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Berlins Spitzenreiterrolle beim Netz

18.04.2012, 11:49 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Kommentar zum taz-Interview mit Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei Berlin.

http://www.taz.de/Boehning-ueber-Net...k/%2191151/

„Arm, aber sexy" war ein heftig diskutierter Slogan des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit. Je nach politischem Lager erntete Wowereit damit Kritik oder schmunzelnde Zustimmung. Heute erzeugt das verkürzte Zitat selbst bei politischen Freunden kaum noch ein müdes Lächeln, denn Berlin ist wirklich arm dran. Gerade auch was die Bildung in Sachen Internet in Schulen und Kindergärten betrifft, die technische Ausstattung ist im Durchschnitt miserabel. Lehrer und Eltern berichten unisono von veralteter Technik. So stürzt im Computerraum im Laufe einer Unterrichtsstunde die Hälfte der ohnehin wenig vorhandenen PCs ab. Lehrer und Schüler verwenden eine nicht gerade unwesentliche Zeit des Unterrichts damit, die Geräte wieder zum Laufen zu bringen. In einigen Schulen können die Kids sogar noch Museumsstücke mit Röhrenmonitor bewundern. Gängige Meinung: Ohne Privatinitiative von engagierten Lehrern oder Eltern ändert sich an diesem Zustand nichts.

Ja, es mag sein für Touristen „sexy" sein, wenn sie mitten in Berlin Plattenbauten aus tiefsten DDR-Zeiten entdecken, die allem Augenschein nach Ruinen sind. Staunend lesen sie auf den Schild am Eingang, dass es sich um Schulen handelt. Glauben tun sie es vermutlich nicht.

Böhnig sieht Berlin in der Infrastruktur und bei den „netzpolitischen Debatten" in Deutschland in der Spitzenposition und sogar als Vorbild im europäischen Vergleich, oha! Was die Debatten anbetrifft, kann der Senatskanzleichef Recht haben, denn in der Landespolitik wird gerne viel diskutiert - ohne dass tatsächlich die Probleme angegangen werden. Bestes Beispiel ist das schon jahrelang geplante, versprochene oder sollte man besser sagen, in der Diskussion befindliche frei zugängliche WLAN-Netz. Im Sommer soll zunächst ein Interessenbekundungsverfahren gestartet werden.

Apropos Vorbild: Im Juli zu den Olympischen Spielen will der Netzbetreiber O2 in London das größte freie WLAN-Netz Europas erreichten. Es soll Besuchern und Einheimischen kostenlos zur Verfügung stehen. Ohnehin sehen schon jetzt viele die britische Hauptstadt in Sachen kostenfreies WLAN vorn.

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