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Die Justiz und die NS-Vergangenheit - Das 'Rosenburg-Projekt'

Die Justiz und die NS-Vergangenheit - Das 'Rosenburg-Projekt'

11.10.2016, 11:24 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Justiz und NS-Vergangenheit: Das Rosenburg-Projekt

Das Justizministerium der jungen Bundesrepublik hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine Vielzahl ehemaliger Nazi-Juristen übernommen. Über das wahre Ausmaß dieser 'Verseuchung' des Justizapparates durch den braunen Bazillus ist bis jetzt nur wenig an die Öffentlichkeit gedrungen. Wen wundert es dann aber, wenn noch heute, mehr als siebzig Jahre nach dem Ende der unseligen Epoche der Nazizeit, immer mal wieder der Verdacht aufkommt, Polizei und Justiz sei auf dem rechten Auge blind?
Der Anfang einer Aufarbeitung der Folgen jener Seuche ist jetzt gemacht: das Ergebnis einer mehrjährigen Studie einer unabhängigen wissenschaftlichen Kommission liegt vor, deren Abschlussbericht, "Die Akte Rosenburg", Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in diesen Tagen in Berlin vorstellte. Was darin enthüllt wird, gibt einem zu denken, denn es zeigt, dass die Spuren der nationalsozialistischen Rechtsverdreher bis heute nicht restlos getilgt worden sind. Man muss es dem heutigen Justizministerium unter der Verantwortung des vielgescholtenen Justizministers Maas hoch anrechnen, dass es endlich damit begonnen hat, den Mantel des Schweigens zu entfernen, der so lange Zeit den Ungeist der Nazi-Vergangenheit überdeckt hat.
Das Verlangen nach einem 'Schlussstrich', der endlich die Diskussion über die schmachvolle Vergangenheit unseres Landes beenden sollte, lässt angesichts dieser Enthüllungen den Verdacht aufkommen, dass nazistisches Gedankengut immer noch Anhänger findet, dass – um mit Brecht zu sprechen - „der Schoß noch fruchtbar ist, aus dem dies kroch!“

Nähere Informationen über das 'Rosenburg-Projekt' sind u.a. unter folgenden Links zu finden:

http://www.bmjv.de/DE/Themen/Projekt...g_node.html


http://www.zeit.de/news/2016-10/09/g...um-09202604

19 Kommentare

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Weiter unten wird korrekt festgestellt, dass die Beamtenschaft während des NS-Regimes ohne Ausnahme PG zu sein hatte.

Säter war es das erklärte Ziel der Adenauer-Politik, diese "politischenSchwungmasse", die Beamtenschaft, in die Nachkriegsgesellschaft zu integrieren.
Das ist auch geschehen.
Mit dem Erfolg, dass die Verhältnisse in den 1950er Jahren stabil geblieben sind.

Zum Ende der 1950er Jahre kam Adenauer zur Erkenntnis, dass der "Apparat" zu vielen Nazis eine neue Heimat gegeben hatte.
Von dieser Zeit an startete die Regierungs eine kritische Überprüfung der Beamtenschaft.

Nicht 10 Jahre später, 1968, Rudi Dutschke war der Trigger, sondern das Kabinett Adenauer 1959.

Ähnliche Verhältnisse herrschten im Irak nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein.
Das Militär und die Beamtenschaft im Irak wurden von wenig informierten US-Amerikanern aus Ämtern und Positionen - aus dem Apparat gejagt.
Der Apparat brach zusammen und ein neuer Apparat im Untergrund ist entstanden - Isis.
  • 13.10.2016, 22:19 Uhr
  • 0
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Zitat
"Über das wahre Ausmaß dieser 'Verseuchung' des Justizapparates durch den braunen Bazillus ist bis jetzt nur wenig an die Öffentlichkeit gedrungen. " Zitat ende

Was "das wahre Ausmaß" betrifft, kann es schon sein.
Neu ist und war das Thema für keinen politisch interessierten
Menschen. Spätestens seit 1966 als Rudi Dutschke mit
der Studentenbewegung APO u.a. auch dagegen aufbegehrte,
hätte es jeder wissen müssen.

Zitat
Des Weiteren forderte die APO eine Demokratisierung der Universitätspolitik (ein Motto der Studentenbewegung, das die Verkrustung der Strukturen an den Hochschulen aufzeigen sollte, lautete: „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“). Man warf der Elterngeneration, die sich nur für wirtschaftlichen Wiederaufbau interessiere, eine gesellschaftliche Verdrängung der Verbrechen des Nationalsozialismus vor und insbesondere die Tatsache, dass immer noch ehemalige Nationalsozialisten in hohen und höchsten Ämtern saßen. Zitat ende. Quelle Wikipedia

Die meisten haben es gewusst und geduldet!
Der Rest ist nachzulesende Geschichte....

Mich wundert die Verwunderung und ein Schlussstrich kann
doch erst nach einer echten Aufarbeitung und sichtbare
Verbesserungen der bestehenden Strukturen gezogen werden.
Beides ist ld. auch nach mehr als 60 Jahren nicht in Sicht.
  • 11.10.2016, 19:13 Uhr
  • 2
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Gegen die Aufarbeitung bestehen doch keine Bedenken. Das BJM hat es doch selbst in Auftrag gegeben...

http://www.bmjv.de/SharedDocs/Artike...1C.1_cid324
  • 11.10.2016, 17:10 Uhr
  • 0
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"Das Justizministerium der jungen Bundesrepublik hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine Vielzahl ehemaliger Nazi-Juristen übernommen. "
einer dieser Juristen, der Marinerichter Hans Filbinger, wurde Ministerpräsident von Baden-Württemberg ...
ein anderer schaffte es sogar Bundeskanzler zu werden ...
und zwei ehemalige NSDAP-Mitglieder wurden Bundespräsident ... Walter Scheel und Karl Carstens ...
letzterer war ab 1933 bei der SA ...
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...A4tig_waren
  • 11.10.2016, 15:59 Uhr
  • 0
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Lieber Herr Kampmann,
Sie sind ja noch älter als ich und Sie sind genau wie ich, Zeitzeuge jener unseeligen Zeit. Ich weiß nicht, wie Sie als Kind die Nazizeit erlebt haben? Ich habe Sie in einem antifaschistischen Elternhaus erlebt und wir wollten nach dem Krieg ein neues demokratisches, rechtstaatliches und meinungsfreies Deutschland schaffen. Wir heben gesehen, dass an vielen Stellen des öffentlichen Lebens alte Nazis waren. Aber wir wusste auch, Adenauer hatte keine andere Wahl, als auf die alten Nazieliten zurückzugreifen. Alle im öffentlichen Dienst während der Nazizeit mussten in der NSDAP sein, es gab keine anderen. Wir wollten nach dem zweiten Weltkrieg Deutschland wieder aufbauen. Es gab ganz sicher Parteimitglieder der NSDAP, die sich persönlich nichts zu schulden haben kommen lassen, es gab sicher auch Parteimitglieder, die schuldig geworden waren. Wenn schuldig gewordene ehemalige Parteimitglieder gefunden wurden, gab es auch nach dem Krieg Strafverfahren. Aber es hat auch ganz bestimmt Seilschaften ehemaliger Parteimitglieder, die sich gegenseitig schützen. Was mich an dieser Diskussion stört, ist der moralische Rigorismus und der verlogene Hintergrund dieser Debatte. Maas führt diese Auseinandersetzung als Diskriminisierungskampagne gegen die AFD. Er will überall Nazigeister aus dem braunen Sumpf emport steigen sehen, die er in einem heldenhaften Kampf besiegt. Dabei geht es nur darum, die Diskussion von dem totalen Versagen unserer politischen Eliten abzulenken!
  • 11.10.2016, 15:12 Uhr
  • 4
"Maas führt diese Auseinandersetzung als Diskriminisierungskampagne gegen die AFD"
Dieser Vorwurf wird schon dadurch entkräftet, dass die Einsetzung einer Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Januar 2012 erfolgte. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine AfD.
Auch die Verunglimpfung des Justizministers Maas durch Gerd Sch. ist daher ein Schuss ins Leere.
  • 11.10.2016, 16:24 Uhr
  • 2
ja Bernd, ähm Helga,
die letzten Landtagswahlen haben gezeigt, welchen Rückhalt diese jämmerlichen Figuren bei den Wählern haben ...

"CDU-Europaabgeordneter fordert Koalition mit der AfD
Wenn die SPD mit der Linken koaliere, könne die CDU dies auch mit der AfD, sagt der sächsische Abgeordnete Winkler. In Sachsen-Anhalt wäre das sinnvoll gewesen, meint er."

Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschla...ion-cdu-afd
  • 11.10.2016, 18:09 Uhr
  • 0
Dass es in der CDU bereits Leute gibt, die angesichts der sinkenden Umfragewerte für ihre Partei ihre Felle (Partei-Pfründe) davonschwimmen sehen und sich schon nach Rettungsinseln umsehen, das wird am Beispiel dieses Herrn Winkler - und anderer Abtrünniger - deutlich. Das Ende der CDU wäre nahe, wenn die Parteiführung deren Ratschlägen folgen würde.
  • 11.10.2016, 18:18 Uhr
  • 1
Bernd,
wie man unschwer erkennen kann, kennst du dich mit jämmerlichen Figuren besonders gut aus ...
  • 11.10.2016, 19:00 Uhr
  • 0
Kann mich bitte mal jemand aufklären, wer dieser hier mehrfach erwähnte ominöse Bernd ist, der bisher keinen Kommentar zu diesem Beitrag geschrieben hat?
  • 11.10.2016, 19:20 Uhr
  • 1
Mir scheint, hier werden auch schon mal persönliche Antagonismen ausgefochten. Vielleicht wären PNs die bessere Alternative. In diesem Strang jedenfalls ergeben sie wenig Sinn.
  • 11.10.2016, 19:27 Uhr
  • 2
"Vielleicht wären PNs die bessere Alternative."
funktioniert nicht ... "Bernd" hat mich blockiert ...
  • 11.10.2016, 19:29 Uhr
  • 0
Ich hoffe, dass es nun wieder für alle möglich ist, zur Sache Stellung zu beziehen, ohne sich gegenseitig zu beharken. Ich hatte den Eindruck, dass die beiden Kontrahenten in der Sache gar nicht so weit auseinander waren. Habe ich mich da geirrt?
  • 11.10.2016, 19:42 Uhr
  • 2
warum muss bei seniorenbook jede Diskussion ausarten?
  • 11.10.2016, 19:45 Uhr
  • 0
nicht jede Diskussion ...
  • 11.10.2016, 19:47 Uhr
  • 0
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Die Mehrheit derer die sowohl im Krieg, als auch hinterher als Schaf im Wolfspelz agierten, waren wohl in der CDU beheimatet. Wen wundert es da, daß die Justiz zu verhindern wußte, daß Ihre einstigen Brüder und Schwestern im Geiste vor dem Kadi landeten. Heute ist es eine Schande für die Justiz, daß man die kleinsten Rädchen der NSDAP und manche waren nicht einmal Mitglied in dieser Partei, sondern nur Soldat war, nach über 70 Jahren vor Gericht gestellt werden - nur weil er ein Schreiberling war. Heute irgend wie Peinlich, warum nicht vor 70 Jahren? Ihr Vortrag Herr Kampsmann ist sehr, sehr lesenswert.
  • 11.10.2016, 12:10 Uhr
  • 2
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War ja schon einiges hinlänglich bekannt und wurde immer so herrlich geleugnet, es wurde Zeit, dass sich ein Historiker mit dem Thema beschäftigt hat. Aber es ist bedauerlich, dass erst die Elite sterben mußte.
  • 11.10.2016, 11:58 Uhr
  • 2
Die sogenannte Elite hat und wird immer Wege finden......
  • 11.10.2016, 19:17 Uhr
  • 2
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