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Was ist die Anti-Antifa?

23.05.2016, 10:01 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wir denken, dass es sinnvoll ist, seine politischen Gegner zu kennen. Darum möchten wir uns heute einmal mit der Anti-Antifa und den autonomen Nationalisten beschäftigen.


Wer oder was ist die Anti-Antifa?

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Anti-Antifa gegen antifaschistische Gruppierungen und Personen gerichtet. Dabei kann man generell davon ausgehen, dass es sich bei entsprechenden Aktivisten um Personen aus dem rechtsextremen Spektrum handelt, ganz gleich wie die einzelnen Anti-Antifa-Gruppen auch organisiert sein mögen. Ähnlich wie die "Autonomen Nationalisten" (dazu später mehr) ist die Anti-Antifa gewaltaffin und kommt häufig aus dem Bereich der "freien Kameradschaften".

"Zum ersten Mal tauchte der Terminus 'Anti-Antifa' in der Monatszeitschrift 'Nation Europa' in einem Artikel Plädoyer für einen Anti-Antifaschismus auf." ¹

Militante Rechtsextremisten versuchten bereits in den frühen 1990er Jahren ein organisationsübergreifendes und von den einzelnen Gruppen unabhängiges Konzept zu entwickeln, um gegen linke und autonome Bewegungen vorzugehen.
Diese Strategie existiert nicht nur in Deutschland; "Redwatch" ² beispielsweise ist eine rechtsextreme Webseite aus Großbritannien, die gegen antifaschistische Strukturen mobilisiert. Das niederländische „Onderzoeks- Documentatie- en Informatienetwerk“ (Forschung - Unterlagen - und Informationsnetzwerk“) (ODIN) verfolgt ein ähnliches Ziel.

Die „Autonomen Nationalisten Berlin“ (ANB), die erstmals Mitte 2002 in Erscheinung traten, beziehen sich ausdrücklich auf die Anti-Antifa-Programmatik.

Im bayerischen Verfassungsschutzbericht 2006 ³ wird erstmals die Gruppe Anti-Antifa-Nürnberg (AAN) erwähnt. Mitglied der AAN ist unter anderem Sebastian Schmaus, der für die Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) im Nürnberger Stadtrat sitzt.

Verbindungen von Anti-Antifa-Gruppen gibt es sowohl zum "Thüringer Heimatschutz" (früher Anti-Antifa Ostthüringen) und dem militanten Netzwerk "Blood and honour".


Nationalisten sind niemals autonom!

Als Mitte der 1990er Jahre mehrere rechtsextreme Organisationen (bspw. die " FAP") verboten wurden, entwickelten die maßgeblichen Kader der Neonaziszene (u.a. Christian Worch) das Konzept der „Freien Kameradschaften“. Diese lose organisierten, „autonomen“ und regional operierenden Gruppen wurden in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zur dominierenden Organisationsform der Neonaziszene.

Die "Autonomen Nationalisten Berlin" traten auf der von der NPD organisierten Demonstration am 1. Mai 2003 in Berlin mit einem eigenen Transparent mit der Aufschrift „Organisiert den nationalen schwarzen Block – Unterstützt örtliche Anti-Antifa-Gruppen – Wehrt Euch und schlagt zurück – Autonome Nationalisten Berlin“ auf.

Schwerpunkte für die selbsternannten "autonomen" Nationalisten bilden Großstädte und Ballungsräume, neben Berlin insbesondere das Ruhrgebiet und München (um die ehemals in der "Freien Kameradschaft Süd" aktiven Neonazis Martin Wiese und Karlheinz Statzberger sowie Philipp Hasselbach).

Sowohl Aussehen als auch Symbolik der "autonomen Nationalisten" sind bei linken, antifaschistischen Gruppen abgekupfert: so zum Beispiel das Antifa-Logo, dessen schwarzrote Fahne durch zwei schwarze Fahnen ersetzt wurde oder das aus der Hardcore-Szene stammende Symbol mit dem Slogan "Good night white pride", das von den Nazis in " Good night left side" geändert wurde.


Weiterführende Links und Informationen

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/...hlage_11186

http://www.netz-gegen-nazis.de/categ...anti-antifa

https://www.antifainfoblatt.de/artik...anti-antifa


Fußnoten

¹ Anton Maegerle: Vom Obersalzberg bis zum NSU. Die extreme Rechte und die politische Kultur der Bundesrepublik 1988-2013. Edition Critic, Berlin 2013, S. 82
² https://de.m.wikipedia.org/wiki/Redwatch
³ https://www.netzwerkit.de/projekte/a...ik/aangggew

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