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Männer oder Memmen

Männer oder Memmen

Peter Leopold
25.05.2016, 04:50 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Für manche Frauen lässt sich diese Frage sehr einfach klären. Jeder Mann, der Frau nicht auf Händen trägt, sich halb zu Tode schuftet und sie bei Regalkriegen im Supermarkt nicht mit seinem Leben verteidigt, kann nur eine Memme sein. Zum Glück ist das nur eine absolute Minderheit die so denkt. Doch es gibt sie. Aber wie sieht das in ernsthafteren Konflikten aus ? Müssen Frauen sich in jeder Situation auf die männliche Unterstützung verlassen können?

Und ist es nicht sogar unterlassene Hilfeleistung, wenn Mann bei Vorfällen wie z.B. in der Kölner Silvesternacht nicht sofort eingreft ? Und welcher Eingriff ist noch gerechtfertigt ? Nicht Jeder hat schließlich die Einstellung, dass die Gesundheit und Unversehrtheit von auch nahe stehenden Frauen wichtiger ist, als das Leben eines Angreifers. Und nur Wenige tendieren dazu, auf Andere im vermeintlichen Verteidigungsfall einzuprügeln.

Aber es gibt ja auch Diejenigen, die ihr Handy zücken um "Beweisfotos" zu machen, die im Fall einer Anklage der Angreifer vorgelegt werden könnten und aus sicherer Entfernung gemacht werden. Und damit die Aussage später auch 100% Bestand hat, holt Mann sich gleich ein paar ebenso männliche Zeugen dazu. Eine praktische Maßnahme, denn bis dahin könnte der Grabscherangriff schon vorbei sein und so hat Mann auch das Risiko für sich minimiert. Immerhin sind die Anderen ja in der Regel in der Übermacht beim Begrapschen von Frauen.

Das Prinzip “Frieden schaffen ohne Waffen" funktioniert in der Regel aber auf Bahnhofsplätzen und Musikfestivals nicht - schon weil der Alkoholspiegel einen Angreifer in ungeahnte Sphären katapultiert und Dieser für "sachliche Gespräche über die Dummheit ihres Handelns" nicht wirklich zugänglich ist. Am Ende steht die Erklärung "Schatz, du verstehst, ich konnte nicht eingreifen, als sie dich vergewaltigt haben. Die waren ja zu viert, aber ich habe alles zu Beweiszwecken gefilmt."

Keine Selbstjustiz und keine Gewalt einsetzen zur Verteidigung der Frau mag auf den ersten Blick durchaus vernünftig erscheinen. Immerhin gibt es ja das Gewaltmonopol des Staates und es ist darum auch Sache des Staates, für den Schutz des Bürgers zu sorgen. Aber der Staat hat auch das Prinzip der Notwehr bzw. der Nothilfe geschaffen, welches durchaus auch eigenes Handeln durch den Einsatz des geringsten nötigen Mittels erlaubt. Ein Baseballschläger gegen einen Unbewaffneten gehört übrigens nicht mehr dazu.

Es ist aber immer häufiger so, dass Mann vorzugsweise gar nicht eingreift und ggf. hilflos zusieht bis der Angriff vorbei ist und spätestens dann stellt sich für mich die Frage, ob es sich nicht um Männer, sondern um Memmen handelt. Ist es eine Mentalitätsfrage, dass ein Kroate, Spanier oder ein anderer gebürtiger Südländer wesentlich zielstrebiger gegen Angreifer vorgeht, als ein Biodeutscher? Und hat ein Mann der zur Memme mutiert ist, eher Angst davor, als Grund allen Übels, aller Krisen, Kriege und Katastrophen zu gelten?

Die blinde "Hau drauf Strategie" ist grundsätzlich falsch. Aber manchmal muss Mann sich auf auf den schmalen Grad der gerechtfertigten Hilfe begeben - auch mit dem Risiko, selbst zum Opfer zu werden. Mann klingt schließlich auch besser als Memme und auch, wenn die Chance sich gegen sechs Angreifer durchzusetzen sehr gering ist: Zumindest Zwei davon würden in meinem Fall nie wieder eine Frau begrabschen...

8 Kommentare

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Ich bin da ganz deiner Meinung und zu deinem letztem Absatz, mein Bekannter ist so ein typischer LKW-Fahrer. Groß, kräftig, tätowiert, er fährt Container für einen Schrottplatz und wir haben uns natürlich auch über die Silvesternacht unterhalten und er meinte zu mir:
" Ich hab da immer so ein Vierkantholz oben in der Fahrerkabine, zumindest die ersten drei hätten ein Problem gehabt "

Es muß nicht jeder so denken und sich auf die harte Tour wehren aber was ich vermisse ist der Zusammenhalt. Wenn wir früher in der Clique unterwegs waren hielten wir zusammen, wenn da auch nur eine oder einer dumm angemacht wurde hatte der die Gruppe um sich rum, was anderes gab es gar nicht.

Und zu DDR-Zeiten hatten wir die gleichen Probleme mit Kubanern, Afrikanern und Lybiern.
  • 25.05.2016, 07:28 Uhr
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Peter Leopold
Genau um diesen Zusammenhalt geht es auch. Und es müssen nicht unbedingt Ausländer sein, die sich im Angriffsmodus befinden. Auch Deutsche können das SEHR gut...
  • 25.05.2016, 07:42 Uhr
  • 1
Das kenn ich, ich bin in einer Kneipe groß geworden direkt am Sachsenring. Ich hab da schon so manche Schlägerei mit gemacht.
  • 25.05.2016, 07:46 Uhr
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Peter Leopold
Schätze, es wird auch immer wieder Solche geben, die nichts Anderes können, als Stunk zu machen...
  • 25.05.2016, 07:48 Uhr
  • 1
Die Menschheit ändert sich nicht
  • 25.05.2016, 07:49 Uhr
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Peter Leopold
Zumindest nicht in den nächsten Generationen. Da müsste erst etwas eintreten, dass die Menschen zum Zusammenhalt zwingt.
  • 25.05.2016, 07:50 Uhr
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Das stimmt aber meistens ist das nie was Gutes was da passieren muß oder sollte.
  • 25.05.2016, 07:55 Uhr
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Peter Leopold
Leider ist das so. Es hat sich auch immer wieder bestätigt. Aber vielleicht ist es ja auch einmal anders...
  • 25.05.2016, 07:56 Uhr
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