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Die Unschuld der Wörter

15.08.2017, 15:53 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Nachdem Martin Luther, indem er „den Leuten auf der Straße aufs Maul schaute“, durch seine Bibelübersetzung eine vitale, anschauliche Sprache geschaffen hatte – nicht umsonst gilt er als „Vater der deutschen Schriftsprache“ -, fanden in den folgenden Jahrhunderten auch Wörter aus den Nachbarländern Aufnahme im Deutschen.
Sie werden als Lehn- oder Fremdwörter bezeichnet und haben sich oft so eng an die Gastsprache angeschlossen, dass ihr Ursprung oft gar nicht mehr erkennbar ist. Hierher gehören Wörter wie Frisör, Offizier, Fantasie …
Seit Ende des letzten Weltkriegs gab es einen regelrechten Ansturm englischer
und amerikanischer Wörter, die gern in die Alltagssprache aufgenommen wurden wie z.B. Jeans, Top, Shirt ...

Später, als Fernseher und Computer unverzichtbar wurden, gehörte die Fachsprache Englisch einfach dazu: Social network, User, Account, facebook, thread, shitstorm …

In der Klassik, zur Zeit Goethes, gab es schon eine Gruppe von Puristen, die die Aufnahme fremder Wörter in die eigene Sprache vehement ablehnten. Ein kurioses Beispiel ist das Wort 'Fenster'.
Es stammt vom lateinischen 'fenestra' ab und wurde nur eingedeutscht. Nun sollte es aber durch ein rein deutsches Wort ersetzt werden, und man schlug das Kompositum 'Tagauge' vor.
Natürlich wollte niemand mit diesem Ungetüm von Wort etwas zu tun haben.
Schließlich griff Goethe ein und meinte, das Deutsche sei stark genug, „Fremdwörter zu verschlingen“.

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Der Neue Duden, vor Kurzem herausgekommen, hat 5000 Neologismen aufgenommen, die durch die Veränderung der sozialen und politischen Situation entstanden sind; Begriffe wie Wutbürger, Gutmenschen, Lügenpresse etc. gehören dazu.

Zu beobachten ist auch eine gegenläufige Tendenz, die bestimmte Wörter, wenn nicht entfernen, so doch stigmatisieren möchte.
Dazu gehört das nationalsozialistische Vokabular aus jener historischen Epoche zwischen 1933 und 1945, die dem Ansehen Deutschlands in der Welt enorm geschadet hat.
Wer würde es wagen, das Wort „Führer“ überhaupt noch in den Mund zu nehmen. Es hat „seine Unschuld verloren“, es hat eine extrem pejorative Färbung angenommen und ruft sofort schlimme Assoziationen hervor.
Andere Wörter stehen auf dem Prüfstand, z.B. Rasse, lebensunwert, entarten … Zur Kennzeichnung historischer Gegebenheiten werden sie noch eingesetzt, aber ihre Verwendung ist extrem eingeschränkt.

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Seit zwei Jahren, bedingt durch die massive Zuwanderung von Flüchtlingen, ein Vorgang, der die Gesellschaft gespalten hat, stellt sich für viele Bürger die Frage, ob die Begriffe Nation, Flagge, Nationalhymne, Heimat, Vaterland und Muttersprache noch zeitgemäß und politisch erwünscht sind.

Eine Gruppe von wize.life Usern würde sie am liebsten aus der Sprache verbannen (vgl. Notiz v. 14.8.17). Man fühlt sich nicht mehr als Deutscher, sondern als Europäer, man lebt in der Mitte eines Kontinents, muss sich mit diesem Ort nicht emotional verbinden, ist polyglott, schämt sich mitunter, Deutscher zu sein und möchte auf Sitten, Gebräuche und nationale Symbole wie z,.B, die Nationalhymne gern verzichten.
„Alle Menschen werden Brüder“, singt man gern, denn das entspricht der eigenen Lebenseinstellung.

Sollte man diese Einstellung als die einzig richtige ansehen?

Ja UND nein!

Eine Schuld zu sühnen, ist immer ein schmerzhafter Prozess. Das deutsche Volk hat in den 70 Jahren nach dem Ende des 2. Weltkriegs gezeigt, dass es hinzugelernt hat. Es hat finanzielle Entschädigungen geleistet und sich als verlässlicher demokratischer Staat erwiesen.
Es hat deshalb auch das Recht, sich wieder an seine Geschichte v o r Hitler zu erinnern, an seine Leistungen in den Bereichen Kunst, Musik, Literatur, Philosophie und Technik und dankbar zu sein, dass es in diesem Land geboren und aufgewachsen ist.
Wer als Deutscher seine Heimat in Polen und den Balkanländern verlassen musste, wer von den Orten seiner Kindheit Abschied auf immer nehmen musste, der versteht nicht, warum das Wort 'Heimat' negativ besetzt sein sollte.
Er versteht, wenn er ein paar Jahre im Ausland verbracht hat, dass ihn plötzlich eine Sehnsucht überfällt, seine Muttersprache zu hören und zu sprechen und den Boden seines Geburtslandes wieder zu betreten.
Er kann auch zu bestimmten Anlässen, z.B. dem Tag der Wiedervereinigung, die 3. Strophe der Nationalhymne singen, ohne sich seiner Gefühle zu schämen!

Ich finde es höchst merkwürdig, geradezu bedenklich, sich von diesen alt vertrauten Worten Heimat, Nationahymne, Vaterland zu entfremden, nur weil es Angehörige fremder Ethnien im Land gibt. Würde man diese einmal nach dem Stellenwert dieser Worte fragen, bliebe eine sehr emotionale Antwort nicht aus.

xxx

Diese kulturelle und sprachliche Kastration werde ich nie mitmachen. Ich habe mich als deutsches Flüchtlingskind in dem bayrischen Dorf Otzing wie im Ausland gefühlt, bin später wegen der schändlichen deutschen Geschichte in die USA emigriert, und abgestoßen von einem ebenso naiven wie primitiven Patriotismus, geheilt in die BRD zurückgekehrt.
Ich liebe die großen deutschen Musiker und Schriftsteller, Astronomen und Philosophen und schätze die christliche Kultur, die unser Volk geprägt hat.
Ich liebe die deutsche Sprache und habe geweint, als die jüdische Dichterin Hilde Domin in Heidelberg in der Öffentlichkeit gesagt hat, „meine Heimat ist die deutsche Sprache“.

„Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand.“

Es ist nicht zuletzt die großartige Melodie von Joseph Haydn, die der Aufforderung, rechtschaffen zu leben, in jeder Hinsicht gerecht wird.

(c) est

59 Kommentare

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Sauber geschrieben und gut argumentiert.
Die Antwort auf die Frage, was IST Deutsch, bleibt allerdings unbeantwortet.
Jenes Gebiet, das wir heute Deutschland nennen, ist seit den Völkerwanderungen ein Becken der Völkervermischung. Später kamen die Juden, die Hugenotten dazu, bereicherten durch Kultur und handwerklichem Wissen und Können.
Deutschlands Fachwerkstädte, ohne die Zimmerleute der Hugenotten undenkbar.
Alle diese "Fremden" wurden integriert, haben selbst unser Deutschland mit geformt und es war nicht zum Schlechtesten.
Nach dem Holocaust kamen erst die Italiener, dann die Portugiesen, danach die Griechen und zum Schluss die Türken.
Und alle haben sie uns Aspekte gebracht, die wir heute nicht mehr missen wollen.
Eigentlich ist unsere Geschichte ein schlagendes Argument FÜR die Völker- und damit auch für die Sprachvermischung.
Wenn im hugenottisch durchsetzten Odenwald die Nachbarin von der Schossee in den Hof rief, Jean schass de Gickel aussem Scharden, dann war das für mich Heimat.

Heimat, dass ist der eine Begriff, der die Wärme und die Vertrautheit der gewohnten Umgebung spiegelt, der mit Geräuschen, mit Düften, mit Geschmäckern verbunden ist. Und meine Heimat, die nur ein sehr kleiner Teil von Deutschland ist, die liebe ich.

Vaterland, das riecht nach Uniform, nach Gleichschritt, nach Pulverdampf und Blut.
Vaterland ist, und da führt kein Weg daran vorbei, in erster Linie nicht die Heimat, sondern die Geschäftsgrundlage der Kriegsgewinnler. Die Opfer dieses Geschäftes verfrachtet man dann auf "Heldenfriedhöfe"!

Und ja, ich ehre unsere Nationalhymne, eben weil sie mit diesem Text zutiefst friedliebend, demokratisch und eben auch weltoffen ist.
Auch daran zu erkennen, das die Melody von einem Österreicher komponiert wurde, als Kaiserquartett.
  • 17.08.2017, 08:16 Uhr
  • 1
Danke für diese sehr schöne Ergänzung.
Ich habe auch noch ein Buch von einem gewissen Bauer im Gedächtnis, "Genie und Rasse", in den Zwanziger Jahren erschienen, der die These aufstellt, da wo sich Rassen vermischen, entsteht Genie. Er verweist auf die Sachsen, wo sich Germanen mit Slawen und Baden-Württemberg, wo sich Germanen und Römer vermischten.
Ich las das in den Fünfziger Jahren und erinnere mich heute noch daran.

Deutschland hat sich heute in vieler Hinsicht 'befreit'; aber die unterschwellige und explosive Animosität, die sich hier bei wize.life zeigt und der schnelle Hass, der dem politischen 'Gegner' entgegengebracht wird, weist darauf hin, dass die Politik es versäumt hat, ihre Haltung und ihr Tun hinreichend zu bedenken und den Bürgern zu erklären.

Es gibt eine Maßlosigkeit, die nach beiden Seiten offen ist, zur guten und zur schlechten.
Und d a s fällt jedem auf, der den Sinn für Maßhalten, Mäßigung und Maß schlechthin noch nicht verloren hat.
  • 17.08.2017, 09:14 Uhr
  • 0
Den Herrn Bauer muss ich mal Gockeln.
Aber hier hab ich noch einen guten Text für dich.

  • 17.08.2017, 10:14 Uhr
  • 0
Das Genuschel ist akustisch nicht zu verstehen.
  • 17.08.2017, 12:24 Uhr
  • 0
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
@Leonhard,
die "Italiener" haben den Germanen erst die abendländische Kultur "beigebracht"
solch schöne Städte wie Confluentes, Augusta Treverorum, Colonia Claudia Ara Agrippinensium, oder Mogontiacum gegründet ...
was wäre die deutsche Kultur und Sprache ohne die "italienische" Entwicklungshilfe, die fast 400 Jahre andauerte ...
  • 17.08.2017, 15:18 Uhr
  • 0
Die Römer waren hervorragende Bauherrn, Städtebauer, als die Germanen noch in kleinen Hütten wohnten.
Aber - man darf das nicht vergessen - voraus gingen natürlich auch militärische Auseinandersetzungen, und dann schützte Rom sich durch den Limes, einen Grenzwall, vor Übergriffen.

Es scheint im Wesen der menschlichen Natur zu liegen, sich und sein unmittelbares menschliches Umfeld zu schützen.Das sind uralte archaische Instinkte, die sich um Familie und Heim und später auch Volk rankten.
Zu groß war die Angst vor überraschenden Überfällen stärkerer Gruppen.

In einem früheren Kommentar meinte ich, solange die sittliche Reife einer menschlichen Gemeinschaft noch kein sehr hohes Niveau erreicht hat, ist die Ausweitung der Freizügigkeit eine Gefahr.
Diese Reife ist längst nicht erreicht, denn sie schließt Verzicht auf Gewalt gegenüber anderen aus.
Und wir erleben gerade das Gegenteil davon!
  • 17.08.2017, 15:23 Uhr
  • 1
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ich sags mal mit den Worten eines berühmten Deutschen, W.S.:
"For there is nothing either good or bad, but thinking makes it so."
  • 15.08.2017, 22:49 Uhr
  • 2
Exactly!
  • 16.08.2017, 08:19 Uhr
  • 1
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Großartig. Viele Theman auf einmal. Danke.
Die Deutsche Sprache wurde von den Großen des 19. Jahrhunderts zu einem Instrument gebildet, das sehr viel auszudrücken vermag, vielleicht mehr als alle anderen Sprachen. Nur will dieses Instrument eben auch beherrscht sein. Und da fehlt es vielen am Willen, die eigene Trägheit ist stärker.

Gerade das 19. und dann auch das 20. Jahrhundert hat ja eine Fülle großartiger Deutscher auf allen Gebieten hervorgebracht, die wegweisendes gebracht haben. Das hat jemanden zu dem Spruch veranlaßt, daß am deutschen Wesen die Welt genesen würde. Nach den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts darf man diesen Spruch heute nicht mehr bringen, obwohl die Leistungen der anderen nach wie vor bestehen und wirken.

Vaterland. Das war ein Begriff, für den man vor hundert Jahren sein Leben gegeben hat. Wofür gibt man heute sein Leben?

Die Deutschen sind nicht schlechter als andere. Das - sinngemäß - konnte sich nur Viktor Frankl als Jude in den 50er Jahren zu äußern trauen, er hat im KZ Deutsche erlebt, die menschlicher gehandelt haben als manche nichtdeutschen Mitgefangenen.
  • 15.08.2017, 19:55 Uhr
  • 5
Recht vielen Dank, Emil, für Deinen Kommentar.
Die Bereitschaft, Fremdwörter aufzunehmen, hat dazu geführt, dass das Deutsche über 180 000 Wörter zu seinem Wortschatz zählt.
Das Englische hat allerdings die meisten, was oft überrascht, weil der Lernende wegen der leichteren Grammatik dazu neigt, diese Sprache für einfacher zu halten.
Das Französische kommt dagegen mit ca. 80 000 Wörtern aus.
  • 15.08.2017, 20:23 Uhr
  • 3
Ja, besonders die Einwanderung von 200 000 französischen Protestanten (Hugenotten) hat die Sprache der Stadt geprägt. Es heißt sogar, der typische Witz der Berliner habe da seine Wurzeln.
  • 15.08.2017, 20:39 Uhr
  • 4
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Sprache, wie wir sie alltäglich benutzen, ist ein sehr komplexes 'Systeme von Einheiten und Regeln, die den Mitgliedern von Sprachgemeinschaften als Mittel der Verständigung dienen' (Wiki). Damit die Verständigung auch klappt, ohne dass Missverständnisse passieren, ist es notwendig, dass Sender und Empfänger einer Information den gleichen 'Code' benutzen. Im Idealfalle würde das bedeuten, dass alle Wörter, die zu einer Sprache gehören, immer und überall die gleiche Bedeutung haben.
Diese Voraussetzung ist jedoch in der Regel keinesfalls gegeben: sowohl in der Zeit wie auch an verschiedenen Orten kann ein Wort Unterschiedliches bedeuten.
Sprache ist einem ständigen Wandel unterworfen. Bildlich gesprochen verhält sie sich wie ein lebender Organismus, z.B. wie ein Baum, der ständig seine Form und Größe ändert, neue Triebe entwickelt, Zweige und Blätter abwirft, dafür immer wieder neue bildet, usw. Veränderungen geschehen manchmal spontan, ohne dass es dafür einen plausiblen Grund gäbe, oder sie sind die Folge von Ereignissen, Entwicklungen, äußeren Enflüssen. Dann und wann können sogar einzelne Personen entscheidenden Einfluss auf die Sprachentwicklung haben. Ich denke da z.B. an Martin Luther und seine Bibelübersetzung.

Der Themenbeitrag führt noch eine Reihe weiterer Beispiele an, die prägend auf die deutsche Sprache eingewirkt haben. Im Titel spricht die Verfasserin von der 'Unschuld der Wörter' und beklagt im Text selbst, dass es Wörter und Begriffe in unserer Sprache gibt, die ihre 'Unschuld' verloren haben. Diese Wörter (Heimat, Vaterland, Nation) können nicht mehr unbefangen benutzt werden, ohne unangenehme, bittere Erinnerungen zu wecken. Warum das so ist, ist wohl jedem klar: der Grund ist der Missbrauch, das Schindluder, welches vor über 70 Jahren mit diesem Begriffen getrieben wurde.
In diesem Zusammenhang von einer 'Kastration' der deutschen Sprache zu sprechen scheint mir jedoch zumindest übertrieben. Es ist doch keineswegs verboten, Heimat- und Vaaterlandsliebe, Nationalbewusstsein usw. zu haben und auch zu zeigen. Man kann und darf auch bei uns die Nationalhymne inbrünstig singen oder die schwarz-rot-goldene Flagge in seinem Vorgarten hissen. Wer es denn für sich als wichtig ansieht, darf auch zeigen, dass er stolz ist, Deutscher zu sein. Patriotismus ist weder verboten noch verdammungswürdig.
Was aber nicht mehr in unsere Zeit und auch nicht in unser Land passt, ist die Art von übertriebenem Patriotismus, von einseitig nationalistischer Gesinnung, von Abschottung gegenüber allem Fremden, von 'völkischer' Überheblichkeit, von Eigenschaften also, die von gewissen Leuten wieder gewünscht und hoffähig gemacht werdem sollen. .
  • 15.08.2017, 19:25 Uhr
  • 6
  • 15.08.2017, 19:34 Uhr
  • 1
Du schreibst,. man dürfe "stolz sein., ein Deutscher zu sein".
Das aus Deinem Mund zu hören, Friedhelm, erstaunt mich ein wenig, das hätte ich nie erwartet.
Danke für diese Aufklärung.

Auch Deinen letzten 5 Zeilen stimme ich aus ganzem Herzen zu.
Dann verstehe ich allerdings nicht, warum es zu solchen Hetzjagden auf dieser Plattform kommt.
Gerade vorhin hat mich jemand eine "krude Rassistin" genannt, weil ich die Sicherheitslage in HD geschildert habe (Zitate aus der RNZ)

Hier wird eindeutig mit Maßstäben gemessen, die nicht adäquat sind, und ich wünschte mir tatsächlich, dass der Ton sich ändert.

Ich werde mir jedenfalls nicht von X oder Y vorschreiben lassen, was ich sagen darf. Ich bin auch noch nicht blind oder leide an Altersstarrsinn, um mir ein Bild von der Situation in unserer Gesellschaft zu machen.
Ich bin auch der Meinung, dass Politiker keine Halbgötter sind und gut daran täten, gerade von Kritikern zu lernen.
Sogar Frau Merkel sagte heute, ein zweites 2015 wird es nicht geben.
Ist das nun ein EIngeständnis eines Fehlers oder nicht???
  • 15.08.2017, 19:40 Uhr
  • 8
@ wize.life-Nutzerth
Ich schrieb:...wer es denn für sich als wichtig ansieht, darf auch zeigen......
Ich, für mich, sehe es nicht als wichtig an, stolz darauf zu sein, dass ich Deutscher bin. Mich stört es aber auch nicht, wenn es denn für jemand wichtig ist. Solange es nicht bedeutet, dass er sich für besser, wertvoller, klüger, usw. als alle anderen hält. Wie hörte man es doch schon mal: 'Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Und wenn man genau hinhört.....? Gernany first !
  • 15.08.2017, 19:59 Uhr
  • 5
Liebe Renate,
ich möchte widersprechen, nicht die Flüchtlinge allein sind das Problem, sondern die vielen Migranten die unkontrolliert mit den Flüchtlingen ins Land eingesickert bzw. eingeströmt sind. Frau AM wird nie offen einen Fehler eingestehen, sie ist die Typische Geschenk Annehmerin, wer 26 bis 48 Millionen Spendegelder von der Industrie annimmt, wird auch nach deren Pfeife tanzen müssen. Der Kapitalismus zeigt seine Stärke gegenüber der Demokratischen Idee. Das zeigen doch auch die jüngsten Beispiele der Auto-Industrie und der Diesel-Affäre, wo blieb da die Kanzlerin? Sicher jedem stehen Urlaub zu, den man aber auch für Stunden unterbrechen kann, wenn solch wichtig Themen anstehen. Aber da duckt man sich lieber weg, später kann man andeuten was schlecht war. Ein korruptes System kann man nicht aufpolieren!
  • 15.08.2017, 20:08 Uhr
  • 2
Liebe Froukje,
zur Sprache gehört auch die Wahrheit, wenn sie auch manchem Weh tut und Schmerzen bereitet. Dazu gehören auch alte Sprichwörter und Redewendungen. Unsere Vorfahren hatten nicht nur die Bauernregeln, sondern auch Rwegeln für das friedliche Zusammenleben ohne die es das heutige Deutschland nicht geben würde. Wenn die Wahrheit stirbt, stirbt auch die Sprache des jeweiligen Volkes.
  • 16.08.2017, 09:24 Uhr
  • 1
Friedhelm, ich würde dem von Dir geschriebenen Text allzugern zustimmen, würde sich dabei nicht immer wieder der Verdacht einschleichen, dass Deine Sicht (die ich auf den ersten Blick so teilen kann) von Menschen und Institutionen, die ganz andere Interessen verfolgen, als wir alle hier, diese nationalneutrale Sicht gegen die objektiven Interessen der Bürger dieses Staatsgebietes instrumentalisieren.
Zum anderen ist D eine verspätete und zutiefst verklemmte Nation, von der Winston Churchill behauptete "Entweder man hat sie am Hals oder unter den Füßen".
Ein etwas entspannteres Verhältnis zur eigenen Identität ohne den gefährlichen Chauvinismus der Wilhelminischen und Nazi-Epoche täte uns allen besser. Statt dessen wird wieder an einem deutschen Sonderweg mit moralischem Imperialismus gebastelt ...
Und zuletzt fragt man sich, ob eine gestörte Nation in der Lage ist, erfolgreich andere z.T, sehr nationalbewusste Neubürger zu integrieren ...
Zurück zum Thema: Die Veränderungen in der Sprache zeigen u.a. auch die Veränderungen im Denken auf. Und sie spiegelt die herrschenden Interessen wider. Ich denke nur an so verräterische Vokabeln, wie "Entsorgungspark" für strahlende Atommülldeponien.
  • 16.08.2017, 16:39 Uhr
  • 2
Albrecht, dass Sprache nicht nur zur Verständigung genutzt werden kann, sondern auch zur Täuschung, Vertuschung, Vernebelung, usw. , ist ja seit langem bekannt. In dem Roman "1984" hat George Orwell sehr anschaulich dargestellt, was man mit gezielter Sorachsteuerung - Newspeak - erreichen kann.
Das Stilmittel des Euphemismus wird nicht nur in der Literatur benutzt zur Beschönigung eines Sachverhalts, wodurch unliebsame Wörter mit angenehmen Assoziationen verknüpft werden. Ein 'Park' weckt positive Gefühle, im Gegensatz zu einer 'Mülldeponie'. Es gibt besonders in der Politik wahre Meister auf diesem Gebiet.
  • 16.08.2017, 16:58 Uhr
  • 6
Diese Meister der Vertuschung, der Schönfärberei und auch des Totschweigens sollte man aber gerechterweise in a l l e n Parteien suchen und sich nicht immer auf eine festlegen.
Das ist höchst undemokratisch und unerträglich!
  • 16.08.2017, 17:11 Uhr
  • 3
Deutschland, eine 'verspätete' bzw. 'gestörte' Nation - das ist sicher eine interessante Sichtweise auf unsere Geschichte. Sie kann jedoch auch die Möglichkeit eröffnen, dass wir Deutsche eben auf Grund unserer Geschichte noch nicht ein so übertriebenes, gefühlsbetontes und geradezu irrationales Nationalbewusstsein entwickelt haben wie einige unserer Nachbarn. Das sollte uns eigentlich befähigen, bessere Europäer oder gar bessere Weltbürger zu werden, ganz ohne 'patriotischen Ballast'. Und was unsere 'Neubürger' angeht, so sollten wir in ihnen nicht so sehr das Trennende, sondern das Gemeinsame zu erkennen suchen. Das erleichtert sicher auch ihnen die Integration.
  • 16.08.2017, 17:14 Uhr
  • 2
Ich verstehe nicht, warum die Nationalhymne bei sportlichen Anlässen gesungen werden muss. Da passt sie überhaupt nicht. Ich finde es geradezu entwürdigend , der Fußballnationalmannschaft zuzuschauen, wenn sie die Lippen nicht bewegt.

Andere Mannschaften z.B. aus Spanien legen beim Singen die Hand aufs Herz.
Wenn das die Deutschen täten ... ich erspare mir die Prognose!

Ich fände es gut, wenn an großen Feiertagen, z.B. dem Tag der EInheit, im Bundestag die Hymne stehend gesungen würde.

Was haben denn junge Araber mit jungen Deutschen gemeinsam? Sie möchten in Sicherheit leben.
Möchten sie ihre religiösen Gebräuche denen im Gastland anpassen? Nein, da wird eher das Gegenteil gewünscht.

Wie verhalten sich 'Neubürger' den Bürgerinnen gegenüber?
Damit sie das lernen, werden nun in BW 250 000 € für sog. Integrationsmanager ausgegeben.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
  • 16.08.2017, 17:35 Uhr
  • 1
"Was haben denn junge Araber mit jungen Deutschen gemeinsam? "
Antwort: Alles, was sie 'Mensch' sein lässt, was sie als Menschen erkennbar macht. Was sie unterscheidet, ist allenfalls das, was ihnen die Umstände ihrer Geburt mitgegeben und die Umwelt, in der sie aufwuchsen, 'anerzogen' hat.
  • 16.08.2017, 17:54 Uhr
  • 6
  • 16.08.2017, 18:01 Uhr
  • 1
Ja, natürlich. es sind Menschen, und man sollte alles tun, um ihnen in ihrer Heimat zu helfen. Da würden sie nicht entwurzelt, da würden sie nicht traumatisiert durch die Ereignisse während ihrer Wanderung, da müssten sie nicht in einem hoch industrialisierten Land eine sehr komplizierte Sprache lernen, ihre Essgewohnheiten ändern, ihre Religion vor Missverständnissen schützen etcetcetc.

Ihre Sozialisierung unterscheidet sich total, und DAS ist der Grund für die Probleme.

Ich verstehe nicht, warum man das nicht unterscheiden kann.Sicher kann eine Gesellschaft Integrationsmaßnahmen für eine kleine homogene Gruppe anbieten, das wären eben die anerkannten Flüchtlinge.
Die immens hohe Zahl abgelehnter Bewerber, die kein Bleiberecht haben und dennoch im Land bleiben, katapultiert unsere Gesellschaft in ein soziales Chaos.
  • 16.08.2017, 18:27 Uhr
  • 1
Frauke,
Ihr seid auf einem Auge blind. Natürlich schätze ich Ausländer, Flüchtlinge oder Migranten, die hier arbeiten oder sich weiterbilden und sich an die Gesetze des Landes halten.
Das ist aber nur ein T e i l aspekt.

Ich möchte mich eigentlich nicht mehr wiederholen. Unsere Ansichten haben nicht denselben Nenner.
"Kein Land muss Unmögliches tun" - sagte Schäuble kurze Zeit nach der unkontrollierten Einwanderung von Tausenden.
Er sagte es auf Lateinisch, um damit anzudeuten, dass das im Recht vorgesehen ist.

Alle, Regierung und Opposition, waren sich sehr schnell einig, dass Begrenzung nötig IST! Aber geschehen ist nichts.

Eine kluge Politik lässt sich nicht überfahren, sie handelt nicht naiv, sondern besonnen. Und sie hat ein Gesamtkonzept.
Schulz hat tatsächlich auf seinen Reisen durch Deutschland erkannt, dass ein solches Gesamtkonzept fehlt und überall in den Kommunen herumgewurschtelt wird.
Er schlägt ein Integrationsministerium vor, eine Bündelung der Probleme in einer Hand.
Viel zu spät!

Aber es ist dem Wahlkampf geschuldet.
  • 16.08.2017, 18:40 Uhr
  • 1
Friedhelm, mit der ersten Hälfte Deiner Ausführungen stimme ich ja überein.
Was mir stets Sorgen an meinem Land bereitet hat, war und ist die Tatsache, dass D immer gefährlich idealistisch war und ist und sehr gern zu beiden Seiten, der in- und der humanen zum Extremismus neigt. Sowie die Unfähigkeit seiner Leader (Führer geht ja schon gar nicht), Fehler einzugestehen und zu korrigieren.
Mir persönlich wäre der selbstgewisse angelsächsische Stil bedeutend beruhigender.
  • 16.08.2017, 19:28 Uhr
  • 1
Ja, pragmatischer, realistischer, sich an den Dingen des Alltags orientierend -
  • 16.08.2017, 19:58 Uhr
  • 3
Ja, das meine ich.
  • 16.08.2017, 22:34 Uhr
  • 0
starkes Statement, wize.life-Nutzer
  • 17.08.2017, 07:38 Uhr
  • 0
"der selbstgewisse angelsächsische Stil"
Nun, Albrecht, was auch immer Du daran so gut findest - mir ist nicht so ganz klar, was Du damit sagen willst. Meinst Du damit nur die Briten oder auch Amerikaner, Kanadier, Australier, usw?
Über den 'selbstgewissen Stil' eines Donald Trump zu diskutieren erübrigt sich ja wohl. Dieser ist doch inzwischen auch für den Rest der angelsächsischen Welt undiskutabel.

Und was die Briten angeht, so bleibt auch da die Frage offen, was denn an dem Führungsstil der gegenwärtigen Regierung so bewundernswert ist. Etwa der 'Brexit'? Die nächsten Jahre werden zeigen, was sich die Briten mit dieser Entscheidung eingehandelt haben.
Was den Umgang der Briten mit Zuwanderern angeht, so haben die Briten eine lange Erfahrung mit ihnen - auch mit den Problemen, die damit verbunden sind. Auch da wird erst die Zukunft zeigen, wie gut sie damit fertig werden können. Ihr 'Inseldasein' wird sie nicht schützen vor dem globalen Migrationsdruck, für den auch britische Politik mitverantwortlich zeichnet.
Wo ist denn der angelsächsische Stil 'pragmatischer, realistischer*? Ist es 'pragmatisch', sich abkoppeln zu wollen von der Verantwortung für die Probleme der Welt? Abgesehen davon, dass ein solcher Versuch wohl erfolglos bleiben wird, würde ich ihn als nationalen Egoismus bezeichnen.
Wie man beobachten kann, wächst auch in 'Great Britain' das innere Konfliktpotenzial. Wird man viellecht bald das Wörtchen 'Great' streichen müssen?
  • 17.08.2017, 09:28 Uhr
  • 0
Nein, kein starkes Statement, sondern die emotionale Schilderung des persönlichen Alltags.
Natürlich gibt es solche friedlichen, beschaulichen Orte - es wäre ja absolut merkwürdig, wenn es sie nicht gäbe.

Aber daneben gibt es auch andere Erfahrungen, die man selber - an einem anderen geographischen Ort - erlebt, und die schließlich auch von Presse, Fernsehen und Büchern an einen herangetragen werden.

B e i d es ist Wirklichkeit .
___________
Zwei Beispiele:
Ich erinnere mich an eine junge Russin, mit einem Deutschen verheiratet. Ich lernte sie in Puttaparthi kennen, wo beide regelmäßig den indischen Lehrer Sai Baba aufsuchten.
Eines Tages traf ich die junge Frau weinend an. Sie erzählte mir, sie habe auf dem Flughafen Bangalore einem Fremden 500 € geliehen, er war gerade in Not und wollte auch nach Puttaparthi kommen.
Am Ende war sie, eine sehr warmherzige Frau, einem Betrüger aufgesessen.

Ich erlebte das ebenfalls bei einem Inder, der seine Tochter verheiraten wollte, was in Indien oft die Verschuldung der Familie bis zum Lebensende bedeutet.
Er lieh sich von mir 3000 € - danach zog die Familie in dem weiten Land irgendwohin.
Ein junger Arzt aus Hamburg rief mich später einmal an, berichtete mir, dass auch er Opfer dieses SEHR SPIRITUELLEN Mannes Dr. S. geworden war. Er hatte 5000 € verloren.

Dies sind nur Einzelbeispiele für eine Lebenseinstellung, die NEBEN der Nächstenliebe jede Spur realistischer EInschätzung einer Situation verloren oder noch nicht aufgebaut hat.
_________

Meine Kritik an der politischen Arbeit zielt auf dieses Missverhältnis. Wer das nicht versteht oder verstehen will, braucht es ja nicht. Wer darauf mit Beleidigungen reagiert, wie das hier auf boshafte Weise geschehen ist, der entlarvt sich selber als durchaus kein "edler Mensch"!
  • 17.08.2017, 09:33 Uhr
  • 2
Mein Kommentar war eine Antwort auf Fraukes . Bitte um Entschuldigung.
  • 17.08.2017, 09:36 Uhr
  • 2
Der englische Pragmatismus. Du solltest ihn doch kennen, Friedhelm. Hast Du nicht auch Anglistik studiert?
Da wir Philologen damals noch ein Philosophikum nach dem 4. Semester machen mussten, war ich glücklich, fass mir Habermas David Hume als Spezialgebiet vorschlug.
Ein Vorläufer Kants.
Und ich erinnere mich, wie glücklich ich war, dass Hume verständlich schrieb und ich bei Kant Kommentare benutzen musste!

Immer gefallen mir englische Lehrbücher besser, da sie auf allzuviel Theorie verzichten und handfeste Vorschläge machen.

Genau das vermisse ich in der gegenwärtigen deutschen Politik:
Ein Wirrwarr von Anordnungen, Bestimmungen , bürokratischem Kleinkram, bis endlich jemand "anerkannt" oder "nicht anerkannt" ist.
Statt dass man dann die nicht anerkannten Bewerber um Asyl sofort zurückschickt, bietet sich ihnen eine neue Möglichkeit, noch ein paar Jahre mehr im Land zu bleiben und sich ohne zu arbeiten - das dürfen sie ja nicht ! und ohne die Sprache zu erlernen ! den Kurs müssten sie ja bezahlen - jahrelang in einer Gesellschaft aufhalten, die ihren Unterhalt bezahlen darf.-
Dass sich diejenigen, die hier täglich ihr Brot - oft mühsam - verdienen, darüber ärgern, sollte doch jeder, der ein Gefühl für Gerechtigkeit noch besitzt, einleuchten.

Was soll dieses Chaos? Warum wird nicht von einem Vertreter ein Gesamtkonzept erarbeitet und zügig umgesetzt.
Die Jahre von der Ankunft bis zur Anerkennung oder Ausweisung sind VERLORENE KOSTSPIELIGE Jahre, die niemandem dienen!

Sog. Gefährder rekrutieren sich übrigens genau aus dieser 'verlorenen Schar' von Menschen.
  • 17.08.2017, 09:54 Uhr
  • 1
Wenn "...pragmatischer, realistischer, sich an den Dingen des Alltags orientierend" bedeuten soll, die Augen offen zu halten, um nicht auf Lug und Betrug böswilliger Menschen hereinzufallen ---- einverstanden !!
Das schließt aber nicht aus, dass man die positive Seite des Lebens im Blick behält und sich nicht vom Negativen herabziehen lässt.
  • 17.08.2017, 09:58 Uhr
  • 0
Ja, im Anglistik-Studium sind mir natürlich auch die berühmten englischen Philosophen begegnet. Besonders beeindruckt war ich von den Philosophen des Empirismus (John Locke, David Hume), von ihrer einfachen, klaren, unmissverständlichen Sprache und ihrer Betonung des 'common sense'. Im Philosophikum allerdings war ich dem Reiz des Stilisten Schopenhauer verfallen. Es war aber weniger dessen irrational-pessimistische Weltsicht, die mich anzog, als sein glasklarer Stil und sein unvergleichlich virtuoser Umgang mit der Sprache.
  • 17.08.2017, 10:53 Uhr
  • 2
Ja, Friedhelm, Schopenhauer und Nietzsche schreiben brillant, man verfällt der Magie ihrer Sprache geradezu.
Aber als Student fügt man sich ja besser den Wünschen des 'Prüfungs-Personals'. Und so kam ich zu David Hume.

Schopenhauer ist mir auch viel zu pessimistisch, aber bei ihm begegnete mir Indien zum ersten Mal. Damals verstand ich noch sehr wenig von Karma etc.
  • 17.08.2017, 12:22 Uhr
  • 2
Deshalb, Frauke, ist es gut, sich umzutun und nicht auf einen 'Lehrer' zu beschränken, sondern seinen Horizont mehr und mehr zu erweitern.
Dann wird man nämlich erkennen, dass es zu jeder Meinung einen Support und eine Gegenmeinung gibt, wird lernen, abzuwägen und zurückzuweisen.
Dieser Prozess wird in der indischen Lehre als das 'Ringen um Unterscheidungskraft' bezeichnet (viveka).
Viveka zu erlangen ist ein hohes Ziel.
  • 17.08.2017, 15:30 Uhr
  • 0
wie sagte Nietzsche so treffen?
"verschwiegene Wahrheiten werden mit der Zeit giftig"
  • 17.08.2017, 16:02 Uhr
  • 1
JA!
  • 17.08.2017, 16:03 Uhr
  • 0
Liebe Frauke,
DU bist eine der wenigen, die mich ein wenig besser kennen als die übrigen User hier, aber dennoch unterscheidet sich ein realer Kontakt sehr von einem virtuellen.
Du weißt, wie sehr ich wegen meiner spirituellen Lebenseinstellung hier jahrelang attackiert worden bin von Menschen, die mich 1. nicht kennen und 2. glauben, sie seien mir haushoch überlegen.
Ich habe zuerst darunter gelitten. Es war eine absolut neue Erfahrung für mich.
Aber inzwischen bin ich dem gewachsen. Ich sehe die Blindheit , ob unspirituell oder politisch - sehr deutlich, und es tut mir nicht mehr weh, wenn sie meinen, sie könnten mich verletzen.

Ich hätte vor Kurzem die Möglichkeit gehabt, eine Anzeige wg. Beleidigung zu machen, am Telefon verzichtete ich darauf. Der Typ, der hier den großen Macker spielt, tut mir leid, mehr nicht!
  • 17.08.2017, 18:43 Uhr
  • 3
Trump hat mit angelsächsischem Stil so viel zu tun, wie eine Kuh mit dem Fliegen.
Zu den genannten Philosophen klarer Sprache und Gedanken würde ich auch noch den emegrierten Wiener Juden Sir Karl Popper zählen wollen.
  • 17.08.2017, 19:48 Uhr
  • 1
@Edith,
ich kenne so einige, die hier den großen Macker spielen ...
scheint wohl das Hobby einiger zu sein, die sich hier bei wl produzieren müssen ... seis drum ...
was mich jedoch nervt ist ihr Selbstverständnis, sie seien unfehlbar ...
und manchmal muss es sein, dass ich ihnen die Fehlbarkeit ihrer Meinung aufzeige ...
das vertragen diese absolut nicht ... statt Gegenargumente kommen dann Verbalinjurien ...
konstruktive Kritik, die die Schwächen ihrer "unfehlbaren" Meinung schonungslos aufzeigt, können die wenigsten vertragen ...
eine Strafanzeige wegen Beleidigung macht kaum Sinn, die StA verweist grundsätzlich auf den Privetklageweg ...
und der ist extrem zeitaufwenig und nicht billig ... bei der derzeitigen Überlastung wird in der "Sache" frühestens in zwei Jahren verhandelt ...
eines sollte man jedoch tunlichst vermeiden ... auf das seichte Niveau dieser "netten" Menschen abzustürzen ...
  • 17.08.2017, 19:54 Uhr
  • 3
Danke, Tommy, ich habe genau diesen Weg gewählt.

Meine Stellungnahmen orientieren sich an meinem sehr empfindlichen Sinn für Gerechtigkeit und einem Gespür für das MASS dessen, was möglich ist.

Wer mir Ausländerfeindlichkeit vorwirft, dem könnte ich beweisen, dass ich in meinem Leben wesentlich mehr für Ausländer getan habe als er.

Andererseits fördere ich sehr ungern Schlamperei, Schmarotzertum und Undankbarkeit.
  • 17.08.2017, 20:37 Uhr
  • 3
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Ein gelungener Beitrag.

Ich ziehe die Kinderhymne von Bert Brecht vor. Wäre sie nach dem 2. WK auch nur im Ansatz gelebt worden durch führende Politik, hätten wir heute keine sogenannte Flüchtlingswelle.
Wobei das Wort Flüchtlingswelle eine schlichte Lüge darstellt. Denn tatsächlich verbreitet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seit 2014 einen Werbefilm. Gut, der richtet sich an Ausreisewillige.
https://www.welt.de/politik/deutschl...ermany.html

Und Merkels persönliche Einladung vor laufenden internationalen Kameras im Mai 2015 lässt auch die Bezeichnung
eingeladene Gäste
zu.
Mir persönlich ist seit meinem 6. Lebensjahr mein Vaterland wert, diese Strophe mit Leben zu füllen
"Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land."
Damals hatte ein sogenannter Verfassungsschützer abgewartet, bis ich mit meiner Mutter alleine war. Er setzte sie unter Druck, weil unser Vater Artikel 5 Grundgesetz mit Leben füllte. So sehr, dass ich ihre panische Angst im anderen Zimmer spürte. Ich bin also trotz Verbot ins Wohnzimmer und habe diesen Verfassungsschützer gefragt, wie sein Verhalten mit genau diesem Artikel in Einklang gebracht werden könne. Tatsächlich verschwand er daraufhin grußlos.
Seither habe ich - teilweise gemeinsam mit Anderen, teilweise alleine - auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene manche Veränderung zum Nutze der Allgemeinheit erstritten, eingefordert, erzwungen. Weder muss ich mich dafür schämen noch rechtfertigen, dass wir die rechtliche Grundlage für ambulanten Krankenpflegedienst erstritten und ich dafür bis heute zahle, noch dafür, dass ich durch scheinbar naive Fragen die damalige Regierungspartei vor Ort zwang, Karlsruhe zu einem Mitglied des Europäischen Städteverbundes Umweltschutz zu machen.
"Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin."
Nicht nur die Völker, sondern auch unsere nachwachsenden Generationen sollen bitte nicht vor uns erbleichen wie vor einer Räuberin. Mit dieser deutschen Tradition brechen zu wollen bin ich vor allen Dingen von dem ehemaligen Hitler-Jungen, der mein Vater war, erzogen worden. Denn Fehler zu machen ist eine Sache. Sie zu wiederholen oder aus ihnen lernen zu wollen eine ganz andere.
"Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein"
Genau mit dieser Lebenseinstellung habe ich Freunde aus aller Welt gewonnen. Darunter auch solche, deren Eltern von Nazis ermordet wurden.
Vor allen Dingen aber gilt diese Strophe für mich auch gegenüber den nachwachsenden Generationen. Denn auch diese haben ab Eintrag in die Geburtsurkunde Rechte. Was viele Deutsche nicht mal wissen wollen. Weshalb ich mich frage, ob ihnen unsere Grundregeln auch nur ansatzweise etwas bedeuten.
"Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das liebste mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs"
Warum sollte ich einem Menschen aus einem anderen Staat das Recht absprechen, sein Heimatland zu lieben? Genau dies aber ist seit Gründung des Deutschen Bundestages bei uns Tradition. Über die Folgen rumjammern zeigt nur, dass kein Interesse am eigenen Staatsgeschehen besteht. Denn sonst wären die Hintergründe wohl bekannt.
Was nun Einigkeit und Recht und Freiheit angeht, so habe ich größte Zweifel, dass wir uns diesem Thema je gewidmet haben. Ein Beispiel:
Ich stamme vom Niederrhein. Das ist jene Gegend in Deutschland, über deren Sitten sich schon die Alten Römer wunderten. Denn schon vor rund 2.000 Jahren gab es zu Köln Frauen, deren Wort politisches Gewicht hatte, die anzuhören waren, auch von der Besatzungsmacht. Weiber wurden sie genannt.
Heute ist Weib ein Schimpfwort. Die Dame, mittelalterliche Bezeichnung für eine Hure auf gehobenem Niveau, ist heute gesellschaftlich anerkannt. Weib ist ein Schimpfwort geworden.
Mich stört diese Tatsache und ihr Hintergrund massiv. Denn wirklich alle weiblichen Wesen, welche als Dame bezeichnet werden sollen, sind als Dame im mittelalterlichen Sinn zu verstehen.
  • 15.08.2017, 18:34 Uhr
  • 1
Ein Weib denkt immer an nachfolgende Generationen. So habe ich es gelernt. Ein Weib ist nicht käuflich. Schon gar nicht verkauft ein Weib die Zukunft nachwachsender Generationen. So wie es bei den Damen selbstverständlich ist.
Wir brauchen nicht auf eingedeutschte Fremdwörter schauen aus Vaterlandsliebe.
Wir brauchen uns auch nicht vor Vermischung und Zeug fürchten.
Fürchten müssen wir uns vor massiver Unkenntnis über das eigene Land. Eine Unkenntnis, die mehrheitlich vorhanden und nachweisbar ist. Denn tatsächlich sind wir von einer Einigung sehr weit entfernt. Was sich auch in manchem Gesetz spiegelt. Rentenrecht zum Beispiel. Regt mich auf, ist aber nicht mein Hauptthema.
Ja. Diese verlogenen Willkommenssülzen gehen mir auch massiv auf den Sack. . Spätestens seit 2004 wäre es mir möglich gewesen, einen fünfstelligen Euro-Betrag monatlich zu verdienen. Als alleinstehende Frau werde ich aber hier in Karlsruhe gedemütigt, entrechtet, gejagt. Auf der Suche nach Hilfe erklärten mir Dämchen von Amnesty Deutschland, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank. Vertreter der ev. Kirche wären nur bereit mich auch nur anzuhören, wenn ich bei ihnen Mitglied werde. - Ein diese Ansage hörender Muslim wurde abwechselnd rot und kreidebleich. -
Wir haben noch einen sehr weiten Weg vor uns, um ein Volk zu werden. Dieser Weg ist NICHT abhängig von Zuwanderern. Sie als faule Ausrede zu missbrauchen ist schändlich im Sinne von
Zum Schaden für den eigenen Staat.
  • 15.08.2017, 18:35 Uhr
  • 2
"Wir haben noch einen sehr weiten Weg vor uns" - JA, das denke ich auch. Er wird auch beschwerlicher werden.
Danke für Deine interessante Ergänzung!
  • 15.08.2017, 18:41 Uhr
  • 2
Er wird für all jene beschwerlicher, die es bis heute nicht für nötig gehalten haben, sich für dieses ihr Vaterland auch nur im Ansatz zu interessieren.

Ok. Das dürfte die Mehrheit sein. Denn wo bitte werden wir eingeladen, mal unser Grundgesetz zu lesen? Weder in Schule noch in Elternhaus.
Wer also damit anfangen will: Ich habe hier nicht nur das - auch nicht mehr aktuelle - Grundgesetz mit allen Änderungen bis 2009.

http://www.verfassungen.de/de/gg49-i.html
  • 15.08.2017, 18:53 Uhr
  • 2
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Wunderbar Edith. Es rührt mich an. Die Deutschen dürfen sich und ihre Identität nicht verlieren in all dem Durcheinander und den schwächenden Strömungen.
  • 15.08.2017, 18:31 Uhr
  • 6
Danke, Jackie.
  • 15.08.2017, 18:32 Uhr
  • 0
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Sehr interessanter Beitrag. Danke!
Schade, dass unsere Deutsche Sprache immer mehr "verwässert"
wird.
  • 15.08.2017, 17:51 Uhr
  • 6
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Wow. Super Beitrag

Die zeitlichen Abfolgen lassen erkennen, wie sich so manches wiederholt. Verkommens wird bejubelt und bejaht. Dem Widersacher geht es an den Kragen. Zerstörerische Eingriffe in Kulturen. Vernichtende Befürworter...

„Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand.“

Es wird dazu kommen, dass der Satz:
"Für das deutsche Vaterland"
verschwinden wird. Patriotismus ist out.

Sind nicht Bestrebungen in vollem Gange, die es anzeigen.
Wie: Es lebe die Vermischung. Es lebe die kulturelle Vielfalt.
Wohin geht die Fahrt. Geht sie talabwärts oder bergauf ?

Hat die Zeitgeschichte nicht klar bewiesen, dass es immer
talabwärts ging, wenn der Höhepunkt einer Kultur erreicht
war ? Sind wir soweit ? Ist Deutschland soweit ?

Die Zeichen stehen schlecht.
  • 15.08.2017, 17:11 Uhr
  • 8
Vani, nach der Lektüre der gestrigen Notiz MUSSTE ich etwa länger dazu Stellung nehmen.

Wenn man Nationen beseitigen will, um Weltbürger zu werden, muss eine enorme sittliche Reife vorhanden sein., Die sehe ich nicht, eher das Gegenteil.

Deshalb wird das angestrebte Projekt scheitern.
  • 15.08.2017, 18:47 Uhr
  • 4
Deine Stellugnahme ist top. Präzise, fundiert, sachlich dargestellt.

Das sehe ich genau wie du. Es fehlt die sittliche Reife. Die Fähigkeit zur Internalisierung ist nicht zu erkennen.
Die Verinnerlichung gesellschaftlicher Werte, Normen und sozialer Rollen: ein wesentlicher Bestandteil der sittlichen Reife. Einfach nicht da.

Das, was ich sehe, ist Chaos. Fehlentscheidungen. Keine klare Linie. Widersprüche und Handlungen ohne Sinn und Verstand. Mit Verinnerlichung von Werten und Normen hat das nix zu tun, was abläuft. Und ganz besonders nicht mit sozialen Rollen. Das Gefüge ist aus dem Gleichgewicht.

Ich hoffe inständig, dass der Kelch des Verderbens an uns vorüber zieht.
  • 15.08.2017, 19:32 Uhr
  • 4
  • 15.08.2017, 19:43 Uhr
  • 1
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Hallo Edith, Du sprichst mir völlig aus dem Herzen. In vielen Ansichten ( fast in Allen ) stimme ich völlig überein. Mein Vater ist auch gebürtiger Breslauer. Vielleicht habe ich in vielen Gesprächen mit meinem Vater aufgenommen, ...was Heimat ausmacht.
Ich habe selbst als Kind gespürt, was es heißt NICHT in einer gewachsenen Dorfstruktur einen Platz zu haben. Viele "Siedlungskinder" aus Vertriebenenfamilien haben das so empfunden.
Vielleicht hat der Patriotismus dieses fast liebevolle Schützende seinen Ursprung darin und lässt fast fanatisch werden ( was gerne missverstanden wird ) . Vielleicht liegt auch der verschwenderische Umgang mit Sprache in Reimen und der Freude an Vielfalt und Klöangfülle und der bildhaften Möglichkeiten darin begründet !
....und erträgt sogar Häme und Spott !
Wer weiß ?....
In jedem Fall .... viel mehr als lesenswert !
Bist ja nicht umsonst eine Bekannte - UND DAS IST GUT SO !
  • 15.08.2017, 16:15 Uhr
  • 6
Ja, Reinhold, vielleicht ist der Verlust so etwas wie ein 'Augenöffner' .
Verliert man einen lieben Menschen durch einen frühen Tod, lernt man das Leben mehr schätzen.
Verliert man die Heimat, lernt man sie schätzen.
  • 15.08.2017, 18:54 Uhr
  • 0
Dabei war mein Vater ja als Flakhelfer nicht mal Flüchtling oder Vertriebener sondern kam als Flakhelfer im Westen in die Pfalz. Der erste Besuch bei Eltern und Geschwistern war 1954 in Dresden ( das Bild mit mir auf dem Löwen wurde im Dresdner Zoo damals aufgenommen ) Seine Mutter mit 4 kleineren Geschwistern wurde vertrieben ( nicht geflüchtet ) und sein Vater kaum aus Russland erst 55 zurück.
UND hatte es dann nicht einmal leicht, weil er gegen das Brudervolk gekämpft hatte....während Gen. Paulus auf dem "weißen Hirsch" residierte !
DARUM werde ich so fuchsteufelswild wenn Leute hier wie Blinde von der Farbe reden. Auch ich habe mit Zeitzeugen mich unterhalten. Mehr als mir lieb war ! AUCH oder gerade mit meinem Großvater, der als Rentner dann bei Westbesuchen nächtelang mit mir zusammensaß !
  • 15.08.2017, 19:11 Uhr
  • 1
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