wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Ein zu heikles Wahlthema?

09.09.2017, 18:51 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Bessere Integration von Einwanderern am Arbeitsmarkt
Bildung und Einbürgerung verbessern die Chancen. Deutschland ist weltweit mit eines der beliebtesten Einwanderungsländer. Im Prinzip eine erfreuliche Nachricht, denn erstens bestätigt es die Attraktivität des Standortes, und zweitens kann die Einwanderung die chronisch niedrige Geburtenrate in Deutschland zu einem gewissen Grad kompensieren. "Soweit die Theorie".
Junge Migranten verlassen die Schule im Durchschnitt mit niedrigeren Bildungsabschlüssen als einheimische Schulabgänger. In der Folge gelingt es ihnen deutlich seltener, eine berufliche Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren. Dies wiederum führt zu erkennbaren Nachteilen am Arbeitsmarkt. Betrachtet man die Arbeitsmarktpositionen von jungen Migranten differenzierter, stellt man fest, dass diejenigen mit deutscher Staatsangehörigkeit häufig besser gestellt sind: Sie erreichen insgesamt höhere Bildungsabschlüsse und haben mehr Erfolg am Arbeitsmarkt als nicht eingebürgerte Migranten. Ausbildungsabschlüsse tragen bei allen untersuchten Migrantengruppen maßgeblich zur Arbeitsmarktintegration bei. Aber selbst mit abgeschlossener Ausbildung erreichen die meisten Migranten nicht die gleichen Arbeitsmarktpositionen wie Einheimische. Das gilt insbesondere für die jungen Erwachsenen mit arabischer oder türkischer Staatsangehörigkeit. Die schlechteren Schulabschlüsse von Migranten lassen sich insbesondere auf ihre im Durchschnitt niedrigere soziale Herkunft zurückführen und auf die Tatsache, dass das deutsche Schulsystem der Vererbung von niedriger Bildung nur wenig entgegenzusetzen hat. Wenn junge Erwachsene mit Migrationshintergrund allerdings einen Ausbildungsabschluss besitzen, können sie damit ihre Position am Arbeitsmarkt gegenüber Personen ohne Ausbildung deutlich verbessern. Zum Teil erzielen sie dabei sogar größere Bildungsgewinne als die Einheimischen. Es gelingt ihnen jedoch nicht, mit den Deutschen ohne Migrationshintergrund in Bezug auf die Arbeitsmarktplatzierung gleichzuziehen. Für den Sozialstaat ergibt sich durch die Einwanderung aber nur eine Entlastung, wenn die Partizipation der Personen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt ähnlich hoch ist wie die der Personen ohne Migrationshintergrund. Das ist jedoch definitiv nicht der Fall. Bereits seit Jahrzehnten liegt die Beschäftigungsquote von Einwanderern substanziell unter dem Durchschnitt der Beschäftigungsquote von Deutschen. Bei der Arbeitslosenquote verhält es sich genau anders herum. Da zudem das durchschnittliche Einkommen von Einwanderern signifikant unter dem Durchschnittseinkommen liegt, während sozialstaatliche Leistungen eher überdurchschnittlich in Anspruch genommen werden, legen Studien des sogenannten Generationalen Accounting zu Deutschland auf Basis der Daten vom * Der Mikrozensus ist eine repräsentative Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Rund 830 000 Personen in etwa 370 000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften werden stellvertretend für die gesamte Bevölkerung zu ihren Lebensbedingungen befragt. Dies sind 1 % der Bevölkerung, die nach einem festgelegten statistischen Zufallsverfahren ausgewählt werden. Die Befragung ist absolut vertraulich und die Daten werden nur für statistische Zwecke verwendet. Die Lage wird leider noch ein wenig komplizierter wenn man sich die Mühe macht, Ursachen für Erfolge und Misserfolge zu finden und Migration nicht als homogenes Phänomen begreift. Wer verstehen will, was in den letzten Jahren geschehen ist, muss sich mit den Zahlen beschäftigen. So zeigt sich, dass die Einwanderung aus den Staaten der jüngsten EU-Osterweiterung für den deutschen Staat noch vergleichsweise positiv zu bewerten ist. Deren Arbeitslosenquote liegt nur knapp über der Arbeitslosenquote von Deutschen und die Beschäftigungsquote nähert sich langsam dem Wert deutscher Arbeitnehmer an. Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn man die nichteuropäischen Asylherkunftsländer analysiert. Definition: Als Migranten bzw. Personen mit Migrationshintergrund werden Menschen bezeichnet, die selbst oder deren Eltern eingewandert sind. Im Jahr 2006 gab es in Deutschland etwa 7,5Millionen Ausländer, heute 12 Millionen aber heute 15 1/2 Millionen Personen mit Migrationshintergrund (laut dem Statistischen Bundesamt) Es ist zwar verständlich, dass Politiker um dieses eher heikle Thema gerne einen Bogen machen, da immer die Gefahr besteht, sich in politisch vermintes Gelände zu begeben und in einen Kontext gebracht zu werden, in dem man sich verständlicherweise nicht finden möchte. Die oben aufgezeigten Tendenzen bergen aber auf der anderen Seite eine enorme Sprengkraft, und es wäre töricht, wenn die Politik das Thema Arbeitsmarktintegration von Migranten nicht auf die Tagesordnung nehmen würde.
Ich behalte mir vor, jede dusselige Anspielung, oder zerreißen dieses Beitrags aus falscher politischer Sicht unverzüglich zu löschen.

3 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
eines der beliebtesten Einwanderungsländer ist Deutschland.., yes..., ich würd auch nach Deutschland einwandern, denn die Sozialleistungen, die lassen sich sehen..., wow! Nirgendwo anders gibt es soviel Geld für Einwanderung:

http://www.n-tv.de/politik/So-viel-b...669556.html

nicht schlecht, würd ich mal sagen.... fürs "Dableiben" - eine Frage: wer bezahlt das eigentlich? Frau Merkel?
Schönen Abend allerseits.
  • 12.09.2017, 20:20 Uhr
  • 1
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Deutschland ist nur so beliebt für Flüchtlinge und Migranten weil es nirgendwo so viel an Unterhaltsleistungen für jeden und alle gibt. Jetzt haben selbst unsere Politgranaten das erkannt und wollen ein EU- einheitliche Höhe der Leistungen einführen. Es wird Zeit daß der Ausverkauf unserer Steuer und Sozialkassen endlich aufhört. Einen Familienvater der alles an Andere verschleudert bis seine eigene Familie nichts mehr hat den würde man entmündigen und weg sperren. Bei unseren Human dusseligen nennt sich so etwas Humanität.
  • 10.09.2017, 17:37 Uhr
  • 4
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.