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Warum vergeht die Zeit im Alter immer schneller?

Warum vergeht die Zeit im Alter immer schneller?

Christine Kammerer
29.10.2014, 09:13 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Als wir klein waren verging die Zeit manchmal unendlich langsam. Das Warten aufs Christkind dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Mit den Jahren ändert sich etwas in unserem Zeitgefühl. Plötzlich scheint uns die Zeit regelrecht davon zu laufen…

Kinder erscheint die Zeit vor dem Weihnachtsfest endlos lang. Für ihre Eltern dagegen verrinnt die Adventszeit im Nu. Ihr Leben ist ausgefüllt mit so vielen Dingen, die neben dem ganz normalen Alltag noch erledigt werden müssen: Plätzchen backen, Geschenke kaufen, die Wohnung festlich schmücken…

Unser merkwürdiges Gefühl für die Zeit
Sollte man nicht meinen, dass wenigstens die Großeltern alle Zeit der Welt haben, da sie ja nun von den Elternpflichten befreit sind? Mitnichten. Ihre Zeit flieht. Sie scheint sogar gnadenlos immer schneller dahin zu rinnen. Was – schon wieder Weihnachten? Das Jahr schon wieder fast vorbei? Wie kann das sein?

War es nicht erst gestern, als wir selber noch ungeduldig auf den Weihnachtsmann gewartet haben? Die Bilder unserer Erinnerung sind so klar wie ehedem. Aber wo ist nur die Zeit dazwischen abgeblieben?

Die Alltagsroutine frisst Jahrzehnte
Damals, ja, da war noch alles offen. Wir entdeckten immer mehr neue und aufregende Seiten des Lebens. Die Zeit erschien uns unendlich lang, das Alter - unvorstellbar fern.

Dann kommen die festen Routinen. Wir sind eingebunden in Beruf und Familie. Nach jedem Arbeitstag ist noch so viel zu erledigen. Die Wochenenden verfliegen im Nu. Schon wieder ein Urlaub vorbei, Weihnachten, ein ganzes Jahr. Und so geht Jahr um Jahr ins Land. Es tut sich nicht mehr viel Neues und doch gehen in einem kurzen Augenblick so viele Jahre ins Land.

Plötzlich wird die Zeit kurz

Jetzt ist es da – das Alter. Wir wussten immer, dass es kommen wird, doch wenn es dann soweit ist, erschrecken wir fast ein bisschen. Auch weil wir wissen: jetzt bleibt uns nicht mehr so viel Zeit. Und da war doch noch so vieles, was wir tun wollten! Dinge, die wir immer wieder aufgeschoben haben, weil uns einfach die Zeit dazu fehlte.

Wir haben wieder Muße – die Kinder sind groß, das Arbeitsleben neigt sich dem Ende zu und viele haben es bereits hinter sich. Dennoch fehlt uns irgendwie die Zeit – die Tage, Monate und Jahre sind angefüllt mit lieb gewonnenen Gewohnheiten und Ritualen. Dem alten Trott.

Lebenszeit zurück gewinnen
Und nun die gute Nachricht: Wir können wieder Zeit gewinnen. Allerdings nicht, indem wir uns mit immer neuen Plänen und Zielen unter Druck setzen. Dann schwindet die Zeit nur noch schneller dahin. Unser Zeitgefühl wird bestimmt durch die Intensität des Erlebens. Wir fühlen uns reicher an Zeit, wenn wir ein ausgefülltes Leben führen. Zum Beispiel, indem wir im Alltag Neues entdecken, uns wieder dem Unerwarteten öffnen, neugierig werden wie die Kinder, beim Spielen die Zeit vergessen und einfach genießen.

39 Kommentare

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wenn man jung ist hat man unendl. viele ziele. die möchte man ganz schnell erreichen-die zeit geht nicht schnell genug.
in unserem alter hat alles ein wenig mehr zeit, wir sind nicht mehr in eile.
  • 31.10.2014, 22:17 Uhr
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  • 31.10.2014, 11:11 Uhr
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Zeit ist der Takt, in dem irdische Vorgänge ablaufen, getaktet von der Erddrehung.
Das individuelle Leben ist einer dieser Vorgänge, gesteuert von der biologischen Uhr.
Gefüllt wird das Leben mit einer Menge von Ereignissen von der Geburt bis zum Tod.
Parameter der Ereigiskette ist der zelluläre Verschleiß, die Alterung.

Zum Lebensende hin benötigt der Körper, verschleißbedingt immer längere Erhohlpausen.

Immer seltener würden die Ereignisse zum Ende hin werden, gäbe es da nicht die "Virtuelle Welt".
Mit ihrer Hilfe lassen sich Erlebnisclips in die Ereigniskette einfügen, die man nicht aktiv erlebt hat.

Ein weiterer Parameter der Ereigniskette ist die Erfahrung...
  • 29.10.2014, 20:05 Uhr
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Christine Kammerer
Das mit den Erholungsphasen ist ein interessanter Aspekt, aber ich glaube, dass der psychologische Faktor stärker wiegt als die körperliche Alterung - unsere Wahrnehmung verändert sich mit dem Wissen, dass die Zeit begrenzt ist...
  • 30.10.2014, 07:46 Uhr
  • 1
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Und in 13 Monate ist schon wieder Weihnachten 2015
  • 29.10.2014, 19:04 Uhr
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Zeit ist ja relativ...wie gefühlt ,genutzt und empfunden...aber 1 Jahr bleibt 1 Jahr...
  • 29.10.2014, 19:03 Uhr
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In unserer schnellebigen Zeit ist das nicht mehr so. Fragt man ganz junge Menschen, selbst Kinder, sind sie genau so erstaunt, dass es schon wieder Weihnachten ist, schon wieder Ostern usw. , war doch alles erst. Heute hat jeder Termine, Termine, Termine, da ver4geht die Zeit im nu
  • 29.10.2014, 18:58 Uhr
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Christine Kammerer
Da ist was dran, wir hatten als Kinder entschieden mehr Zeit und Freiräume...
  • 30.10.2014, 07:48 Uhr
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stimmt doch gar nicht, nur ganz besondere Momente verfliegen, wie im Flug
  • 29.10.2014, 18:40 Uhr
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ich merke nix davon
hab immer zu tun
  • 29.10.2014, 18:39 Uhr
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Die Frage nach der schneller vergehenden Zeit lässt sich auch mathematisch erklären:
1 Jahr im Leben eines 1-jährigen Menschen sind 100 %
1 Jahr im Leben eines 10-jährigen Menschen sind 10 %
1 Jahr im Leben eines 100-Jährigen sind 1 %

Wenn jedes Jahr, jeder Sommer, jeder Urlaub mit zunehmenden Lebensalter einen immer geringeren Anteil an der Gesamtlebenszeit hat, scheint es/er folglich auch schneller zu vergehen.

Wobei die subjektive Wahrnehmung oft auch widersprüchlich ist. Nach einer eindrucksvollen Urlaubsreise habe ich beide Gefühle in mir: einerseits denke ich, dass die Zeit im Nu vergangen ist, andererseits habe ich das Gefühl, dass es eine sehr lange Zeit war (weil die Reise mit so vielen Eindrücken fernab des Alltags gefüllt war)
  • 29.10.2014, 18:21 Uhr
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eine schöne Erklärung, könnt direkt einleuchtend sein.
  • 29.10.2014, 19:38 Uhr
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Christine Kammerer
Das gefällt mir und fühlt sich auch "wahr" an...
  • 30.10.2014, 07:58 Uhr
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Na, weil´s bergab immer schneller geht!
  • 29.10.2014, 18:18 Uhr
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im alter gehts immer bergauf
wir kommen alle alle alle in den himmel
denn brav sin mir all
  • 29.10.2014, 18:41 Uhr
  • 1
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