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Die Sache mit der Meinungsfreiheit

Die Sache mit der Meinungsfreiheit

06.07.2016, 20:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Immer wieder wird hier in den Diskussionen die Meinungsfreiheit in Deutschland in Frage gestellt. Es wird behauptet, sie wäre abgeschafft.
Besonders gerne schreiben das User aus dem Osten. Die es eigentlich besser wissen müssten. Doch auch Menschen, die ihr ganzes Leben im demokratischen Westen verbracht haben, behaupten immer mehr, sie seien in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten. Bei denen bin ich noch viel mehr erstaunt - denn mich würde interessieren, woran sie das merken.

Eine Alltagsgeschichte aus der DDR


Ein Freund von mir erzählte mir mal, es wäre ihm und seiner Familie in der DDR eigentlich materiell gut gegangen - wenn - ja wenn - er den Mund gehalten hätte.
Hat er aber nicht - er kritisierte laut und deutlich die Missstände, die Korruption, die Unfreiheit, das ganze System. Und so geschah es eines Tages, als er und seine Frau mit dem kleinen Sohn, damals 2 Jahre alt, auf der Straße waren, dass sie verhaftet wurden. Der Kleine wurde in ein Heim gesteckt.
Sie wurden verhaftet, weil sie ihre Meinung frei geäußert hatten. Sie verbrachten einige Monate in Gefängnissen, wurden mit Psychopharmaka vollgepumpt, befragt - man könnte sagen, subtil gefoltert - bis sie dann von Westdeutschland ausgekauft wurden. Die Familie kam Anfang der 1980er nach Westdeutschland und begann ein neues, freies Leben mit echter Meinungsfreiheit. Sie mussten nicht mehr befürchten, verhaftet zu werden, nur weil sie die Regierung kritisierten.
Doch die Monate in den Gefängnissen hatten ihre Spuren hinterlassen. Psychisch waren beide Wracks. Verfolgungswahn machte besonders dem Mann das Leben schwer. Jeder, der einen thüringischen oder sächsischen Dialekt sprach, gehörte in seinen Augen zur Stasi. Der Alkohol fuhr seine Krallen aus.
Als die Grenzen offen waren, wurde es ganz schlimm. Der Mann wurde richtig panisch. Er sah überall Verfolger.
Das alles, weil sie unter einem Regime gelebt hatten, das Meinungsfreiheit verfolgte.

Meinungsfreiheit


Doch nun, ein viertel Jahrhundert nachdem dieses Unrechtsregime zu Fall gebracht worden war, frage ich euch: Wurdet ihr schon mal verhaftet und weggesperrt, weil ihr euch nicht staatskonform geäußert habt, womöglich sogar kritisiertet? Stand der Staatsschutz vor eurer Tür, weil ihr Merkel oder Gauck oder gleich beide verunglimpft habt?

Ich bin sicher, dass einige hier dieses System kennen, das im Osten die Meinungsfreiheit unterdrückt hatte. Ich bin auch sicher, dass es hier bei SB Opfer dieses Regimes gibt - wie meine Freunde - oder auch Täter. Ja, auch Täter.

Doch ich frage euch alle: Habt ihr aus den östlichen Bundesländern das seit der Wende noch einmal erlebt oder auch nur davon gehört? Habt ihr im Westen Deutschlands das je seit 1945 erlebt? (Na ja - ok - es gab so Ansätze während der RAF-Zeit... aber kein Vergleich).

Aber ihr schimpft hier auf die nicht vorhandene Meinungsfreiheit. Das ist so etwas von lächerlich! Schon allein, dass ihr das ohne Konsequenzen schreiben könnt, beweist, wie falsch ihr liegt.

Wovon ihr sprecht ist genau das: Meinungsfreiheit. Ihr äußert eure Meinung dazu, dass es keine Meinungsfreiheit in Deutschland gebe. Und was passiert? Nichts. Ihr durftet diese Meinung haben - auch wenn sie saublöde ist. Niemand bestraft euch, nur weil eure Meinung bescheuert ist.

-------------------------


Was euch in Wahrheit stört ist die Tatsache, das andere eine andere Meinung haben und eventuell nicht mit eurer konform gehen und auch dagegen kämpfen - verbal. Das Recht haben sie - genau wie ihr das Recht habt, Eure Meinung zu verteidigen - gegen diese anderen, die so unverschämt sind, anders zu denken als ihr.
Ihr müsst nur damit leben, dass eure Meinung eventuell kritisiert, veräppelt, für falsch befunden, zerpflückt und verlacht wird. Auch das ist Meinungsfreiheit. Und ihr dürft das auch mit euren Gegnern machen, ohne ernsthafte Konsequenzen. Ihr dürft die Andersdenkenden fertig machen und sie alles heißen, beleidigen, dürft eure ganze Häme ausschütten - es passiert nicht, außer dass ihr in Extremfällen von SB rausgeschmissen werdet. Was dann allerdings nachvollziehbar ist.
Doch in eurem Leben ändert sich nichts. Ihr könnt sogar wiederkommen und von vorne anfangen.

Ah - ja - stimmt - ab und zu werden Kommentare von anderen Usern gelöscht, die die Notiz begonnen und somit Hausrecht haben. Kommt vor - habe ich auch schon gemacht und werde es eventuell hier auch machen, wenn mir einige zu blöde kommen. Auch das Recht habe ich, denn ich muss es mir nicht gefallen lassen, beschimpft und verhöhnt zu werden - und kann auch meine Freunde davor schützen.
Auch das ist Meinungsfreiheit.
Doch niemand wird deshalb von der Straße weggepflückt und in den Kerker geworfen. Der Staat lässt seinen Bürgern sogar die Freiheit, sich gegenseitig verbal fertig zu machen, zu beleidigen. Er reagiert nur, wenn es zu heftig wird und Anzeige erstattet wird. Aber auch dann kratzt er sich meist nur am Schädel und sagt: Könnt ihr das nicht unter euch ausmachen?

Denkt mal darüber nach.

168 Kommentare

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Will Dir nicht zu nahe treten, wize.life-Nutzer - aber denk Du bitte auch über Deine Notiz und Deine üblichen Kommentare nach.
  • 09.07.2016, 12:58 Uhr
  • 2
Warum? Weil sie deine Meinung nicht unterstützen? Ich eine andere Einstellung als du hast? Ich manchmal mir das Recht herausnehme zu kritisieren?
So ist das Leben - da brauche ich nicht nachdenken, denn ich weiß, was ich mache und ich weiß, dass ich anecke - was genau beabsichtigt ist, wenn es um bestimmte Themen geht.
Aber - Dein Tadel hier zeigt, dass DU ein Problem mit anderen Meinungen hast. Nun ja, das ist allgemein bekannt.
  • 09.07.2016, 16:25 Uhr
  • 0
Liebe Sara, Du hast meinen Kommentar leider nicht verstanden.
Aber Deine Antwort ist ein exzellentes Selbstportrait.

Belassen wir es dabei. Ich wünsche Dir einen netten Abend.
  • 09.07.2016, 16:31 Uhr
  • 2
Ja - für dich, da hast du Recht. Aber das wirst du nicht verstehen.
  • 09.07.2016, 16:33 Uhr
  • 0
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WOW SARA. Der Artikel ist für mich Oberspitze 100% klasse, viele
  • 08.07.2016, 00:10 Uhr
  • 0
Manchmal zweifelte ich an Fehlbegriffen und Schmerztönen bei Dir, doch DAS hier ist einfach nur GUT, Gratulation!
  • 08.07.2016, 00:12 Uhr
  • 0
Danke - und was deine Zweifel angeht: Das liegt an deinen Erwartungen, die nicht jeder bereit ist zu erfüllen - auch Meinungsfreiheit.
  • 08.07.2016, 11:30 Uhr
  • 0
Nein Sarah, seit ich 33 bin habe ich keine Erwartungen mehr, an Nichts und Niemanden! Das hat große Freiheit bedeutet, denn Selbsttäuschung und daher ENT-täuschung aus Erwartungen bleiben aus!
Was sollte ich von Dir - Du mir unbekannt - erwarten?
Als "Ungerechtigkeitsallergikerin" stelle ich mich an erster Stelle selber in FRAGE und schaue , ob es mein Fehler sein kann, bevor ich sagen kann wo ich mich bei einem Anderen unwohl fühle. Wenn das dannschon als Kritik gefühlt wird und nicht als Mitteilung gelesen wird, liegt der Fehler nicht bei mir. Denn eigene Gefühle äußernhat mit negativ-Kritik gar nichts zu tun, eher mit Zutrauen und Vertrauen.
  • 08.07.2016, 14:28 Uhr
  • 0
Nun ja, Freya - ich weiß ausnahmsweise mal genau, wann - unter welchen Umständen - ich dich so geärgert habe, dass du mich blockiertest. Normalerweise ist mir das egal. Doch das war eine sehr intensive und konträre Diskussion, deshalb weiß ich es noch.
Auch damals ging es um nichts anderes als um eine andere Lebenseinstellung. Offensichtlich hat das dein Sinn für Gerechtigkeit nicht akzeptiert. Das ist dann aber deine Sache - deine Einstellung, sie hat nichts mit mir und meiner Meinung zu tun. Ich sah es damals keineswegs als Kritik - sondern stellte nur erstaunt fest, dass du so gehandelt hast.
Es gibt Dinge, da muss man sich selbst hinterfragen, da gebe ich dir absolut Recht. Aber nicht immer. Manchmal ist Meinung Meinung - Ansicht Ansicht - und Lebensphilosophie genau das - und unabänderlich. Wenn der andere damit nicht zurecht kommt, ist das dessen Problem.
  • 09.07.2016, 16:31 Uhr
  • 0
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Es reicht nicht auf ein Stück Papier zu gucken und dann zu sagen: "Ich habe Meinungsfreiheit!"

Es reicht nicht auf ein Stück Papier zu gucken und dann zu sagen: "Ich bin Grundgesetz!"

Nein, man muss es auch leben können, die Nuancen spüren können, zu wissen, wie man damit umgeht...wer damit groß geworden ist, der hat einen andern Zugang...
  • 07.07.2016, 20:49 Uhr
  • 4
Ich fürchte, das ist der Knackpunkt. Wer 40 Jahre Diktatur erlebt hat, bekommt anscheinend nur schwer einen Zugang dazu - vor allem wenn halt noch dazu kommt, dass man im höheren Alter nicht mehr so flexibel ist - wovor wir alle nicht gefeit sind.
  • 07.07.2016, 21:50 Uhr
  • 2
Wenn Jeder Einzelne es schafft, AUCH den möglichen Hintergrund eines Kommentares zumindest bedenkend mit einzubeziehen und nicht nur von SICH aus zu reagieren, dass ist dann schon ein Riesenschritt in die sinnvolle Richtung!
Ich kann schwerlich über Andere urteilen, sondern nur das zu schreiben was aus meiner Erfahrung, meiner AN-sicht, Ein-SICHT kommt! Jeder ist die SUMME SEINES Lebens. DAS wird zu oft vergessen!
  • 08.07.2016, 00:19 Uhr
  • 1
Wenn jemand eine Meinung hat, die nicht in eine bestimmte Sicht passt, wird's zumindest schwierig. Früher sind mir Beispiele dazu gar nicht so aufgefallen, heute aber umso mehr. Wie es ist, von einer bestimmten Sicht der Dinge abzuweichen, konnte wohl gerade auch Herr Steinmeier erfahren. Man hat ja sonst immer mal wieder gerne Gorbatschow zu außenpolitischen Themen befragt. Doch heute lässt man das wohl lieber sein. Die Antwort könnte nämlich nicht ins Bild passen.
Gerade Journalisten werden sich heute dreimal überlegen, was sie schreiben, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Wer aber weitere Schritte auf der Karriere-Leiter nicht mehr nötig hat, schreibt, wie etwa Fr. Krone-Schmalz, schon mal frei von der Leber weg und alle anderen wundern sich.
Auch Siemens-Chef Joe Kaeser durfte einst im "heute journal" erfahren, auf welche Weise man interviewt wird, wenn man die Russen als Geschäftspartner schätzt.
  • 08.07.2016, 08:05 Uhr
  • 0
Auch wenn er eine Meinung hat, die vermeintlich von der Allgemeinheit abweicht, bleibt ihm das Recht sie zu äußern. Eine womögliche Furcht vor Sanktionen ist eine ganz individuelle. Es gibt, bis auf gesetzl. beschriebene Ausnahmen, keine Sanktion einer Meinung. Ob jemand seine Meinung äussert oder nicht ist seine persönliche Entscheidung...selbst diese Wahlmöglichkeit gehört zur Freiheit.
  • 08.07.2016, 08:18 Uhr
  • 1
Was die Meinung der "Allgemeinheit" ist, ist eine ganz andere Frage.
"Keine Sanktion einer Meinung" - ich fürchte, die Praxis sieht anders aus. Der Prüfstein der Theorie ist oftmals die Praxis. Dazu sollte man vielleicht all diejenigen befragen, die aus dem TV verschwunden sind und jetzt nur noch Bücher schreiben.
  • 08.07.2016, 08:23 Uhr
  • 0
Was heißt nur Bücher schreiben? Die Tatsache, dass sie Bücher schreiben bedeutet nur, im Sinne der Meinungsfreiheit, dass sie das Medium gewechselt haben. Das Recht und auch die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern ist ihnen nicht genommen - und das ist m.E. das Wesentliche.
Ob der Anbieter einer Leistung, sei es Journalist, Arzt oder Handwerker oder auch Arbeiter einen Auftrag erhält oder eine Arbeitsstelle bekommt oder behält hängt nicht nur von den tatsächlichen Leistungen und ihrer Bewertung ab, sondern auch vom "Nasenfaktor". Wenn dem Verantwortlichen beim Fernsehen oder bei einer Zeitung die Nase oder die Einstellung nicht gefällt, dann ist der Journalist raus. Das hat was mit dem Verantwortlichen zu tun, denn der entscheidet und nicht mit der Meinungsfreiheit. Ein anderer Chefredakteur würde den Journalisten beschäftigen.

Niemand hält den Journalisten davon ab, seine eigene Zeitung zu gründen, seine eigene Blogseite einzurichten oder sein eigenes Forum zu gründen. Ein Forum, wie zum Beispiel das Forum in dem wir uns zur Zeit bewegen und andere schreiben eben Bücher oder haben ihren Youtube Kanal. Ist ihnen deswegen die Freiheit ihre Meinung zu äußern genommen?
  • 09.07.2016, 06:13 Uhr
  • 2
Sie sind aber ihren Job losgeworden aufgrund ihrer Meinung, die sie geäußert haben. Wenn man das nicht mit dem Inhalt des Rundfunkstaatsvertrages (z.B. "Förderung der europäischen Integration") usw. vereinbar sieht oder jemand noch dazu den Stempel "Verschwörungstheoretiker" aufgedrückt bekommt, dann folgt eben irgendwann die Kündigung. D.h., hätte da jemand seine Meinung nicht geäußert, würde er heute noch die Nachrichten im MDR oder woanders verkünden. Um sich irgendwie über Wasser zu halten, schreiben Sie Bücher, wenn sie einen Verlag finden, der sich darauf einlässt. Ein Youtube-Kanal wird von vielen zwangsläufig genutzt, wird sich aber nicht immer unbedingt rechnen. Aber dann haben sie das Medium gewechselt, ja. So kann man es dann auch nennen und man kann auch sagen: "Sie können ja einen eigenen Verlag aufmachen", ja aber ob sich dieses Unternehmenskonzept in der heutige Zeit trägt? Wohl kaum....
Ein anderer Chefredakteur stellt ihn dann ein? Bei großen privaten Verlagen ist das nicht anders. Wenn da in den Unternehmensgrundsätzen für jedermann nachzulesen ist, dass das Unternehmen transatlantisch orientiert ist, ist es kaum denkbar, dass z.B. ein sogen. "Putinversteher" tragbar wäre. Wer also nicht auf Linie ist und das auch noch öffentlich kommuniziert, hat schlechte Karten. So bleibt im Grunde nur die Anpassung an eine vorgegebene Meinung, wenn die Karriere wichtig ist.
  • 09.07.2016, 10:41 Uhr
  • 1
Imanuel, das ist doch völlig normal, dass die Verantwortlichen bestimmen. Ein Reporter bei der linken TAZ dürfte sicher keinen positiven Bericht über den Sinn von Leiharbeit machen. Oder umgekehrt dürfte er in der WELT nicht negativ über Israel schreiben.
Oder willst Du das Chaos, bei denen Medien nur noch beliebig sind?
  • 09.07.2016, 15:51 Uhr
  • 0
Zeitungen haben das Recht, einer Ideologie mehr zuzusprechen als einer anderen. Die TAZ ist eher link, Focus und Bild eher rechts - das weiß man und entscheidet sich selbst, wem man mehr traut - oder auch nicht. Und natürlich kann es da passieren, das die TAZ sich von einem Journalisten trennt, der plötzlich der Pegida angehört - und der Focus jemanden an die Luft setze, der kommunistische Parolen von sich gibt - um es mal etwas zu übertreiben.
Über Israel - ja, das das ist so eine Sache - da muss man in Deutschland aus bekannten Gründen sehr vorsichtig sein - und das ärgert mich auch oft.
Imanuel - ich weiß nicht, von welchen Journalisten du schreibst, aber es gibt natürlich eine Richtung, in der Journalisten der seriösen Presse von Focus bis TAZ tatsächlich Probleme bekommen - und das sind die üblichen radikalen Themen. Wenn ihre Artikel rechts- oder linksradikal werden, bekommen sie ein Problem. Da sind wir aber wieder beim Grundgesetz.
  • 09.07.2016, 16:40 Uhr
  • 2
In welchem Umfang sich ein Konzept am Ende trägt ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Auch die Macher eines meiner Meinung nach rechtslastigen Verlages mit einem K als Anfangsbuchstaben scheinen ihre Anhänger gefunden zu haben und in dem Sinne erfolgreich zu sein. Bei rund 71 Millionen potentiellen Lesern zwischen 15 und 65+ Einwohnern, wird so mancher Leser, Zuhörer oder Zuschauer zu erreichen sein. Dies kann nur funktionieren, weil sich auch dieser Verlag, wie alle anderen, auf die Meinungsfreiheit verlassen können.
  • 09.07.2016, 17:50 Uhr
  • 0
So ist es. Wobei genau diese Leute die Meinungsfreiheit beschneiden würden, würden sie was zu sagen haben.
  • 09.07.2016, 17:58 Uhr
  • 2
Ob man schreibt:
Merkel überlegt und durchdenkt.....
o d e r
Merkel sitzt wieder mal aus......

Das ist doch ein gewaltiger Unterschied, oder?
Jedoch sagen beide Redakteure die Wahrheit!

Also was geschrieben wird, ist eigentlich egal, der Bürger muß sich seine eigene Meinung bilden und das geht nur durch vielfache Information, bestimmt nicht nur durch die BILD.
  • 10.07.2016, 11:27 Uhr
  • 2
Und dass das nicht nur durch die BILD geht, garantiert uns in diesem Land die Meinungsfreiheit....man muss sie nur sehen wollen!
  • 10.07.2016, 11:33 Uhr
  • 1
Aber ein hübsches Beispiel für subtile Manipulation, wie sehr man den selben Fakt durch unterschiedliche Formulierung in gewisse Tendenzen drängen kann.
Doch hier ist in der Tat der Leser gefordert. Er muss erkennen können, wo er wie manipuliert wird - oder welche Publikation seiner Ansicht eher entspricht.
  • 10.07.2016, 11:35 Uhr
  • 0
Das Gefühl manipuliert zu werden ist subjektiv, so wie jedes Gefühl. Zu wissen. dass man manipuliert wird geht nur über Wissen. Wissen hat seine Quelle in der Information, die wiederum von der Art des Informationsangebotes abhängig ist. Es mutet wie ein Teufelskreis an. Mit der nötigen Neugierde, nicht Skepsis, ist dieser Kreis zu durchbrechen.
  • 10.07.2016, 11:39 Uhr
  • 1
@Sara - Das ist kein "hübsches Beispiel", sondern das ist tägliches Brot.
@Xilef - "... geht nur über Wissen", wieviel in der Bevölkerung sind bereit ihre Freizeit mit Wissen aufzufrischen? Es ist doch viel einfacher, sich manipulieren zu lassen!
  • 10.07.2016, 11:41 Uhr
  • 1
Wichtig ist, den Versuch der Manipulation zu erkennen, dann bleibt sie ohne Erfolg. Und hier ist der Knackpunkt. Da vieles emotional entschieden wird, springt der geneigte Leser auf das an, was ihn am ehesten anspricht. Außer halt er hat gelernt zu hinterfragen.
Aber wie ich hier so oft lese, nehmen viele geschriebenes - auch auf dem Bildschirm - für absolut, für die Wahrheit - weil es geschrieben wurde. Sie meinen, wenn jemand schreibt, ist er ihnen überlegen - und erkenne nicht, dass da an der Tastatur auch nur ein Mensch sitzt - der ihnen eventuell nur eines voraus hat: Er ist sich seiner Macht der Manipulation bewusst.
  • 10.07.2016, 11:44 Uhr
  • 1
Vor allen Dingen machen Propaganda immer nur die anderen.
  • 10.07.2016, 11:52 Uhr
  • 0
@Riese Saftig
Ich habe meine Schwierigkeit damit, wenn jemand fragt, wie viele bereit seien ihr Wissen aufzufrischen. Die Frage danach impliziert, dass der Fragende ein "höheres Niveau" hat , als diejenigen, die vermeintlich nicht danach fragen. Niemand weiß es. Jeder fragt das Wissen ab, so wie er es abfragt.

Ein weiteres Problem besteht darin herauszufinden welches Wissen nachgefragt wird.

Wenn ich z.B. weiß, dass an den Hochschulen in Deutschland ca. 2.75500 Menschen immatrikuliert sind, dann kann ich folgern, dass mindestens 4% der Bevölkerung in NRW Wissen in gesteigerter Form nachfragen.

Wieviele der Gesamtbevölkerung es tatsächlich sind, werden wir hier wohl nicht herausfinden.
  • 10.07.2016, 12:05 Uhr
  • 1
Fachidioten haben aber nicht unbedingt das Wissen, um das es hier geht, X..
Und im Übrigen - diese Art von Arroganz habe ich zugegeben auch leicht, wenngleich ich mich bemühe, es nicht zu offen zu zeigen - denn es ist manchmal wirklich erschreckend, wie wenig so viele wissen - und dadurch nicht in der Lage sind, Zusammenhänge herzustellen.
  • 10.07.2016, 12:47 Uhr
  • 0
Was sind für Dich Fachidioten, Sara? (Nur rethorisch gefragt)
Jeder Mensch auf der Welt hat doch nur das Wissen, was er geboten bekommt und es annimmt, oder nicht!?
Ich weiß auf bestimmten Gebieten sehr viel, auf Anderen wenig oder gar nichts. Das läßt mich jedoch nicht fordern, das sich EIN Mensch auch nur, nach meinem Wissen orientieren muss!
Ich lerne von Mitmenschen, durch Kommunikation Über alles Mögliche, was in mein Leben passt, gehört und nerue Richtungen erschließt. So kann auch Jeder von mir mit nehmen was zu ihm passt! Sind nicht alle Menschen- immer - "Lehrer und Lehrling zugleich!!!?"
  • 10.07.2016, 13:23 Uhr
  • 2
Sara, auch von Fachidioten zu sprechen ist anmaßend. Entscheidend ist die Bereitschaft sich Wissen anzueignen und nicht die Menge. So mancher der sogenannten Eliten dieses Landes präsentiert sich als "dumm wie Schifferschei..e".
  • 10.07.2016, 14:37 Uhr
  • 0
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Es ist so einfach, sobald jemand kommt und Gegenargumente anbringt - also Kritik übt - schnell zu behaupten, es gäbe keine Meinungsfreiheit mehr.
Viel einfacher, als sich mit der Kritik auseinderzusetzen und in die Diskusison einzusteigen - was mitunter sehr bereichend sein kann -
Manchmal wird diese Flucht ergriffen, weil das, was gepostet wurde, nur nachgeplappert ist und keinerlei fundierte Informationen bzw. Argumente vorhanden sind.

Ein gute Beitrag, der anschaulich zeigt, was sich hier öfter abspielt.
  • 07.07.2016, 18:43 Uhr
  • 3
Was du da ansprichst ist ein weiteres Phänomen hier auf SB, das ich aber auch schon in anderen Foren, wenngleich nicht so extrem erlebt habe.
Es ist, als würde die konträre Meinung als Befehl aufgefasst werden, nun dem zu folgen, was der andere sagte. Als würde man gezwungen, wegen der andere Ansicht die eigene Meinung aufzugeben. Auch so was, was ich mir in einer Diktatur vorstellen kann - die ich zum Glück nicht erlebte.
Wenn ich nicht einige bin mit dem, was jemand anderes sagt, bin ich es nicht und bleibe es auch - und tu es auch kund, außer ich beschließe, mir ist das nun keinen Krach wert. Dann halte ich meinen Mund, gebe aber nicht nach. Denn niemand kann mich zwingen, umzudenken - nur eventuell überzeugen, dass ich falsch liege. Das kommt vor.
Umgekehrt ist es aber auch so, dass viele nicht bereit sind, diese andere Meinung tatsächlich gelten zu lassen, ohne sie deshalb anzunehmen. Sie erwarten tatsächlich - wieder wie in einer Diktatur - dass der Kontrahent ihnen folgt, dulden keinen Widerspruch.
Eine Geschichte, die gerne man dann stattfindet, wenn ein Mann Kontra von einer Frau kriegt. Auch hier scheinen besonders die älteren Herrschaften nicht einzusehen, dass ihre Ansicht nicht absolut ist - und auch noch von einem Weibe widersprochen wird. Wie lächerlich sie sich mit dieser Einstellung machen, wird ihnen wohl in diesem Leben nicht mehr klar werden.
  • 07.07.2016, 22:00 Uhr
  • 2
Luisa, danke
Wer ein Gegen- Argument, als abzuwehrende Kritik liest, hat einen Lernschritt versäumt. Kreativkritik enthält auch keine Wörter wie: "Du bist blöd, verstehst nicht, wer lesen kann ist im Vorteil, oder schlimmere, zurchtweisende, Wissen anzweifelnde Bemerkungen." Da kann ich nachfragen was gemeint ist, oder mich fragen, ob ich mich unverständlich ausgedrückt habe. Streitkultur zu erlernen, kann viel Unverständnis verhindern!
So meine Meinung, mehr nicht!
  • 10.07.2016, 13:38 Uhr
  • 0
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Ein Missbrauch von Meinungsfreiheit war für mich das Spottgedicht auf Erdogan. Das war unflätig und würde jeden normalen Mann verletzt haben. Bis jetzt ist der Autor noch auf freiem Fuß, ob er eine Geldstrafe wegen Beleidigung erhält, ist mir noch nicht bekannt.

Es gibt sehr wohl eine Grenze für die viel gepriesene Meinungsfreiheit.
Eigentlich für jede Freiheit, die einem anderen ein Stück s e i n e r Freiheit wegnimmt.

Ein Politiker, der dem Souverän, dem Volk, seine Stellung verdankt, hat nicht das Recht, in der Öffentlichkeit eine Gruppe von Bürgern als Pack zu bezeichnen. Er darf es sicher denken, wenn er dieser Meinung ist, und in diesem speziellen Fall war es wohl ein richtiger Gedanke.

Ebenso falsch finde ich es , eine Partei a priori zu verteufeln und deren Anhänger ebenso pauschal als Nazis zu bezeichnen.
Das ist die übelste historische Keule, die angewandt werden kann. Differenzierteres Denken wäre hier angebracht.

Ich finde es z.B. außerordentlich mutig, dass Jörg Meuthen gegenüber Parteimitgliedern, die sich antisemitisch geäußert haben, abgrenzt.
Haben das etwa die CDU/CSU nach dem Krieg gemacht, als es eine große Zzahl alter Nazis in deren Reihen gab?!

Meinungsfreiheit ist niemals ein Freibrief für wüste Beschimpfung eines anderen Menschen. Sie sollte sich von Anarchie fernhalten.
  • 07.07.2016, 17:42 Uhr
  • 7
Du sprichst Satire an. Satyr war schon immer nicht zu fassen - hier kann man unterschiedlicher Meinung sein - du hast deine geäußert, ich denke darüber anders.
  • 07.07.2016, 22:02 Uhr
  • 1
Das ist unsere Denk-Freiheit, und so lange niemand verletzt wird, gibt es auch Meinungsfreiheit.
Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man - wenn es um Verantwortung für z.B. die eigene Gesellschaft geht - durchaus scharfe Kritik geübt werden sollte.
  • 08.07.2016, 09:26 Uhr
  • 2
Edith, bin ganz deiner Meinung!
Meinung entsteht doch dadurch, dass man nach abwägen verschiedener Aspekte die plausibelsten Argumente mit Einbeziehung der Folgen vertritt.
Scharfe Kritik muss durchaus geübt werden können, allerdings muss der Anlass die Verhinderung von Schäden sein.

Wüstes Beschimpfen zielt nur auf Herabsetzung, ist ohne Argumente und disqualifiziert durch Vorführung, noch nicht mal Herr über sich selbst zu sein - eben unbeherrscht.

Besonders von einer Person mit politischer Verantwortung erwarte ich, dass sie fest hinter ihren wohlüberlegten Prinzipien und ihrer Ideologie steht, sich selbst beherrscht, und weiß, wem gegenüber sie Loyalität schuldet.
  • 09.07.2016, 06:44 Uhr
  • 2
Auch Politiker sind Menschen. Aber hier ging es um einen Satiriker. Dessen Job ist es, Unruhe ins Denken zu bringen, die Stimmung aufzuwühlen, und das hat er trefflich geschafft. Ob er Grenzen überschritten hatte, liegt eben in der Einstellung der Einzelnen. Und der Angegriffene hat natürlich, wenn er sich beleidigt sieht, das Recht, die Gerichte um Hilfe zu bitten, die dann entscheiden. Und die Diskussion kann von vorne losgehen, jetzt mit dem Fokus auf die Gerichtsentscheidung - so bleibt das Leben spannend.
Was aber natürlich richtig ist: Man kann scharf kritisieren, ebenfalls im Rahmen der Menschenrechte bzw. des Grundgesetzes - also mit dem entsprechenden Vokabular. Man muss sogar scharf kritisieren.
Nur - ob der andere diese Kritik annimmt oder sein Verhalten ändert, ist dessen Entscheidung. Gezwungen werden kann er nicht, außer eben die Gerichte befinden, er hat Unrecht getan und Gesetze gebrochen.
  • 09.07.2016, 09:05 Uhr
  • 0
Wie sagt man so schön: "Der Ton macht die Musik". Es spielt nicht nur eine Rolle was man sagt, sondern wie man es sagt. Das ist ausschlaggebend, ob das Gesagte in der Sache nachvollzogen und akzeptiert wird. Zielt der Sprecher/Schreiber nicht auf Inhalte in der Sache sondern auf die Herabsetzung seines Gegenüber oder darauf, sein Gegenüber als Mülleimer für seine persönlichen Animositäten zu missbrauchen, so disqualifiziert er sich selbst und wird nicht akzeptiert. Denken bevor man spricht ist sinnvoll.
  • 09.07.2016, 11:21 Uhr
  • 2
Eigentich ist es eine hohe Kunst, respektovll zu kritisieren. Denn oft - da beziehe ich mich auf so emotionale Personen wie mich selber - empfindet man gegenüber der zu kritisierenden Person so viel Zorn, dass man zwar formal Grenzen beachten möchte, aber der innere 'Ärger sich einfach nicht verbergen lässt.

Diese Wasserscheide zu beachten, ist mir im letzten Halbjahr, als ich mich eher politischen Themen zuwandte, oft nicht gelungen, so dass ich mir jetzt eine regelrechte Pause verordnet habe.

Ich merke, dass tut mir sehr gut.
Allerdings hätte ich mein Schweigen auch als Fehler angesehen.
  • 09.07.2016, 14:02 Uhr
  • 2
Satire ist dennoch anders zu bewerten. Ich habe auch meine Schwierigkeiten damit, das gebe ich ehrlich zu, aber ich verurteile sie nicht.
  • 09.07.2016, 16:48 Uhr
  • 0
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Na, ja, wenn Person X behauptet, Politiker Y färbt Haare, so darf er mal kurz 50 000 EUR Strafe bezahlen. Herr Naidoo ist von der Popakademie geflogen (nicht, weil er so schlecht vorgesungen hat) und zum Grand Prix durfte er später auch nicht. Darüber hinaus gibt es etliche (Fernseh-)Journalisten, denen man den Stempel "Verschwörungstheoretiker" aufgedrückt hat. Diese halten sich nach dem Jobverlust nun mit Bücherschreiben und Vorträgen über Wasser.
  • 07.07.2016, 17:00 Uhr
  • 2
Imanuel Wurzelträger - Ist das Meinungsfreiheit, wenn in der Öffentlichkeit, hier den Medien, nur die Meinung des Mainstream vertreten werden darf und Andersdenkende durch Job- oder Karriereverlust abgestraft werden?
  • 07.07.2016, 18:26 Uhr
  • 2
aber das ist doch nicht neu, in den 70ern gab es Berufsverbote für Lehrer, die sich zu sehr nach Links orientierten.
  • 07.07.2016, 19:11 Uhr
  • 1
In Sachen Meinungsfreiheit, haben wir ein 2-Klassensystem, wie oben schon geschrieben wurde, die selbsternannten Politiker dürfen über das Volk dem Souverän sagen was sie wollen, werden ausfallend wenn es nicht nach derer Nase geht und beleidigend zugleich "Pack, Mob, andersdenkende sind sofort Nazis". Wer wendet denn noch Gesetze aus der NS Zeit an, die schon lange verboten sind? "Einkommenssteuergesetz aus dem Jahre 36 glaub ich" und genau die beschimpfen das Volk als Nazis. Also kranker geht es meines Erachtens nicht mehr.
  • 07.07.2016, 19:22 Uhr
  • 1
gerade noch einen Artikel zu diesem Thema auf meinen Blog gesetzt, da ich keine Eigenwerbung mache, hier der Artikel den ich gefunden habe.

Leider lese ich in einigen Netz-Artikeln oder Kommentaren (wie heute schon wieder) sehr oft den folgenden (ähnlich lautenden) Satz: „Das kann ich so sagen, ist erlaubt, es handelt sich um Meinungsfreiheit und das steht ja auch im Grundgesetz und das steht hinter mir.“

So glauben die meisten in Deutschland, dass man alles machen und sagen darf, weil es ja ausdrücklich durch die Meinungsfreiheit erlaubt ist.

Aber ist das wirklich so? Gibt es in Deutschland wirklich die Freiheit, alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit sagen oder tun zu dürfen?

Ich sage eindeutig NEIN und erkläre auch warum (und dann sollte man eigentlich auch den Beschiss an diesem Gesetz erkennen; keine Regel ohne Ausnahme funktioniert auch hier so).

Was steht denn also nun im Grundgesetz im Wortlaut genau?

Schauen wir doch mal einfach und schnell bei Wikipedia nach:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Wer hier lesen kann, ist klar im Vorteil. Der zweite Absatz schränkt die Meinungsfreiheit doch schon ein.

Beschränkungen der Meinungsfreiheit sind beispielsweise

der Schutz gegen Beleidigungen oder Verleumdungen
der unlautere Wettbewerb durch üble Nachrede über die Produkte eines Mitbewerbers
die Grenze der öffentlichen Sicherheit
die Grenzen der Sittlichkeit
die Grenzen des Jugendschutzes
die übermäßige Kritik an Staatsoberhäuptern, Gerichten oder sonstigen Vertretern des Staates
die Weitergabe geheimer Informationen
Wo genau die Grenze anfängt bzw. aufhört sei erst einmal zweitrangig und je nach „Schwere der Tat“ wird jeder Fall sicherlich auch anders gewichtet werden. Das ganze ist also mehr Grauzone und sehr schwammig. Wenn man sich nicht sicher ist, wäre es also besser, die Meinung für sich zu behalten.

Spätestens jetzt aber sollte jedem Deppen klar werden, dass man eben nicht(!) alles in Deutschland und im Namen der Meinungsfreiheit sagen oder tun darf. Für mich ist dieses Gesetz daher auch nur ein schwammiges Gesetz (aber eben mit Grenzen) und man muss eben aufpassen, wo diese Grenze der Beschränkung jeweils beginnt bzw. endet. Die wirkliche Meinungsfreiheit (wie es der Name vorgibt und vortäuschen will) gibt es in diesem Sinne also nicht.

Das Gesetz dient nur dazu, dem Bürger eine Art Freiheit seiner eigenen Meinung vorzutäuschen, welche es im Komplett-Set aber nicht gibt. Und wenn genau dieser Bürger mit seiner Meinung zu weit gehen sollte, hat man dann die Mittel (aufgrund der Beschränkung), ihn in seine Schranken zurückzuweisen. Der kläffende Köter an der Automatik-Leine, welche ihn nach 5 Metern automatisch zurückholt, wenn er zu weit nach vorne gerannt ist.

Daher könnte ich mir vorstellen, dass manch ein ungeliebter oder unbequemer Zeitgenosse für manch einen Rechtsverdreher oder Richter diese Grenzen schnell überschreiten könnte. Gerade bei gut betuchten und vernetzten Promis oder Politikern sollte man aufpassen, wenn man nicht selber entsprechend gerüstet ist.

Nur um eins klar zu stellen; ich bin kein Jurist, sondern stelle nur die vorgegebenen Fakten hier für mich auf und interpretiere sie für mich so, wie ich sie für mich letztendlich sehe.

Danke Pholym für diese Zusammenfassung.

https://pholym.wordpress.com/2016/07...e-wirklich/

Hier noch weiterführende Quellen und Links mit Informationen:

http://uni.de/redaktion/meinungsfrei...ssefreiheit

http://www.juraforum.de/lexikon/meinungsfreiheit

http://www.faz.net/aktuell/feuilleto...870595.html

http://www.spiegel.de/panorama/meinu...074146.html

https://www.planet-schule.de/wissens...ikel-5.html
  • 07.07.2016, 21:23 Uhr
  • 0
wird wohl an der Art der Meinungsäußerung liegen
  • 07.07.2016, 21:58 Uhr
  • 2
Wow! Hier wird aber jedes Haar in der Suppe der Meinungsfreiheit akribisch gesucht.
Ich frage mal umgekehrt: Wäre es so wichtig, andere Menschen ungehindert beleidigen und verleumden zu können?
Wäre es wünschenswert, die Produkte anderer schlecht zu machen, um sich selbst den größtmöglichen Profit zu garantieren?
Logisch - Freiheit bedeutet, Kindern und Jugendliche mit Horrorszenen zu konfrontieren.
Übermässige Kritik an Staatsoberhäuptern? Also - wenn das geahndet werden würde, würden einige hier von SB hinter Gitter gehören.
Das einzige, wo ich nicht widerspreche, ist die Sache mit den geheimen Informationen - und der Grenze der öffentlichen Sicherheit. Ein Thema für sich.
Doch wenn ich bedenke, dass Sie, wize.life-Nutzer, sich heute extra anmeldeten, um hier schreiben zu können - ich vermute, mit ihrem eigentlichen Profil war das nicht möglich - gehe ich davon aus, es war Ihnen sehr wichtig, Ihre Mission hier zu verkünden. Nun ja - es herrscht ja Meinungsfreiheit - nur ist meine Meinung zu Ihrem Werk: Sie übertreiben maßlos.
  • 07.07.2016, 22:25 Uhr
  • 3
Michael Zambo - Sie behaupten das, was ich an anderer Stelle gerade geschrieben habe - nämlich dass von Ihnen erwartet wird, die konträre Meinung anzunehmen. Aber genau das ist verkehrt. Wenn allerdings die anderen der Meinung sind, Sie seien rechtsradikal - nun ja, ich kann es nicht beurteilen - aber eventuell könnte was dran sein.
  • 07.07.2016, 22:27 Uhr
  • 2
@sara betzler, von welcher Mission reden Sie denn hier bitte? Ich verfolge Seniorbook schon ein ganzes Weilchen und finde sehr viele Beiträge sehr interessant, wie auch diesen. Sie können ja über meine Einträge denken wie Sie wollen und warum schreiben Sie hier von "ich vermute, mit ihrem eigentlichen Profil war das nicht möglich - gehe ich davon aus, es war Ihnen sehr wichtig, Ihre Mission hier zu verkünden. " Welches Profil wollen Sie denn sehen, ich habe wenigstens meinen vollen Namen angegeben, der auch im wirklichen Leben außerhalb des PC`s so lautet. Ich weiß auch garnicht, warum Sie so ein Problem damit haben, das ich mich nun gerade für diesen Artikel heute angemeldet habe.
  • 07.07.2016, 22:42 Uhr
  • 0
Nun ja - wenn es so ist, können Sie in der Tat nicht wissen, was hier manchmal los ist - dann entschuldige ich mich. Doch sie haben sich heute angemeldet und haben gleich sehr aktiv teilgenommen - das lässt den Verdacht aufkommen.
Wenn Sie einige Zeit hier sind. werden Sie begreifen - für den Moment bitte ich, das mal so stehen zu lassen. Aber wir haben hier einiges erlebt.
  • 07.07.2016, 23:29 Uhr
  • 0
@sara, Entschuldigung angenommen, ich glaube was Sie meinen ist in jedem Netzwerk los. Bei FB wird es auch immer schlimmer, dass Artikel gelöscht werden, bei Xing habe ich es durch, dass meine Beiträge gelöscht wurden, was ja hier zumindestens nicht der Fall ist. LG Andy
  • 08.07.2016, 06:38 Uhr
  • 0
Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

--Soweit ist doch alles OK--

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen
Ehre.

-- Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird dadurch beschränkt dass man dabei eben Nicht gegen andere Artikel oder Gesetze verstoßen darf ..
Und die Menschenwürde (Artikel 1) steht VOR dem Recht auf der freien Meinungsäußerung.
Damit ist das Herabsetzen oder Beleidigen Anderer eben NICHT durch Artikel 5 gedeckt. --

Ob Michael Zambo, wie er weiter oben schreibt, als Nazi bezeichnet und beschimpft wurde kann ich nicht beurteilen oder widerlegen, hier fehlt die Vorgeschichte...
Aber es beklagen auch Viele, dass Sigmar Gabriel besorgte Bürger als "Pack" betitelt hat.
Das ist sicher beklagenswert und nicht über die Freie Meinungsäußerung gedeckt.
Wenn diese Gruppe vorher auf einer Veranstalltung einen Redner bejubelt, der sein Bedauern darüber kund tut, dass die KZs geschlossen wurden und darum diese nicht zur Unterbringung der Flüchtlinge genutzt werden können.
dann finde ich (meine Meinung) die Bezeichnung "Pack" noch sehr milde.
Nichts desto trotz sollte so etwas von einem Politiker nicht kommen
  • 08.07.2016, 07:38 Uhr
  • 1
Martin H. ...KZs geschlossen....Der Redner Akif Pirincci hat das KZ auf die Pegida-Anhänger und sich selbst bezogen. Es wurde in den Medien falsch dargestellt. http//www.tagesspiegel.de/politik/rassistische-retorik-warum
  • 08.07.2016, 15:08 Uhr
  • 1
Lucia, danke für die Aufklärung ...
allerdings, steht weiter unten, macht der eine Punkt die Rede (und die, die es bejubelt haben) nicht besser/ harmloser:
--------
Da dies aber auf einer falschen Lesart des Gesagten beruht, ist es für die Anhänger Pirinccis ein leichtes, der gesamten Rede den Mantel der Harmlosigkeit überzuwerfen. Denn wenn sich dieser Kernsatz als angeblich harmlos entlarven lässt, kann der Rest ja so schlimm nicht sein....
------
  • 08.07.2016, 17:10 Uhr
  • 0
Ich denke, es macht wenig Sinn, im Detail auf die Äußerungen dieses Katzenkrimiautors einzugehen. Der verspritzt viel Gift. Ok - mag sein, dass er sich meist innerhalb der akzeptablen Grenzen des Grundgesetzes befindet - dann kann man mit scharfen Worten und auch dem Begriff "Pack" gegen ihn und seinesgleichen vorgehen, auch wenn man Politiker ist. Das ist nun mal meine Meinung.
Aber wie wir wissen überschreitet der Mann öfter die legalen Grundsätze der Meinungsfreiheit - und dafür wurde er geahndet. Und ist wohl für den Moment auch in der Versenkung - gut so. Da hat sich die Sache von selbst bereinigt. Schein es zumindest.
  • 08.07.2016, 18:38 Uhr
  • 1
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Besser kann man es nicht erklären.
Als überwiegend stille Beobachterin hier sollten sich das einmal "diverse SB-User" hinter die Ohren schreiben...
  • 07.07.2016, 15:01 Uhr
  • 2
Ja - Danke - schön, dass du es sagst.
  • 07.07.2016, 22:12 Uhr
  • 0
Jutta
  • 08.07.2016, 00:40 Uhr
  • 0
  • 08.07.2016, 10:32 Uhr
  • 0
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Sehr gut in Worte gefasst. Genauso sehe ich das auch. Hierzulande ist glaube ich, das Problem darin zu sehen, dass viele ihre Meinung haben, richtig oder falsch aber doch nachdenkenswert, aber letztendlich niemand weiss, wie er mit dieser, seiner freien Meinungsäußerung umgehen kann, um wenigstens einen Beitrag zur Veränderung/Verbesserung bestehender Situationen herbeizuführen. Da wird dann lieber geschimpft, gemeckert und ja auch das, gehetzt. WIR sind es aber, die etwas verändern können, nein müssen. WIR sind es, die freie Meinungsäußerung auch zu nutzen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten . . . und sie werden ja auch genutzt.
  • 07.07.2016, 14:49 Uhr
  • 3
  • 07.07.2016, 15:01 Uhr
  • 1
Danke.
  • 07.07.2016, 15:12 Uhr
  • 0
Viele, die meckern und motzen, sind schlicht überfordert, scheint mir. Und das bringt sie dazu, irrational zu reagieren. Wie man das ändert, keine Ahnung.
  • 07.07.2016, 22:12 Uhr
  • 1
Ich denke mal, sie haben keinerlei Interesse sich zu engagieren.
  • 07.07.2016, 22:16 Uhr
  • 2
Nö - mosern ist ja auch einfacher, man muss keine Verantwortung übernehmen.
  • 07.07.2016, 22:36 Uhr
  • 1
Eben!
  • 07.07.2016, 22:38 Uhr
  • 0
@sara betzler, wer übernimmt denn von den "Behörden" noch Verantwortung, niemand! Denen Schreiben sind fast nie unterschrieben und wenn unterschrieben, denn nur im Auftrag, also übernimmt der schreibende keine Verantwortung. Schreiben mit"Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und bedarf daher keine Unterschrift" sind von Hause aus nichtig, da halt keine Unterschrift. Also warum sollen wir denn für alles die Verantwortung übernehmen, auch wenn es uns nichts angeht? Mal kurz wirken lassen und gerne kann auch wegen den Unterschriften gegoogled werden und du kommst auf das selbe Ergebnis. Der Deutsche lässt halt alles mit sich machen und genau das ist unser Dilemma.
  • 08.07.2016, 18:43 Uhr
  • 0
Mal abgesehen davon, dass hier keine Vollnamen ohne den Link verwendet werden dürfen - ich sollte es melden, damit es gelöscht wird, aber nun ja, mich gibt es ja nicht - das war genau das: Nicht die Behörden haben die Verantwortung für jemanden, jeder hat es für sich selbst. Ich brauche keine Behörden. Die brauchen mich - das Finanzamt zum Beispiel, das Landratsamt, die KFZ-Zulassung und nun soll ich auch noch meinen Führerschein tauschen. Aber das ist meine Verantwortung! Nicht die Behörden entscheiden - ich entscheide.
  • 08.07.2016, 18:57 Uhr
  • 0
Das ist eine gesunde Einstellung, womit du natürlich Recht hast. Deshalb können mich diese Firmen auch alle mal, weil ich es leid bin das dreckige Spiel mitzumachen. Der Mensch steht halt vor dem Gesetz, aber dafür müssten alle ersteinmal ihre Person abgeben die, die meisten täglich mit Ihrem Perso mit sich tragen.
  • 08.07.2016, 19:05 Uhr
  • 0
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Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Demonstrationsrecht, alles wichtig und unverzichtbar in einer Demokratie!
Vielleicht sollte man einen Sozialkundeunterricht für Erwachsene einführen, dass die Leute überhaupt wissen wie Demokratie funktioniert.
  • 07.07.2016, 14:20 Uhr
  • 8
Ja - nun ja. Gesehen wären Schulungen für viele Bereiche des Lebens notwendig. Jeder Hundehalter geht in die Hundeschule - aber wer bringt Eltern das Elternsein bei? Ein bisschen ist es so mit der Demokratie. Wer sie nicht von Kindesbeinen an als selbstverständlich erlebt hat, scheint sich wohl manchmal - nicht immer - schwer zu tun.
  • 07.07.2016, 22:10 Uhr
  • 1
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