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Von zeitgemäßen Weltsichten, von Transzendenz und Gottesfragen … 2. Teil

Von zeitgemäßen Weltsichten, von Transzendenz und Gottesfragen … 2. Teil

27.03.2018, 08:30 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

(WARNUNG! Nur für Interessierte Artgenossen!)

Fortsetzung von --> wize.life/themen/kategorie/philosophie/artike...en--1.-teil

(meine Antwort in einem Kommentarstrang zum Religionsbegriff)
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<< Vielleicht sollte man in dieser Diskussion die gegensätzlichen Begriffe "Glauben" und "Naturwissenschaft" auseinanderhalten, und nicht in sich ausschließender Konkurrenz zueinander bewerten. Beide haben ihre wohl Berechtigung im jeweiligen Kontext.

Kausale 'Logik ist nicht auf Glauben anwendbar' - richtig, aber trivial.
Glauben hat nichts mit 'naturwissenschaftlichen Beobachtungen' zu tun - ebenso richtig und trivial.

'Für was ist dieser Glauben nun gut'?
Er ermöglicht es geneigten Menschen, eine individuelle Beziehung zur umfassenden Außenwelt zu entwickeln. Nicht jeder Artgenosse kann das auf der Grundlage von Naturwissenschaft und Mathematik, da stellen auch Herkunft und Bildung entscheidende Weichen in einer solchen Entwicklung. Trotzdem kann (und darf!) sich jeder Mensch ein persönliches Bild der Welt bilden, mit seinen persönlichen Erkenntnisfähigkeiten und Zielsetzungen (ja, eine Weltsicht muss für jeden offen bleiben können!). Ich bitte, das jetzt nicht als 'überheblich' missverstehen, so habe ich es sicher nicht gemeint!

Der Nutzen für eine menschliche Gesellschaft besteht m. E. dabei in einer meist altruistischen Grundeinstellung gläubiger Menschen. Das es dazu auch 'schwarze Schafe' gibt, ist kein Gegenargument, die gibt es überall und immer wieder (bei rationalen Naturwissenschaftlern fallen mir z. B. gerade die 'abtrünnigen' russischen Atomphysiker ein, die sich als 'Waffenexperten' an islamische Länder verkauften). Ein zunehmender Werteverfall ist ja gerade auch in westlichen Gesellschaften feststellbar. Religiöser Glaube könnte dieser Tendenz im Alltag durchaus etwas entgegensetzen, wenn er –zeitgemäß! – praktiziert wird. Das Gute im Nächsten und in der Welt anzunehmen sollte Ziel aller Artgenossen sein, um unsere Weiterentwicklung konfliktfrei zu ermöglichen. Ich kann das rational aufgeklärt im Sinne des Humanismus, Anderen gelingt es eher spirituell in Anlehnung einer geglaubten Allmacht. Solange das Ergebnis passt, sollte der Weg Vieler dorthin nicht durch Beanspruchung Einzelner eingeengt werden ... >>

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(meine Antwort in einem Kommentarstrang zu unterschiedlichen Weltsichten)
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<< Vorbemerkung, damit das Folgende im richtigen Kontext eingeordnet werden kann:
Ich bin konfessionslos und glaube nicht an den 'allmächtigen Gott' der Religionen. Andererseits sehe ich mich aber nicht als Atheisten, Agnostiker, oder monistischen Materialisten. Eine allumfassende 'diesseitige' Transzendenz ist Bestandteil meiner Weltsicht als freidenkender Humanist (d. h., tatsächliche Welteigenschaften, auch 'nichtmaterielle', die uns einfach noch nicht zugänglich sind!).

Nun zum interessanten Thema, das ich hier erst jetzt so richtig wahrgenommen habe. Auffallend in dieser langen Kommentarkette ist zunächst der kontroverse und z. T. hartnäckige Austausch der jeweiligen Argumente, dies ist ja auch einer anregenden Diskussion förderlich. Ich bin zwar kein Freund fundamentalistischer 'Gefechte' jeglicher Art, aber das beschreibt natürlich nur meine Sicht. Und manchmal formuliert man bei derartigen Gegensätzen auch mal schnell unbeabsichtigt extreme Positionen, gute Diskussionen wie diese hier vertragen das aber unbeschadet.

Obwohl ich bei verschiedenen Argumenten beider 'Seiten' zustimmend genickt habe, ist mir doch die 'Geistessphäre' der gefühlten (geglaubten) Weltanschauung sympathischer. Nicht dass sie 'richtiger' oder objektiver wäre, aber ich fühle mich dort einfach wohler. Auch wenn es manchen Materialisten missfällt, für mich ist ein Weltbild auch zum Wohlfühlen da (rationale Kausalität beschreibt die Welt sicher realistischer, aber eben auch einseitiger). Wie ich in diesem Forum schon öfter begründet habe, ist meine --persönliche-- Weltsicht dualistisch geprägt. Mit einem soliden naturwissenschaftlichen Fundament, auf dem sich 'nichtmateriell' weiterbauen lässt, die Dachkonstruktion ist noch nicht abgeschlossen (es ist 'nach oben offen').

Und warum sollte man Gläubigen ihre Lebenseinstellung vergällen und versuchen, sie mit (oft) plumpem Klotzmaterialismus zu widerlegen? Und umgekehrt natürlich ebenso. Stärkt man dadurch seine eigene, für richtig empfundene Weltsicht? Eine endgültige, allumfassende Antwort auf alle großen Menschheitsfragen ist m. E. noch nicht möglich. Deshalb kann man vermutlich auch mit den verschiedenen Teilantworten als Mosaiksteine an dem noch zu schaffenden Gesamtbild bauen.

Abschließend vielleicht noch eine Anregung, frei nach Loriot - Ein Leben ohne Spiritualität ist zwar möglich, aber (für mich) nicht sinnvoll ... >>

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(weitere Antwort in einem Kommentarstrang zu unterschiedlichen Weltsichten)
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<< Volker, danke für die interessanten Hinweise zu meiner Weltsicht. Sie hat für mich keine Widersprüche und ich verbiete mir ganz sicher nicht „das genauere Nachdenken“, versprochen. Es spricht auch nicht --alles-- gegen eine dualistische Weltsicht, das wäre mir neu.

Fakt ist, viele Eigenschaften 'unserer Welt' (Universum) lassen sich mit naturwissenschaftlichen Methoden erklären und begründen. Das ist unumstritten und auch gut so, auch wenn uns aufgrund entwicklungsgeschichtlicher Unvollkommenheiten noch nicht alle Bereiche dieser Welt zugänglich sind.
Fakt ist aber ebenso, dass die Naturwissenschaften sich im kulturhistorischen Kontext bewusst auf die Methodik des 'Wiegens und Messens' festgelegt und beschränkt haben. Das war notwendig, um sich von vorheriger 'Metaphysik und Alchemie' abzugrenzen und 'greifbare' Ergebnisse zu erlangen (was ja in den Jahrhunderten seit der Aufklärung auch beeindruckend gelungen ist!).
Nur wurde wohl inzwischen vergessen, dass es sich bei dieser Methodik um eine selbst auferlegte Einäugigkeit auf die Weltsicht handelt. So notwendig sie auch war, beschreibt die Naturwissenschaft die Welt eben nur teilweise und nicht in toto! Die Welt endet nicht, wo wir nicht mehr 'wiegen und messen' können, ebenso wenig dort, wo unser Vorstellungsvermögen an erkenntnistheoretische Grenzen stößt!

Deshalb sind uns auch mindestens zwei Ansichten über die --eine-- Welt möglich, die sich auch nicht grundsätzlich widersprechen müssen. Die Welt ist eins und in sich geschlossen - nicht nur das physikalische Weltbild, wie es „die Erfahrungen besagen“ ...

Unsere Erfahrungen sind bei dieser Bewertung ohnehin ein ungeeignetes Mittel, vor allem, wenn es an die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens geht:
- Die Elementarteilchen stellen wir uns materiell vor, obwohl sie sich dualistisch wie Welle oder Partikel verhalten.
- Die Materie erscheint uns greifbar, obwohl sie mit der Energie dualistisch äquivalent ist (E=mc²).
- Der Raum erscheint uns dimensional vorstellbar, obwohl er mit der Zeit ein dualistisches Kontinuum bildet (gekrümmte Raumzeit).
- Unser Bewusstsein ('Seele'?) erscheint uns als Produkt des materiellen Gehirns, obwohl dieses Organ die Antwort der Evolution ist, auf die schon immer vorhandene geistige Potenz des Universums (so wie Augen die entwicklungsgeschichtliche Antwort sind, auf das Vorhandensein von Licht - nicht umgekehrt!).
Transzendente Welteigenschaften sind --vermutlich-- auch ohne das Vorhandensein organischer Gehirne real, wissen können wir das freilich aufgrund der bekannten physiologischen Unzulänglichkeiten unserer Art nicht („Ignoramus et ignorabimus“).

Um Missverständnissen und gerechtfertigter Opposition vorzubeugen gebe ich hier noch den Hinweis, dass alles gerade Beschriebene natürlich nur --meine-- Weltsicht beschreibt, für die ich weder Zustimmung erwarte, noch Gültigkeit beanspruche. Es sind nur unverbindlich angebotene Gedanken eines interessierten Laien. Mag sein, dass --diese Weltsicht-- mit der 'realen Welt' nicht übereinstimmt. Aber zur Zeit ist sie auf der Basis --meiner-- Kenntnisse die wahrscheinlichste. Übrigens bin ich natürlich neuen Erkenntnissen immer und gerne aufgeschlossen, nur überzeugen müssen sie mich ... >>

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(abschließende Antwort in einem Kommentarstrang zu unterschiedlichen Weltsichten)
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<< Danke für Deine Meinung, Marianne.
Auch in meinem persönlichen Umfeld ist es nicht einfach, eigene Weltsichten verständlich mitzuteilen. Im Grunde sehe ich dafür auch keine grundsätzliche Notwendigkeit mehr. Es ist ja meine Weltsicht, in der ich mich zufrieden orientieren kann ...
(Gleiches gilt übrigens auch für mein 'virtuelles Umfeld' in verschiedenen Foren, ich muss und will dort Niemanden überzeugen. Es liefe ja auch einer erwünschten und toleranten Meinungsvielfalt zuwider!)

Du beschreibst mich als „naturverbundenen und nichtreligiösen Humanisten“ ganz gut. Wenn ich auch Naturverbundenheit --nicht-- uneingeschränkt mit Religiosität gleichsetze, bedeutet dies andererseits aber auch --keine-- atheistische Tendenz! Das hört sich vermutlich komplizierter an, als es tatsächlich ist:

--> "Religiosität bezeichnet im Verständnis der Theologie die Fähigkeit des Menschen, sich der Vorstellung von einer Wirklichkeit im Jenseits bzw. des Transzendenten zuwenden zu können und dabei dieser Wirklichkeit mit Zustimmung zu begegnen." (Wikipedia)
Ich kann mir zwar ein 'transzendentes Jenseits' vorstellen, es ist --für mich-- aber nicht Teil einer zuzustimmenden tatsächlichen Wirklichkeit. Insofern bin ich nicht religiös 'per definitionem' und halte es eher wie Albert Einstein ...
--> "Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit dem Schicksal und den Handlungen der Menschen abgibt." (Albert Einstein)
http://www.seniorbook.de/themen/kate...issenschaft >>


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Hier noch ein kleiner Bonus, etwas abseits vom Hauptthema, aber noch kontextbezogen …
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(meine Antwort in einem Kommentarstrang zur ‚Entstehung von Leben‘)
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<<… danke für den Denkanstoß.
Nur erkenne ich, dass unsere Gedanken dazu unterschiedliche Ansätze verwenden.
Dein Vergleich basiert auf der Annahme nur einer möglichen Form der Lebensentstehung („... ein und dieselbe Vase nur einmal runterwerfen kann ... Jeder Vasensturz ist somit einmalig ...“). Vielleicht habe ich das 'Vasen-Beispiel' auch missverständlich beschrieben, sorry.

Gemeint ist, dass sich ein einmalig vollzogener Ansatz der Lebensentstehung und die sich daraus entwickelten Formen ganz sicher nicht wiederholen werden. Dazu sind die damit verbundenen Parameter tatsächlich zu umfassend, als es sich 'zufällig' wiederholen würde ( --> „... dass das "Leben" entstanden ist liegt bei > 1 zu 10^80. Das ist mehr, als Atome im gesamten Universum vorhanden sind.“ - Zitat Alb. B weiter unten). Solange die Welt existiert, wird nie wieder eine Entwicklungskette zufällig evolvieren, die zu Menschen unserer Art führt. Kosmische Zwillinge von uns gibt es nicht! Soweit bin ich noch dabei, aber …

… das war und ist weder Ziel noch Absicht der sich vollziehenden Entwicklungsgeschichte (Evolution). Die bislang entstandenen Ergebnisse lassen dennoch eine Tendenz erkennen: Zusammenschluss vorhandener 'Bausteine' zu komplexeren Einheiten mit neuen (bislang nicht vorhandenen!) Systemeigenschaften. Beispiele was gemeint ist:
- Atome verschiedener Elemente verbinden sich zu Molekülen mit neuen Eigenschaften (gasförmiger Wasserstoff + Sauerstoff = flüssiges Wasser) -/-
- aufgrund chemischer Affinitäten verbinden sich unter bestimmten Voraussetzungen Großmoleküle zu makromolekularen Aminosäuren, die bereits Grundbausteine für teilungsfähige DNS sind! (anorganische Makromoleküle + Affinität + Energie = organische Lebensbausteine!).
Wie die Geschichte weiterging und was daraus --auf der Erde-- entstand, ist bekannt.

Wir kennen nur diese Entwicklung hier auf dem eigenen Planeten. Aber bekannt sind auch viele Eigenschaften von Materie und Energie, sowie deren Zusammenwirken mit den bislang bekannten Naturgesetzen. Deshalb kann man davon ausgehen, dass eine derartige Entwicklung überall im uns unermesslichen Universum erfolgen kann - komplexere Großmoleküle als Bausteine für Aminosäuren wurden schon in den intergalaktischen Staubwolken nachgewiesen (Radioastronomie)!

Um wieder den roten Faden zum Zufall aufzunehmen - welche Art von Aminosäuren gerade entstehen, ist natürlich abhängig von gerade vorhandenen 'Bausteinen' (Molekülen) und Umwelteigenschaften, also zufällig. Unser Leben basiert auf den 20 verschiedenen Aminosäuren, die eben anfangs wie beschrieben der Weiterentwicklung angeboten wurden. Möglich sind deutlich mehr Aminosäureverbindungen (>100), aber die damaligen Ausgangsbedingungen auf der Urerde ließen eben nur die entstandenen 20 zu.
Damit 'schreibt' die Natur ihre 'Lebensgeschichte'. Wenn man bedenkt, welch riesigen Buchbestand wir mit den 26 Buchstaben des Alphabets geschaffen haben (und noch schreiben werden!), erkennt man die unendlichen Möglichkeiten der Lebensvariationen. Alle sind einzigartig und nicht wiederholbar, wie Du eingangs richtig vermutet hast. Aber es geht eben nicht darum, bereits Vorhandenes erneut zu erschaffen. Würde alles noch einmal beginnen (wie vor ca. 4 Mrd. Jahren), käme sicher etwas Anderes dabei heraus, als wir heute um uns herum sehen. Aber die beschriebene Tendenz zum Zusammenschluss und zur Weiterentwicklung wäre dann auch wieder wirksam, nur Menschen wären letztlich nicht das Ergebnis ...>>
wize.life/themen/kategorie/wissen/artikel/857...ens-artikel

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(weitere Antwort in einem Kommentarstrang zur ‚Entstehung von Leben‘)
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<< Bezug:
http://www.dreilindenfilm.de/shop/da...-p-135.html
Zu dieser Dokumentationsbeschreibung sind vielleicht ergänzende Hinweise hilfreich, um den vermittelten Inhalt umfassender bewerten zu können:

<... was der große Forscher Louis Pasteur nachwies: „Lebendes entsteht nur aus Lebendem“>
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Hier besteht das verbreitete Missverständnis wohl darin, das Grenzen / Übergänge von Unbelebtem zum Lebendigen vorausgesetzt werden. Solche scharfen Abgrenzungen gibt es jedoch in der Natur nicht. Der Erkenntnis suchende Mensch hat im Verlauf seiner Kulturgeschichte die Welteigenschaften zum besseren Verständnis in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. So entstanden daraus die einzelnen Fakultäten mit ihren 'Spezialisten', weil die Welt als Ganzes dem einzelnen Individuum gar nicht mehr detailliert verständlich ist - es wäre einfach zu viel Detailwissen.

Ähnlich dem Gradnetz auf einer Landkarte dient eine solche unterstützende Strukturierung lediglich der besseren Orientierung und Übersichtlichkeit. Kein Wanderer käme auf die Idee, diese auf der Karte dick gezogenen schwarzen Linien nun in der realen Landschaft zu suchen. Genauso aber verhalten sich Argumente, die exakte Abgrenzungen von unbelebt und lebendig in der Natur voraussetzen! Die Natur entwickelt sich kontinuierlich, Übergänge zu neuen Systemeigenschaften sind fließend und überlappend. Es gab selbstorganisierende Makromoleküle die beiden Attributen entsprachen, bis sich die reproduzierbaren Exemplare letztlich als erfolgreicher erwiesen und sich stärker vermehrten (sich gegenüber anderen, die nicht teilungsfähig waren, behaupteten).
http://www.facebook.com/notes/hoimar...60974964546


<Die Entstehung des Lebens ist unbekannt.>
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Nun, so pauschal ist die Aussage heute wohl nicht mehr gültig (s. o.). Wir wissen zwar noch immer nicht alle Details zum Thema, aber dennoch genug, um die Lebensentstehung als Teil der kontinuierlichen Entwicklungsgeschichte überzeugend zu erklären. Eines 'kreationistischen Eingriffs' bedarf es zum Verständnis nicht.
Natürlich lassen sich in persönlichen Weltbildern auch andere Deutungsmuster verwenden, man sollte es Niemanden 'fundamentalistisch' absprechen - die Gedanken sind frei ...


<Glaube und Wissenschaft war nie ein Widerspruch.>
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Dem stimme ich ebenfalls zu, nur kommt es dabei auf die Auslegungen der beiden 'Disziplinen' an! Sind sie 'monistisch' (nur transzendente Ursachenerklärungen / nur materialistische Naturerforschung), oder sind sie erkenntnisübergreifend 'dualistisch' charakterisiert (nicht 'entweder - oder', sondern 'sowohl - als auch')? Beide Lager suchen letztlich Antworten auf die alten Menschheitsfragen („woher kommt das alles, welchen Sinn hat es und wohin führt es?“ ...), nur eben mit unterschiedlichen Methoden! Und beide stoßen dabei irgendwann auf artbeschränkte, unüberwindliche Erkenntnisgrenzen ... >>
http://www.facebook.com/notes/hoimar...67841630526

wize.life/themen/kategorie/philosophie/artike...nd-jenseits

9 Kommentare

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Peter,

"Die Welt endet nicht, wo wir nicht mehr 'wiegen und messen' können, ebenso wenig dort, wo unser Vorstellungsvermögen an erkenntnistheoretische Grenzen stößt!"

Dem zweiten Teil stimme ich voll zu. Unser Vorstellungsvermögen ist an ein Leben in der Savanne angepasst. Wenn wir uns etwas nicht vorstellen könnnen (etwa mehr als drei Raumdimensionen oder mehr als eine Zeitdimension) dann heisst das noch lange nicht, dass das nicht real wäre.

Es wird dich wenig erstaunen, wenn ich dem ersten Teil nicht zustimmen kann.

"Die Welt endet nicht, wo wir nicht mehr 'wiegen und messen' können,"

Wobei, wie Knight schon schrieb, man "wiegen und messen" nicht wörtlich verstehen darf, besser wäre "beobachten, auch unter Zuhilfenahme von technischem Gerät".

Ich bin - wenig überraschend- der Meinung, dass etwas, was nicht beobachbar ist, auch nicht zur (materiellen) Welt gehört.

Natürlich ist es klar, dass es solches Dinge "gibt" in dem Sinne, dass sie widerspruchsfrei denkbar sind. Schon die natürlichen Zahlen gehören ja nicht zur (materiellen) Welt. Es sind Strukturen in unserem Kopf, genauso wie Kreise, die ganze Geometrie, der Satz der Pythagoras und die Boole'sche Algebra.

Ebenso sind "spirituelle Erfahrungen" oder "Gotteserlebnisse" kein Teil der (materiellen) Welt sondern NUR als Struktur in unseren Köpfen vorhanden.

Wenn man sich damit wohlfühlt, sich damit zu beschäftigen, warum nicht. Die Mathematiker tun den ganzen Tag nichts anderes. Aber ein Mathematiker wird nie aus den Augen verlieren, dass er nicht an der materiellen Welt forscht. Letzteres tun die Gläubigen, und das ist ihr Kardinalfehler: sie möchten die (materielle) Welt ihren Gedanken anpassen - was natürlich nicht funktioniert. Sie überschreiten die Grenze zwischen Denken und (materieller) Welt und wundern sich - vielmehr wundern sie sich oft nicht einmal darüber - dass sie sich in Widersprüche verstricken.

Vielleicht können wir uns auf dem Kompromiss einigen, dass der Bereich des Transzendeten nicht zur materiellen Wirklichkeit gehört. Manche Menschen ziehen einen Nutzen daraus, sich damit zu beschäftigen - solange sie die die Grenze zur materiellen Welt beachten, ist das ok.

Als eingefleischter Materialist muss ich aber noch hinzufügen, dass alle diese transzendenten Dinge lediglich interne Zustände des glibberigen Klumpens in unserem Schädel sind..
  • 29.03.2018, 14:00 Uhr
"Vielleicht können wir uns auf dem Kompromiss einigen, dass der Bereich des Transzendeten nicht zur materiellen Wirklichkeit gehört."

Ja Volker, das gilt auch für mich.
Ich habe da eigentlich auch nichts Gegenteiliges geschrieben. Vielleicht habe ich als Laie hier und da nicht exakt genug formuliert, sorry ...
  • 29.03.2018, 16:15 Uhr
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Bin eine interessierte Artgenossin
Kompliment
  • 27.03.2018, 21:54 Uhr
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So, nachdem ich mich durch beide Artikel durchgearbeitet habe: Kompliment! Erstaunlich ist nur, wie wenig Menschen diese Weltsicht, die auch meine ist, nachvollziehen können oder wollen.
  • 27.03.2018, 18:16 Uhr
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Da haste dir echt Mühe gegeben und nach überfliegen dafür erstmal ein "lesenswert".
Was mir auffiel - völlig wertfrei - die Reduzierung von Naturwissenschaft auf "messen und wiegen". Als Mathematiker scheint mir das nicht treffend, denn es wird weit über diese "Datensammlung" hinaus gedacht und immer weiter an Modellen gearbeitet, die zur Erklärung des Universums und ach des Lebens dienen können. Natürlich wird das dann auch immer mit Beobachtungen abgeglichen.
Man kann ja schon ganze Universen in Computern simulieren, die dem aktuell beobachteten dann eben mehr oder weniger nahe kommen und auch die Multiversen-Theorien sind zunehmend interessant.
Naturwissenschaft und speziell auch Mathematik hat viel mit Phantasie zu tun und ist letztlich auch aus sich selbs heraus schon "spirituell" auch.
Das soll erstmal genug sein dazu - und das alles natürlich nur meine persönliche Sichtweise.
  • 27.03.2018, 09:11 Uhr
Danke Knight, für Deine mitdenkende Bewertung.

Die beschriebene Methodik meint natürlich nicht ausschließlich <<die Reduzierung von Naturwissenschaft auf "messen und wiegen">>
Ich möchte damit aber verdeutlichen, dass sich die Naturwissenschaften in ihren Anfängen bewusst so selbstbeschränkt haben, um sich effektiv von vorheriger Alchemie und Metaphysik abzugrenzen - die Ergebnisse sprechen ja seit dem für sich!
Nur haben sie auch nie behauptet, dass es jenseits der methodisch erforschbaren Welt nichts Anderes mehr gibt (keine anderen Welteigenschaften), sie hielten sich nur dafür als nicht zuständig ...

Und zu dem "Mühe geben": Nun ja, das hatte ich ja alles schon einmal geschrieben und hier nur noch mal zusammenfassend hingeferkelt ...
  • 27.03.2018, 10:45 Uhr
Ich hatte ja lange mal den Gedanken, ab einem gewissen Niveau wird Naturwissenschaft und Philosophie und sogar religöser Glaube eins.
Nur sehe ich speziell bei Religionen keine Entwicklung in Richtung eines solchen Niveaus, eher schon bei den Naturwissenschaften, aber auch nicht generell. Mit Philosophie hab ich mich kaum noch befasst.
  • 27.03.2018, 10:50 Uhr
Man muss 'Philosophie' ja auch nicht unbedingt akademisch erst betreiben, um Antworten auf die grundlegenden Seinsfragen zu erforschen (... woher kommen wir, wohin gehen wir, warum sind wir? etc.). Ich bin auch kein Akademiker, nur interessierter Laie mit autodidaktischen Fähigkeiten beim Beschreiben von Welteigenschaften!

Bleib neugierig, und erkenntnishungrig ...
  • 27.03.2018, 10:59 Uhr
Für mich war und ist ja Mathematik auch ne Art Philosophie, auch wenn ich nicht bis in die letzten Höhen da vorgestoßen bin im Studium.
Als Mathematiker hab ich dann nie gearbeitet, nur das geschärfte logische Denken begleitet mich seitdem im Leben gut.
  • 27.03.2018, 11:04 Uhr
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