts - abgleiten!

Es gibt durchaus Abstufungen, die jeder tragen kann, denn es ist eine Illusion, absolutes Vertrauen zu verlangen, eher ist es schädlich als nützlich.
So müssen wir unsere Bereitschaft zu Vertrauen immer wieder überprüfen und uns gemeinsame Ziele vergegenwärtigen.
Dies funktioniert nicht durch übermäßige Kontrolle, sondern durch Offenheit, Gespräche und einen interessierten und bewussten Umgang miteinander.

Vertrauen ist am besten möglich, wenn wir uns wehrhaft vertreten, indem wir uns, zum Beispiel, nicht ausnutzen lassen, zumal ich einmal voraussetze, dass dies ein liebender Partner besser unterlassen sollte ... wirft es doch kein gutes Licht auf seinen Charakter.
Aber eine gewisse Kontrolle mag doch unerlässlich sein, denn ein jeder sollte für sich Sorge tragen, dass man in einer Beziehung, die positiven, wie auch die negativen Vorteile berechenbar gestaltet und sie somit als vertrauenswürdig erlebt.

Darin ist die gemeinsame Fürsorge enthalten und zwar im Sinne einer regulierenden Dynamik. Für einen selbst und gleichzeitig für das WIR.
Diese Kontrolle sucht nach Wahrheit, nach Bestätigung seiner eigenen Beobachtungen und die liebevolle Reflexion durch aktives Zuhören. In dessen Wesen ist die gemeinsame Offenheit enthalten, das Gespräche und der interessierte und bewusste Umgang miteinander.

Was allerdings Kontrolle unterlassen sollte, sind Barrieren in Form von Polarisationen zu setzen. Sie werden meist mit Du-Botschaften eingeleitet und führen immer ins nirgendwo.

Jedoch still zu halten und sich in eine Pseudoharmonie zu begeben, nur um geliebt zu werden, ist sicherlich der falsche Weg.
Genauso wird es wenig Nutzen bringen, zum Kumpel seines geliebten Partners zu degradieren. Das wird auch bei diesem wenig Vertrauen auslösen.
Es erfordert schon großen Mut, offen zu sich selbst zu stehen und auch unangenehme Themen anzusprechen.
Im Hinblick auf eine tiefe, feste Beziehung, dem Wunsch zum WIR und deutlichen, ehrlichen Worten ist Vertrauen sehr wohl realisierbar.

Der Ausbruch einer heftigen Emotion, wie Zorn, Frust oder Wut muss nicht Ärger beim anderen Partner hervorrufen. Dieser Partner könnte es weise und ruhig, eher als das Interesse für die Liebe deuten und an der Wichtigkeit der Beziehung. Beide sollten in solchen Ausnahmesituationen daran interessiert sein, nun in Ruhe und konstruktiv darüber zu reden - aktiv zuhören.

Vertrauen muss wachsen und es wird uns wenig nützen, wenn wir dieses trotzig und mit Druck einfordern.

Leider haben viele Menschen verlernt auf ihre innere Stimme, dem Bauchgefühl, ihre Intuition zu hören. Das ist sehr schade, denn gerade diese erste Stimme ist so voller Wahrheit und wird so oft ignoriert. Denn das Auge ist sehr leicht zu betrügen und in Verbindung mit dem Verstand, obsiegt in vielen Fällen die Illusion.

Doch die meisten Menschen wissen sehr wohl, was sie beeinflusst, sogar ihre Sicht vernebelt. Deshalb spreche ich so vehement die bewusste Wahrnehmung an, das sich selbst beobachten und das wache Auffassen aller Umstände und Situationen um uns herum. Die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen, lassen uns die Kraft schöpfen, unsere Betrachtungen fast unendlich und trotzdem besonders differenziert zu beobachten.

Wer sein Leben tief und differenziert wahrnimmt wird seine Verantwortung gleichermaßen auf alle Gedanken des Lebens beziehen. Das sind die Wechselwirkung zwischen dem eigenen Leben und die Beantwortung aller ernsthaften Fragen um uns herum.

Die Liebe dabei, ist unser bester Helfer.

C.R. im Januar 2013

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