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Wahrheit über Heroin Bekämpfung ist gefährlicher, als die Legalisierung

01.09.2016, 13:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Wahrheit über Heroin (1): Die Bekämpfung ist gefährlicher, als die Legalisierung

Insbesondere eine Dokumentation des renommierten BBC-Reporters Nick Davies weist auf die „destruktivste und mörderischste Lüge unserer Zeit hin“: Die Begründungen für den „Krieg gegen die Drogen“…

Im Jahr 2000 verschlang die Finanzierung dieses Krieges über 2 Milliarden Euro, alleine in Großbritannien, die Tendenz ist steigend*. Es ist ein Weltkrieg in den jedes entwickelte Land der Erde hineingezogen und verwickelt wurde. Keines dieser Länder kann irgendein Anzeichen eines Sieges vermelden**. Geändert hat sich wenig, auch nicht, nachdem im Juli 2005 ein offizieller britischer Untersuchungsbericht zum Ergebnis kam, dass der „Krieg gegen Drogen“ gescheitert ist.

Doch die unterdrückte Wahrheit ist noch viel schrecklicher:
Politiker, die diesen Krieg erklärt oder seine Fortsetzung unterstützt haben, haben die Probleme, die sie zu lösen meinen, überhaupt erst verursacht!

Diacetylmorphin (Heroin) und Morphin, zudem es im Körper sofort verstoffwechselt wird, sind Opiate. Von der chemischen Struktur sind sie fast identisch, erklärt Dr. Theresa Tate, Medical Advisor am Marie Curie Center und seit 25 Jahren als Onkologin tätig. Befragt nach der Gefährlichkeit und Toxizität von Morphin vergleicht sie Heroin mit Paracetamol, wobei Paracetamol wesentlich gefährlicher bewertet wird, als das Opiat.

Heroin und Morphium sind sehr sichere Medikamente, jedenfalls sind sie nicht ungewöhnlich gefährlich, betont sie und berichtet von jahrzehntelanger Erfahrung mit Hunderten ihrer Patienten, denen sie Heroin verschrieben habe. Als häufigste Nebenwirkung kann Verstopfung vorkommen, manchmal auch ein wenig Schwindel oder Müdigkeit…

„Damit kann man gut umgehen, die freiverkäufliche Substanz Paracetamol ist daneben das gefährlichere Medikament, da es ihren Körper schädigen und sie töten kann“.

Im Gegensatz zu Paracetamol oder auch Alkohol, wie auch andere organische Lösungsmittel (Benzin, Chloroform u.a.), die hepatotoxisch, also leberschädigend sind, schädigen die Opiate (Heroin, Morphin, Methadon) weder Organe noch andere Körperstrukturen. Als den körpereigenen Enkephalinen verwandte Stoffe pflanzlichen Ursprungs, sind sie für den gesamten Körper von Natur aus gut verträglich.

Selbst im etwas bizzaren Vergleich von Heroin mit gewöhnlichem Haushaltszucker, schneidet das Opiat erstaunlich gut ab.

Unsere Politiker müssen da einiges sehr falsch verstanden haben.

*) Nach Studien u.a. der EMCDDA über „public expenditure in the field of drugs“ gibt Deutschland zwischen 4 und 3 Mrd. Euro für die Prohibition aus. Deutschland ist eines der entschiedensten Staaten im Kamp gegen die Nutzung von Mohn, Hanf oder Coca-Produkten. Deutschland stellt fast die Hälfte der gesamteuropäischen Ausgaben für die Verfolgung Süchtiger und ihrer Lieferanten. Deutschland übt sogar regelmäßig Druck auf benachbarte EU-Staaten aus, die alle eine wesentlich akzeptierendere Drogenpolitik betreiben. In Deutschland ist der Anteil der Ausgaben für die Repressalien mit 85% besonders hoch und gilt ebenfalls als Speerspitze in Europa. Allerdings kann dies alles nur spekulativ sein, da immer wieder darauf hingewiesen wird, dass regierungsamtlich keinerlei Angaben zu den deutschen Ausgaben im Drogenbereich existieren. Man kann und will daher keine Zahlen nennen.

Andere Studien kommen daher zu sehr abweichenden Ergebnissen. Das Cato Institute hat eine Studie von Jeffrey A. Miron und Katherine Waldock veröffentlicht aus der sich 20 Mrd. Euro pro Jahr durch die Drogenverbotspolitik in Deutschland ergeben. Andere beziehen die Opfer dreckiger Spritzen, HIV, HCV mit ein und kommen eher auf 35 Milliarden Euro jährlich, inkl. Steuerausfälle etc.

http://www.pharmacon.net/2013/11/heroin-5/

Marihuana: Israels Regierung genehmigt Joints für Schmerzbehandlung
Derzeit werden im Scheba-Krankenhaus auch fünf Vaporisatoren eingesetzt, die das Inhalieren des Marihuana-Dampfes ermöglichen. Dadurch kann auf das Rauchen verzichtet werden.
Das Krankenhaus hatte im Rahmen eines Pilotprojektes im vergangenen halben Jahr 20 Patienten mit der pflanzlichen Droge erfolgreich behandelt.
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Alzheimer: Cannabis-Medikament verbessert Gedächtnis
Ken Mackie von der University of Washington http://www.washington.edu zeigte sich laut New Scientist vor allem von der geringen Dosierung des Medikaments beeindruckt. „Sie haben ihnen eine sogar für Ratten vergleichsweise niedrige Dosis verabreicht.“ Der nicht an der Studie beteiligte Wissenschaftler betonte, dass gerade dieser Aspekt die Aussichten auf die Entwicklung eines vergleichbaren Präparates für den Menschen viel versprechend mache. Wenk warnt jedoch, dass WIN-55212-2 derzeit noch zu psychoaktiven Wirkungen führt, die jenen von Cannabis ähnlich sind. Forscher arbeiten derzeit an der Entwicklung eines ähnlichen Medikaments, dass die Entzündung im Gehirn kontrolliert und keine unerwünschten Begleiterscheinungen aufweist.
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Die aktuelle belgische Diacetylmorphin-Studie (Tadam) stützt sich auf 74 Erwachsene, die mindestens 5 Jahre lang von stark wirksamen Opiaten abhängig waren.
Alle hatten Straßengift benutzt, brauchten mindestens eine Dosis täglich und hatten schon frühere Therapien hinter sich, darunter sollte auch eine methadongestützte Substitution sein, die zur Beruhigung bzw. Erholung vom kriminalisierten Suchtalltag beigetragen hatte.

Manche hatten einen Suchtverlauf über zehn, zwanzig Jahre. Oder lange Pausen mit Rückfällen nach Jahrzehnten.
In der randomisierten Studie wurde ausgelost, wer Methodon und wer Heroin bekam.
http://www.pharmacon.net/2014/05/thx/

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