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Die Sekunde

Die Sekunde

08.09.2017, 20:11 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wieviele Sekunden haben Sie in Ihrem Leben gehabt?
Nein nein, fangen Sie jetzt nicht an zu rechnen.
Ich meine jene einzigartigen Sekunden, wo man spürt, jetzt ist etwas besonderes passiert, das lange nachhallen, oder gar nie verklingen wird.

In solchen Sekunden nimmt das Leben eine andere Bahn. Oder die Geschwindigkeit wird plötzlich langsamer, oder schneller, je nachdem.

Es hat mich einen kurzen Augenblick lang etwas ergriffen, gleich ob in Leid oder Freude, in Grauen oder Glück, in Haß oder Liebe, in Verzweiflung oder Erfüllung, in Verständnislosigkeit oder Dankbarkeit, in Ekel oder Schönheit, in Trauer oder Tröstung, in Wut oder frohem Tatendrang, in Ohnmacht oder Seligkeit, in Streit oder Harmonie - die Liste hat kein Ende.

Solche Sekunden brauchen Zeit, um verarbeitet zu werden, auszuschwingen. Die Empfindungen sind angeschlagen worden wie eine Glocke durch den Schlegel, die Gedanken formen sich entsprechend wie die Eisenspäne, die die unsichtbaren Kraftlinien eines Magnetfeldes sichtbar machen. Das sind keine Gedanken, die kommen und gehen, es sind welche, die uns lange beschäftigen, die Folgen haben bei uns. „Hätte ich bloß...“ oder „wie froh bin ich daß…“ so etwas tragen wir lange mit uns herum. Bei den letzteren fällt es uns natürlich leichter, etwas zu lernen. Aber auch - vielleicht gerade - die anderen können Anlaß sein, etwas zu ändern. Wenn wir es nur schaffen, den Schritt nach vorne zu gehen, die Stufe nach oben zu ersteigen. Wenn wir es schaffen, das Erlebte als Aufgabe zu sehen, als einen Stein, der uns eigens in den Weg gelegt wurde, damit wir daran reifen sollen, koste es auch heißes Ringen mit uns selbst, unseren Fehlern und Schwächen. Solche Sekunden sind Feuertropfen aus der Unendlichkeit, die uns zu versengen scheinen, aber nur, wenn wir ihnen ausweichen, sie nicht verstehen wollen. Stellen wir uns ihnen unerschrocken, so werden sie zum wärmenden und erhellenden Licht auf unserem Weg

Ein Tag hat 86400 normale Sekunden, ein Leben vielleicht zwei oder drei Milliarden. Wieviele davon könnten solche besonderen Augenblicke sein? Wenn es nur eine wäre, sie wäre die wichtigste des Lebens. Ich wünsche dem Leser viele solcher Sekunden. Mir auch.

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20 Kommentare

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danke für den schönen Beitrag,
Sekunden...Momente, die das Leben lebenswert machen
  • 12.09.2017, 16:55 Uhr
Danke für die Rückmeldung. "lebenswert" heißt für mich: einen Wert für mein Leben haben.
  • 12.09.2017, 21:04 Uhr
ganz besonders mit diesem Beitrag
  • 12.09.2017, 21:08 Uhr
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Es gibt solche bedeutungsvollen Sekunden in unserem Leben...mal wunderschöne...mal auch traurige,ich versuche durch positives denken jede Sekunde zuschätzen...die Sekunden im Leben rennen uns ganz schnell davon,genießen wir Sie !!
  • 12.09.2017, 14:52 Uhr
Die positive Einstellung zum Leben ist glaube ich die Lösung der unangenehmen Momente im Leben schlechthin. Jeder Stein, den das Schicksal uns in den Weg legt, sollte als eine Aufforderung verstanden werden, als Aufgabe, die, wenn wir sie meistern, uns innerlich ein Stück reifen läßt.
  • 12.09.2017, 15:48 Uhr
So ist es Emil...habe schon einige Steine aus dem Weg geräumt...war nicht einfach,doch ich weiß... man kann viel schaffen
  • 12.09.2017, 16:35 Uhr
Dann weiterhin viel Vertrauen in das Gute!
  • 12.09.2017, 21:00 Uhr
danke Emil..diese Einstellung kann ja nicht verkehrt sein!!
  • 12.09.2017, 21:24 Uhr
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Nichts ist so vergänglich im Leben jedes Menschen wie die Zeit. Es ist ein Glück, dass uns nicht ständig bewusst ist, wie sie - unwiederbringlich und unerbittlich - zerrinnt, an uns vorüberrauscht. Könnten wir uns unseres Lebens erfreuen, es in vollen Zügen genießen, wenn wir jeden Moment, jede Sekunde daran denken müssten,dass das Leben 'endlich' ist?
Erst wenn wir uns dem unausweichlichen Ende nähern, wird uns bewusst, wie kostbar jede zerronne Sekunde unseres Lebens war. Beinahe bei jedem, so denke ich, taucht nun hin und wieder die Frage auf: Womit habe ich die Zeit meines Daseins gefüllt? Welchen Sinn konnte ich meinem Leben geben? Hat es überhaupt einen Sinn gemacht, für mich oder für irgend jemanden, dass ich auf der Welt war? Glücklich derjenige, der diese Fragen auf Anhieb mit 'ja' beantworten kann.
Marcel Proust hat am Beginn des zwanzigsten Jahrhundert in seinem siebenteiligen Romanzyklus 'A la recherche du temps perdu' die Suche nach der 'verlorenen Zeit' beispielhaft beschrieben. Für ihn war es - wie auch für jeden von uns - die Suche nach der Wahrheit, nach dem Sinn des Lebens - die Frage aller Fragen überhaupt.
Niemand wird von sich behaupten können, dass sein Leben aus einer ununterbrochenen Reihe von 'Glanzsekunden' besteht. Gäbe es ein solchens Leben, würde es uns glücklicher machen? - Ich glaube nicht !
Ein paar in der Erinnerung aufleuchtende Momente, unvergessliche Eindrücke, Höhepunkte, Begegnungen genügen.
  • 12.09.2017, 09:06 Uhr
Viele Gedanken auf einmal.
Was heißt "das Leben in vollen Zügen genießen"? Ist damit das "dolce far niente" gemeint oder vielleicht das unablässige, begeisterte Wirken für das Gute?
Es ist auch eine gute Gewohnheit, jeden Abend oder wenigstens jeden Sonntag einmal Rückschau zu halten und sich die Frage zu stellen, wie man diesen Tag, die letzte Woche über sein Leben mit Sinn erfüllt hat. Und eben auch, was ich aus Erlebten lernen soll, was das Schicksal mir sagen möchte.
"Hat es einen Sinn gemacht, daß ich auf der Welt war?" "Wie bist Du, Mensch" heißt die Frage, die an uns gestellt wird, wenn wir "hinübergehen". Nicht "Wie warst Du, was hast Du geleistet?" So wie wir leben, so sterben wir, so gehen wir hinüber (sofern dieses Paradigma denn überhaupt akzeptiert wird)
Der Sinn des Lebens ist meiner Meinung nach die innere Weiterentwickelung. Das kann jede Sekunde, jeden Tag, jedes Jahr einen anderen Inhalt, einen anderen Sinn bedeuten.
Wahrheit ist ein ganz schwieriger Begriff, da könnte man jetzt lange Abhandlungen schreiben. Für mich ist die Einzige Wahrheit die Gültigkeit der Naturgesetze. Um die kommt niemand herum, im physikalischen wie im transzendenten Sinne. In der groben Materie wie im seelischen Bereich.
  • 12.09.2017, 20:59 Uhr
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Dann hab ich jetzt vielleicht die Sekunden der Ruhe und Gelassenheit verdient,denn die des Grauns, fuellen Stunden.Schoen geschrieben,danke.
  • 11.09.2017, 19:11 Uhr
Ich hoffe, es konnten auch die unangenehmen Momente letztlich Positives bewirken.
  • 11.09.2017, 20:18 Uhr
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ich hatte schon einiges solcher sekunden, in ihrer wirkung über die gesamte bandbreite der gefühlspalette verteilt - dafür bin ich sehr dankbar.
herzliche grüße und danke für diesen beitrag emil!
  • 11.09.2017, 18:14 Uhr
Danke für das Feedback. Ich hoffe, es konnte jedes dieser Ereignisse letztlich nur Positives bewirken.
"Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten" (Hermann Hesse)
  • 11.09.2017, 20:16 Uhr
ich mag mich so, wie ich bin insofern hat alles am ende positiv dazu beigetragen, wenn du so willst
  • 12.09.2017, 07:21 Uhr
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Die Sekunden nutze ich und verschenke sie nicht, denn sie sind
nicht mehr zurück zu holen
  • 11.09.2017, 14:10 Uhr
Ja man sollte jede Sekunde nutzen. Und die "besonderen" als Hinweis des Schicksals sehen, das mich etwas lehren will.
  • 11.09.2017, 20:11 Uhr
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Das sind die Sekunden, die ich nutze, um kreativ zu werden
http://arts-of-emotions.de/
  • 11.09.2017, 11:59 Uhr
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Danke!
Dieser Beitrag ist selbst eine 'Sekunde', die wie ein Tropfen Wellen auslöst, auf denen ich - sinnend - mitschwinge.
  • 10.09.2017, 07:20 Uhr
Oh vielen Dank, das freut mich
  • 10.09.2017, 07:58 Uhr
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