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Gesichtsverschleierung

13.09.2016, 00:36 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Nachdem ich die Ausarbeitung zur Verfassungsmäßigkeit eines Verbots der Gesichtsverschleierung vom 22.12.2014 gelesen habe komme ich nicht umhin, auch etwas zu dem Thema anzumerken.

“Vor dem Hintergrund und unter der Voraussetzung, dass das Tragen einer Burka von den Betroffenen als verbindlich vorgeschrieben empfunden wird, fällt das Tragen einer Burka unter den Schutzbereich der Religionsfreiheit aus Art. 4 GG.“

Nun hat aber ein hoher sunnitischer Gelehrter zwischenzeitlich klargestellt, dass das Tragen einer Burka keine religiöse Vorschrift ist und nur einer alten und sogar teilweise vorislamischen Tradition entspricht. Dadurch ist doch das Tragen einer Burka nicht mehr durch unser GG geschützt. Oder soll der besondere Schutz des Art. 4 GG sogar greifen, wenn das Tragen der Burka von der Trägerin als religiös empfunden wird, obwohl es keine religiöse Bekleidung ist?

Es kann doch nicht angehen, dass jede und jeder seine Bekleidung oder Nichtbekleidung als religiös verbindlich empfindet und somit unter einer Burka oder völlig unbekleidet in der Öffentlichkeit herumlaufen darf.

Wenn eine Bekleidung in anderen Ländern lediglich einer Tradition entspricht, kann sie in Deutschland doch nicht unter den besondern Schutz des Art. 4 GG fallen.

Komme ich nun auf die Empfindung zurück.

Was ist denn mit der Empfindung unserer Mitmenschen? Viele ängstigen sich wenn ihnen trotz entsprechender guter Witterungslage Personen mit einer Gesichtsverschleierung begegnen. Wir sind es in Deutschland gewohnt, dass wir das Gesicht derer die uns begegnen oder mit denen wir sprechen sehen. Unser Gehirn ist geschult auf die Augen und Mundpartie zu achten, denn gerade diese Gesichtsteile erzeugen bei uns Vertrauen oder Angst. Die Beobachtung des Gesichtes meines Gegenübers gibt mir Sicherheit oder rät zur Vorsicht bis hin zur Flucht. Dieses Empfinden gilt es zu schützen, dieses Empfinden ist für uns Lebenswichtig.

Wenn unsere Gesetzgeber dieses für uns so wichtige eigene persönliche Empfinden niedriger einstufen als das Empfinden einiger muslimischer Frauen, dann kann es nur Unruhen geben.
Ob die Gesichtsverschleierung von den Frauen aus eigener Empfindung getragen oder das Tragen von anderen Personen verlangt wird, hat gegenüber unseren Empfindungen hinten anzustehen.

Sofern andere Personen, ob Ehemann, Sohn, Bruder, Vater oder der Imam, das Tragen einer Gesichtsverschleierung als religiöses Zeichen verlangt, verstößt er klar gegen ein Deutsches Gesetz.

Leider ist dieser Verstoß bisher weder als Ordnungswidrigkeit noch als Straftatbestand eingestuft worden.

39 Kommentare

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Da liegst Du aber nicht richtig...

Für die Beantwortung der Frage, ob das Tragen einer Burka unter den Schutzbereich der Religionsfreiheit aus Art. 4 GG fällt, ist zu prüfen, welche Bedeutung eine Burka für den islamischen Glauben bzw. für die jeweilige islamische Gemeinde besitzt und aus welchen Motiven eine Burka getragen wird.

Eine Burka ist ein Ganzkörperschleier, der als einziges Sichtfenster ein mit Stoff vergittertes Feld vor den Augen frei lässt. Sie wird von muslimischen Frauen vor allem in Afghanistan, Ägypten, Pakistan, Saudi-Arabien und dem Irak getragen.

Die Verhüllung des Körpers hat seine Ursprünge zwar in vorislamischer Zeit. Dennoch gilt die Verschleierung muslimischer Frauen bei jedenfalls einigen gläubigen Muslimen als direkt aus dem Koran ableitbar. Die religiöse Pflicht zur Verschleierung wird in den einzelnen islamischen Rechtschulen sowie islamischen Organisationen unterschiedlich bewertet. Verbreitet ist die Ansicht, dass eine gläubige Muslima die aus dem Koran ableitbaren Kleidungsvorschriften einhalten muss.

Es existieren sehr unterschiedliche Arten der Verschleierung in der islamischen Welt. Überwiegend wird ein bloßes Kopftuch getragen, welches das Haar ganz oder teilweise bedeckt. Wie weit die Verschleierung reicht, steht in starker Abhängigkeit zu den regionalen Traditionen und der Frömmigkeit der Frau.

Vor diesem Hintergrund und unter der Voraussetzung, dass das Tragen einer Burka von der Betroffenen als verbindlich vorgeschrieben empfunden wird, fällt das Tragen einer Burka unter den Schutzbereich der Religionsfreiheit aus Art. 4 GG.

Soweit die Burka aus anderen Motiven – etwa aufgrund äußeren Zwangs zur öffentlichen Demonstration der Ungleichheit von Mann und Frau – getragen wird, unterfällt dies nicht dem Schutz der Religionsfreiheit.

Dieses Ergebnis entspricht auch der Rechtsauffassung des Europäischen Gerichthofs für Menschenrechte, der in seiner Entscheidung ebenfalls den Schutzbereich der Religionsfreiheit als eröffnet angesehen hat.
  • 15.09.2016, 04:07 Uhr
  • 2
Wir haben da eine unterschiedliche Auffassung was ein mögliches Verbot der Gesichtsverschleierung betrifft.

Unsere Politiker müssen aufpassen, dass sie da nicht an der Mehrheit der Wahlberechtigten vorbei entscheiden. Und wenn sie weiterhin keine gesetzliche Entscheidung treffen, werden die Wahlberechtigten ihre Wahl treffen.
  • 15.09.2016, 10:33 Uhr
  • 1
Mehrheiten hin Mehrheiten her.

Es gibt Gutachen des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, die nach Überprüfung in allen Richtungen zu dem Ergebnis kommt, ein generelles Verbot im öffentlichen Raum ist verfassungswidrig.

Das steht allen Abgeordneten zur Verfügung.

Und niemand möchte durch anderes Handeln oder Verabschiedung eines solchen Gesetzes in Karlsruhe diese Niederlage erleiden...

Und die AfD hat doch ein Verbot in ihrem Parteiprogramm. Warum beschweren die sich denn nicht in Karlsruhe, um mit einem Erfolg das Programm zu untermauern ? Weil auch sie davon überzeugt sind, dass es nicht geht...Denn sobald eine Entscheidung ergeht, müssen sie bei einer Niederlage sofort ihr Programm ändern...

Gewisse Gesetzesänderung außerhalb des öffentlichen Raumes sind ja auch für konkrete Anlässe in Mache. Das geht auch in Ordnung...

Aber dieser Nebenkriegsschauplatz der Burka ist für mich mittlerweile lächerlich geworden...
  • 15.09.2016, 10:50 Uhr
  • 0
Diese Diskussion ist müßig. Fällt das Burkaverbot nicht unter das Grundgesetz bezüglich freier "Religionsausübung", ist es durchaus legitim. Krampfhafte Versuche, das Tragen einer Ganzkörper- samt Gesichtsverhüllung vom Koran abzuleiten, werden selbst von muslimischen Religionsexperten abgelehnt! Und außerdem: In Zeiten terroristischer Bedrohung, kann man nie wissen, was wirklich unter diesem Mummenschanz steckt....
  • 26.03.2017, 18:39 Uhr
  • 0
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Es ist doch inzwischen mehr als offensichtlich, dass die Debatte um ein Verbot der Vollverschleierung zu einem Nebenkriegsschauplatz geworden ist - und zwar sowohl auf Seiten der Befürworter wie auch der Gegner. Es geht den fundamentalistischen Islamgegnern darum, ihren Standpnunkt durchzusetzen, und strenggläubige oder fundamentalistische Moslems reagieren, indem sie sich auf die ihnen garantierte Religionsfreiheit berufen. Und unter den Streithähnen in dieser Angelegenheit gibt es auch 'Freiheits-Fetischisten', die für sich in Anspruch nehmen, dass man nichts verbieten kann, dass eben alles erlaubt ist.
ich frage mich ernsthaft: Ist diese Sache es wert, dass wir uns darüber erregen, dass wir uns sogar dazu hinreißen lassen, u.U. Gewalt anzuwenden, damit wir recht behalten? Wem wäre damit gedient? Gewiss nicht denjenigen, die am meisten davon betroffen sind, nämlich den wenigen Frauen, die - von wem auch immer - gezwungen werden, sich zu verhüllen.
Seien wir doch einmal ehrlich: ist es nicht vielleicht doch das diffuse, nur schwer zu beschreibende Unbehagen, das viele Menschen ergreift, wenn sie auf Unbekanntes, Ungewohntes, Fremdes stoßen? Die Angst, dahinter könnte sich etwas Übles, Gefährliches, verbergen?
Dabei ist es doch eigentlich nur ein Stück Stoff. Die Symbolkraft, die es hat, gewinnt es nur in unserer Phantasie.
  • 13.09.2016, 10:27 Uhr
  • 4
  • 14.09.2016, 22:13 Uhr
  • 0
Dies ist eine sehr vereinfachende Verharmlosung einer deutlichen Integrationsverweigerung.
  • 15.09.2016, 19:45 Uhr
  • 0
Nein es ist eine Mahnung Nebensächlichkeiten nicht hoch zu spielen!
Darüber hinaus ist einiges verankert im Grundgesetz!
  • 16.09.2016, 10:35 Uhr
  • 1
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"Es kann doch nicht angehen, dass jede und jeder seine Bekleidung oder Nichtbekleidung als religiös verbindlich empfindet und somit unter einer Burka oder völlig unbekleidet in der Öffentlichkeit herumlaufen darf".

Zunächst einmal darf jeder in der Öffentlichkeit herumlaufen wie er will, solange er dabei nicht gegen ein Gesetz verstößt! Und bisher gibt es nun mal bei uns kein Gesetz gegen Gesichtsverschleierung!

Also ist die Diskussion nur dahingehend sinnvoll, ob es überhaupt möglich ist, jemandem die Kleidung per Gesetz vorzuschreiben. Besteht ein öffentliches Interesse daran, die Gesichter von allen Moslem-Frauen zu sehen?

Wie ist es im Winter, wenn jemand bei starkem Sturm oder Kälte den Schal vor das Gesicht zieht? Darf er das auch dann noch, wenn so ein Gesetzt käme? Und müssten dann Moslem Frauen eventuell als einzige auf den Schal verzichten, weil nur die ihre Gesichter nicht verhüllen dürfen?

Werden Masken zu Karneval auch verboten?

Müssen Motorradhelme dann komplett aus transparentem Material bestehen?

Dürfen abendländische Frauen dann noch zentimeterdick Make-Up auftragen?
  • 13.09.2016, 08:32 Uhr
  • 1
Es gibt leider noch kein gesetzliches Verbot der Gesichtsverschleierung.
Auch ein Motorradhelm wird in der Regel abgenommen oder das Visier geöffnet, wenn die Trägerin oder der Träger sich nicht mehr auf seinem Motorrad befindet.
Noch nie habe ich gehört das sich jemand gegen eine witterungsbedingte Gesichtsbekleidung gewendet hat.

Masken zu Karneval sind eine Besonderheit. Und dennoch erwarte ich von einer Maskenträgerin oder einem Maskenträger das sie/er die Maske abnimmt wenn ich im Gespräch darum bitte.
  • 13.09.2016, 08:54 Uhr
  • 2
Ich würde mich wahrscheinlich mit einer verschleierten Frau auch nicht unterhalten. Leider gibt es bei uns hier keine, erst recht keine, die dann auch noch mit mir sprechen wollte, sonst könnte ich meine Haltung schön demonstrieren! Schade!
  • 13.09.2016, 09:13 Uhr
  • 1
Ich finde es nur schade, wenn jemand sich für das Verbot der Verschleierung einsetzt. Nach meiner Auffassung haben wir dem fundamnetalistischen Glauben ja voraus, dass jeder rumlaufen kann wie er will.
Wer sich aus religiösen Gründen für Kleidervorschriften einsetzt - sei es für oder gegen eine Verschleierung - ist in meinen Augen ein intoleranter Mensch.
Es tut niemandem weh, wenn irgendeine(r) in Klamotten rumläuft, die wir nicht gewohnt sind.
Wenn es sich ergibt, werde ich mir mal ne Burka besorgen und so durch die Stadt laufen. Bin gespannt auf die Anfeindungen...
Es ist geradezu ein Test, wer beschränkt und wer tolerant ist.
  • 14.09.2016, 20:36 Uhr
  • 1
Peter, gegen Mäschkerle in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, die dich dazu noch mit verstellter Stimme necken, hast du keine Chance, da musst du bis Aschermittwoch warten. Und, es soll auch schon passiert sein (wenigstens in einem Krimi), dass ein solcherart maskierter Mensch einen Mord beging. Kann man daraus schließen, dass die zig-tausenden Fastnachtsnarren hierzulande alle potenzielle Mörder sind?
  • 15.09.2016, 09:44 Uhr
  • 0
Volker, gib mir Bescheid, wenn du mit Burka herumläufst! Das möchte ich sehen
  • 15.09.2016, 09:45 Uhr
  • 0
Karneval und Fastnacht sind Kulturereignisse unserer Gesellschaft. Da verbietet sich eigentlich der Vergleich mit der Gesichtsverschleierung aus anderen Kulturen.

Wenn ein Wirt, der es ablehnt eine Dame mit Gesichtsverschleierung zu bedienen, hinterher bedroht und sein Lokal im Internet böswillig verleumdet wird, dann ist es höchste Zeit, dass der Staat mit einem Verschleierungsverbot reagiert.
Und wenn nur 10 Damen die Vollverschleierung tragen, weil sie dazu gezwungen werden, weil sie sonst das Haus oder die Wohnung nicht verlassen dürfen, ist das ebenfalls ein Grund für ein Verbot.
Der dritte Grund ist gegeben wenn es zur "Tracht der IS-Sympathisanten" geworden ist.
  • 15.09.2016, 10:22 Uhr
  • 1
Peter, ich glaube, es sind schon viel mehr Wirte bedroht und angegriffen worden, die sich weigerten, Angetrunkene oder Rocker zu bedienen.
  • 15.09.2016, 10:29 Uhr
  • 1
Peter,
Ich muss da der Heidi zustimmen.

Stell dir vor, du bist in einem Land, wo andere Kleidungsgewohnheiten herrschen als bei uns. Meinetwegen auf Montage oder in einer Botschaft, es muss ja nicht als Flüchtling sein.

Nehmen wir an, in diesem Land sei es üblich, sich nur mit einem Lendenschurz bekleidet in der Öffentlichkeit zu bewegen. Oder mit einem Penisfutteral, wie das in Südostasien üblich sein soll.

Du gehst also in öffentliche Lokale um was zu essen, aber man gibt dir nichts, weil du Hosen anhast.
Nehmen wir an, dass dir das immer wieder passiert... Würdest du nicht Verständnis haben für jemand, der diese Wirte auf wenig höfliche Weise beschimpft ?

Man muss das Problem von beiden Seiten sehen...
  • 15.09.2016, 13:03 Uhr
  • 1
Peter
Weiter: ob jemand gezwungen wird, bestimmte Kleidung zu tragen, geht uns eigentlich nichts an. Wir können nur deutlich machen, dass es UNS egal ist. Den Rest müssen die entsprechenden Personen selber regeln.

Ich persönlich versuche zu verstehen, dass streng muslimische Männer ein mulmiges Gefühl haben, wenn ihre Frauen unverschleiert in der Öffentlichkeit rumlaufen. Es wird ähnlich sein, wie wenn streng katholische Männer ihre Frauen (oder Töchter!) "oben ohne" auf der Strasse rumlaufen sehen.

Man muss diesen Zuwanderern Zeit lassen, sich an die hiesigen Sitten zu gewöhnen.

Dass Frauen daran gehindert werden, das Haus zu verlassen, dass Frauen geschlagen und unter Druck gesetzt werden ist beileibe kein rein islamisches Problem. Das kommt viel häufiger bei alteingesessenen Deutschen vor, die zu einer gewissen sozialen Schicht gehören. Alkohol und Arbeitslosigkeit spielt da eine Rolle. Wenigstens der Alkohol ist doch strenggläubigen Muslimen verboten. Und man darf davon ausgehen, dass den allermeisten Zuwanderern daran gelegen ist, Arbeit zu finden.
Wenn überhaupt, ist das Problem Frauenfeindlichkeit eher bei den Deutschen zu suchen.
  • 15.09.2016, 13:15 Uhr
  • 2
Die katholischen Missionare brachten den Afrikanerinnen bei, die Brüste zu verhüllen. Waren die danach freier?
  • 15.09.2016, 13:46 Uhr
  • 0
Es gibt auf beiden Seiten gute Argumente.

Ich wehre mich dagegen die gewünschte Gesichtsverschleierung unter dem besonderen Schutz des Art. 4 GG zu stellen und die Bekleidung als religiös einzustufen, zumal Islamwissenschaftler selber sagen, dass es keine religiöse vorgeschriebene Bekleidung ist.

Sollten wir aber im Allgemeinen dazu kommen, die Gesichtsverschleierung muslimischer Frauen als religiös einzustufen, dann mögen sie diese Bekleidung sofern es freiwillig ist gerne tragen.
Ich erwarte dann aber auch das die Gruppen, die die Gesichtsverschleierung unter unsere Religionsfreiheit subsumieren auch die Bekenntnisfreiheit in unserem Land anerkennen. Das bedeutet, dass ein Muslim oder eine Muslima ohne Probleme die Religion wechseln darf.
  • 15.09.2016, 14:47 Uhr
  • 1
In ein Land, in dem ich nichts zu essen bekomme, wenn ich mehr als nur ein Penisfutteral "anhabe" würde ich ja überhaupt nicht hinfahren, (außer vielleicht zu ethnischen Forschungszwecken....)
  • 15.09.2016, 19:53 Uhr
  • 0
Peter,
Da muss ich dir vollkommen recht geben. Die Verschleierung als religiös einzustufen und damit unter den Schutz des Grundgesetzes zu stellen, das ist Unsinn.

Die Verschleierung braucht auch gar keinen Schutz: weil sie ja nicht verboten ist.

Selbstverständlich ist es auch nicht verboten, vom muslimischen Glauben abzufallen.

Allerdings ist es immer problematisch, aus einer religiösen Gemeinschaft auszutreten - nicht aus juristischen Gründen, sondern aus sozialen Gründen. Man denke nur an die Zeugen Jehovas. Das Austritt aus dieser Sekte verursacht den Betreffenden regelmässig Gewisensqualen. Sogar ich hatte ein mulmiges Gefühl, als ich damals auf der Gemeindeverwaltung meinen Austritt aus der katholischen Kirche erklärt habe. Erst recht ist es für einen Zuwanderer schwer, sich von den religiösen Überzeugungen seiner ehemaligen Landsleute zu distanzieren, die doch für ihn eine gewisse Erinnerung an die alte Heimat darstellen.
Je mehr ein Zuwanderer hier in die Gesellschaft aufgenommen ist, desto leichter wird es für ihn sein, aus seinen alten Glauben abzulegen. Wir werden den radikalen Islam nicht in den Griff kriegen, wenn wir alle Muslime unter Generalverdacht stellen, sondern nur dann, wenn wir diese Leute freundlich aufnehmen.
  • 15.09.2016, 20:16 Uhr
  • 2
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Nun ist es aber so, dass in der Zwischenzeit das Tragen der Burka und sonstige Verschleierung zur religiösen Bekleidung geworden ist. Auch wenn es im Ursprung nicht vorgesehen sein mag. Frauen haben sich aus verständlichen Gründen der Macht der Männer unterworfen. Nun kleben viele daran und betrachten es als tiefe religiöse Überzeugung. Damit sind natürlich viele Missverständnisse verbunden. Männer wie Frauen müssen ihre Vorstellungen vom anderen Geschlecht verändern. Aber wer setzt den richtigen Maßstab dafür?
  • 13.09.2016, 05:20 Uhr
  • 1
Die Gesellschaft in der sie und wir Leben. Da mag es in jedem Land anders sein, denn keine Gesellschaft ist verpflichtet die Sitten und Gebräuche anderer Kulturen zu übernehmen oder zu dulden.
  • 13.09.2016, 09:03 Uhr
  • 1
Und die Gesellschaft in der wir leben entscheidet immer richtig?
  • 13.09.2016, 10:18 Uhr
  • 0
Oh Petr,
Die Gebräuche anderer Kulturen muss man nicht übernehmen? Dann muss man als Moslem also nicht dulden, dass Frauen unverschleiert rumlaufen? Müsen sich alle deutschen Frauen drum verschleiern?

Nein, das ist grundfalsch und kleinkariert. Die Gebräuche anderer Kulturen muss man eben nicht übernehmen, aber man muss sie dulden. Wir werden doch unsere Freiheit nicht aufs Spiel setzen, bloss weil einige Beschränkte Angst vor verschleierten Frauen haben...
Ich plädiere dringen dafür, dass jeder rumlaufen darf wie er will, auch nackig!
  • 14.09.2016, 20:40 Uhr
  • 0
Habe ich geschrieben, dass wir andere Kulturen übernehmen sollten oder sollen?

Also müssen wir hier Kinderehen, Zwangsheirat und Ehrenmorde zulassen?

Andere Gebräuche und anderer Kulturen können ein Land sogar bereichern. Es fragt sich nur, ob die die in dem Land wohnen diese Veränderungen wollen.
Ich will hier keine Gesichtsverschleierung in Deutschland.
  • 14.09.2016, 20:50 Uhr
  • 1
Peter,
Du hast geschrieben:
"keine Gesellschaft ist verpflichtet die Sitten und Gebräuche anderer Kulturen zu übernehmen oder zu dulden. "

Demnach wäre die muslimische Gesellschaft nicht verpflichtet, die mitteleuropäische Sitte der Nicht-Verschleierung zu übernehmen, ja sie müsste sie nicht einmal dulden, sie hätte ein Anrecht darauf, zu verlangen, dass alle - auch nicht muslimische - Frauen sich verschleiern müssen.

Dass du keine Gesichtsverschleierung in Deutschland willst, hab ich schon verstanden. Aber darum gehts doch gar nicht. Du brauchst dir dein Gesicht ja nicht zu verschleiern. Aber du darfst es anderen auch nicht verbieten.

Ob "die, die im Land wohnen diese Veränderung wollen" ist nicht wesentlich. "die, die im Land wohnen", müssen sich ja gar nicht verändern. Und was sich andere Leute anziehen, ist deren Sache.

Wir müssen nicht darüber reden, ob irgendwelche Morde erlaubt sind. Wir müssen nicht darüber reden, ob jemand zwangsverheiratet werden kann. Und es gibt ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter wenn man heiraten will.

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass das Ideal der romantischen Liebe auch in Mitteleuropa noch nicht besonders alt ist. Vor nicht allzulanger Zeit bestimmten auch bei uns die Eltern - meist nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten - wer wen zu heiraten hatte. Ich glaube aber nicht, dass sich das junge Leute bei uns heute noch gefallen lassen.
  • 14.09.2016, 21:59 Uhr
  • 1
Jeder Mensch sollte seinen Glauben so ausleben, wie er es für richtig hält. Wo Gesichtsverschleierung als religiöser Grund gilt, da sollte jede Frau ihr Gesicht in dem Land verschleiern, wo dieses Sitte und Usus ist.

Aber in unserer heutigen kriminellen Zeit hat dieses zumindest in unserem Lande in der Öffentlichkeit nichts zu suchen, sei es bei öffentlichen Veranstaltungen wie Demos, vor Gericht, in Schulen, ect.
Wir leben hier in Deutschland und hier im Lande ist es die Tradition und es war immer schon so, daß man den Menschen ins Gesicht schauen konnte.

Wenn also eine Frau meint, ihr Gesicht verschleiern zu müssen, dann soll sie dieses in ihrem eigenen Lande tun, wo es zum Alltag gehört, oder hier in Deutschland in ihren eigenen vier Wänden.

Ich kann mir es nicht vorstellen, daß es ein Land duldet, in dem diese Burka Pflicht ist, daß ich dort als Frau im Bikini oder gar fkk-mäßig am Strand liegen darf. Da erscheint sofort die Polizei des jeweiligen Landes.
Also warum hier in Deutschland etwas dulden, was in deren Herkunftsländern verpönt wird.
  • 16.09.2016, 11:41 Uhr
  • 0
Josef,
Das "warum" kann ich dir gleich beantworten: weil wir hier ein freies Land sind.
Willst du dich wirklich mit Staaten wie Afghanistan vergleichen? Sollen wir deren Rückständigkeit nachahmen?

Dort ist die Toleranz leider noch nicht so weit gediehen als bei uns.
Allerdings will mir scheinen, dass du von deiner Argumentation eher nach Afghanistan gehörst...

Nix für ungut.
  • 16.09.2016, 11:48 Uhr
  • 0
Na, dann verstehe ich das Vermummungsverbot wirklich nicht in unserem Lande
Warum sollte ich nach Afghanistand gehören, wenn die Toleranz in unserem Lande soweit reicht, daß mittlerweile auch die Pädophilie akzeptiert wird, soweit ich informiert bin?
  • 16.09.2016, 12:19 Uhr
  • 1
Die Pädophilie steht bei uns unter Strafe!
  • 16.09.2016, 12:39 Uhr
  • 0
Irgendwo habe ich gelesen, daß hier im Lande Kinderehen geschlossen werden können. Oder war das eine Fehlinformation?
Quelle:
http://www.infranken.de/regional/bam...212,1931818
  • 16.09.2016, 12:42 Uhr
  • 0
Das hat nichts mit Pädophilie zu tun.
  • 16.09.2016, 12:45 Uhr
  • 0
Kinderehen sind nicht pädophil?
  • 16.09.2016, 12:51 Uhr
  • 0
Du musst dich mal informieren, was man unter Pädophilie versteht, Josef.

Kinderehen waren früher auch bei uns in gewissen Kreisen üblich. Inzwischen gibt es ein Mindestalter beim Heiraten.
  • 16.09.2016, 15:30 Uhr
  • 1
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Michael,
Es freut mich, dass wir beide auch mal einer Meinung sind...
  • 17.09.2016, 08:39 Uhr
  • 0
Danke! Wenn wir beide uns Mühe geben, könnte dies durchaus des Öfteren passieren.
  • 17.09.2016, 15:49 Uhr
  • 0
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