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ich will mich nicht gewöhnen

27.06.2016, 13:23 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

der Text wäre zu lang für das Brett, deshalb hier!

„Ich will mich nicht gewöhnen, dass Deutschland Teil einer Kriegsmaschinerie ist. Ich will mich nicht gewöhnen, wenn der SPIEGEL schreibt, das Deutschland endlich in der Normalität angekommen ist, wenn es sich an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt.

Die Beteiligung an Kriegen darf nie Realität werden.

Ich kann es nicht glauben, dass Verteidigungsministerin von der Leyen, auf die Frage eines Journalisten, ob denn eine Fußball-WM 2018 in Russland tatsächlich denkbar wäre antwortet: „Deutschland wird auf jeden Fall schießendes Personal schicken“. Das ist nichts anderes als die Verharmlosung des Krieges.

Ich will mich nicht gewöhnen, dass in Europa das Recht des Stärkeren gilt, wenn Hunderttausenden der Zugang zu Gesundheit, Bildung und einem würdevollen Leben einfach verwehrt wird.

Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass die Würde des Menschen antastbar ist, denn die Würde des Menschen steht tagtäglich zu Zehntausenden bei der Tafel an, um unsere Reste zu essen.

Die Würde des Menschen krepiert vor Lampedusa und die Würde des Menschen stirbt im Krieg und zwar in jedem Krieg, weil der Krieg keine Würde kennt, nicht die der Täter und nicht die der Opfer.

Ich will mich nicht an die Barbareien der globalisierten Welt gewöhnen, die Ausplünderung armer Länder, die Waffenlieferungen, die Unterstützung brutalster Despoten und Diktatoren, ich will mich nicht flüchten in den Zynismus derer die sagen: „Da kannste nichts machen, das war schon immer so“.

Ich möchte mich nicht abfinden, dass es so etwas wie Alternativlosigkeit gibt, weil es immer Alternativen gibt, weil es das Wesen der Demokratie ist, dass es sowas gibt, wie Alternativen. Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der man tatsächlich glaubt, dass, `wenn Jeder an sich denkt, dann ist an Alle gedacht.´

Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen, die solche Gedanken haben, als Gutmenschen verspottet werden und verächtlich gemacht werden. – Ausgerechnet von denen, denen der Zynismus jegliche Empathie so zerfressen hat, dass sie ihre eigene Herzlosigkeit nur ertragen können, indem sie andere verächtlich machen.

Ich möchte nicht, dass die die Deutungshoheit über die Moral bekommen, die keine haben.

Es gibt die Unschuld des Nichtwissens nicht mehr.

Wir wissen, dass der Wohlstand auf Unrecht aufgebaut ist. Wir wissen, dass wir die Erde zerstören und wir können auch längst nicht mehr ignorieren, dass Andere arm sind, weil wir reich sind. Wir werden uns nicht raus reden können, mit dem immer gleichen: „Davon haben wir nichts gewusst“.

Nein, wir werden es gewusst haben. Und ich frage mich am Ende: Was wird man über uns sagen in zwanzig, dreißig Jahren? Wer werden wir gewesen sein? Die die zugeschaut haben, wie schon so oft? Werden wir die gewesen sein, die einfach weiter gemacht haben, weil es so bequem war? Oder werden wir die gewesen sein, die gerade nochmal rechtzeitig die Kurve bekommen habe und die die Reißleine gezogen haben, als es noch nicht zu spät war?

Ich bin mir nicht sicher, aber eins weiß ich gewiss, Siri hat darauf keine Antwort!“ Christoph Sieber 2016

sind wir wirklich hoffnungslos verloren? Was können wir tun?
Wenn man denkt, das eine Lage hoffnungslos ist, darf es nicht heissen, dass wir uns für alle Zeiten im Hundehaufen suhlen sollten und vor allem dürfen wir das nicht immer anderen zuschieben.


"Zur Summe meines Lebens gehört im Übrigen, dass es Ausweglosigkeit nicht gibt.‘‘ Willy Brandt

39 Kommentare

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Mir wäre nüchterne Realpolitik, die das Gute nicht nur will, sondern in beharrlichen kleinen Schritten auch umsetzt lieber als larmoyantes Gejammer über die Boshaftigkeit der Welt.
Der humanistische Fortschritt kommt nicht vom Gut sein WOLLEN, sondern vom Guten TUN. Das ist das Gegenteil von Zynismus.
Aber ich weiß, dass Du das weder lesen noch hören magst. Also kannst Du es gern sofort löschen.
  • 27.06.2016, 22:29 Uhr
  • 1
warum sollte ich es löschen. Ich tue Gutes, auch wenn DU das nicht hören willst. Ich habe kein Gejammer gehört in de Video, sondern nur Wut.
  • 27.06.2016, 22:37 Uhr
  • 4
Wenn die Welt durch wünschen und Wut besser würde, fände ich es auch bedenkenswert. Wenn Du Gutes tust, was auch Gutes bewirkt, hört das jede/r gern, sogar ich. Sehr oft ist aber nur Gutes beabsichtigt.
  • 29.06.2016, 00:13 Uhr
  • 1
und woher willst du wissen das sie es nicht tut??
  • 01.07.2016, 16:42 Uhr
  • 5
LOL - ich bin größenwahnsinnig.
  • 01.07.2016, 16:44 Uhr
  • 3
wenn jemand "etwas gutes tut" dann doch weil er gutes tun will. Und dann weiß er doch auch das es gut war was er getan hat
  • 01.07.2016, 16:45 Uhr
  • 2
einfach zum besseren Verständnis mal lesen, was ich geschrieben habe.
  • 01.07.2016, 16:52 Uhr
  • 3
ich wünsche dir auch noch einen schönen Tag *lach*
  • 01.07.2016, 16:58 Uhr
  • 2
das wäre schlimm wenn das so wäre. Das hieße ja das niemand auf der Welt gutes tun könnte
  • 01.07.2016, 16:58 Uhr
  • 3
klar...wundert mich auch nicht das du mich so gut kennst
  • 01.07.2016, 17:03 Uhr
  • 2
Hans, ich denke, du bist hier fertig oder?
  • 01.07.2016, 17:08 Uhr
  • 2
du bist bei mir Gast, vergessen? - öhm gewesen..!
  • 01.07.2016, 17:28 Uhr
  • 2
Mal so eine Zwischenbemerkung:
Nur "weil der Kopf glaubt" etwas verstanden zu haben und einen klugen Kommentar abgegeben zu haben, ist das nicht zwangsläufig so. Oft liegen Welten zwischen einem klugen Kommentar und dem, was Einzelne dafür halten. Gell, wize.life-Nutzer?
  • 01.07.2016, 18:56 Uhr
  • 3
Na, denn amüsiert Euch mal weiterhin gut !
  • 01.07.2016, 19:38 Uhr
  • 0
Nein, so oft lese ich deine Kommentare nun auch wieder nicht.
  • 02.07.2016, 07:54 Uhr
  • 0
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Treffend geschrieben
Dazu noch einmal meine 7 Wörter:
WIR WOLLEN KEINEN KRIEG
WIR WOLLEN FRIEDEN
  • 27.06.2016, 22:22 Uhr
  • 7
unbedingt!
  • 27.06.2016, 22:45 Uhr
  • 2
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Ba Su, ein sehr berührender Text, aber leider unrealistisch. Der Egoismus der Menschheit ist so ungeheuerlich, dass wir den Untergang unserer Spezies irgendwann erwarten können.
Da der Homo Sapiens schon einige Millionen Jahre auf der Erde lebt, wird dessen Verschwinden sicher nicht sofort erfolgen. Aber die Zerstörung der Erde schreitet fort, und es ist fraglich, ob die daraus entstehenden Mutationen noch als Menschen bezeichnet werden können. Es wird sicher einen schleichenden Übergang geben.
  • 27.06.2016, 20:58 Uhr
  • 0
ob nun realistisch oder nicht. Hauptsache, man überdenkt diese Sätze wenigstens und Schweigen schürt doch die Hoffnungslosigkeit, findest du nicht? Das wäre dann Aufgabe und Resignation
  • 27.06.2016, 21:00 Uhr
  • 1
Ba Su, wenn Du die Evolution als realistisches Element unseres Daseins betrachtest, dann ist unser Leben auf der Erde nur eine kurze Episiode. Und die wird umso kürzer sein, je mehr wir unsere Umwelt zerstören.
Dennoch bejahe ich das Leben, bin sogar glücklich und genieße es. In meiner Kindheit habe ich die Bombenangriffe miterlebt und das Ende des II. Weltkrieges mit all seinen Schrecken.
Wenn ich resigniert hätte, dann wäre ich sicher ein Außenseiter der Gesellschaft geworden.
  • 27.06.2016, 21:37 Uhr
  • 1
ich habe den 2. Weltkrieg nicht miterlebt, aber ich sehe, was in der Welt geschieht. Ich bejahe auch das Leben, denn es ist nicht unendlich
  • 27.06.2016, 21:40 Uhr
  • 3
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"Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen, die solche Gedanken haben, als Gutmenschen verspottet werden und verächtlich gemacht werden. – Ausgerechnet von denen, denen der Zynismus jegliche Empathie so zerfressen hat, dass sie ihre eigene Herzlosigkeit nur ertragen können, indem sie andere verächtlich machen."
  • 27.06.2016, 19:12 Uhr
  • 9
  • 27.06.2016, 22:45 Uhr
  • 2
  • 01.07.2016, 19:24 Uhr
  • 0
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Sehr gut...sehr wahr und hochaktuell....
  • 27.06.2016, 14:11 Uhr
  • 8
  • 27.06.2016, 15:08 Uhr
  • 4
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"Und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Menschen, die solche Gedanken haben, als Gutmenschen verspottet werden und verächtlich gemacht werden. – Ausgerechnet von denen, denen der Zynismus jegliche Empathie so zerfressen hat, dass sie ihre eigene Herzlosigkeit nur ertragen können, indem sie andere verächtlich machen."

So ist es. Das ist ja hier gelebte Wirklichkeit, jeden Tag. Zum Kotzen. Was man tun kann? Es sich nicht gefallen lassen und immer wieder dagegen angehen.
  • 27.06.2016, 14:05 Uhr
  • 10
  • 27.06.2016, 14:16 Uhr
  • 5
ja, das war sehr wichtig, das sollten sich mal einige hier verinnerlichen!
  • 27.06.2016, 15:08 Uhr
  • 3
  • 27.06.2016, 15:52 Uhr
  • 3
  • 27.06.2016, 19:02 Uhr
  • 2
  • 01.07.2016, 19:30 Uhr
  • 1
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Dazu kommt mir ein Spruch in den Sinn , den ich mal las.

"Schuldig!".... sagt das Leben
"Aber ich habe doch gar nichts gemacht"
"Eben"
  • 27.06.2016, 13:59 Uhr
  • 10
passt!
  • 27.06.2016, 14:03 Uhr
  • 3
Claudia !!!!!
  • 01.07.2016, 17:02 Uhr
  • 2
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Ja, aber die Alternative für Deutschland ist keine Alternative, sondern nur ein Haufen Elefantendreck.

Und die Jobs, die gemacht werden müssen, weil sich Christoph Sieger nicht gewöhnen will, die müssen gemacht und nicht besungen werden.

Und es gibt eine Menge Leute die sich dafür an ganz unterschiedlichen Plätzen mit aller Kraft dafür einsetzen. Es übrigens zu wenig, dass gut zu finden. Spendengeld ist das Mindeste und am besten eigener Einsatz - so klein er auch sein mag.

Die Welt wird nämlich in lauter kleinen Teilen gerettet werden, wenn sie gerettet wird.
Und deshalb kann da jeder mit tun und muss nicht nur jammern und sich vorwurfsvoll beschweren.

Ausnahmen: Die besorgten Bürger, die braucht kein Mensch.
  • 27.06.2016, 13:56 Uhr
  • 10
Ohne eigenen Einsatz, und wenn er nur klitzeklein ist, geht nichts.
  • 27.06.2016, 15:54 Uhr
  • 5
  • 27.06.2016, 22:49 Uhr
  • 2
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