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Eine Krimi-Autorin gegen Maas

Eine Krimi-Autorin gegen Maas

19.07.2016, 09:17 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Wirtschaftswoche kann es sich einfach machen, bei ihr zählt die Menge der Leser und sonst nichts.
Und noch einfacher kann das Cora Stephan, die zwar eigentlich unterhaltsame Krimis schreibt, aber auch schon gegen Angela Merkel abgeledert hat in ihrem Buch "Angela Merkel, ein Irrtum". Die Welt präsentiert uns hier praktisch Volkes Stimme aus der Sicht einer Krimiautorin. Meinung. Kein Sachstand. Und besonders keine journalistische Darstellung.

Sie schwafelt ein wenig von Ausbrüchen der Antifa in Berlin: "Deren Hasspropaganda mitsamt den entsprechenden Aktionen lockt keinen GroKo-Minister hinter dem Schreibtisch hervor, auch wenn sie sich gegen staatliche Organe wie die Polizei richtet: "Es soll angeblich 123 verletzte Schweine geben", bilanzieren die Brandbeschleuniger von der Berliner Rigastraße. "Mögen es beim nächsten Mal 234 verletzte Schweine sein!" Dass zwischenzeitlich ein Gerichtsurteil auf dm Tisch liegt, dass die Polizeiaktion in der Rigaer Strasse als unrechtmäßig abkanzelt, bleibt unberücksichtigt. Unberücksichtigt bleibt auch, dass diese Strasse seit Jahrzehnten ein ungelöstes politisches Problem ist, dass ständig und immer wieder angeheizt wird.

Dann schlagen sie gegen den Justizminister zu, der formuliert hatte: "Der bundesweite Einsatztag dient auch der Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger beim Umgang mit rechtsgerichteten Äußerungen in sozialen Netzwerken." Der "Spiegel" wird gleich mit angeschossen, weil er formuliert: "Die offensiv kommunizierten Razzien sind ein Warnschuss, eine Art erzieherische Maßnahme mit verschärften Mitteln."

Hurra, Applaus und Respekt: Lässt sich das Vorgehen gegen linke Chaoten in Berlin ganz leicht mit einem der abscheulichsten Verhaltensweisen dieses Landes leicht und griffig vergleichen? Bei der Wirtschaftswoche in jedem Fall.

Und die erklärt auch gleich, was falsch läuft, wenn solche Sätze fallen. Und textet fröhlich drauf los: "Wer die DDR erlebt hat, fühlt sich an alte Zeiten erinnert."

Dummheit bei einer Zeitung? Oder eben "Lügenpresse" zu recht skandiert? Ich entsinne mich an Rufe Richtung der Bundeskanzlerin im ehemaligen Osten: "Fotze, Fotze, Fotze ....", an Hasstexte wie: "Nicht retten, absaufen lassen" oder "Hängt sie auf" und gemeint war mal wieder die Bundeskanzlerin ..... und all die anderen den Menschen herabwürdigende Texte, die menschenverachtend und herabwürdigend auch hier auf SeniorBook formuliert wurden.

Ein Justizminister, der das nicht zu verhindern sucht, hat die "Arschkarte" gezogen, einer der das beenden will, auch. Hier will jemand Täter schützen, die das nicht sein müssen, denn Protest und Verachtung lässt sich auch ohne jede Gewalt formulieren. Wer Protest mit Gewalt formuliert, da hat der SPIEGEL recht, "braucht einen Warnschuss, eine Art erzieherische Maßnahme mit verschärften Mitteln". Auch und gerade deshalb, weil er aus einer Ecke her schreit, wo die Verletzung der Grundrechte dieses Landes nicht wichtiger sind, als die persönliche eigene Meinung oder gar die der rechten Rattenfänger.

Was sonst entstehen kann, ist in der Türkei doch sehr gut zu beobachten: Die Wutbürger sind schnell dabei, künftige Gegner einfach umzubringen.

4 Kommentare

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Tja, die Dame ist zwar Krimi-Autorin, aber so richtig spannend ist ja nicht, was sie da schreibt. Und so ist das eben mit Kolumnen: Das ist Meinung und keine objektive Berichterstattung.

Aber: auch wenn die Darstellung verzerrt einseitig sein mag: Der Artikel zeigt doch, wie eng der "Eiertanz" ist - was ist "kritische Auseinandersetzung" und was ist Hetze? Wenn man die angesprochene "Handlungsempfehlung" der Amadeu-Antonio-Stiftung zum Thema "Hetze gegen Flüchtlinge in sozialen Medien" und die darin enthaltenen "Erkennungsmerkmale" für Hetze liest, dann muss man anschließend schon sehr genau überlegen, wie man denn zu dem Thema "Flüchtlinge" ein kritisches Wort loswerden kann, ohne in diesen Kriterienkatalog zu purzeln. Andererseits ist es sicher richtig, dass sich Hetze gerne hinter geschickter Wortwahl versteckt.

Und: Der, auf die als rechtswidrig eingeschätzte Polizei-Aktion in der Rigaer Straße führt ein bischen in die Irre. Der Hetze-Vorwurf bezieht sich ja auf einen "Demonstrationsbericht" der linken Szene, die Quelle ist im Artikel in der WiWo auch verlinkt. Und was man dort lesen kann, ist eben auch Hetze, das zu relativieren, hat keine Berechtigung
  • 19.07.2016, 14:10 Uhr
  • 0
Der Hetze-Vorwurf bezieht sich auf die komplette Berichterstattung..... bis auf zwei oder drei Ausreißer, die versucht haben, sachlich zu bleiben.

Und das ist immerhin mehr, als bei diesen Vorfällen zu erwarten war UND da alle Anwohner der nicht nur aus einem Haus bestehenden Rigaer Strasse sich schon selber zu Wort gemeldet haben, kann das Bild dort schon sehr viel differenzierter gezeichnet werden !

Und die Polizeiaktion ist nicht rechtswidrig eingegschätzt worden, vielmehr hat das Berliner Landgericht am Mittwoch entschieden, dass die Zwangsräumung von Teilen des linksautonomen Hausprojekts Rigaer Straße 94 rechtswidrig war.
  • 19.07.2016, 14:19 Uhr
  • 0
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Sehr geehrter Herr Elmar W., kein Mensch will in einer Demokratie die richterliche Unabhängigkeit beeinflußen oder gar aufheben. Dennoch muß bei manchen Urteilen, die vom Bürger nicht verstanden werden, Kritik erlaubt sein. Für mich war das Urteil der Kleintierhaltung in Wohnungen so ein Urteil. Das höchste Gericht in DE zwang den Passus Kleintierhaltung in einer Wohnung ist nicht erlaubt zu streichen, weil es nicht rechtskonform sei. Gut so, aber die Herren Richter sagen nichts darüber aus, wenn die Kleintiere einen Schaden der in die tausende geht und der Schaden beim Wohnungseigner hängen bleibt. Pech gehabt?
Hier setzt meine Kritik an, es muß auch weiterhin gelten, wer anderen einen Schaden anrichtet hat dafür gerade zu stehen. Das sehen einige Richter an den vielen Amtsgerichten nicht so und da haben die Richter nicht zu Ende gedacht - anscheinend sind keine Schachspieler dabei.
  • 19.07.2016, 12:22 Uhr
  • 0
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In einem anderen Beitrag und auch in der Kolumne wird alles völlig durcheinander geworfen, um bewußt Stimmung zu machen...

Keine Regierung, kein Justizminister einfach niemand in der Welt kann unsere nach dem Grundgesetz garantierte richterliche Unabhängigkeit beeinflussen. Sollte das nur ansatzweise mal geschehen, würden die das über ihre Verbände sofort öffentlich machen. Er müßte sofort gehen.

Eine Durchsuchung von Wohnungen zur Auffindung von Beweismitteln aufgrund begründeter Verdachtsmomente im Internet kann nur durch einen Richter angeordnet werden. Insoweit besteht sogar nach Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts ein eingerichteter richterlicher Bereitschaftsdienst von 06;00 Uhr bis 21.00 Uhr. Nur bei Gefahr im Verzuge kann dies von der Staatsanwaltschaft und der Polizei durchgeführt werden. Das bedeutet, wenn ein richterlicher Beschluss nicht mehr rechtzeitig - ggf. auch telefonisch vorab - zu bekommen ist.

Alles andere, was dazu geschrieben wird, ist Unsinn..

Danke Mike für die Klarstellung....
  • 19.07.2016, 09:40 Uhr
  • 3
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