wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Glimpses of Nirvana (38)

Glimpses of Nirvana (38)

12.05.2018, 20:18 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn jedes Zwitschern oder Krächzen eines Vogels,
das Schrillen des Weckers am frühen Morgen,
wenn sowohl die höchste Lust während der Vereinigung im Liebesakt,
als auch jeder Haufen Hundescheisse, in den Du trittst,
Dein Lehrmeister sein darf,
dann bist Du auf dem Weg.

(Nun gut, das mit dem Liebesakt lasse ich mir noch eingehen,
bloss, wer will das schon: nur wegen der Erleuchtung
in die Hundescheisse treten?)

Mehr zum Thema

23 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Mich würde eher interessieren, was denn genau der Lehrmeister lehren soll - oder was ich bei ihm lernen soll, und was ist das für ein Weg? Wo führt er hin? Und will ich überhaupt dahin?
Fragen über Fragen.
  • 13.05.2018, 09:23 Uhr
Das ist ja das Problem: wenn wir in Hundescheisse treten, dann wollen wir vor allem eines nicht, aus unserer (Gefühls-)Reaktion lernen. Wir wollen Recht haben, indem wir auf den Hundebesitzer schimpfen, oder wir erklären uns selbst für doof, weil mir das mit etwas mehr Aufmerksamkeit nie hätte passieren dürfen. Oder gar beides zusammen.

Ebenso beim Liebesakt: da interessiert uns doch nur Lust und Befriedigung, und nicht im Geringsten, was das alles mit mir, meinen Gefühlen, meinen Konditionierungen zu tun hat.

Wohin das führen soll??? - Zu mir selbst, in die Freiheit von Gier, Hass, Wahn, nicht länger von meinen ins Unbewusste abgesunkenen Gewohnheiten bestimmt werden.

Sollen oder müssen tust du gar nichts. Es ist deine Entscheidung, ob du das Leben als Lehrmeister akzeptierst, oder dich dagegen auflehnst. Ob du den WEG gehen willst, kannst nur du selbst entscheiden. Ich will es jedenfalls.

Und: Es hört nie auf, der WEG der Selbsterkenntnis endet erst nach dem letzten Atemzug. (Religiöse Buddhisten glauben sogar, dass er in einem nächsten Leben weiter geht.)
  • 13.05.2018, 17:29 Uhr
Endet der Weg wirklich nach dem letzten Atemzug?
Auch als nichtreligiöse Buddhistin aber Kenner von Buddhas Lehre zitiere ich mal Willigis Jäger: "Das Leben endet nie"
  • 13.05.2018, 17:34 Uhr
Dieses ganz individuelle, mein ganz einmaliges und einzigartiges Leben, trotz, oder sogar wegen aller Allverbundenheit, ICH, erste Person Einzahl, begann mit meiner Geburt am 20.Januar 1950 und wird mit meinem, Zeitpunkt unbekannt, aber absehbar, Tod enden. (Ein Artikel dazu folgt in nächster Zeit)

Willigis ist Theologe und in einem Glauben verwurzelt, der den Ewigkeitswahn pflegt. Vom sogenannten absoluten Standpunkt mögen sie alle recht haben, einschließlich der buddhistischen Spekualtionen über die Todlosigkeit, mich, erste Person Einzahl, kann nur der relative Standpunkt meiner individuellen Endlichkeit interessieren. Und ich empfinde daran nichts tragisch.

Im übrigen: Auf was du dich beziehst ist nicht Buddhas Lehre, sondern die, der später entstandenen buddhistischen Religion des Mahajana. Der historische Buddha hatte sich sein ganzes Leben lang geweigert irgendwelche Aussagen zu solchen oder ähnlichen transzendentalen Spekulationen zu machen.
  • 13.05.2018, 17:51 Uhr
"… der den Ewigkeitswahn pflegt." Ihr könnt's doch nicht lassen, was ins eigene Weltbild nicht reinpasst, als Wahn zubezeichnen. Wer fest von der Totalität der naturwissenschaftlichen Erkenntnis überzeugt ist, glaubt sich im Besitz der Wahrheit und wer diese Wahrheit nicht akzeptiert, ist halt einem "Wahn" verfallen, wird abgewertet.
Dabei ist dieser Glaube offensichtlich falsch: Denn es gibt nicht nur keinen Beweis dafür, dass das Seiende und das Erkennbare kongruent sind, nein, das ist angesichts der evolutionären Bedingtheit des Erkenntnisvermögens, das sich nur zum Zwecke der Entwicklung einer optimalen Überlebensstrategie und nicht zur Erkenntnis einer "Wahrheit" entwickelt hat, nicht einmal plausibel.
  • 13.05.2018, 18:06 Uhr
Vielleicht ist das Neun-Punkte-Problem bekannt: 3 Punkte in 3 Reihen, also 9 Punkte in einem Quadrat: Die Punkte sind mit einem Stift durch 4 gerade Linien zu verbinden, ohne den Stift abzusetzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Neun-Punkte-Problem
Wer die Lösung nicht kennt, wird versuchen, die Lösung innerhalb des Quadrats zu suchen, was aber nicht geht.
Erst wenn er das Quadrat verlässt, gelingt die Lösung. Manchmal denke ich, wir sind Zeit unseres Lebens in dem Quadrat gefangen und können erst im (oder nach dem) Tod das Quadrat verlassen. Dann sehen wir die Lösung.
Und siehe da, sie ist ganz einfach!
  • 13.05.2018, 18:20 Uhr
Dass ich meine Seele nicht als unsterblich "wähne", ist meine ganz persönliche Überzeugung, die ich niemanden als Glaubenswahrheit einreden, gar aufzwingen will, - wie z.B. der ganz offizielle Religionsunterricht, den ich genießen durfte.
Als "Wahn" bezeichne ich Behauptungen bzw. Spekulationen, die als "wahr" behauptet werden, aber nicht als Tatsache erfahrbar, erlebt, oder sonstwie nachgewiesen werden kann. Mit diesem Begriff wollte ich Gläubige nicht der Psychopathologie zuordnen, auch nicht abwerten.

Wenn du meine Artikel gelesen hast, dann kannst du mir eines nicht unterstellen: dass ich beanspruche, im Besitz irgendwelcher, nochdazu absoluter Wahrheiten zu sein. Mein Weg ist der, in Frage zu stellen ohne unbedingt wissenschaftliche oder Glaubensantworten zu erwarten.
Die von dir erwähnten Naturwissenschaften glauben eben auch nur zu wissen. Und dort wo sie einen absoluten Wahrheitsanspruch behaupten, bezeichne ich sie ebenso als "Wahn".

Was unser erkenntnistheoretisches Problem ist: wir als Menschen können, als Teil des Ganzen, eben nicht aus dem Quadrat heraustreten. Du magst an einen Gott glauben, der das Quadrat erschaffen hat. Ich bleibe einfach bei meinem ganz simplen: "Ich weiß es nicht".
Und ich muss es auch nicht wissen. Ansonsten halte ich mich an das, was mir einzig sicher gegeben ist, dieses eine Leben mit Anfang und Ende, und da eigentlich auch nur jeder einzelne Augenblick, genau hier und genau jetzt, wie ich ihn ganz persönlich er-lebe.
Und lebe auch so ein erfülltes Leben.
  • 13.05.2018, 18:27 Uhr
"Du magst an einen Gott glauben, der das Quadrat erschaffen hat."
Tue ich nicht - oder wo habe ich solches geschrieben?
Dieses Quadrat ist Ergebnis der Evolution, Ich denke, das habe ich ganz deutlich geschrieben. Wie du auf Gott kommst ist mir schleierhaft.
Und das Wort "Wahn" - das sollte nun jeder wissen - ist eine Abwertung.
Ich verstehe nicht, wieso Atheisten statt in der Sache zu argumentieren sich immer in Wertungen flüchten müssen. Selbst wenn Däniken meint, die Pyramiden seien von Außerirdischen errichtet worden, käme ich nie auf die Idee, das als "Wahn" zu bezeichnen.
Abgesehen davon habe ich (außer bei Volker) bei niemandem gelesen, was denn nun ganz genau der Wahn sein soll.
"Als "Wahn" bezeichne ich Behauptungen bzw. Spekulationen, die als "wahr" behauptet werden, aber nicht als Tatsache erfahrbar, erlebt, oder sonstwie nachgewiesen werden kann." Ich schrieb bereits: Das Seiende ist sicher nicht mit dem Erfahrbaren kongruent. Den überschießenden Teil des Seienden als "Wahn" zu bezeichnen, ist eine steile Behauptung.
  • 13.05.2018, 20:01 Uhr
Mea culpa: Ich selbst habe der Themaverfehlung der letzten Kommentare Tür und Tor geöffnet. Ob es ein Leben nach dem Tod, bzw. darüber hinaus gibt oder nicht, war nicht mal am Rande, das Thema meines Beitrags. ( Wie schon in meiner Antwort an Heidi angekündigt, werde ich demnächst zu dieser Frage einen eigenständigen Beitrag veröffentlichen.)
In diesem Beitrag geht es darum: ob wir bereit sind, dem Leben so wie es tatsächlich ist - in deinem Verständnis, so wie es Gott dir zu-mutet - mit weitem Geist und offenem Herzen als Herausforderung zu begegnen, auch dann wenn es uns gar nicht in den Kram passt.
Die anderen Personen, die Ereignisse, die uns emotional berühren, sind immer nur die Auslöser. Das Problem liegt bei mir, bei meiner Reaktion. Oder kurz gefasst: Wo drückst du den Pickel aus? Im eigenen Gesicht oder im Spiegel?
  • 13.05.2018, 20:35 Uhr
Ok. also zurück zum Thema.
Ich drücke den Pickel gar nicht aus, weder bei mir noch im Spiegel.

"ob wir bereit sind, dem Leben so wie es tatsächlich ist - in deinem Verständnis, so wie es Gott dir zu-mutet - mit weitem Geist und offenem Herzen als Herausforderung zu begegnen, auch dann wenn es uns gar nicht in den Kram passt." Ehrlich gesagt, ich kann mit diesem Statement nichts anfangen. Wenn ich morgens aufstehe, sehe ich keine Herausforderung bis auf die lästige Notwendigkeit, mich rasieren zu müssen. Ich sehe ehrlich nirgends etws, das ich ehrlichen Herzens als "Herausforderung" bezeichnen würde. Dazu gehören auch unangenehme Ereignisse, wie unterwegs ungewappnet einem Starkregen ausgesetzt zu sein.
Ich verstehe unter "Herausforderung", dass mir eine Aufgabe gestellt wird, die ich zu bewältigen habe z.B. ein Rätsel oder die Herausforderungen eines Computerspiels zu lösen (Ich spiele allerdings nie). Aber weder das Aufsthehen, noch das Einkaufen am Vormittag, das Kochen am Mittag, die Spülmaschine zu füllen und wieder zu leeren, den Rasen zu mähen usw bis zum Abend - ich sehe da nirgends etwas, wo der Begriff "Herausforderung" nicht zu hoch gegriffen wäre. Außerdem drehen sich meine Gedanken nur marginal um meine eigene Person. Eher beschäftig mich die Frage, wie ich meine Frau, Historikerin, aber Computerfeind, darin unterstützen kann, ihr Manuskript gemäß den Anforderungen des "Oxford Style" dem Verlag vorzulegen.
Ich habe in meinem Beruf bis zur Pensionierung alles erreicht, was zu erreichen war. Danach war sie nun an der Reihe. Die Söhne sind aus dem Haus. Ihr Erfolg liegt mir am Herzen und nicht die Pickel auf meiner Haut.
  • 13.05.2018, 20:59 Uhr
Peter: ich nehme jetzt nur Bezug auf W. Jäger und dem von dir ihm unterstellten "Ewigkeitswahn" .
Kennst du ihn persönlich, hast du auch um die 20 Bücher von ihm gelesen`?
Ich schon!
Wir sollten uns hier als Zenies nicht streiten. Aber immerhin ist die Schule "Sanbo Kyodan" eine der anerkannten Zen-Schulen. Ich praktiziere sowohl da als auch mit Rinzai-Leuten.
Und das, was du als das ICH, das stirbt, bezeichnest, - das solltest du als Zenie wissen, ist das dritte und stärkste Geistesgift, nämlich die Verblendung - also die Illusion eines unabhängigen Ego. Dein wahres Selbst, dieses eine, allumfassende Bewusstsein ist nie geboren und kann deshalb auch nicht sterben - allerdings vom Ego musst du dich verabschieden - und das ist, so wird im Zen gelehrt, Sinn aller Übung. So verwirklichen wir Nirvana im Hier
und Jetzt.
Ich werde jetzt in Ruhe die nachfolgenden Kommentare von Christian und dir lesen - und seid sicher: ich gebe meinen Senf dazu.
  • 13.05.2018, 21:37 Uhr
Die Frage, ob es eine individuelle undsterbliche Seele gibt, wird keiner von uns Menschen je beantworten können.
Der Buddhismus verneint das. Wieder ein Willigis-Zitat: "Gott will als Willigis über dies Erde gehen" --- oder als Heidi, Peter, Christian - oder auch als Hitler ---- und das ist dann die Hundescheiße (!) Es gibt lt. Buddhismus nur dieses eine Sein, das alles umfasst, vor Ewigkeiten, Jetzt und in Ewigkeiten. Wir mit unserem drei-dimensionalen Verstand können das nicht verstehen - aber das Herz kann es fühlen.
  • 13.05.2018, 21:49 Uhr
Ich sag's ganz ehrlich: was ich am wenigsten abkann ist das ZEN-Geschwafel von der ICH-losigkeit, das der eine Autor, autorisiert, von seinem Lehrer, abschreibt, zurückzuverfolgen in die wievieltste Übertragung?
Wer ist es, der erwacht oder im Gedankenstrom versinkt? Wer wärst du ohne dein sogenanntes ICH? All denen, den es gelungen ist, z.B. mit Hilfe von Drogen, ihr ICH zu zerstören, oder erst gar nicht aufzubauen, leben in der Klappse.
Das sogenannte Geistesgift EGO ist ebenso eine Illusion, wie das WAHRE SELBST. Was es gibt, sind oft tiefsitzende Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster, von denen wir rein theoretisch in jeder Situation Abstand nehmen und uns entscheiden können, anders als gewohnt, oder gar nicht zu reagieren. Wir müssen uns nicht mit unserer Vorstellung, wie unser ICH/EGO sein sollte identifizieren. (Das ist der eigentliche Inhalt einer ZEN-Praxis im Alltag, nicht in der weltfremden Umgebung eines Klosters.)
Ich denke, fühle und lebe als ZEN-Freigeist, im Stile eines Ikkyu.
Nicht nur deshalb, weil er dem Wein und der körperlichen Liebe nicht abgeneigt war, und die ZEN-Scheinheiligkeiten seiner Zeit ins Bordell einlud, sondern weil er nie eine Übertragung annahm oder weitergab. Als Authorität hatte er nicht mal den Buddha anerkannt, sondern nur seine eigene Einsicht.
Ich urteile nicht über den Mensch Willigis Jäger, aber er gehört einer Auffassung und Schule von ZEN an, die mir nichts zu sagen hat. Wenn er in allem und jeden Gott sieht, dann ist das seine Sicht, sein Weg zum Verständnis zu finden, den ich ihm nicht abstreiten will. Aber es ist nicht meiner.
Mir ist es nicht einmal wichtig, dass dies der Buddha lehrt, nur eine andere Autorität, hinter der wir unser eigenes Er-Leben verstecken, wichtig ist mir, allverbunden in meiner Einmaligkeit, dieses eine Leben so zu leben und zu er-leben, wie es mir von Augenblick zu Augenblick begegnet. Auch dann wenn ich in Hundescheisse trete, mir irgendein Idiot die Vorfahrt nimmt und einen Unfall riskiert, meine Liebste sich in einen anderen verliebt...
ICH, erste Person Einzahl bin es, und sonst niemand, der die Verantwortung dafür trägt, wie ich denke, fühle und handle, wie ich mein Leben lebe.

Gute Nacht für heute
  • 13.05.2018, 22:16 Uhr
Vielleicht bin ich doof, aber ich kannmit dem Wortgeklingel nicht viel anfangen.

"Das sogenannte Geistesgift EGO ist ebenso eine Illusion, wie das WAHRE SELBST. Was es gibt, sind oft tiefsitzende Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster, von denen wir rein theoretisch in jeder Situation Abstand nehmen und uns entscheiden können, anders als gewohnt, oder gar nicht zu reagieren."
Wenn das EGO und Selbst eine Illusion ist, wer ist dann Träger der Illusion? Und wer ist "wir", der in jeder Situation Abstand usw. nehmen kann? Das Ich als Illusion? Haben wir überhaupt einen freien Willen, der nach eigenem Gutdünken Abstand nehmen kann?

"Wir müssen uns nicht mit unserer Vorstellung, wie unser ICH/EGO sein sollte identifizieren."
Sehr merkwürdig: Erst entwickle ich eine Vorstellung, wie mein ICH/EGO sein sollte, und dann identifiziere ich mich nicht damit? Wozu dann die Vorstellung?

"ICH, erste Person Einzahl bin es, und sonst niemand, der die Verantwortung dafür trägt, wie ich denke, fühle und handle, wie ich mein Leben lebe."
Und dieses ICH ist eine Illusion und damit auch die Verantwortung.

Dieses Kreisen um das ICH - Illusion oder nicht - ist mir fremd. Ich denke, es ist die Summe allen Erlebens, geordnet und bewertet nach den Vorgaben des Erbgutes und anschließend vergessen - Humus, ein Konglomerat, dessen wir uns nicht mehr bewusst sind. Dafür spricht, dass der Säugling noch kein ICH hat. Er hat noch nichts erlebt.
In der Sprache der Vektorrechnung bilden sämtliche Erlebnisse Vektoren, deren Länge und Richtung sich aus der Erbanlage ergeben. Es sind Billionen. Wir wissen von ihnen nichts mehr. Aber aus diesem Humus-Konglomerat gibt es kein Entrinnen, denn es gibt nichts außer diesem. Jede Entscheidung kann als Resultierende dieser Vekroransammlung beschrieben werden. Da wir die Vektoren nicht mehr kennen, die zu dieser Resultierenden geführt haben, haben wir das Gefühl und Bewusstsein, frei entschieden zu haben - eine Illusion. Eine Gruppe dieser Vektoren bildet die Strafe, erlebt oder angedroht oder beobachtet. Deshalb ist die Behauptung, die Leugnung des freien Willens konterkariere das Strafrecht, Unfug.

Angeklagter zum Richter: "Herr Richter, wir beide wissen doch, dass es keinen freien Willen gibt, ich daher die Straftat begehen musste. Dann können Sie mich doch gar nicht bestrafen."
Richter: Sie haben Recht. Aber auch ich habe keinen freien Willen und kann daher gar nicht anders, als sie zu bestrafen!"
  • 14.05.2018, 08:42 Uhr
Christian, ich kann diese Erläuterungen von Peter auch nicht nachvollziehen.
Weder die Zen-Schule Rinzai, noch Soto noch Sanbo-Kyodan, alles anerkannte Zen-Linien (auch der neue Ableger von Willigis: "Leere Wolke") sind darauf ausgerichtet, das EINE Sein zu erkennen. Unser Ego, so wird gelehrt, ist wie eine Welle auf den Meer. In unserem Leben ist jeder eine solche Welle - in Wirklichkeit sind wir aber das Meer selbst, unser wahres Selbst ist also identisch mit den gesamten Universum.
Und um dies zu "erfahren" meditieren wird.
Wenn C. G. Jung vom "kollektiven Unbewussten" spricht, meint er nichts anderes.
  • 14.05.2018, 09:37 Uhr
Lieber Christian,
du bist nicht doof, vielleicht nur in deiner Sicht manchmal zu sehr auf deine Scheuklappen erpicht, bzw. in deinen eigenen Gedanken und Denkmustern be- bzw. gefangen.
Um den eigentlichen UNANGENEHMEN Hintergrund meines Artikels und meiner Entgegenungen auf euch, habt ihr euch ja recht erfolgreich herumgedrückt:
ganz unabhängig davon, ob es einen Gott gibt, mehrere, oder einen, der als Willigis, Christian, Peter, Heidi oder sonst wer über den Planeten wandelt, oder ob es keinen gibt,
ganz unabhängig davon, ob es eine unsterbliche Seele gibt, Paradies, Hölle oder Wiedergeburt, ob es ein ausserhalb, unabhängig, bzw. über die Welt der Erscheinungen hinausragendes bzw. existierendes Sein gibt oder nicht,
die Frage, die ich gestellt habe ist ganz unhochgeistig und konkret gestellt:
ob du bereit bist, der Wirklichkeit, ganz genau so, wie sie dir hier und jetzt begegnet, eben so konkret wie Hundescheisse, wie ein gebrochenes Bein, wie eine Krebsdiagnose oder der Tod eines geliebten Menschen, zu begegnen, ohne in Widerstand zu gehen anzunehmen, ob du eben so konkret, wie eine schöne Begegnung, eine freundschaftliche Umarmung, die Geburt eines Enkels, ein Lottogewinn oder ein Höhepunkt im Liebesakt, ohne das Ereignis festhalten zu wollen, einfach nur in Demut oder Freude als Bestandteil deines (Er-)Lebens anzunehmen bereit bist.
In dieser Akzeptanz, die uns das wirkliche Leben lehrt, liegt die wahre Freiheit. Und was lehrt uns das Leben anderes und besseres, als einfach zu (er-)leben?
  • 27.05.2018, 17:18 Uhr
"die Frage, die ich gestellt habe ist ganz unhochgeistig und konkret gestellt:
ob du bereit bist, der Wirklichkeit, ganz genau so, wie sie dir hier und jetzt begegnet, … einfach nur in Demut oder Freude als Bestandteil deines (Er-)Lebens anzunehmen bereit bist."

Ja, natürlich - alles andere ist ja Energieverschwendung.

"du bist nicht doof, vielleicht nur in deiner Sicht manchmal zu sehr auf deine Scheuklappen erpicht, bzw. in deinen eigenen Gedanken und Denkmustern be- bzw. gefangen." Danke für das Kompliment im ersten Satz.

Aber Scheuklappen sind ja die viereckigen Platten rechts und Links vom Kopf an den eigenen Schläfen - jedenfalls bei den Pferden ist das so.

Und da sehe ich Scheuklappen vor allem bei dem, der sich mit seiner eigenen Befindlichkeit beschäftigt. Der kann nämlich wegen der Scheuklappen nichts außerhalb seiner selbst sehen. Ich schrieb bereits: "Dieses Kreisen um das ICH - Illusion oder nicht - ist mir fremd.". Die Wirklichkeit. die ich annehme, ist außerhalb von mir, also jenseits möglicher Scheuklappen.
Deshalb scheint mir die Frage, wer von uns beiden in Wahrheit Scheuklappen hat, noch offen.
Deine Frage könnte ja über die von dir genannten Beispiele hinaus erweitert werden: Bist du auch bereit, deine Scheuklappen als Bestandteil deines (Er)lebens anzunehmen?
  • 27.05.2018, 20:16 Uhr
Aber natürlich! Hätte ich sonst je über die Ränder meiner Scheuklappen, die jeweiligen Grenzen meines Denkens hinausblicken können? Wie hätte mich sonst, das Leben - Hundescheisse und Liebesakt - das Leben lehren können?
Da gibt es aber ein Problem mit unseren jeweiligen Scheuklappen: Selbst die engstirnigste Person glaubt immer den gesamten Horizont zu sehen.
Also ist die einzige Person, die diese Frage beantworten kann, bin immer nur ich selbst.

(Einschließlich der Tatsache, dass ich immer nur soviel Wirklichkeit wahrnehme, wie es mir meine Scheuklappen erlauben.)
  • 27.05.2018, 20:30 Uhr
Wenn ich uneingeschränkt zulasse, dass die Wirklichkeit auf mich wirken darf, dann reißt sie mir manchmal die liebgewonnensten Scheuklappen vom Kopf und ich darf voller Staunen feststellen, um wieviel weiter plötzlich der Horizont geworden ist.
  • 27.05.2018, 20:36 Uhr
Also, ich habe nie geglaubt, den gesamten Horizont zu sehen. Er ist auch uninteressant. Mich interessiert das Naheliegende, der 100jährige Nachbar, dem ich die Zeitung unter die Tür schiebe, weil er die Treppe nichtmehr gehen kann.

"… und darf feststellen, um wieviel weiter plötzlich der Horizont geworden ist."
Tja, dann pflege mal deine Horizonterweiterung.

Übriegens: Die Wirklichkeit fragt dich gar nichtob sie auf dich wirken darf. Sie tut es einfach. Sowat?
  • 27.05.2018, 20:37 Uhr
Ich habe auch nie von Kreisen um das ICH bzw Ego gesprochen.
Aber ein bischen Selbstreflexion kann uns auch in unserem Alter nicht schaden.
  • 27.05.2018, 20:39 Uhr
Ein bisschen …
Bislang habe ich von dir nichts anderes vernommen.
  • 27.05.2018, 20:40 Uhr
??????
Danke
  • 27.05.2018, 20:43 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren