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Mein Wort zum Sonntag: Was bedeutet 'Glück'?

News Team
06.01.2013, 09:13 Uhr
Beitrag von News Team

Wir wollen alle glücklich sein und so suchen wir unser Glück. Aber was ist das eigentlich?

Martina Pfannenschmidt hat in ihrem schönen seniorbook-Beitrag Was ist "Glück" und was ist "Unglück" ausführlich mit dem Glücklichsein beschäftigt. Daran anknüpfend ein paar eigene Gedanken.

Seit einiger Zeit gibt es Institute, die sich ausschließlich mit 'Glücksforschung' beschäftigen, also damit, was Glück ist, wann Menschen glücklich sind und wer glücklicher ist als die anderen. So gibt es beispielsweise mehrere Untersuchungen über das Glücksgefühl verschiedener Völker und Staaten. Die Ergebnisse sind nicht gerade erhellend.

Vanu.... wie bitte?


Eine Studie der britischen "New Economics Foundation" fand heraus: Die Einwohner von Vanuatu sind am glücklichsten. Die Einwohner von Vanuawas? werden die meisten fragen. Vanuatu ist ein Inselreich östlich von Australien, bestehend aus 83 Inseln, bewohnt von christianisierten Melanesiern, die insgesamt 108 Sprachen sprechen, hauptsächlich von der Landwirtschaft leben und kein Militär besitzen - wohl der Hauptgrund für ihr Glück. Außerdem gibt es keine Grenzstreitigkeiten, denn die kann man auf den Inseln nicht gut ausführen. An zweiter Stelle im Glücksindex steht Kolumbien, das von Drogenkriegen geplagte Land, in dem die reguläre Armee einen hoffnungslosen Kampf gegen Terrorgruppen führt. Mal ehrlich: Wollten Sie auf einer vanuatischen Insel oder im kolumbianischen (Großstadt-)Dschungel leben?

Was ist eigentlich in Deutschland los?


Eine andere Untersuchung gelangt zu dem Ergebnis: Die glücklichsten Menschen leben im ärmsten Land der Erde, in Bangladesch, dicht gefolgt von einigen lateinamerikanischen Staaten wie Mexiko, dem von Drogenkriegen und terroristischen paramilitärischen Organisationen … ich wiederhole mich. Wieder völlig andere Studien finden, dass dünnbesiedelte nördliche Staaten die glücklichsten Einwohner beherbergen, also die skandinavischen Länder, Dänemark, Kanada.

Bei allen Untersuchungen liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter den USA. Weil die Deutschen so griesgrämig und damit unglücklich sind, wie alle Nicht-Deutschen finden? Aber nein! Es handelt sich hier um das Problem unterschiedlicher Kulturtraditionen.

Für einen Amerikaner ist das Streben nach (äußerem) Glück in der Verfassung verankert, mithin eine Art staatsmännisches Gebot, und er wird sich hüten zu sagen: ich bin unglücklich = unamerikanisch. Für die Deutschen dagegen ist Glück ein innerer Idealzustand, den niemand wirklich erreichen kann, und so wird kein Deutscher von sich behaupten: Ich habe diesen (eigentlich unerreichbaren) Zustand erreicht. Das wäre zu unbescheiden. Wie man sieht: Mit reinen Befragungen ("Sind Sie glücklich?") ergibt sich ein reichlich schiefes Bild, das keine vernünftigen Vergleiche zulässt.

Alles eine Frage der Chemie


So konzentriert sich ein anderer Zweig der Glücksforschung auf körpereigene Vorgänge, die unabhängig von Sprache und Kulturtradition verlaufen. Aber auch damit kommen wir kaum weiter. Zwar haben Biologen einige "Glückshormone" identifiziert, z.B. das Bindungshormon Oxytocin, die hirneigenen morphium-ähnlichen Endorphine sowie die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin. Fehlen sie, fühlen wir uns unglücklich. Sind sie im Übermaß vorhanden, schwimmen wir in Glückseligkeit, solange, bis unser Regulierungsmechanismus sie aus der Blutbahn entfernt hat. Wollten wir das Glückseligkeitsmaß an diesen Stoffen messen, wäre derjenige am glücklichsten, der sich die höchste noch verträgliche Menge Heroin oder Kokain einverleibt - was diese Menschen auch so fühlen.

Leider gibt es danach einen kolossalen Absturz, von unangenehmen Langzeitfolgen ganz zu schwiegen. Solche Zustände entsprechen nicht unserem Ideal von 'Glück'. Aber was dann? Nächsten Sonntag mehr dazu!


Alle Kolumnen mit dem Wort zum Sonntag lesen Sie hier:

5 Kommentare

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Glück ist das richtige Netzwerrk zu haben, in der Sonne spazieren zu gehen und die Gesundheit zu erhalten
  • 08.03.2014, 21:21 Uhr
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Seltsamerweise gehören die Bewohner der reichsten Nationen der Erde zu den Unglücklichsten. Menschen in Asien oder Afrika mögen arm sein, aber sie sind auch bescheiden und mit dem Wenigen zufrieden, das sie haben. In den kapitalistischen Systemen wird uns ja tagtäglich eingebläut, dass wir nur etwas zählen, wenn wir Geld haben und Macht, und weil wir das jeden Tag hören, glauben wir es irgendwann und wollen immer mehr. Darum können wir auch nicht glücklich sein!
  • 08.01.2013, 22:50 Uhr
  • 1
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Im Königreich Bhutan steht das Recht auf Glück in der Verfassung und wird als Bruttonationalglück sogar gemessen. Über 40 Prozent der Einwohner sind seit Einführung der Ministeriums für Glück (vor 4 Jahren) glücklich geworden.

Toll oder? Ich würde auch liebend gerne meinen eigenen Glücks-Minister wählen. Oder mich als Anwärterin für dieses Amt aufstellen lassen!

Bis dahin bin ich (wie wir alle hier) auf mich selbst gestellt. Kurioserweise finde ich mein Glück aber meist im Umgang und dem Leben-Teilen mit anderen Menschen.

Man hat übrigens heraus gefunden, dass Menschen, die viel Lächeln zufriedener sind und Vieles lustiger finden, als Andere. Dieses Lächeln kann jeder selbst in unzufriedenen Zeiten manipulieren: einen Bleistift quer zwischen die Zähne klemmen, ohne dass die Lippen ihn berühren. Und zack - ergibt den selben Effekt wie ein echtes Lächeln: alles wirkt urkomisch und unheimlich beglückend so.
Also Glück gehabt: ich kann auch mit schlechter Laune echt glücklich sein
  • 08.01.2013, 20:47 Uhr
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Glücklich zu sein ist eine Grundfähigkeit, die jedem Menschen von kindauf zueigen ist, die zumeist unter einem Berg von Gedankenmüll und unheilsamen Glaubenssätzen verschüttetet werden. Meine Erfahrung: je liebevoller die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern, desto höher das Glückspotential dieser Kinder, auch wenn sie erwachsen geworden sind. Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf (mehr). Denen hat ja auch keiner beigebracht, wie sie selbst ihr Glück und Liebe finden können.
Glück ist einfach eine Fähigkeit, die Dinge und Beziehungen auf eine heilsame und liebevolle Art zu betrachten.
Diese innere Einstellung will gelernt und geübt werden. Am besten schon in der Schule!
  • 06.01.2013, 12:30 Uhr
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Nun, für mich hat Glück weniger mit "Glückseligkeit" zu tun, das ist Euhporie und dauert nur eine kurze Zeit.
"Glück" ist für mich der Zustand des inneren Friedens, das Akzeptieren des SO-SEINS und hat sehr viel mit Dankbarkeit für gerade dieses Leben in Frieden und in diesem Teil der Welt zu tun.
Diese Art von Glück ist nicht an eine Nationalität gebunden, aber in Kulturen, in denen Erfolg und Reichtum einen so hohen Stellenwert besitzen, liegt Beischeiden-Sein nicht so sehr auf der Hand.
Ich persönlich würde mich als überwiegend glücklichen Menschen bezeichnen.
  • 06.01.2013, 11:14 Uhr
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