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Haftbefehl gegen IS-Kommandeur Abdul Beset A. nach BVB-Anschlag beantragt -  ...

Haftbefehl gegen IS-Kommandeur Abdul Beset A. nach BVB-Anschlag beantragt - doch es bleiben Zweifel

News Team
13.04.2017, 10:24 Uhr
Beitrag von News Team

War der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund das Werk eines Islamisten oder etwa doch nicht?

Die Bundesanwaltschaft hat heute (13. April 2017) beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Haftbefehl gegen den 26-jährigen irakischen Staatsangehörigen Abdul Beset A. beantragt. Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich im Irak als Mitglied an der ausländischen terroristischen Vereinigungen „Islamischer Staat“ (IS) beteiligt (§ 129b Abs. 1, § 129a Abs. 1 StGB) zu haben.

Der Beschuldigte war gestern im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus der Fußballmannschaft von Borussia Dortmund vorläufig festgenommen worden. Die Ermittlungen haben bislang keinen Beleg dafür ergeben, dass der Beschuldigte an dem Anschlag beteiligt gewesen ist.

Allerdings steht der Beschuldigte im Verdacht, sich spätestens Ende 2014 im Irak dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen haben. Den Erkenntnissen zufolge führte er dort das Kommando über eine Einheit von etwa zehn Personen. Aufgabe seiner Einheit war es, Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorzubereiten. Auch soll er selbst für die Vereinigung gekämpft haben. Im März 2015 reiste er in die Türkei aus und von dort aus Anfang 2016 weiter nach Deutschland. Auch von Deutschland aus unterhielt der Beschuldigte weiterhin Kontakte zu Mitgliedern des „IS“.

Der Beschuldigte wird heute Vormittag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der über den Erlass eines Haftbefehls und die Anordnung von Untersuchungshaft entscheiden wird.


Während die Polizei aufgrund eines Bekennerschreibens von einem islamistischen Hintergrund ausgeht, ist Terrorismus-Experte Peter Neumann anderer Ansicht.

In der ZDF-Talkshow von Moderator Markus Lanz sagte der Experte, dass gleich mehrere Aspekte des Schreibens Zweifel aufwerfen.


1. Es fehle das Logo des IS.
2. Der IS ist nicht dafür bekannt, kleinteilige Forderungen zu stellen
3. Der Anschlag wurde nicht in den einschlägigen Internetforen des IS diskutiert.
4. Im Bekennerschreiben tauchen Ausdrücke auf, die ein Islamist niemals so verwenden würde.

Neumann sagte:

Ein Dschihadist würde das Kalifat nie als Kalifat beschreiben, sondern als Kalifa.

Diese Ausdrucksweise irritiere ebenso, wie es irritieren würde, wenn ein Computer-Nerd statt von einem "Apple-PC", von einem "Apfel-PC" sprechen würde.

Zwei Szenarien denkbar

Für Neumann ergeben sich daher zwei Szenarien: Entweder hat der IS mit dem Anschlag überhaupt nichts zu tun. Oder ein IS-Sympathisant, der aber kein Mitglied der Terrormiliz ist, hat ihn auf eigene Faust durchgeführt.

Dass es sich in Dortmund nicht um ein Selbstmordattentat handelte, spreche dagegen nicht zwingend gegen eine vom IS inspirierte Tat.

Es ist falsch zu glauben, dass der IS alle in den Tod schickt.

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