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Wo das ERSTE Mobiltelefon erfunden wurde

03.04.2017, 18:57 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

(aus „Wie findet man ohne großen Aufwand eine Million Lösungen“ von Mirsakarim Norbekov, 2. Aufl. 2010, S. 192ff.)


Für einen meiner Lehrer kochte ich jeden Abend Tee. Ein Schüler ist bei uns ein Laufbursche. Seine Aufgabe ist es, seinen Lehrer von den kleinen Problemen zu befreien. Ich half ihm im Haus, kochte Tee, räumte auf, bediente ihn, usw., usf. Natürlich denken Sie sofort: „Was kann man dabei lernen?“ Ich werde antworten.
Einmal wurde ein Heiliger gefragt: „Wie kann man heilig werden?“
Er antwortete: "Auf dem Weg des Dienens."

Jeden Abend beim Sonnenuntergang ging mein Lehrer in seine Kammer und saß dort lange allein. Und ich war natürlich neugierig. Was macht er denn dort? Und warum ist es ihm nicht langweilig allein? Einmal schaute ich heimlich nach. Ist doch interessant, da müssen Sie mir recht geben!?
Die Neugier ist eine schreckliche Sache! Immer steckt man seine Nase oder seinen Finger da hinein, wo sie nicht hingehören.
Ich sah, wie er saß, auf einen Punkt konzentriert, die Lippen bewegten sich, und von Zeit zu Zeit ertönte ein Hi-hi-hi-hi-hi und He-he-he – er lachte.
Aha, dachte ich, reingefallen! Bei wem bin ich als Schüler gelandet? Der hat doch Halluzinationen!

Einmal rief er mich und seinen jüngsten Sohn und sagte: „Der Tee, den mein Freund mir geschickt hat, schmeckt mir nicht. Der ist dermaßen widerlich, dass einem übel davon wird. Bringt ihm ein paar Kilo erlesenen grünen Tee.“

Und er schickte uns mitten in der Nacht ans Ende der Welt. Wir fuhren etwa 300 km. Es war schon ein Uhr nachts, und unser Benzin war fast zu Ende. Plötzlich sahen wir am Straßenrand einen Jungen stehen. Er winkte uns, wir hielten den Wagen an und er sagte:
„Opa hat mich geschickt, um auf euch zu warten.“
Neben ihm stand ein Esel. Und am auffälligsten war, dass der Esel über dem Rücken … zwei Kanister Benzin trug. Der Junge sagte:
„Opa meinte, dass euch das Benzin ausgehen wird.“
Aber wir hatten doch niemandem gesagt, dass wir unterwegs waren! Und wie konnte er wissen, dass unser Benzin zu Ende ging? Also, wie erklären Sie das?
Wir tankten und erfuhren, wie wir weiterfahren mussten. Es waren noch an die 7 Kilometer bis zum Haus des Teeliebhabers.

Wir betraten das Haus. Der Alte saß auf dem Aiwan. Ein Aiwan ist im Osten so eine Terrasse: von 3 Seiten Wände und auf der vierten Seite Säulen. Er saß und sprach:
„Ich hab doch diesem alten Kerl gesagt, dass er euch nicht quälen soll. Verzeiht uns Alten, bitte. Ich halte diese Brühe schon aus. Wozu brauche ich seinen Tee? Morgen oder übermorgen sterbe ich ohnehin.“

Verstehen Sie?
Sie haben über eine Entfernung von 33 km ihre Angelegenheiten beredet! Sie quasselten, und es stellte sich heraus, dass dieser Alte schlechten Tee hat. Also hat der Lehrer uns losgeschickt …

Mit der Zeit merkte ich, dass für Meister die Kommunikation auf Entfernung eine gewöhnliche, normale Sache ist, wie das Telefon für den Europäer.
Ich erfuhr auch, dass sie sich zu einer festgelegten Zeit nach Interessengruppen versammeln – der eine sitzt in London, der andere in Tibet, der dritte in Nepal und noch einer in Japan. Das sind schräge Greise! Sie haben sich kostenlose 'Handys' ausgedacht, und sitzen, unterhalten sich über alles Mögliche und trinken Tee dazu.

Einer der intimsten Gesprächspartner meines Lehrers lebte in Kirgisien, und sie hatten sich viele Jahre nicht gesehen. Der Lehrer sagte einmal:
„Warum müssen wir gegenseitig unsere Kleidung sehen? Wir sind ja keine Kinder, um uns für Kleidung zu interessieren. Wozu soll man sich treffen, nur um einander in einer anderen Uniform zu sehen?“
Er sagte „in einer anderen Uniform“!
Verstehen Sie, meine Lieben?!

(c) Norbekov

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