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Diplomatisches Lob und keine klaren Worte

Diplomatisches Lob und keine klaren Worte

Peter Leopold
17.08.2016, 04:54 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Nachdem immer so viel kritisiert und gemeckert wird, muss man auch hin und wieder ein großes Lob aussprechen. Wir sonst sollte der Andere wissen, dass er auf dem richtigen Weg ist und seine Handlungen dem entsprechen, was man sich erwartet hat? Aber man sollte sich auf die Fälle beschränken, in denen es auch angebracht ist. In letzter Zeit aber muss man sich immer öfter fragen, wo denn eine entsprechende Leistung vorhanden ist.

Ganz besonders trifft das in Bereichen zu, in denen man es eigentlich als selbstverständlich ansehen sollte, dass Jeder in seinem Rahmen die beste persönliche Leistung bringt. Doch inzwischen befinden wir uns in einer Situation, in der Lob und Unterstützung in eine völlig falsche Richtung laufen, wenn man sich das internationale Parkett ansieht.

Und wieder einmal ist es die Türkei, die wieder einmal keine deutlichen Worte zu hören bekommt. Auch, wenn Diplomatie normalerweise das Mittel der Wahl ist - man darf einem Diktator nicht so weit hinten rein kriechen, dass man zehn Proktologen braucht, um wieder raus zu kommen. Und man sollte auch durchaus Denjenigen vertrauen, die täglich damit zu tun haben, wenn es um aktuelle Informationen geht.

Wenn fest gestellt wird, dass ein Staatsführer nicht nur Despot ist sondern auch direkte Kontakte zu Terrororganisationen pflegt, kann es weder Verhandlungen noch wie immer geartete Entgegenkommen geben. Und so ganz neu sind diese Informationen nicht. Schon vor Jahren müssen bestimmte Verbindungen klar gewesen sein und langsam wird es Zeit, dass man klar ausspricht, was sich ohnehin so Viele denken. Wer Terroristen unterstützt, ist selbst ein Terrorist! Das Vorschieben einer "Abhängigkeit" von zweifelhaften Abkommen für ein großzügiges Schweigen ist völlig fehl am Platz.

Tatsache ist: Man müsste dazu einen ungeliebten EU-Partner unterstützen und die Frage klären, wo denn die nach Griechenland exportierten Waffen hin gekommen sind, denn Griechenland hat sie nicht mehr. Zur Außengrenzen - Sicherung müsste jedenfalls genügend Mittel vorhanden sein - auch personell. Oder gibt es noch weitere Gründe für das stille Akzeptieren von Dingen, die eigentlich nicht zu akzeptieren sind ?

Offenbar hat Merkel Angst vor einer Invasion im eigenen Land. Wenn drei Millionen türkisch-stämmige Bürger dem Ruf des Terror-Sultans folgen, wird es ganz schnell dunkel in Deutschland und damit wären Exekutivbehörden und Bundeswehr völlig überfordert. Dazu die "Haus-eigenen" Gewalttäter, die plötzlich unter ihren Steinen hervor gekrochen kommen und ein nicht zu unterschätzendes rechtes Problem lähmen die Arbeit jeder Regierung. Aber um dafür Verständnis zu ernten, müsste man einmal alle Karten auf den Tisch legen und den Ernst der Lage deutlich machen.

Das so hoch gelobte "Flüchtlingsabkommen" existiert ohnehin nur theoretisch, denn die türkisch-griechische Grenze ist löchrig wie ein schweizer Käse. Und die schlecht versteckte Drohung Erdogans, alle Flüchtlinge nach Deutschland zu schicken bezieht sich wohl eher auf türkische Flüchtlinge, die vor dem Despoten fliehen wollen. Auch das sind wohl einige Hunderttausend.

So bleibt nur noch die Frage zu klären, wie lange man noch die "tiefe Freundschaft" und die guten Beziehungen zum "Noch NATO-Land" Türkei als Erklärung vorbringen will, um nicht zu handeln. Beunruhigend ist die Situation auf jeden Fall und das muss auch eine Angela Merkel zur Kenntnis nehmen und den auf Kooperation ausgerichteten Kurs der Bundesregierung gegenüber Ankara überdenken.

3 Kommentare

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Jeder hat eigentlich eine eigene Meiinung zu den Dingen, aber nicht jeder vertritt sie auch. z.B. nicht wählen gehen und dann das Ergebnis kritisieren.
Nicht wenige äußern ihre eigene Meinung nicht, kritisieren aber andere Meinungen. Man muss auch die Größe haben, andere Meinungen zu akzeptieren.
Zusammenleben bedeutet immer auch Kompromisse eingehen oder man trennt sich.
  • 17.08.2016, 19:46 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Tja..nur mit Despoten geht man keine Kompromisse ein.
  • 17.08.2016, 19:50 Uhr
  • 2
Da gibt es offensichtlich "gute" und "böse" Despoten. Bei den guten Despoten sehen wir über vieles hinweg, weil das uns politisch in den Kram passt. Nur bei den bösen Despoten wir nichts toleriert, selbst wenn wir uns damit ins eigene Fleisch schneiden.
In der Türkei und bei den Saudis. herrschen offensichtlich gute Despoten, weil wir sie ggf. gebrauchen können. In Russland herrscht ein böser Despot, weil die NATO und EU Interesse an der Ukraine hat und Russland das nicht toleriert.
  • 18.08.2016, 10:20 Uhr
  • 0
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