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"Wir sind das Volk" Was heißt das?

02.03.2017, 16:45 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

"Wir sind das Volk" Was heißt das?
Bevor man etwas verurteilt, sollte man erst mal versuchen zu verstehen, wie es zu solch einem Hinweis bzw. Protest gekommen ist.
Dieser Protest stammt aus der damaligen DDR. Um zu beantworten, wie es dazu kam, muss man sich die deutsche Geschichte etwas näher ansehen und im Besonderen die Geschichte der damaligen DDR bzw. der seit 1990 genannten „Neuen oder östlichen Bundesländer“
Deutschland, die neuen Bundesländer mit eingeschlossen, verloren gemeinsam den zweiten Weltkrieg gegen die Siegermächte USA, Russland, England und Frankreich und wurde unter diesen aufgeteilt und besetzt. Es war eine schwere Zeit für das zerstörte Deutschland.
Die östlichen Bundesländer hatten obendrein das Pech, von den kommunistischen Streitkräften besetzt zu werden, die aus der damaligen von den deutschen Streitkräften zerstörten Sowjetunion stammten.
Es ist verständlich, dass sich die sowjetischen Streitkräfte als Wiedergutmachung nahmen, was sie brauchten und den Ostdeutschen sagten, wo es lang geht, besonders auch politisch und wirtschaftlich. Dadurch ging der Wiederaufbau im Osten schleppend voran.
In Westdeutschland war der Wiederaufbau gleichermaßen schwierig, aber mit der Unterstützung der USA (Marschall-Plan) kam es später sogar zum deutschen Wirtschaftswunder, was von manchen Ostdeutschen sicherlich neidvoll beobachtet wurde.
Als die sozialistische Wirtschaft in den Ländern östlich des „Eisernen Vorhangs“ auch politisch scheiterte, gingen die mit ihrer Regierung unzufriedenen Ostdeutschen auf die Straße und gaben erstmals mit dem oben genannten Protestruf „Wir sind das Volk“ ihren Unmut kund, was zur Öffnung der Grenzen nach Westdeutschland und letztendlich zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten führte.
Mit der Wiedervereinigung musste schnell ein Weg gefunden werden, um die marode Planwirtschaft der ehemaligen DDR der prosperierenden Marktwirtschaft der BRD anzugleichen. Dazu wurde eine umstrittene Treuhand-Gesellschaft gebildet mit dem Ziel: „Schnell privatisieren, entschlossen sanieren und behutsam stilllegen“. Leider wurde daraus eher: “Zu schnell stillgelegt und zu wenig saniert“ Dies führte zur Arbeitslosigkeit von tausenden von ostdeutschen Bürgern, die nicht die von einem westdeutschen Bundeskanzler versprochenen „blühenden Felder und Wiesen“ vorfanden, sondern denen wieder einmal durch eine Obrigkeit gesagt wurde, „wo es lang geht“.
Als durch die Flüchtlingskrise viel Geld für Versorgung und Unterkünfte dieser Flüchtlinge aufgewendet werden musste, fühlten viele Arbeitslose und verarmte Rentner, diesmal auch westdeutsche, dass ihnen nicht in erster Linie geholfen wird und sie befürchten, dass dies zukünftig auch so weitergeht.
Somit sollte man verstehen können, dass der damals so erfolgreiche Protest „Wir sind das Volk“ oder vielleicht auch „Deutsche zuerst“, ähnlich wie „America first“ jetzt in den USA. wieder auflebt.
Das klingt zwar sehr nationalistisch bzw. egoistisch - aber, wenn man selbst zu den Benachteiligten einer Gesellschaft gehört, vielleicht auch ganz verständlich.
In einer Familie stehen doch auch die Familienmitglieder an erster Stelle.
Und so ist es auch im gesetzlichen Erbrecht als auch bei der Thronfolge in einer Monarchie festgelegt.
Also, für ein friedliches „Wir sind das Volk“ müsste man meines Erachtens Verständnis zeigen, wobei die Betonung auf „friedlich“ liegen muss.

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28 Kommentare

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Die DDR(Plan)-Wirtschaft musste zusammenbrechen, weil die Produkte ihre (Plan-)Kundschaft verloren hatten.

Der DDR-Gesellschaft war auch der "Kitt", der Klassenfeind, verlorengegangen.

Noch schlimmer.

Der "Ossi" hat seine Vorliebe für die Produkte des Klassenfeindes entdeckt.
Damit war er sich sebst nicht mehr treu geblieben, weil er ein wesentliches Element seiner Identität, nämlich das Klassenfeindbild, geopfert hatte.

Dies führte und führt zu inneren Konflikten der Ossis, lwelche von den Wessis nicht verstanden wurden und werden.

Schlimmer:

die Konflikte, die hinter der "Haben-wollen-Mentalität",meinst tief im Inneren verborgen) abliefen, wurden von Wessis mit kapitalistischen Augen gesehen und so (fehl-)interpretiert und (neg.)bewertet.

Aus dem Bewusstsein der chancenlosen Verlorenheit entsteht heute ein neues Gruppenbewusstsein unter dem Credo: WIR SIND DAS VOLK.

Das hat nichts mir dem Fanal von 1989 zu tun.
Meine ich.
  • 07.06.2017, 22:55 Uhr
  • 1
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Der Sozialismus im Osten musste scheitern, weil er von opportunistischen Kräften völlig ausgehöhlt war, wie übrigens jede Revolution vor ihm. Ich bin der festen Überzeugung das ein Sozialismus mit DEN Menschen im allgemeinen nicht machbar ist. Mit DEM Menschen im Besonderen schon, aber selbst dann würde es sehr schwierig sein.
Die jetzt "Wir sind das Volk" rufen, haben immer noch nicht erfasst dass sich die Welt völlig verändert hat und ihrer nicht mehr bedarf.
Selbst die, welche 89 die Wende mit diesem Slogan herbeiführten, würden, wenn sie das heute wieder machen würden, als Pack bezeichnet werden.
  • 05.03.2017, 07:33 Uhr
  • 2
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Ich habe mich zum australischen Volk gesellt,
weil man da noch fuer seine Familie arbeiten kann und nicht den halben Tag fuer andere schuften muss, die wie ich selbst oft erkennen musste, 20 Jahre und mehr, ohne einen Finger krumm zu machen, BMW fahren können aber kaum ein Wort deutsch sprechen.
  • 03.03.2017, 22:00 Uhr
  • 1
good on you, Hugo
Ich lebte auch 7 Jahre in Australien (Cooma, NSW) und 2 Jahre in Papua und Neu Guinea, damals unter austral. Verwaltung
  • 04.03.2017, 15:31 Uhr
  • 0
G'day mate.
Wir sind in Queensland, Gold Coast.
Wie kommt man nach Cooma?
Ist es die relative Nähe zur Hauptstadt?

Auf Google Earth, sieht es nach einer netten, kleinen Stadt aus.
  • 04.03.2017, 21:15 Uhr
  • 0
Hi mate, How ye going now?
Cooma liegt ca. 70 Miles entfernt von Canberra - man nennt es das Tor zu den Snowy Mountains. War dort mit der Konstruktion des Snowy Mountains Scheme und auch als Public Relations Officer beschäftigt.
In Surfers Paradise war ich mit meiner Verlobten. Bekamen einen höllischen Sonnenbrand auf dem Rücken vom Body surfen. Long ago and far away - and wonderful.
Ich wäre auch noch in Australien, wenn mein Vater nicht so sehr krank geworden wäre.
Read you later
  • 05.03.2017, 13:06 Uhr
  • 0
Ich wünsche dir alles Gute, vielleicht kommst du ja wieder nach Down Under, wenn es in Deutschland auch so zugeht, wie in Teilen von Frankreich.
  • 05.03.2017, 21:23 Uhr
  • 0
One never knows - Good luck to you, too
  • 06.03.2017, 11:07 Uhr
  • 1
@K.Wolf
Bei mir wurde ein englischer Kommentar gelöscht, weil er gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Ich wollte dich also nur warnen.

Auch die Verkürzung deines Namens ist diesen Nutzungsbedingungen geschuldet.
  • 07.06.2017, 21:31 Uhr
  • 1
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Da alle Deutschen aus Ost und West jetzt das gleich GG haben und seine Gültigkeit wohl unbestritten ist, kann Jederman nachlesen was man unter dem Begriff "das Deutsche Volk" versteht. Wichtig wäre die Einhaltung des Grundgesetzes nicht nur vom Volk, sondern auch von der politischen Elite ohne wenn und aber? Leider lassen unsere höchsten Gerichte viel zu viel durchgehen und weißen die Politiker zu wenig in Ihre Schranken. Leider muß ich M.F. in vielem Recht geben, was er schrieb - nicht in allen Punkten.
  • 03.03.2017, 12:51 Uhr
  • 1
Peter, hätte es mich so getroffen, wie ich es in meinem Bericht zu erklären versucht habe, wäre ich heute vielleicht auch auch AfD-Wähler
  • 03.03.2017, 14:13 Uhr
  • 0
Für mich ist jede demokratische Partei, die sich ans GG hält wählbar und sich für die wirkliche Demokratie, Einigkeit, Recht und Freiheit stark macht.
  • 03.03.2017, 20:37 Uhr
  • 2
  • 04.03.2017, 16:02 Uhr
  • 0
Martha Martha Du und Dein Frohsinn geben zu denken.
Du scheinst das Wesen des Kapitalismus immer noch nicht erfasst zu haben. Ich würde vorschlagen mal das Kapital von Marx zu lesen und Dr dann die Machenschaften der sog. "Treuhand" mal näher anzusehen. Dann wirst Du vielleicht begreifen worum es geht.
Und übrigens, Dein Neid auf die Ostdeutschen kommt hier sehr gut zum Ausdruck. Derselbe Neid den Du übrigens immer den Deutschen unterstellst, die auf die verfehlte Flüchtlingspolitik der Regierung verweisen.
  • 05.03.2017, 07:20 Uhr
  • 0
Die Treuhand war das klassische Beispiel unfähiger Beamter! Es sollte nicht mit der Wirtschaft verglichen werden. Vergleichen Sie nur einmal die Preisgestaltung der öffentlichen Hand bei der den verschiedenen Bauten und wenn eine Firma für die Produktion eine Montagehalle baut. Nach der Fertigstellung kostet das Gebäude beim öffentlichen Dienst das Doppelte bis zum dreifachen Preis, bei der Firma kommt das Ganze sogar kostengünstiger wie geplant. Das sind die kleinen Unterschiede.
  • 07.03.2017, 20:07 Uhr
  • 0
Die Treuhand war ein klassisches Beispiel für Beamte die ihre Aufgabe gemäß ihrer Vorgaben hervorragend erfüllten.
  • 08.03.2017, 08:33 Uhr
  • 0
Zu dieser Zeit machten viele Firmen leider zu, die ohne weiteres eine Chance gehabt hätten gegen die Betriebe in Westdeutschland bestehen zu können. Wenn sie annehmen das Geld zu verschleudern, stimme ich Ihnen sofort zu.
  • 08.03.2017, 17:58 Uhr
  • 1
Es war doch niemals geplant sich eine Konkurrenz im eigenen Lande zu schaffen. Also wurden die Fördermittel genutzt um die Betriebe runterzuwirtschaften, die Patente, und davon gab es viele, zu übernehmen und die Betriebe dann dicht zumachen. So schlug man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.
  • 09.03.2017, 08:17 Uhr
  • 1
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Blühende Landschaften , komplett sanierte Häuser/ Wohnungen /Straßen wurde geschaffen !
Die " westlichen " Rentenkassen wurden geplündert , um Renten an Personen zu zahlen , die nie einbezahlt hatten
Und du wirst doch nicht ernsthaft behaupten wollen , das die alten Fabriken / Betrieb in der "westlichen " Welt mithalten hätten können
( dazu war alles zu alt und marode )deshalb ging die DDR pleite und Rußland wollte es loshaben !
Mir geht diese seltsame " Habenwollen " Mentalität auf den Senkel !
Es geht halt nicht zusammen , der westliche Kapitalismus und die
DDR geprägte Denke !
Und NEIN , ihr falschen Patrioten seid NICHT das Volk !
( auch wenn ihr euch es einbildet )
  • 03.03.2017, 08:41 Uhr
  • 1
Und deine Denke geht mir mittlerweile auch auf den Senkel.
  • 03.03.2017, 08:56 Uhr
  • 3
@ M. F.
Was du heute an "Blühende Landschaften , komplett sanierte Häuser/ Wohnungen /Straßen" siehst in den neuen Bundesländern wurde, nach dem die Treuhand ihre fragwürdige Tätigkeit beendet hatte, gemeinsam von Ost- und Westdeutschen geschaffen. Wobei der für alle Steuerzahler heute noch gültige Solidaritätszuschlag kräftig mitgehofen hat.
Die DDR ging u.a. "pleite", wie du es nennst, weil der gesamte Ostblock Politisch und wirtschaftlich "pleite" ging - allen voran die damalige UdSSR. Ihr Präsident, Gorbatschof, suchte verzweifelt Geld und Möglichkeiten diese Pleite abzuwenden. Für seine Zustimmung für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war er mit 20 Millionen DM zufrieden. Der damalige Bundeskanzler Kohl sagte angeblich später "Wir hätten auch 100 Millionen DM gezahlt"
Wie du siehst, ist die Hintergrundinformation des wiedervereinten Deutschlands detailierter zu sehen.
  • 08.03.2017, 13:18 Uhr
  • 1
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Sehr gut Wolfgang , die Erklärung für , wir sind das Volk , kann ich nur bestätigen . Aber die Begründung warum dieses Wort wieder gebraucht wird liegt ja in unserer Politik begraben die viele Jahre daran gearbeitet hat das viele nicht mehr verstehen was da passiert .
  • 02.03.2017, 22:30 Uhr
  • 6
  • 03.03.2017, 14:15 Uhr
  • 0
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Lieber Wolfgang! Vielen Dank für diesen Beitrag.
  • 02.03.2017, 19:48 Uhr
  • 2
sehr gerne, liebe Angela
  • 02.03.2017, 20:53 Uhr
  • 1
Der Warschauer Vertrag war auch abgelaufen, und die Russen sind zu Haus.
Aber wir sind immer noch kein Souveränes Volk.
Der Aufbau des Westdeutschen Gebietes war nicht ohne Hintergedanken, das sieht man an der
Multikultipolitik, die im Interesse der Siegermächte ist.
D. schafft sich ab.
In der Politik geschieht alles nach Plan.( Hootonplan)
Politik geht auch anders zB. nach Christoph Hörstel
  • 02.03.2017, 22:23 Uhr
  • 3
Manfred, liegt hier ein Hauch von Verschwörung in der Luft?
  • 03.03.2017, 08:54 Uhr
  • 0
NEIN!!!
Jeder Informiert sich so gut er kann.
Es ist schwer einen Durchblick zu bekommen, aber einfach mal mit Willy Wimmer anfangen:
oder auf YOUTUBE bei:
www.verfassunggebende-versammlung.com
www.deutsche-mitte.de
Christoph Hörstel Deutsche-Mitte
Andreas Popp
Dirk Müller
Dr. Rath
Prof.Hamer
Ken FM
Prof. Wilhelm Hankel
Konstantin Wecker
Willy Wimmer
Volker Pispers
Daniel Eskulin
Wolfgang Rettig
Eugen Drewermann
Prof. Bocker
Hans Werner Sinn
Heiner Flassbeck
Dr. Andreas Noack
Dr. Daniele Ganser
Daniel Eskulin
Udo Ulfkotte (gestorben 01/2017)
Wolfgang Gründinger
Andreas Clauss (gestorben 09/2016)
MfG
  • 03.03.2017, 18:26 Uhr
  • 2
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