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Die ganze Welt vergessen - Internationaler Frauentag 2017

Die ganze Welt vergessen - Internationaler Frauentag 2017

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
13.03.2017, 10:43 Uhr

Eigentlich … haben wir den Weltfrauentag, Internationalen Frauentag, IFT und seine Bedeutung, ja die ganze Welt vergessen. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir jetzt seit zehn Jahren den Equal Pay Day begehen und dies fast all unsere Kräfte der ehrenamtlichen Organisation bindet. Beim Equal Pay Day geht es um die unfaire Bezahlung von Frauen gegenüber den Männern im Schnitt und im Einzelfall, also ums Geld. Das ist wichtig, aber es ist eben nur ein Ausschnitt aus dem großen ganzen Bild. Die Globalisierung fällt uns so auf die Füße, und die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts durch den industriell verursachten Klimawandel hat weltweite soziale Folgen. Wir aber gucken nur national: Der EPD hat den IFT abgelöst, man könnte fast sagen abgekauft.

Die Gleichheit ist da, wo es um den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen geht, denn dies stand auch am Anfang des Weltfrauentags. Dennoch: Uns geht es hier auf diesem nördlichen und westlichen Teil der Erde gut und sehr gut - sehr vielen Frauen in den anderen Ländern jedoch nicht. Wir haben sie beinahe vergessen, ihren Kampf um nicht nur gerechten Lohn, sondern ums Überleben, um Gesundheit, Gewaltfreiheit, Bildung, Entwicklung, Anteil am Besitz.

Aber die Welt ist in Bewegung geraten, unsere Sicherheiten schwankend. Das Elend der ganzen Welt ist mit einigen Hunderttausend bzw. schon über einer Million Menschen auch in unsere Ortschaften und unser Leben vorgedrungen. So können wir den Internationalen Frauentag auch wieder bedenken und nutzen für eine weltweite Solidarität von Frauen mit Frauen:

Allgegenwärtig ist die Gewalt gegen Frauen, überall auf der Welt. Krasse Fälle aus armen Ländern schrecken uns auf. Aber auch direkt neben uns ist die häusliche Gewalt zu finden, wird bei Verlassen verletzt und gemordet. Wir müssen immer wieder verlangen, dass die Gewalt gegen Frauen geächtet und bekämpft wird. Dass sie einmal ein Ende hat!

Soziale Gerechtigkeit ist eine zentrale Forderung, hier wie global. Die Mittel und der Besitz sind so haarsträubend ungerecht verteilt auf der Welt, wir müssen wirkliich darauf achten.

Wir wissen, wie wichtig Bildung ist. Hier müssen wir investieren. Eine Frau, die sich bilden konnte, kann sich selbst und den Ihren viel besser helfen. Da geht es nicht nur ums Geld, das wäre zu platt. Da geht es um das ganze Leben.

Vorbilder: Es gibt so viele tolle Frauen, weltweit. Es gibt sie im Familien- und Bekanntenkreis, in der Gesellschaft, in der wir leben, es gibt Unternehmerinnen und Abgeordnete, Intellektuelle und Powerfrauen. Sie alle bewegen die Welt. wir müssen mehr miteinander ins Gespräch kommen über diese vielen ermutigenden Vorbildfrauen!

Und im Augenblick, da es für die Frauen auch in westlichen Kabinetten eher an Zahl und Macht nach hinten geht, in Vorständen nicht nach vorne, Frauenstellen aufgelöst werden, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sich für die Frauen und die Männer, die es wollen, nur allmählich verbessert, Chauvinisten an die Macht kommen, Nationalisten in ihre Nähe, da geht es auch um die Freiheit in unseren Gesellschaften, die wir gerade als Frauen ein besonderes Interesse haben, zu verteidigen. Wir werden also unsere Freiheit in Deutschland und in Europa nützen zur Geschwisterlichkeit auf der ganzen Welt, zur Forderung nach dem Ende der Gewalt und für die Finanzierung von Bildung und fairem Handel, von dem alle etwas haben.

Deshalb sollte der Weltfrauentag nicht mehr so vergessen werden, ein Tag der weltweiten Solidarität, denn es wird keine gerechte Gestaltung der Globalisierung, keinen fairen Handel und keine freie Entwicklung geben - ohne uns Frauen!

2 Kommentare

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Wald der Ungerechtigkeit ist unübersichtlich.
Wenn für Jedermann-Jedefrau Zugang zu Bildung selbstverständlich ist und man sich an "Fleischtöpfe Ägyptens" satt essen kann, interessiert keinen wo sie überhaupt her stammen, an wenigstens diejenige für die Sie erkämpft sind.

Das eine einzige, wenn auch sehr zu hinterfragende Kommentar, zu diese Frauen Thema, aus den Feder eines Mannes stammt, ist Spiegel für unsere Frauenstand heute.

Frauen Organisationen sind da, nicht mehr so aktiv.
In der Stadt wo ich wohne fand man am 8. März in Tagepresse gerade 3 Veranstaltungen zu diese Thema und paar mehr oder weniger nicht sagende, historisch betonte Artikel.


Der Urwald die Frauen auf den Weg der Gleichberechtigung zu roden haben ist noch sehr Mächtig.
Ich lese gerne Ihre Beiträge und finde Themen die sie ergreifen wichtig auch wenn ich mich von Glaube her wo anders orientiere .
  • 24.03.2017, 03:05 Uhr
  • 0
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Vielen Dank für Ihre freundliche Zuschrift. Übrigens, wir sind ein evangelischer Frauenbund, aber wir sind für alle Frauen da und üben keinerlei religiösen Druck aus. Wir missionieren auch nicht und drängen niemandem etwas auf. Es stimmt genau, was sie beobachtet und beschrieben haben, Frauenthemen werden von den Medien gerne ignoriert oder historisch behandelt. Dabei ist es weltweit so nötig, sich für die Gleichberechtigung einzusetzen - wie Sie geschrieben haben, der Urwald ist noch so mächtig... Viele Grüße!
  • 19.04.2017, 10:14 Uhr
  • 0
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