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Euro-Schulden

Euro-Schulden

22.02.2017, 15:32 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Schulden in der Euro-Zone haben inzwischen die „800 Milliarden Grenze“ erreicht.

Ein aktueller Bericht, wonach die Euro- Zone in Turbulenzen geraten ist, hat mich aufgeschreckt und mich zu nachfolgender Frage angeregt:

Kommt es zum Kollaps des Euro und ist der deutsche Steuerzahler dann der große Verlierer?

19 Staaten umfasst die Euro-Zone, 16 davon geben Jahr für Jahr mehr Geld aus, als sie einnehmen.

Nur Luxemburg, Estland und Deutschland kommen mit ihren Steuereinnahmen aus.

14 der 19 Euro-Staaten sind nach Definition der Maastricht-Kriterien überschuldet. Nur Luxemburg, Estland, Lettland, Litauen und die Slowakei haben eine Staatsschuldenquote von weniger als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

13 Euro-Staaten gibt Deutschland also unbegrenzt Kredit, „Deutschlands heimliches 750-Milliarden-Risiko“ nannte das die „Neue Zürcher Zeitung“ schon vor einigen Wochen.

Inzwischen ist das Risiko noch weiter angewachsen – nämlich auf mehr als > 800 Milliarden Euro < haben sich diese Forderungen inzwischen aufgetürmt und sind damit höher als während der schlimmsten Phase der Griechenland-Krise.

800 Milliarden - das ist mehr als das gesamte Steueraufkommen von Bund, Ländern und Gemeinden in einem Jahr.

800 Milliarden – das ist mehr als ein Drittel der gesamten Staatsschulden in Deutschland.

800 Milliarden – das ist so viel, wie Deutschland in 17 (!) Jahren an neuen Krediten aufgenommen hat.

Und die Moral dazu lautet:

Leiht man seinen bankrotten Freunden Geld und bekommt es nicht zurück, würden wir sagen: „Selber schuld“!

Wenn aber die anderen EU-Staaten bei uns Schulden von 800 Milliarden Euro aufhäufen, dann heißt das „Target-Saldo“ – und keiner kapiert es*).

*) Lt. Wikipedia:
Das System TARGET wurde unter der Federführung des Europäischen Währungsinstituts eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Infrastruktur, die für das reibungslose Funktionieren der Politik auf dem Gebiet der einheitlichen Währung unabdingbar ist. Mittels TARGET sollen die Europäische Zentralbank sowie die nationalen Zentralbanken der Euro-Zone in der Praxis ihre Währungspolitik durchführen, indem sie Liquiditäten in das System einbringen oder aus ihm abziehen. Über TARGET sollen die Geschäftsbanken auch ihre Arbitrage-Möglichkeiten zwischen den verschiedenen Finanzplätzen wahrnehmen und somit eine Angleichung der kurzfristigen Zinsen und letztendlich die Konsistenz der Währungspolitik sicherstellen. In diesem Sinne ist TARGET also vor allem ein Mittel der Währungspolitik der EURO-Zone.

„Wo bleibt nur der gesunde Menschenverstand“, was sagen denn unsere Politiker im beginnenden Wahlkampf zu dieser Entwicklung und hat man den Grundsatz von "Adam Riese" vergessen - oder wird von der EZB einfach frisches Geld gedruckt?

PS: Wussten Sie, dass die EZB alle ihre Käufe auf der Basis von Garantien ihrer Eigentümer finanziert, d.h. der Staaten der Euro-Währungsunion.

Der deutsche Anteil ist wie in dem vorstehenden Bericht ausgeführt inzwischen auf "800 Milliarden Euro" angewachsen!

Pikant ist, dass ein Euro-Land, das sich zu einem Austritt aus der EU entschließen sollte, gleichzeitig zur Einzahlung seiner anteiligen Garantiesumme verpflichtet wäre; z.B. für "F" oder "I" geradezu utopisch!

Da GB kein Mitglied der Währungsunion ist, trifft das beim Brexit nicht zu. Trotzdem sind noch langwierige Abwicklungsschwierigkeiten zu erwarten.

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15 Kommentare

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Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU)
„Die Kosten werden untragbar“

Eine integere Persönlichkeit und absoluter Finanzexperte aus München, hat mir soeben (18.04.17) einen Bericht aus der Neuen Züricher Zeitung übermittelt und meint, dass dieser „sehr lesenswert und für die jüngere Generation alarmierend“ wäre.

Zerfällt die EWWU – nachdem die Kosten scheinbar untragbar geworden sind?

Ich meine, dass dieser Vorgang auch ergänzend zu meinen Themenbericht zu sehen ist.
  • 18.04.2017, 20:13 Uhr
  • 0
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Ich denke, ein ganz großes Problem war ganz einfach der Fehler, dass bei Gründung der Euro Zone viele Länder in die Währungsunion aufgenommen wurden, die von der wirtschaftlichen nicht im Ansatz dazu passen und die von vorne herein darauf aus waren, hieraus ihre Provite zu ziehen. Ich liebe z.B. Griechenland, aber Länder mit so einer maroden Wirtschaftsleistung passen ganz einfach nicht zu Wirtschaftsnationen wie Deutschland, Frankreich, Schweden usw.
DAs nutzt nun aber alles nichts und wir können nur hoffen, dass der Kelch nicht umkippt, denn wenn er kippt, sind wir die ganz großen Verlierer und insbesondere der normale deutsche Bürger, denn der Löffelt die Suppe dann wieder aus, so wie es schon einmal war.
  • 23.02.2017, 17:56 Uhr
  • 4
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Wo bleiben die guten Ratschläge für die Zeit danach? Also, Eigenversorgung durch Hausgarten und Schlachttiere und Aneignung von Fertigkeiten aller Art. Was sonst noch?
  • 23.02.2017, 11:18 Uhr
  • 0
Ja, wie wird es wohl weiter gehen (in der derzeitigen Form bestimmt nicht mehr lange) und was meinen Sie, was in der Realität passieren würde, wenn der Euro zusammenbrechen sollte?

Ich meine:

Zunächst einmal gibt es kein Geld mehr von der Bank und am Automaten und der Warennachschub in den Verkaufsgeschäften wird schlagartig gestoppt, weil die Lieferanten ja kein Geld mehr bekommen.

Auch unser Sozialstaat würde nach und nach zusammenbrechen, denn er muss ja seine Leistungen extrem zurückfahren und auf vom Staat angelegte „Notvorräte“ zurückgreifen.

Was passiert dann aber wohl noch weiter?

Dann stehen sich Linke und Rechte, Arme und Reiche, Inländer und Ausländer, religiöse und nicht religiöse Gruppen gegenüber und wenn der Staat in dieser Situation nicht richtig eingreift und entsprechend umsichtig handelt, könne es zu bürgerkriegähnliche Zustände in Deutschland kommen.

Der Staat wird im schlimmsten Fall die „Notstandsgesetze“ hervorholen, die von ihm am 30. Mai 1968, in der Zeit der ersten Großen Koalition (vom Deutschen Bundestag), erlassen wurden – und auch anwenden.

Die Notstandsgesetze änderten das Grundgesetz und fügten eine Notstandsverfassung ein, welche die Handlungsfähigkeit des Staates in Krisensituationen (Naturkatastrophe, Aufstand, Krieg) sichern soll.

Sie und auch ich können leider nicht viel machen als abwarten und hoffen, dass es nicht zu einer solchen „außergewöhnliche Staatsnotlage“ in Deutschland kommt – unsere Herrn Politiker sollten wir vorsorglich dazu auch einmal konkret und kritisch fragen!
  • 23.02.2017, 12:39 Uhr
  • 2
Warten wir´s hoffnungsvoll ab und betreiben Eigenvorsorge. Die Politiker können unsere Fragen auch nur mit Spekulationen beantworten, da sie das Ausmaß ebenfalls nicht kennen.
  • 24.02.2017, 16:05 Uhr
  • 0
Meinen Heimatabgeordneten habe ich mit diesem Thema konfrontiert und um seine - bzw. die Meinung seiner Partei - dazu gebeten. Bin gespannt, welche Antwort ich tatsächlich bekommen werde.
  • 24.02.2017, 16:18 Uhr
  • 2
Keine!
  • 24.02.2017, 18:45 Uhr
  • 2
Die Antwort lautet wie folgt:
Der von Ihnen angesprochene Sachstand beschäftigt die Staaten der Eurozone bereits seit den Krisenjahren 2008 und 2009 intensiv. Auch im Jahr 2017 werden die Mitgliedsstaaten sich mit Ungewissheiten am Finanzmarkt auseinandersetzen müssen. Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank macht es Schuldnerstaaten in ganz Europa noch leichter sich zu verschulden und Reformen aufzuschieben. Die daraus resultierte Abkehr von den Bemühungen zur Sanierung der Staatshaushalte gefährdet die Stabilität der Eurozone. Gleichzeitig kommt das investierte Geld nicht in der Realwirtschaft an, aber belastet vor allen Dingen die Sparer in Deutschland. Riesige Rettungsschirme für reformunwillige Staaten, ständige Schuldenstreckungen und die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank werden keine Dauerlösung für die Eurozone bleiben können. Doch eine einfache Lösung wird es in dieser komplexen Thematik auch nicht geben können.

Die CSU bringt sich deshalb seit Jahren korrigierend im Lösungsprozess um die Euro-Krise ein. Nachhaltiges Wachstum erreicht man nur durch Stabilisierung der Finanzen, Abbau von Schulden und Strukturreformen. Bayern handelt in diesem Sinne vorbildlich und zahlt seit einigen Jahren sogar Schulden zurück. Gleichzeitig bleiben wir auf der Siegerstraße, was stabiles Wachstum, steigende Reallöhne und hohe Beschäftigungszahlen angeht. Diesen Weg des wirtschaftlichen Wachstums und der Reformen – den Bayern und Deutschland schon vor Jahren gegangen sind! – müssen auch Staaten wie Griechenland und Italien gehen. Es ist klar, dass das auch für die dortige Bevölkerung harte Einschnitte bringt. Die Erfolgsgeschichte Deutschlands aber zeigt, dass dieser Weg der richtige ist.

Klar ist, dass vor allem Griechenland die Reformen auch umsetzen muss. Der Reformprozess in Griechenland wird international überwacht. Für uns war es zudem auch immer eine Grundvoraussetzung, dass der IWF sich weiter an den Maßnahmen beteiligt. Daran halten wir fest.

Bei allen Diskussionen sollten wir aber auch keine Weltuntergangsszenarien an die Wand malen. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Euro für uns ein großer Gewinn ist. Bayern exportiert Waren im Wert von 180 Milliarden Euro in alle Welt – hauptsächlich aber in die Eurozone! Davon profitieren alle Menschen in Bayern. Deshalb stehen wir weiter zum Euro, fordern mit Nachdruck Verbesserungen, wo es nötig ist und rufen andere Länder auf, Reformen konsequent durchzuführen.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an mich wenden.
  • 09.03.2017, 14:45 Uhr
  • 1
Das heißt mit anderen Worten, die haben seit 10 Jahren nichts auf die Reihe bekommen?
  • 09.03.2017, 19:32 Uhr
  • 2
Genau – und ich ergänze:
„Wenn dafür die Jahreshauptversammlung eines Vereines anstehen würde, könnte man die Vorstandschaft beim besten Willen nicht entlasten und müsste ihnen eher in der Tat ihnen zurufen: "Ihr habt seit 10 Jahren trotz eines guten Konjunkturverlaufes absolut nichts auf die Reihe gebracht"!
  • 09.03.2017, 20:18 Uhr
  • 1
Die besten Politiker sind nicht in der Politik, sondern hier.
Deshalb geht es uns in Deutschland so schlecht, dass wir
im vergangenen Jahr nur 88 Milliarden für die Urlaube ausgeben konnten und über 1 Million Tonnen Kleidung weggeworden haben.
  • 10.03.2017, 10:22 Uhr
  • 0
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Es ist nicht die Frage ob, sondern nur noch wann, das ganze zusammenbricht.
Der Zeitpunkt dafuer duerfte nicht mehr allzu fern liegen.

Vielleicht gibts dann Dollar fuer alle, zuvor kauft sich die US-Elite, mit ihrem ebenfalls wertlosen Geld aber mit mehr Macht ausgestattet, die EU fuer nen Apfel und ein Ei ein.
  • 23.02.2017, 00:27 Uhr
  • 2
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Da gibt es sehr unterschiedliche Zahlen, es kommt darauf an wer die Zahlen nennt und wie sie begründet werden. Die es wissen müßten, lassen uns im Regen stehen und die vielen Rettungsschirme werden sicherlich nicht reichen, um einen Bankrott verhindern zu können. Wie immer kommt es dann zu einer Währungsreform, bei der die Kleinen verlieren und die Großen sich aus dem Staub machen - das war immer so!
  • 22.02.2017, 21:42 Uhr
  • 2
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Merkel und Schäuble interessieren die die Schulden nicht, wichtig ist nur das die ihre Ziele durchsetzen. Das eigene Volk kann ruhig noch für die Drecks-EU weiter ausgebeutet und ausgepresst werden.
  • 22.02.2017, 19:09 Uhr
  • 2
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Die nächste Finanzkrise steht schon vor der Tür!
  • 22.02.2017, 17:16 Uhr
  • 4
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