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Denker, Mahner und Philosophen - da wären sie ja!

Denker, Mahner und Philosophen - da wären sie ja!
13.02.2018, 08:43 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Bei Demos suchen sich die Mietmaul Medien immer Strategen aus, die irgend was Dummes ins Mikro grölen, oft sind es sogar gecastete Crisis-Actors. Dabei sind die wortgewaltigen Denker ja vorhanden. Allerdings kennt die breite Masse sie nicht wirklich - evtl. noch vom Namen her.

Einer dieser großen Denker und Mahner Deutschlands ist Eugen Drewermann. Auch wenn man kein Abitur hat, nicht mit den griechischen Sagen vertraut ist, sollte man seine Vorträge hören, seine Bücher lesen!

26 Kommentare

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Eugen Drewermann dachte, er könne die katholische Kirche in wesentlichen Punkten reformieren. Die katholische Kirche wird sich aber, wenn überhaupt, nur evolutionär über viele Jahrzehnte hinweg verändern lassen und das wird Drewermann nicht mehr erleben, deshalb ist er inzwischen aus der Kirche ausgetreten, was er schon längst hätte tun sollen.

Drewermann ist ein mutiger Mann, der für ein friedliches Miteinander konsequent eintritt. Der zum Teil schwer gebeutelte Drewermann hat auch Erfolge, zum Beispiel die Verleihung des Bautzner Friedenspreises 2018.
  • 13.02.2018, 22:36 Uhr
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Drewermann als Pazifist
  • 13.02.2018, 22:53 Uhr
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Ich bewundere auch die Thesen und Einstellungen Drewermanns, der auch ein ausgezeichneter Redner ist.
Seine Bücher fand ich allerdings ziemlich schwer verständlich.
Wenn ich mich recht erinnere, vertritt er pazifistische Thesen, was mir naiv erscheint. Als Gegenpol zu gewaltverharmlosenden Politikern nimmt er aber eine wichtige Rolle wahr.

Dass sich die katholische Kirche verändern lässt, halte ich für einen Irrtum, Frank. Sie wird in Gegenden, in denen es den Menschen gut geht (wie in Mitteleuropa) weiter an Einfluss verlieren und sich auf Afrika und Südamerika konzentrieren. Dort hat sie Erfolg, gerade weil sie so ist wie sie ist.
  • 13.02.2018, 22:54 Uhr
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Drewermann als Psychoanalytiker
  • 13.02.2018, 22:58 Uhr
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@Volker, es gibt nichts, was sich niemals verändern lassen könnte, dazu gehört auch die katholische Kirche. Die Frage ist nur, über welchen Zeitraum, aber darauf bin ich ja bereits kritisch eingegangen.
  • 13.02.2018, 23:02 Uhr
  • 1
Das Thema mit der "Lügenpresse" ist sehr mutig & kämpferisch formuliert Herr Drewermann!
  • 13.02.2018, 23:08 Uhr
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Drewermann vertritt ja eine tiefenpsychologische Exegese, d.h. er interpretiert den Inhalt der Bibel (AT & NT) mit Hilfe der Tiefenpsychologie, nach der menschliches Verhalten durch unbewusste, seelische Vorgängen erklärt werden kann.

In diesem Ansatz ist Drewermann kompromisslos unnachgiebig wie eine Betonwand und da dieser Ansatz absolut konträr zur katholischen Bibel-Exegese steht, kam es zum unvermeidlichen Bruch, denn die katholische Kirche ist nicht weniger kompromisslos unnachgiebig als Herr Drewermann.
  • 13.02.2018, 23:24 Uhr
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Frank,
Menschliches Verhalten kann sicher durch unbewusste seelische Vorgänge erklärt werden. Aber wie?

Ich hab auch ne psychotherapeutische Ausbildung gemacht. Trotzdem - oder vielmehr deshalb - kommt es mir gewagt vor, irgendetwas plausibel tiefenpsychologisch erklären zu wollen. Zu viele Richtungen, zu viele Schulen, zu viele widersprüchliche Meinungen gibt es da - es ist ein reines Schwimmfest.

Aber es würde mich interessieren, welche grundsätzlichen Annahmen der Herr Drewermann macht und was er damit erklärt.
Falls du da Bescheid weisst und willens bist, ein paar (auch für Nichtfachleute) erhellende Sätze dazu zu schreiben: ich fände das ein interessantes Thema.
  • 14.02.2018, 20:17 Uhr
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Volker, bei YouTube gibt es zig Videos über Drewermann, in denen du seinen tiefenpsychologischen Ansatz findest.

Zum Beispiel:

Kardinal Walter Kasper - Eugen Drewermann Teil 1 +2, Streitgespräch:

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=-ngJZbxDMFA

Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=R1-Hbi1bsFI&t=6s

In diesen beiden Videos (20:45/42:34) wird klar wie Drewermann die Bibel auslegt und weshalb ihn die katholische Kirche sanktioniert hat.
  • 15.02.2018, 04:37 Uhr
  • 0
Ich hatte gehofft, dass DU es mit ein paar Worten auf den Punkt bringen kannst.
Die Videos dauern eine dreiviertel Stunde..
  • 15.02.2018, 14:06 Uhr
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Wenn dir das zu lang ist, dann interessiert dich die Bibel-Exegese von Drewermann auch nicht wirklich... ein paar Worte bringen nichts auf den Punkt, sondern führen nur zu Missverständnissen.
  • 15.02.2018, 15:16 Uhr
  • 1
Kein Problem.
Ich wollte ja eigentlich auch nicht mit Drewermann diskutieren sondern mit dir ÜBER Drewermann. Drum hätte mich DEINE Meinung interessiert.

Ich hab mal den Anfang der Videos mal zu Gemüte geführt. Scheint nicht sehr dicht zu sein - muss eben fernsehtauglich daherkommen. Aber ich guck mir den Rest noch an, wenn ich Zeit finde. Ne kurze Zusammenfassung deinerseits wär eben nützlich gewesen. Was hab ich schon Bücher gekauft und Sendungen gesehen wo es mit nacher leid getan hat, meine Zeit so verschwendet zu haben..
  • 15.02.2018, 17:55 Uhr
  • 0
Für mich ist weder die Bibel-Exegese nach Drewermann, noch diejenige der katholischen Kirche interessant, denn ich halte den Inhalt der Bibel für ein Märchenbuch, das wegen seiner Brutalität allerdings nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden sollte.

Der "Gott der Bibel" ist für mich kein Thema, denn so wie er dort in seinen Eigenschaften beschrieben wird, kann für mich ein wirklicher Gott unmöglich sein... siehe Theodizee-Problematik.

Also, verschwende besser deine Zeit nicht damit, denn diese Thematik führt eh nur zum Streit
  • 15.02.2018, 18:08 Uhr
  • 0
So, hab jetzt wieder ein paar Minuten reingeschaut.
Also was ich jetzt verstanden haben ist, dass Drewermann die Auferstehung, die Jungfräulichkeit Mariens und die ganzen Wunder nicht für historisch wahr hält. Eine Einstellung, die dem gesunden Menschenverstand entspricht. Sein bischöflicher Kontrahent schwafelt in schönster Theologenmanier um dern heißen Brei herum.

Und wieder kommt das für mich Unbegreifliche zum Vorschein: wie können Kirchenvertreter derartig abstruse Stories als historische Wahrheiten bezeichen und dabei ernst bleiben, ja nicht einmal erröten? Ebenfalls unbegreiflich: wieso lassen "Gläubige" sich so etwas gefallen? Wieso lacht das Publikum diese professionellen Lügner im schwarzen Anzug nicht einfach aus, warum kein Buh-Rufe, keine "Bischof raus" Sprechchöre?

Sollte die katholische Kirche einmal verändert werden, scheint mir das nur durch einen Umsturz, eine Revolution möglich - jedenfalls nicht duch eine kontinuierliche Veränderung. Zu weit haben sich Kirchenleute vom gesunden Menschenverstand entfernt, zu kompromisslos verteidigen sie völlig überholte und absurde Positionen, zu stur werden selbst kleinste Veränderungen bekämpft. Der Bogen ist längst überspannt, er kann nur noch brechen.
  • 15.02.2018, 18:22 Uhr
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Du sprichst mir aus dem Herzen... so isses, Volker, ich sehe das auch so und habe mich deshalb von der Kirche schon lange getrennt. Was ich bedauere, über die allgemeinen Steuern finanziere ich diesen verlogenen Klerikal-Haufen trotzdem weiter mit

Drewermann hat jetzt auch die schon längst fälligen Konsequenzen gezogen und ist aus diesem Klerikal-Verein ausgetreten, er dachte aber viele Jahre, dass er die Kirche reformieren könne... zu Zeiten eines Giordano Brunos (geb. Januar 1548 in Nola; † 17. Februar 1600 in Rom) wäre er in Rom auf dem Scheiterhaufen bei lebendigem Leib verbrannt worden... also, worüber beklagt sich der Drewermann eigentlich?

Giordano Bruno, der Gläubige des freien Denkens:
  • 15.02.2018, 18:32 Uhr
  • 0
Ja eben, was beklagt er sich eigentlich...

Nach katholischer Lesart hätte er übrigens einen - für uns nicht ganz naheliegenden - Grund, sich zu beklagen: durch das Verbrennen würde nämlich seine sündige Seele gereinigt und er könnte vor der ewigen Verdammnis bewahrt werden, welchselbiger er nun anheimfallen muss.

Die katholische Kirche sorgt sich eben rührend um die Seelen der Menschen...

Ich wusste übrigens nicht, dass Drewemann katholischer Priester ist (oder war). Und ich frage mich, was ihn zu dieser Berufswahl veranlasst hat.
Sieht er in religiöser Spiritualität eine Lebenshilfe, mithilfe derer er bedrängten Menschen beistehen wollte? Oder hat er selbst religiöse Inhalte verinnerlicht, konnte aber nicht umhin, die offizielle Kirchenmeinung zu geisseln? (hier stehe ich und kann nicht anders..)

Er hätte doch ohne weiteres als (nichtreligiöser) Psychotherapeut sein Geld verdienen können. Warum sich mit der katholische Kirche anlegen, ausgerechnet mit der katholischen Kirche, einer Organisation, die jahrhundertelang und unzählige Male demonstriert hat, was sie von anderen Meinungen hält und wie sie dagegen vorzugehen gewohnt ist? Wollte er ein Märtyrer werden, oder ein neuer Luther? Er muss doch vorhergesehen haben, dass er damit scheitern wird. Oder hat er sich überschätzt? Wollte er sich nur als Kämpfer für die gute Sache profilieren (wie Ranke-Heinemann) und als Buchautor gute Geschäfte machen?

Nun, jedenfalls hat er das einzig Richtige gemacht, das was du und ich und meine ganze Familie gemacht haben: wir zahlen dem miesen Verein keinen Cent mehr - jedenfalls nicht freiwillig.
  • 16.02.2018, 13:48 Uhr
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Drewermann wollte, wie das Luther ja auch wollte, die katholische Kirche von innen heraus reformieren. Das ist Luther nicht gelungen und Drewermann natürlich auch nicht... vielleicht hätte er eine katholische Sekte gründen sollen, denn Drewermann hat inzwischen eine sehr große Anhängerschaft.

Zitat Drewermann: "Es gibt Augenblicke in unserem Leben, die endgültig sind, und wer bestimmte Entscheidungen immer wieder aufschiebt, für den kann es eines Tages unerbittlich heißen: zu spät!"

Meine Meinung: Drewermann hätte viel früher mit der katholischen Kirche brechen sollen, es wäre konsequent gewesen, aber jetzt, wo er in der Kirche eh nichts mehr werden kann, tritt er aus... viel zu spät, wie wahr!
  • 16.02.2018, 14:32 Uhr
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Da ich Drewermann sehr schätze, habe ich eins seiner Bücher zu lesen begonnen, das mich thematisch sehr interessiert.

Titel: Tiefenpsychologie und Exegese Band I
Traum, Mythos, Märchen, Sage und Legende, Walter Verlag.

Wie kann man die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie nutzbar machen zur Auslegung und zum Verständnis archetypischer Texte ?

Seiner Meinung nach führt eine Deutung z.B. von Bibeltexten in die Irre, wenn ich die Bibel primär als Geschichtsbuch betrachte und mich nur darauf konzentriere, was ich aus dem Text eines Verfasser über eine bestimmte objektive historische Wirklichkeit erfahren kann.
Da die Bibel aber nur sehr bedingt ein Geschichtsbuch ist, muss eine lebendige Deutung einen Zugang zur subjektiven Wirklichkeit des Textverfassers mithilfe der Tiefenpsychologie finden, um den Gehalt seiner Symbolsprache zu erfassen, wie es auch in der Traumdeutung der Fall ist. Wie der Traum in einer bestimmten Symbolsprache über die innere Wirklichkeit des Träumenden Hinweise gibt, so gibt die Symbolsprache eines bestimmten Bibeltext-Verfassers Hinweise auf dessen psychische Verfasstheit . Er will weniger über objektive Wirklichkeit berichten als vielmehr Zeugnis seines Glaubens ablegen.
Für Drewermann ist der Zugang zu dieser lebendigen Subjektivität der "Verkünder" wichtig für das Verständnis der Bibel als Sammlung von Texten, in denen Glauben verkündet wird.
Beim Märchen ist es deutlicher. Würde ich die Märchen als objektive historische Berichte betrachten, würde ich sie völlig missverstehen.
Die Bedeutung erschließt sich mir erst, indem ich die Märchensymbole tiefenpsychologisch deute, die Tierhelfer, die Hexe, den Wald, die Riesen und Zwerge etc. müssen als innerseelische Elemente entschlüsselt werden, um ihre Bedeutung zu erschließen.
  • 17.02.2018, 14:37 Uhr
  • 1
@Herbert, ich halte die tiefenpsychologische Auslegung der Bibeltexte für einen sehr interessanten Ansatz, aber die katholische Kirche versteht die Bibeltexte als das (mit Hilfe des Heiligen Geistes) offenbarte Wort Gottes und steht damit in einem krassen und unüberbrückbaren Gegensatz zu Drewermann, was dann ja auch, da er nicht widerrufen hat, zu seiner Suspendierung als katholischer Priester geführt hat.

Im 15. Jahrhundert wäre Drewermann, wenn er nicht widerrufen hätte, auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden (siehe Giordano Bruno), im 20. Jahrhundert wurde er (nur) mit einem Berufsverbot belegt.

Das nenne ich die Domestizierung der katholischen Kirche durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert... die blutrünstigen Reiß-Zähne wurden der Kirche bis heute erfolgreich gezogen, hoffentlich für immer.
  • 17.02.2018, 15:03 Uhr
  • 1
Herbert,
Das finde ich nun auch interessant, wie Drewermann die biblischen Texte versteht und auslegt. Bei Amazon gibts das von dir erwähnte Buch gebraucht für vier Euro ungrad, ich würde es mir bestellen wenn ich nicht grade morgen verreisen würde.
Aber vielleicht hast du ein paar interessante Aussagen im Kopf die man hier diskutieren könnte.
  • 17.02.2018, 19:16 Uhr
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Schönen Urlaub.
  • 17.02.2018, 20:12 Uhr
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Schönen Urlaub wünsch ich auch !
Da ich gerade begonnen habe, das Buch zu lesen, brauche ich noch Zeit, um mich dazu zu äußern.
  • 17.02.2018, 20:31 Uhr
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...lass dir Zeit
  • 17.02.2018, 20:36 Uhr
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Bin gespannt. Bestimmt hab ich unterwegs irgendwo WLAN.
  • 18.02.2018, 00:01 Uhr
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Aber sicher doch, wenn du nicht gerade in China oder Nordkorea Urlaub machst...
  • 18.02.2018, 08:04 Uhr
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