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Inspirationen fürs Herz

07.05.2016, 07:57 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Vor langer, langer Zeit wurden die Gefühle geschaffen, um in den Menschen
zu wohnen. Ihre Bestimmung war es, den Menschen zu einem
sinnvollen, glücklichen und erfüllten Leben zu verhelfen. Alle Gefühle
waren erfreut, eine so schöne, wie verantwortungsvolle Aufgabe bekommen
zu haben. Sie hatten ihre eigene Rangfolge und jeder wusste um
seinen Platz und seine Bestimmung.


Die Liebe war seit jeher das größte und beliebteste Gefühl; sie hatte immer
für jeden ein offenes Ohr. Dicht bei der Liebe stand die Dankbarkeit;
diese stärkte die Zufriedenheit …


Lange Zeit lebten alle Gefühle harmonisch und ausgewogen miteinander.
Wurde die Sorge mal zu groß, kam umgehend die Zuversicht zur Hilfe.
Dem großen Kummer half stets der Trost, ebenso wurde die Schwere
von der Leichtigkeit unterstützt. In diesem Sinne halfen sich alle Gefühle
gegenseitig, wenn sie gebraucht wurden.


Eines Tages mussten die Gefühle jedoch feststellen, dass sie ihre Aufgaben
kaum mehr bewältigen konnten. Manche wurden immer öfter von
den Menschen unterdrückt und kamen seltener zum Vorschein. Andere
hingegen bekamen viel mehr Macht als ihnen lieb war.
Die Menschen erstellten zwei Kategorien für ihre Emotionen und unterteilten
diese in »positive« und »negative« Gefühle.
Das Materielle, Laute und Schnelle bekam einen immer größeren Stellenwert.
Weltweit berichteten die Medien vorwiegend über das »Schreckliche
« und nur selten über das »Gute«!
Hass, Wut, Neid, Ärger, Eifersucht, Gier, Angst und Sorge … wurden
stärker, so dass sie auf Hochtouren liefen, um ihre Anforderungen zu
bewältigen und schließlich ständig überfordert waren.


Die bislang positiven Gefühle waren verzweifelt, sie wurden immer weniger
wahrgenommen. Sätze wie: »Geiz ist geil«, »Liebe macht blind«, »Zeit ist Geld«,
zogen immer größere Kreise. Trotz allergrößter Anstrengungen wurden die
Gefühle Liebe, Dankbarkeit, Glück, Freude, Leichtigkeit … immer
mehr verdrängt.
Das Gleichgewicht unter den Gefühlen stimmte nicht mehr.

Die Angst und Verzweiflung wurde immer größer, die Traurigkeit
weinte seit vielen Stunden, die Wut und Verurteilung machten den Hass
für alles verantwortlich...


Als alle Gefühle beinahe restlos überfordert waren, sprachen die Hoffnung
und die Zuversicht ein Machtwort!
Es wurde erstmalig eine Versammlung aller Gefühle einberufen.
Geraume Zeit beratschlagten sie, wie sie wieder in Einklang leben könnten
und erstellten folgenden Plan:


• Die Liebe soll wieder das stärkste und mächtigste Gefühl sein, denn
alles was mit Liebe geschieht, ist immer gut!
• Die Dankbarkeit soll auch ganz oben stehen, denn wenn man dankbar
ist, zieht man immer mehr an, für das man dankbar sein darf.
• Die Hoffnung bekam wieder ihren Platz, denn wenn man hoffen kann,
gibt man nicht so schnell auf.
• Das Glück, die Freude und die Leichtigkeit bekamen wieder ihren
bedeutenden Stellenwert und sie umarmten sich innig.
• Die Traurigkeit war müde und durfte sich zurückziehen, mit der Er-
kenntnis, dass auch sie wichtig ist, denn nur wer fähig ist, manchmal
traurig zu sein, ist auch fähig zum Lieben und zum Glücklich sein.
• Die Angst und die Sorge durften sich zufrieden in den Hintergrund
stellen, dennoch wussten sie, dass sie schnell vor Ort sein könnten,
wenn sie gebraucht wurden, um den Menschen vor Schlimmerem zu
bewahren.
• Die Verzweiflung begnügte sich mit ihrem kleinen Plätzchen am Rande
und blickte glücklich zur Hoffnung.


Als alle Gefühle wieder im Einklang waren, kam der Hass hervorgekrochen.
Mit einem zufriedenen Lächeln umarmte er die Liebe, sowie alle
anderen Gefühle und sprach: »Ich habe viel zu lange auf dieser Welt
regiert, schon lange möchte ich gehen. Nun, da die Harmonie wieder
eingekehrt ist, kann ich endlich in Frieden ziehen. Lebt wohl!«
Die Weisheit sprach das Schlusswort: »Wenn der Mensch es zulässt
seine Gefühle wahrzunehmen und jedem Gefühl seinen angemessenen
Platz gibt, wird er erkennen, dass das Leben ein Geschenk ist – einzigartig,
lebendig und wunderschön!«

Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ;

3 Kommentare

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Siggi, da hast Du etwas gefunden, was tief reingeht und nachdenklich macht. unseren Stellenwert bewahren, hilft sicherlich in unserer nun multikulturellen Zeit. Geben wir jedem so viel Recht, wie einem jeden Menschen zusteht und behalten wir unser Recht, denn es steht auch uns zu.
Danke für Deinen Beitrag.
  • 07.05.2016, 10:43 Uhr
  • 2
Was mir auch noch so gut gefallen hat, dass der Hass dann sagte:
»Ich habe viel zu lange auf dieser Welt
regiert, schon lange möchte ich gehen. Nun, da die Harmonie wieder
eingekehrt ist, kann ich endlich in Frieden ziehen. Lebt wohl!«
  • 07.05.2016, 10:53 Uhr
  • 3
Als meine Ehe in Brüche ging, da ich letztendlich meiner Schwiegermutter zu arm war, habe ich demHass keine Chance gegeben. Dennich sagte mir: Hassen macht hässlich. Und ich möchte nicht hässlich werden. Dadurch gewann die Liebe Obefrhand über den Hass. Heute bin ich froh darüber.
  • 07.05.2016, 10:57 Uhr
  • 2
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