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Gibt es Dämonen?

28.11.2017, 10:32 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Gibt es Dämonen?

Man ist versucht, auf diese Frage mit einem schnellen, überzeugten (und unüberlegten) „Nein, natürlich nicht“ zu antworten. Ganz so einfach scheint mir die Sache aber nicht zu sein.

Dämonen werden mehrfach in der Bibel erwähnt, am bekanntesten ist die Stelle, wo Jesus aus einem „Besessenen“ (also einem von Dämonen Befallenen) selbige austreibt, wonach sich die Dämonen in eine Schweinherde begeben, die sie nacher ersäufen. Dämonen sind auch aus anderen esoterischen Quellen bekannt.

Es handelt sich (bzw. es soll sich handeln) um körperlose Wesen, um eine Art Personen, mit eigenen Willen und Absichten und auch den Fähigkeiten, diese umzusetzen. Meist sind es Schad-Dämonen, die Krankheiten oder sonstigen Unbill verursachen.

Dämonen befriedigen den typisch menschlichen Drang, die Welt verstehen, erklären zu wollen. Was ein Dämon eigentlich ist – wo er herkommt, warum er „böse“ ist, wo er leben kann (in Mensch oder Tier oder auch ausserhalb von Lebewesen), ob er sterblich ist etc. ist letztendlich unklar: der Begriff ist hohl erklärt gar nichts. Er ist ein Platzhalter für etwas Unverstandenes und suggeriert, dass dieses Unverstandene die Eigenschaften einer Person habe.

Nun ein Gedankensprung:

Gibt es so etwas wie Kraft? Ich meine Kraft in physikalischem Sinne.

„Selbstverständlich ja“, möchte man ebenso schnell, überzeugt (und unüberlegt) antworten.
Eine Kraft ist die Ursache dafür, dass ein hochgehobener Stein wieder zu Boden fällt. Eine Kraft ist auch die Ursache dafür, dass eine Spiralfeder gedehnt wird (man erinnert sich an die Federwaage im Physikunterricht), eine Kraft ist auch die Ursache dafür, dass sich ein stehendes Fahrzeug in Bewegung setzt.

Aber was ist eine Kraft eigentlich?

Darauf will ich hinaus: auch physikalische Begriffe wie „Kraft“, „Masse“, „Trägheit“,“elektrische Spannung“ etc sind ebenfalls nur Platzhalter, die lediglich vordergründig etwas Beobachtetes benennen OHNE dass man im Grunde weiss, was man damit eigentlich bezeichnet. Es sind Pseudoerklärungen für Beobachtungen, die man ansonsten nicht versteht und stehen somit auf der gleichen Stufe wie „Dämonen“!

Um dem Eindruck entgegenzutreten, ich sei plötzlich ins Lager der Gläubigen und Esoteriker gewechselt: Natürlich haben physikalische Begriffe einen anderen Stellenwert als „Dämonen“. Man kann mit physikalischen Begriffen rechnen und auch Dinge vorhersagen, ohne sie vorher ausprobiert zu haben, was sie ungeheuer nützlich macht. Dämonen hingegen sind als Personen grundsätzlich unberechenbar, ihr Handeln ist nur schwer vorhersagbar.

Man kann die Welt um uns herum also mit physikalischen Begriffen erklären, man kann sie auch mit Dämonen erklären. Da Dämonen menschenähnliche Eigenschaften haben sind sie als Erklärung für solche Zeitgenossen eher attraktiv, bei denen die Fähigkeit zur Abstraktion nur gering ausgeprägt ist. Leider ist die Vorhersagekraft solcher Vorstellungen und damit ihr Nutzen nur sehr gering. Daneben führt die Vorstellung, dass es sich um Personen handele zu dem Trugschluss, man könne sie auch wie solche behandeln: man könne ihnen z.B. etwas befehlen, sie etwa mit Worten und Beschwörungsformeln zum Verlassen der befallenen Person veranlassen ("austreiben.

Aber letztendlich sind Kräfte, Massen, elektrische Spannungen und Dämonen gleichermassen hohle Worthülsen: wir wissen „eigentlich“ nicht, wovon wir reden. Dämonen gibt es im gleichen Sinne wie es Kräfte gibt.

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25 Kommentare

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Du hättest Dein Thema vielleicht nicht gleich so 'einengen' sollen, indem du von 'Dämonen' sprichst.
Dämonen haben auch ihr Gegenüber, nämlich gute oder neutrale Wesenheiten, die oft nichts anderes sind als die astralen Hüllen Verstorbener.

In den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat das Buch "30 Jahre unter den Toten" von Dr.med. Wickland großes Aufsehen erregt, so dass ich es sogar einmal lesen musste.
Es war ein Arzt in Sao Paulo, sehr bekannt, der eine hochgradig mediale Frau hatte. Zu ihm kamen Patienten, die 'besetzt' waren. Er sprach mit diesen unsichtbaren Wesenheiten und bat sie , den Patienten zu verlassen und stattdessen in die Aura seiner Frau zu gehen.
Dann redete er mit diesen Wesen und half ihnen, sich von der Erde zu lösen.

Wickland ist weltbekannt geworden. Es gibt auch heute noch solche Medien in Brasilien, die sehr viele Patienten aus den dortigen Psychiatrien von ihren Schmarotzern befreien können.
Es gibt Indoktrinations- und Inkorporations-Medien.


Ein Beweis für die Existenz von "Spirits" ist die Spiritual Church of England, die solche Personen ausbildet, die in der Lage sind, Verstorbene zu sehen und sie zu beschreiben .
Einer der ganz großen und bekannten Medien in dieser Tradition ist Paul Meek in München, Musikwissenschaftler, den ich persönlich kenne und der auch meine Tochter und Mutter exakt hat beschreiben können.

Wer Dämonen, als 'böse Spirits' anzieht, braucht sie, um etwas gut zu machen oder etwas zu erlernen. Das Gesetz der Resonanz erlaubt solche Kontakte.
  • 06.12.2017, 14:30 Uhr
  • 0
Edith,
Es wird dich kaum verwundern, dass ich anderer Meinung bin.

Ich halte es schlichtweg für unmöglich, Verstorbene zu sehen und zu beschreiben (wenn sie erst einmal beerdigt wurden..)und ich vermute, dass dein Irrtum auf der oben beschriebenen Denkweise beruht: ihr Esoteriker sucht immer nur nach Bestätigung für eure Theorien und nicht nach Möglichkeiten, sie zu falsifizieren.
Damit wird fast jede Theorie richtig, irgendwann wird man bestimmt auf eine passende Beobachtung stossen.
  • 06.12.2017, 15:01 Uhr
  • 0
Volker, was Dir fehlt, ist Erfahrung!

Der Frankfurter Ring, eine Organisation, die für die Erweiterung des Bewusstseins in Deutschland seit Jahren aktiv ist, lädt häufig solche Menschen ein, die Verstorbene sehen und beschreiben können, also meist Engländer, die entsprechend ausgebildet sind wie z.B. Paul Meek, Voggenhuber (Schweizer) , Gordon Smith und vor allem auch Coral Polge.

Paul Meek war vor zwei Jahren zu einer solchen Performance in Frankfurt eingeladen.
200 Personen waren gekommen. Ich war auch mit einer Freundin (Zahnärztin) dabei.
Paul Meek beginnt mit einem Klaviervortrag - er war übrigens auch SÄnger bei den Bayreuther Festspielen, gab die Position auf, um den Deutschen zu helfen, den Tod besser zu verstehen.

Nach dieser musikalischen EInstimmung steht er auf der Bühne - er spricht perfekt Deutsch - und deutet dann auf eine Person bei den Zuhörern und beschreibt einen Verstorbenen so genau, dass die Person total verblüfft jemanden erkennt.

Paul Meek macht leider keine EInzelsitzungen mehr, er bietet Seminare an, die aber Jahre im voraus ausgebucht sind!

Was dir fehlt - das ist immer entscheidend - ist die Erfahrung.
Mit vorweg genommener Ablehnung bleibt man eben stehen.
Als Arzt, der ja sicher einige Todesfälle erlebt hat, solltest du mit 68 Jahren schon ein wenig weiter gekommen sein
  • 06.12.2017, 15:27 Uhr
  • 0
Edith,
Ich hab zwar keinen Zweifel daran, dass wir uns NICHT einig werden. Aber such doch mal danach, wie oft es NICHT gelungen ist, Verstorbene zu sehen und wie oft falsche Verstorbene gesehen wurden...
  • 07.12.2017, 13:00 Uhr
  • 0
Ja, und wie viele Menschen haben noch keine Elektronen gesehen ...

Was du falsch machst, ist alle über einen Kamm zu scheren.
Natürlich sind Fähigkeiten individuell, und was der eine kann, kann der andere nicht.

Das solltest du eigentlich schon längst wissen.

Dass ein Gespräch mit mir DIR nichts bringt, ist ok. Du willst nur opponieren, Deine Behauptung, etwas hinzulernen, etwas erkennen zu wollen, ist pure Vortäuschung.
Nein, du willst nur mit deiner sehr starren und längst überholten Einstellung anderen zeigen, wie ÜBERLEGEN du bist.
Leider überzeugst du da nur sehr wenige.
  • 07.12.2017, 15:30 Uhr
  • 0
Ja, Edith,
Ist es nicht bemerkenswert? Mir kommt es ganz genauso vor - nur eben umgekehrt.

Solange du nicht versuchst, deine Überzeugungen zu widerlegen (was übrigens ganz einfach wäre) wirst du nicht erkennen können, dass sie falsch sind.
Du suchst immer nur nach Bestätigungen und findest natürlich welche, je länger du suchst, umso mehr. Das gilt allerdings für JEDE noch so abgefahrene Theorie.

Der richtigere, fruchtbarere Weg ist anzunehmen, dass man sich irrt und zu beweisen, dass eine Theorie falsch ist. Erst wenn das trotz einiger Mühen nicht gelingt, darf man annehmen, dass sie vielleicht richtig sein könnte.
  • 07.12.2017, 16:26 Uhr
  • 0
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"Aber letztendlich sind Kräfte, Massen, elektrische Spannungen und Dämonen gleichermassen hohle Worthülsen: wir wissen „eigentlich“ nicht, wovon wir reden. Dämonen gibt es im gleichen Sinne wie es Kräfte gibt."

Speziell diese abschließende Bemerkung stimmt mich bisl nachdenklich. Für mich hinkt so ein Vergleich schon erheblich.

Hat da etwa ein Dämon Pate gestanden für diesen Beitrag?
  • 28.11.2017, 11:08 Uhr
  • 1
Knight,
Dann erklär mal, was eine Kraft "eigentlich" ist... Niemand weiss es...
  • 28.11.2017, 11:22 Uhr
  • 0
Naja, da gibt es in Physik-Büchern schon Erklärungen und eben auch konkrete Berechnungen der Wirkung. Von Dämonen hab ich da noch nix entsprechende erfahren.
  • 28.11.2017, 11:24 Uhr
  • 1
Interessanter Beitrag Volker.
1. Ich zitiere einen Hinweis von Anton Szandor LaVey aus seinem Werk die "Die Satanische Bibel." Er versteht unter dem Begriff "Dämon" etwas anderes:
" Von Dämonen wird angenommen, dass sie bösartige Geister sind, mit Eigenschaften, die zur Verschlechterung der Menschen oder Situationen, auf die sie treffen, beitragen. Das griechische Wort „Dämon“ bedeutete ursprünglich „Schutzgeist“ oder Quelle der Inspiration, und um sicherzugehen, erfanden spätere Theologen ganze Legionen solcher Vorboten der Inspiration- und alle waren bösartig."

2. Viele Erkenntnisse in der Wissenschaft über die Vorgänge
in der Natur sind nur Interpretationen und somit Unwahrheiten. Die Wahrheit bleibt ein Geheimnis der Natur.
Das beste Beispiel ist die naturwissenschaftliche Disziplin "
Elektrotechnik". Man kann sie annähernd nur verstehen über
die abstrakte "Mathematik". Deswegen sagen viele Spötter auch dazu "schwarze Magie"

3. Nimm dich in acht vor J.W. Gloger. Dein Beitrag ist wieder
für ihn Feuer aufs Benzin. Dann kann er wieder seinen
chistlich, kreationistischen Unsinn verbreiten.
  • 28.11.2017, 15:55 Uhr
  • 0
Interpretationen sind nicht automatisch Unwahrheiten.
  • 28.11.2017, 16:23 Uhr
  • 0
Knight,

"Naja, da gibt es in Physik-Büchern schon Erklärungen und eben auch konkrete Berechnungen der Wirkung"

Du musst unterscheiden: klar es gibt in Physikbüchern eine ganze Menge Information darüber, was die Wirkung einer Kraft ist. Sie kann Federn spannen, Massen beschleunigen etc.
Es steht aber nirgends etwas darüber, was eine Kraft "eigentlich" ist - es wird NUR über ihre Wirkungen berichtet.

Ja, Kraft wird in der Physik auch nur so definiert: Kraft ist, das, was eine Federwaage auslenkt oder Massen beschleunigt.

Auf welche Art und Weise so eine Kraft ihre Wirkungen hervorbringt, bleibt völlig unklar.

Was die Erdanziehungskraft, die Gravitation, betrifft, hat man in den letzten Jahren eine Erklärung gefunden, die etwas mit der Krümmung des Raumes durch Massen zu tun hat. Wobei das nun nicht gerade eine anschauliche oder einleuchtende Erklärung ist.

Letztendlich ist eine Kraft auch nur ein geheimnisvolles Dingens, von dem man nicht weiss, was es eigentlich ist - ähnlich wie ein Dämon. Der einzige Unterschied ist der, dass man mit Kräften gut rechnen und ihre Wirkungen vorhersagen kann, was bei Dämonen nicht der Fall ist, weil ihnen Eigenschaften von Personen zugeschrieben werden. Und Personen sind unberechenbar: das hat man sich auch bei der Erfindung "Göttern" zunutzegemacht.
  • 29.11.2017, 17:03 Uhr
  • 0
John,
Ich gebe dir recht: auch in der Elektrotechnik weiss man eigentlich nicht, wovon man redet.

Letztendlich geht alles auf Elektronen zurück, deren Menge (Stromstärke) und deren Druck(Spannung) man messen kann.
Aber was IST ein Elektron "eigentlich"? Aus was besteht es?
Niemand weiss es.

Es ist lediglich eine fruchtbare Hypothese anzunehmen, dass es solche winzigen Kügelchen mit ebenso winziger wie exakt einheitlicher negativer Ladung gibt. Aber was ist das: "Ladung"? Ich weiss, es gibt da eine physikalische Definition, die aber wieder nur die WIRKUNG einer Ladung beschreibt. Was "Ladung" ist, wieso es "negative" und "positive" Ladungen gibt, weiss kein Mensch.
Warum Elektronen so groß sind, wie sie sind, warum es nur zwei verschiedene Arten von Ladung(+/-) gibt und nicht mehr, warum alle Elektronen genau diese Menge Ladung haben, die sie haben und die bei ALLEN Elektronen exakt gleich zu sein scheint, warum sich gleichnamige Ladungen abstossen und ungleichnamige anziehen - das ist völlig unbekannt! Es sind bloss Erfahrungen.

Die menschliche Erkenntnis beginnt mit irgendwelchen Erfahrungen, die irgendwie gedeutet werden. Sind die Deutungen dann fruchtbar, d.h. führen sie zu weiteren, überprüfbaren Erkenntnissen, werden sie automatisch als "richtig" definiert - man vergisst aber allzu schnell, dass auch diese Deutungen letztendlich in der Luft hängen.

Ladung, Kraft, Masse und Dämon sind solche Deutungsversuche. Der Dämon führt allerdings nicht zu weiteren Erkenntnissen, nur zu kurzsichtigen Erklärungen. Das ist schon fast der einzige Unterschied.
  • 29.11.2017, 17:19 Uhr
  • 1
Ladung, Kraft, Masse kann man zumindest in ihrer Wirkung konkret beobachten und messen.
Dämonen sind für mich nichts als religiöser Schwachsinn.
Das auf eine Stufe stellen, finde ich schon seltsam.

Klar kann man darauf hinweisen, dass wissenschaftliche Begriffe auch kaum bis ins letzte geklärt sind und da tut sich ja grad in Sachen Kosmologie, aber auch im Quantenbereich so einiges.
  • 04.12.2017, 14:53 Uhr
  • 0
Knight,

Natürlich hast du recht: Physikalische Größen sind fruchtbar in dem Sinne, dass man mit ihnen etwas verlässlich vorhersagen kann. Das ist unbestritten.

Was ich klarstellen wollte ist folgendes:
Der Beginn einer Erkenntnis ist eine Annahme (sozusagen ein "Glaube"). Man setzt voraus, dass es so etwas wie eine Kraft, eine Ladung oder einen Dämon gibt. Davon geht man aus und zieht dann seine Schlussfolgerungen.
Was physikalische Größen betrifft, bringen diese Schlussfolgerungen verlässlich nachprüfbare Ergebnisse hervor, etwa, dass sich Kräfte wie Vektoren addieren lassen, dass Ladungen sich mit bestimmter Kraft anziehen oder abstossen etc, darauf beruht ja die gesamte Physik und die Technik.
Aus dem Glauben an Dämonen kann man eigentlich garnichts schlussfolgern, man kann ihnen höchstens irgendeine unverstandene Beobachtung in die Schuhe schieben und damit vordergründig das menschliche Bedürfnis nach Begründungen und Verstehen befriedigen.
Soweit alles klar.

Aber: Aus der Tatsache, dass man z.B. mit Kräften und Ladungen rechnen kann ergibt sich nicht, was Ladungen oder Kräfte eigentlich sind. Es sind erstmal nur erfundene Dinge, und damit stehen sie auf einer Stufe mit Dämonen.

Warum ziehen sich z.B. zwei ungleichnamige elektrische Ladungen an? Man beschreibt es damit, dass sich ein "elektrisches Feld" um jede Ladung bilde. Aber was soll das sein, ein "elektrisches Feld"? Was sind eigentlich Feldlinien ? Es ist lediglich die Umschreibung der Tatsache, dass sich solche Ladungen anziehen. Ein elektrisches Feld, eine Feldlinie ist nichts Reales, es ist etwas, was "nur" gedacht ist (wie ein Dämon).

Es mag in der Praxis bedeutungslos sein, WARUM sich ungleichnamige Ladungen anziehen, solange man nur damit rechnen und verlässliche Vorhersagen liefern kann. Wir dürfen uns aber nicht einbilden, wir wüssten, was eine Kraft oder eine Ladung eigentlich ist: dass wissen wir genausowenig wie was ein Dämon eigentlich ist. Erfindungen unseres Gehirnes sind sie beide gleichermassen.
  • 04.12.2017, 15:49 Uhr
  • 0
Das hatte ich schon verstanden, sehe eben nur den wesentlichen Unterschied der Nachprüfbarkeit wissenschaftlicher Annahmen durch Experimente und Vergleich mit realen Beobachtungen, gekoppelt ja immer auch mit der Arbeit an näherer Aufklärung der Hiintergründe.

Insoweit sind eben solche Begriffe für mich nicht vergleichbar mit reinen Phantasien wie Dämonen, die ja oft nur aus religiösen Motiven kommen.

Auf mich wirkte es eben so, als wäre für dich auch sowas wie Einsteins Relativitätstheorie oder Bibelglaube nahezu dasselbe.
Das hat mich halt grad von dir bisl gewundert.
  • 05.12.2017, 00:04 Uhr
  • 0
Knight,

Ich versuche die ganze Zeit, Bibel- und Horoskopgläubige zu verstehen und herauszukriegen, wo der wesentliche Unterschied zu unserer Einstellung ist - und was wir mit Gläubigen gemeinsam haben.

Auch hierin gebe ich dir recht: wir verlangen, dass unsere Annahmen in reproduzierbaren Experimenten bestätigt werden bevor wir sie "glauben". Ich schreibe absichtlich "glauben", da wir auch nicht wissen, ob wir genau genug gemessen haben um evl. Abweichungen von unseren Erwartungen festzustellen.

Dieses Prinzip des reproduzierbaren Experimentes ist ein wesentlicher Unterschied. Bibel- und Horsokopgläubige "erklären" sich Unvestandenes durch Theorien, die sich möglicherweise schlüssig anhören. Aber sie unterlassen das Experiment, das diese Annahmen falsifizieren könnte. Sie erfreuen sich an ihren plausiblen Erklärungen und suchen nach weiteren Bestätigungen für ihre Theorien. "Wenn der Mars beim Jupiter steht wird der dann Geborene besonders aggressiv sein" ist so eine Behauptung, die man sicher hundertfach bestätigen kann - wenn man nur nach den Übereinstimmungen sucht und eben nicht nach Gegenbeispielen.

Ich staune immer wieder, wie auch intelligente Leute diese Falsifizierungsversuche unterlassen. Anscheinend sind sie so fasziniert von ihren "schönen" plausiblen "Erkenntnissen" und den vielen richtigen Vorhersagen ihrer Theorien, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, diese unvoreingenommen zu prüfen und eben auch die Situationen mit einzubeziehen, die ihren Ansichten widersprechen. Und wenn sie trotzdem auf Widersprüche stossen, werden diese durch "Verfeinerungen" ihrer Theorien wegerklärt. Deswegen sind ja astrologische, religiöse (und medizinische, haha..) Theorien oft so unglaublich kompliziert.

Ich will aber auch erwähnen, dass naturwissenschaftliche Versuchsaufbauten auch so lange modifiziert werden, bis das "Richtige" herauskommt... Und dass auch naturwissenschaftliche Koryphäen an ihren falschen Meinungen oft stur festhalten, auch wenn diese schon widerlegt wurden.

Naturwissenschaft und Glaube sind also sooo weit gar nicht auseinander. Dazu gehört auch, dass wir nicht wissen, was eine "Kraft" eigentlich ist. Genaugenommen wissen wir besser, was ein Dämon ist...
  • 05.12.2017, 08:48 Uhr
  • 0
Wenn wissenschaftliche Experimente korrekt durchgeführt werden, sind sie ergebnisoffen. Natürlich mag es vorkommen, dass eben nicht korrekt gearbeitet wird und "modifiziert" bis zum gewünschten Ergebnis. Fehler gibts überall.

Kraft ist im übrigen ein sehr allgemeiner Begriff und es gibt viele Arten von Kraft. Ich denke schon, wir wissen so einiges darüber.

Über Dämonen kennen wir nur mehr oder wenig glaubwürdige Berichte über deren Wirkung. Ich zweifle stark an deren Existenz. Bei Kräften seh ich das anders, auch wenn wir noch immer nicht alles in dem Zusammenhang verstehen.

Auch ein Vergleich astrologischer "Theorien" - ich denke, den Namen haben diese kaum verdient - mit Theorien wie eben u.a. Einsteins Relativitätstheorie, die oft genug mit realen Beobachtungen verglichen und bestätigt wurde, ist für mich zwar erlaubt, aber im Ergebnis ein riesen Unterschied.

Bibel- und Horoskopgläubige hinterfragen ja nicht wirklich die Grundlagen, während wissenschaftliche Theorien immer wieder hinterfragt und bei Bedarf auch korrigiert oder sogar verworfen werden.

Für mich sind das echt verschiedene Welten, auch wenn es selbstverständlich auch religiös gläubige Wissenschaftler gab und gibt.
  • 05.12.2017, 14:29 Uhr
  • 0
Knight,

Wir sind uns ja durchaus einig. Aber ich möchte mich noch etwas als Nestbeschmutzer betätigen. Die Selbstverständlichkeit, mir der die Naturwissenschaft ihre Überlegenheit zur Schau stellt ist nicht gut, man sollte immer kritisch bleiben.

Nehmen wir den Fall eines Dämons. Gläubige sind davon überzeugt, seine Taten beobachten zu können. Treffen ihre Vorhersagen nicht zu, suchen sie nach Gründen und finden oft plausible Erklärungen, warum es diesmal nicht funktioniert hat. Den Glauben an den Dämon stellen sie nie in Frage.

Nun betrachten wir einen Physiklehrer, der für den Unterricht ein bestimmtes Experiment vorbereitet. Leider kommt beim Ausprobieren nicht das heraus, was eigentlich herauskommen müsste. Der Physiklehrer stellt deswegen aber nicht die gesamte Physik in Frage, sondern bastelt an seiner Apparatur so lange herum, bis das "Richtige" herauskommt.

Sind nicht beide Vorgehensweisen sehr ähnlich?

Es ist doch da kein prinzipieller Unterschied..

Jetzt denke ich mal an die richtig großen Experimente: etwa die am LHC . Wer garantiert eigentlich, dass die Physiker dort so lange suchen, bis sie das gefunden haben, das sie vorher erwartet haben? Und dass sie NUR nach dem Erwarteten suchen und andere Ergebnisse als "Rauschen" oder "Messfehler" interpretieren??
  • 08.12.2017, 19:24 Uhr
  • 0
Naturwissenschaft bleibt in der Regel immer kritisch und sucht immer wieder nach neuen Theorien bzw. versucht auch bestehende zu widerlegen.
Das macht ja grad den Unterschied zu religiöser Gläubigkeit aus. Da bleibt Bibel Bibel und Koran Koran - für viele wörtlich genau deren Gottes unveränderliche Wort. Wird schlimmerweise Kindern so eingebläut. Das macht für mich den wesentlichen Unterschied aus.
  • 08.12.2017, 20:49 Uhr
  • 0
Knight,
Ist der "Glaube", dass Kräfte und Ladungen existieren, nicht auch ein quasireligiöser Glaube?
Klar, er ist nicht so alt wie die Bibelweisheiten.
Aber stösst derjenige, der die Existenz von "Kräften" und "Ladungen" bezweifelt, nicht auf dieselbe Art Unverständnis wie der, der vor 150 Jahren die Existenz eines "Gottes" bezweifelt hat?
Würde ein Physiklehrer heute nicht genauso auf diesen Menschen reagieren wie vor 150 Jahre der Dorfpfarrer auf den Atheisten?

Sind nicht diese physikalischen Grundannahmen im Prinzip dasselbe wie die religiöse Annahme, dass ein Gott existiere?
Sicherlich: die physikalischen Annahmen sind weit nützlicher - oder doch nicht? Immerhin kann die Vorstellung, dass man von einem übermächtigen Wesen beschützt wird und eigentlich unsterblich ist einen Menschen glücklich und zufrieden machen. Das ist zweifellos eine erwünschte Wirkung - vielleicht könnte man sagen, dass das wichtiger sei, als aus der Existenz von "Kräften" und "Massen" ein Weg gefunden werden kann, um zum Mond zu fliegen.
  • 08.12.2017, 23:51 Uhr
  • 0
Für mich hat Physik und Wissenschaft allgemein nicht zwingend etwas mit Religion und Gottglaube zu tun.
Für mich hinken solche Vergleiche.
Klar gab und gibt es auch religiöse Wissenschaftler.
  • 09.12.2017, 00:55 Uhr
  • 0
Vergleiche "hinken" ja eigentlich immer.
Ich finde es aber erstaunlich, dass dieser Vergleich - um bei dem Bild zu bleiben - erstaunlich gut vorwärtskommt:
So wie Theologen über "Gott" reden und gar nicht wissen, was das ist, genauso reden Physiker über "Kräfte" und "Ladungen", ohne zu wissen, was das eigentlich ist.
Beide, Theologen wie Physiker, haben mit ihren Annahmen Wirkungen erzielt - gute wie schlechte.
  • 09.12.2017, 14:22 Uhr
  • 0
Für mich bleibt der wesentliche Unterschied, dass religöse Menschen Bibel, Koran oder so als absolute göttliche Wahrheit betrachten, während seriöse Wissenschhaft keine solchen Dogmen hat und ergebnisoffen forscht.
  • 09.12.2017, 14:33 Uhr
  • 0
Das stimmt so nicht ganz, Knight.

Sogar der Vatikan bastelt an seinen Dogmen. Wurde nicht gerade das Fegefeuer abgeschafft? Oder verwechsle ich da was? Die sog. "Vorhölle", wo die ungetauften verstorbenen Säuglinge "hinkommen" wurde jedenfalls von höchster Stelle für nicht existierend erklärt - nachdem sie Jahrtausende geglaubt werden musste.

Es stimmt auch nicht ganz, dass "religöse Menschen Bibel, Koran oder so als absolute göttliche Wahrheit betrachten". Das, was sie als Wahrheit betrachten, ist ihre Interpretation dieser Schriften. Und die kann durchaus unterschiedlich ausfallen, wie man an den vielen Konfessionen, Sekten und Glaubensgemeinschaften sieht. Man darf hier nicht immer nur an J.W.Gloger denken, der da ganz besonders festgefahren ist.

Ich vermute, dass religiöse Menschen aus ihren Annahmen, also aus ihrem "Glauben", eine Menge emotionale Stabilität beziehen, dass sie diese Annahmen zufriedener, glücklicher machen. Das scheint vor allem für Menschen zu gelten, die in Armut leben, die chronisch krank sind oder in der Gesellschaft ziemlich weit "unten" stehen. Wie sagte Jesus doch (angeblich): "kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken". Versucht man, diesen Menschen die Quelle der "Erquickung" wegzunehmen, werden sie aggressiv oder brechen das Gespräch ab.

Übrigens: auch Naturwissenschaftler haben Dogmen, die sie nicht infrage zu stellen bereit sind!
Nehmen wir das Dogma, dass die Welt mit mathematischen Methoden zu beschreiben ist. Kein Mensch weiss, warum das bisher so gut funktioniert hat und würde jemand fordern, die Mathematik zukünftig aus der Physik zu verbannen, würde der nur Kopfschütteln verursachen.

Damit nicht der Eindruck aufkommt, ich sei ins Lager der Gläubigen gewechselt: selbstverständlich ist das Gedankengebäude der Naturwissenschaft schlüssiger und vor allem auch flexibler als das der Theologen. ALLES kann im Prinzip widerlegt und richtiggestellt werden. Fände heute jemand eine bessere Möglichkeit als Mathematik um die Wirklichkeit zu beschreiben, na dann würde die sich mit der Zeit durchsetzen - vermutlich.

Ein Dogma, das die Naturwissenschaft aber niemals fallenlassen kann ist, dass es erstrebenswert ist, die Vorgänge in der Welt zu erkennen, sie vorhersagen und auch beeinflussen zu können.
Das entspricht wohl dem religiösen Dogma, dass der Glaube an eine "höhere Macht" dem Menschen Zufriedenheit schenken kann.
  • 10.12.2017, 09:32 Uhr
  • 1
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