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DIE WÄHLERGRUPPEN

05.09.2017, 13:21 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

DIE WÄHLERGRUPPEN !!! von Gerd Quedenbaum

Wahlberechtigte teilen sich in vier Gruppen. Die sich nicht in abschließend konkrete Zahen zu fassen, weil es auch Grenzwähler gibt, die mal hier oder mal dort Ihr Kreuz in den Stimmzettel malen. Die vier Gruppen bilden allerdings das Schwergewicht der insoweit differierenden Wählergruppen.

Da sind zunächst die unkritischen Stammwähler, die stets der gleichen Partei ihre Stimme geben. Das sind jene Bürger, die vermutlich traditionell ihr Kreuzchen dort hinmalen, wo schon Vater und vordem Großvater Ihre Zeichen machten. Wähler, die dem Grunde nach garnicht "wählen", d.h. garnicht aussuchen, sich auch nicht weiter für Stärken und Schwächen ihrer Partei interessieren, ganz zu schweigen, von einem Vergleich des Programms mit denen anderer Parteien. Das Wahl- verhalten dieser Gruppe ist nonchalant, ist unkritisch und obendrein ein Freifahrschein für die jeweils favorisierte Partei und deren Repräsentanten. Das ist ein Phlegma von der Art, wie wir es angesichts unserer geschichtlichen Vergangenheit eigentlich gar nicht haben dürften. Die Stärke dieser Gruppe ist für die Parteien leicht überschaubar.

Die zweite Gruppe bilden die kritischen Wähler, die man als objektiv interessiert charakterisieren kann, weil sie sich mit dem vielfältigen politischen Wahlangebot
auseinander setzen, Schwerpunkte und Höhepunkte vergleichen und sich erst danach für diese oder jene Partei entscheiden. Das heißt, die Wähler der zweiten Gruppe, sie mögen ihre Präferenzen haben, sind dennoch kritisch und in ihrer Entscheidung mindestens weitgehend unabhängig. Daher sind sie auch für die Parteien schwer auszumachen. Kritik wird in Deutschland als rechtslastig verleumdet. Wer sich damit identifiziert, muß mit negativen Folgen im Sinne des Mobbings rechnen.


Die Wechselwähler finden sich in der Gruppe drei. Für die Parteien eine durch und durch unberechenbare Größenordnung. Menschen, die sich möglicherweise zu wenig für Parteiprogramme interessieren, eine zwiespältige Meinung haben, sich nicht entscheiden können und und dennoch zur Wahl gehen, um dann irgendwo auf dem Wahlzettel ihr Kreuz machen. Diese Gruppe wählt um der Wahl willen, nicht weil sie ein bestimmtes Meinungs- oder Parteiverhältnis haben. Zugleich muß man auch dies Verhalten mit gewissen Bildern deutscher Vergangenheit identifizieren. Gleichgültigkeit und Unentschlossenheit sind keine achtenswerten Motive für den Gang zur Wahlurne.

Die vierte und letzte Gruppe bilden die Wahlverweigerer, wobei es gleichgültig ist, ob sie den Stimmzettel unausgefüllt in die Urne werfen oder gar nicht erst zum Wahlgang erscheinen.Die Begründungen für das ablehnende Verhalten dieser Staatsbürger sind unterschiedlich, werden jedoch in jedem Falle getragen von einem durchdringend gerechtfertigten Mißtrauen gegenüber Parteien und Politikern. Das sind Staatsbürger, die vor und nach der Wahl speziell von den Wählern der Gruppen eins und drei der Untreue gegenüber Staat und Demokratie beschuldigt werden. Dabei zeigt doch gerade deren Verweigerung, daß sie sich mit Parteien, Staat und Politik auseinander gesetzt und sich demnach für ihr spezielles Verhalten entschieden haben. -

1 Kommentar

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Viel Wahrheit in diesem Beitrag, dem ich nur anfügen kann, leider gibt es zu viele Menschen die sich keine zwei Jahre zurück erinnern können. Bedenkt man aber die Vergeßlichkeit unserer Gewählten, wie kann man die Vergeßlichkeit dem Wahlvolk verdenken?
  • 05.09.2017, 14:47 Uhr
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