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Waren Nazis Rechte?

02.10.2017, 11:48 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Waren Nazis eigentlich Rechte?
Ich weiß, diese Frage provoziert und ich werde kritisiert und angepöbelt werden. Weite Teile der Bevölkerung und die vereinigte Linke verorten die Nazis rechts. Damit verbinden sie alles Negative und alle Verbrechen der Menschheitsgeschichte rechts.Sie halten aber dagegen alles Gute für links, doch Gutmenschen wollen sie nicht genannt werden. Auch bei Wize sehen sich einige im heldenhaften Abwehrkampf gegen den braunen Ungeist, der heute angeblich überall aus dem braunen Sumpf der deutschen faschistischen Volksseele emporkriecht. Die demokratischen Kritiker des permanenten Rechtsbruch und der Entdemokratisierung der politischen Willenbildungsprozesses der Merkelregierung werden als Faschistien und Nazis bezeichnet.
Doch waren die Nazis überhaupt Rechte? NSDAP ist die Abkürzung von Nationalsozialistische Arbeiterpartei. Sozialismus wird aber mit links identifiziert, war das Etikettenschwindel? Der bekannte österreichische-jüdischer Historiker Ludwig von Mieses sagt:
>>>Der Grund der Annahme, Nazi-Deutschland sei kapitalistisch gewesen, ist die Tatsache, dass die meisten Unternehmen in Nazi-Deutschland formal in privaten Händen verblieben. Mises betont hingegen, dass das Privateigentum an den Produktionsmitteln unter den Nazis nur dem Namen nach existierte, dies Eigentum aber tatsächlich beim Staat lag.
der Staat bestimmte, was in welcher Menge und auf welche Art zu produzieren war und wem die Produkte zugeteilt werden sollten; er bestimmte auch, welche Preise zu verlangen, welche Gehälter zu bezahlen und welche Dividenden oder andere Einkommen den nominellen Privateigentümern zu beziehen erlaubt waren
Das „de facto staatliche Eigentum an den Produktionsmitteln“, wie Mises es bezeichnete, war eine logische Folge grundlegender kollektivistischer Prinzipien der Nazis, wonach Gemeinnutz vor Eigennutz geht und das Individuum bloß als Mittel für die Zwecke des Staates da ist. Wenn schon das Individuum nur für den Staat da sein soll, dann natürlich auch das Eigentum des Individuums. So wie das Individuum dem Staat gehört, so gehört diesem auch das Eigentum des Individuums.
Doch was den real existierenden Sozialismus in Nazi-Deutschland erst richtig besiegelte, war die Einführung von Preis- und Lohnkontrollen im Jahre 1936. Diese wurden als Antwort auf die Inflation des Geldangebots eingeführt, die das Regime seit seiner Machtergreifung Anfang 1933 betrieb. Die Nazi-Regierung ließ immer mehr Geld drucken, um die immens ansteigenden Staatsausgaben zu finanzieren, die für öffentliche Arbeiten, Subventionen und Wiederbewaffnung erforderlich waren. Die Preis- und Lohnkontrollen wurden als Reaktion auf die Preissteigerungen eingeführt, die wiederum als Folge der Geldinflation einsetzten.
Dies war der Sozialismus, den die Nazis einführten. Und Mises nannte ihn Sozialismus auf deutsche oder Nazi-Art, im Gegensatz zur Variante der Sowjets, den er Sozialismus auf russische oder bolschewistische Art nannte.<<<<
Der vom Fernsehen bekannte Journalist Joachim Fest sagt:
"Manche guten Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört."
Und der Altachtundsechziger Politologe Historiker und Holocaustforscher Götz Aly sagt: >>>Die Nazis waren LINKS Wer den deutschen Mieter- und Kündigungsschutz, das Kindergeld, die Krankenversicherung für Rentner oder den Naturschutz für links hält, alles Nazigesetze, ordnet die NSDAP als links ein.<<<<<
Auch der bekannte rechte Historiker Arnulf Baring sagt am 6.1.2013 im Fernsehen: >>>Die Nazis waren eine linke Partei<<<<
Himler und Göbbels kamen von links, auch Hitler war links. Es gibt Dokumente und Bilder, die eindeutig belegen, dass Hitler 1919 in München ein Kämpfer der kommunistischen Räterepublik war:
>>>>In den dramatischen Wochen der Münchener Räterepublik war Hitler von der Revolutionsregierung als Wache in den Hauptbahnhof entsandt worden. Seine Kameraden wählten ihn zum stellvertretenden Soldatenrat ihres in die Revolutionsarmee eingegliederten Regiments.<<<< Auch belegen Äußerungen führender Nazis eindeutig ihre Linksorientierung >>>>>"Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke… Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock." (Joseph Goebbels, 1931 in "Der Angriff")<<<<< >>>>>>>>>"Meine gefühlsmäßigen politischen Empfindungen lagen links." (Adolf Eichmann, Organisator der Massenmorde an den Juden, in seinen Memoiren)<<<<<
Willy Brandt sagte:
>>>>>>>>"Das sozialistische Element im Nationalsozialismus, im Denken seiner Gefolgsleute, das subjektiv Revolutionäre an der Basis, muss von uns erkannt werden.<<<<<
Sowohl die Nazis, als auch die Kommunisten waren Antidemokraten, sie haben die Demokratie beseitigt. Hier unterscheiden sie sich in einem entscheidenden Punkt von Demokraten, sowohl aus dem linken, als auch dem rechten Spektrum. Die Gleichsetzung von demokratischen Parteien mit den größten Massenmördern der Geschichte ist eine unverschämte, widerliche Verharmlosung der Nazis. Auch hier bei Wize gibt es einige Naziverharmloser.
Der entscheidender Unterschied zwischen links und rechts ist jedoch der: Linke sind Kollektivisten, die das Heil der Menschen in der staatlichen Intervention in Gesellschaft, Wirtschaft, ja allen Lebensbereichen sehen. Rechte sind Individualisten, die dem Staat misstrauen. Sie sind davon überzeugt, dass erst eine freie Marktwirtschaft und Gesellschaft die Leistungsfähigkeit der Menschen zum Wohle aller entfaltet.
Die Nazis waren aber lupenreine Kollektivisten!

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112 Kommentare

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Auf diese Frage antworte ich mit einem klaren Ja.
  • 12.10.2017, 01:43 Uhr
  • 0
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Ehrlich gesagt ist mir rechts - links völlig egal. Da diese Einteilung eh historisch und mit der Anordnung von Sitzen in einem Parlament zu tun hatte, könnte es auch umgekehrt sein.
Viel schlimmer ist, dass auf diese Weise einige meinen mal wieder etwas rechtfertigen zu müssen und gleichzeitig alle, die nicht so denken, zu "Antifas" deklarieren. Nazis gegen Antifas - ein hübsches Bild. Doch wer da rechts oder links zuhaut, dürfte völlig wurscht sein.

Was wichtiger ist - und generell gilt: Nazis waren Verbrecher.
Und die, die sie rechtfertigen und relativieren, begeben sich sehr in die Gefahr, ebenfalls verbrecherisch zu handeln.
  • 05.10.2017, 12:25 Uhr
  • 4
Eben
  • 05.10.2017, 16:53 Uhr
  • 0
@Sara >>>>Was wichtiger ist - und generell gilt: Nazis waren Verbrecher.
Und die, die sie rechtfertigen und relativieren, begeben sich sehr in die Gefahr, ebenfalls verbrecherisch zu handeln.<<<<<
Sehr richtig, die Nazis waren die größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte und alle die sie relativieren, handeln verbrecherisch. Ich werde hier öfter als Nazi beschimpft, obwohl ich ein rechter Antifaschist und Demokrat bin! Wenn ich daran denke, dass meine Eltern unter Lebensgefahr Nazigegner waren, trifft das schon.
  • 12.10.2017, 12:05 Uhr
  • 0
"rechter Antifaschist und Demokrat " ?????

Das nenne ich erst mal ein Paradoxum.
Ich weiß nicht, wann man dich mit dem N-Wort beschimpft hat - ich mach das nur dann, wenn es sich um einen echten Nazi handelt, was extrem selten ist. Andere sind da zugegeben großzügiger. Aber ich fürchte, bei dem Begriff: "rechter Antifaschist" springt dir die andere Seite ungebremst ins Gesicht.
Ich bin auch ein Antifaschist, stimmt irgendwie - zeigt aber nur, dass diese Klassifizierungen auch ziemlich dumm sein können. .
Aber ich habe oben ja auch diese überholte Einteilung in rechts und links abgelehnt. Denn die stimmt einfach so nicht mehr. Die Rechten zitieren Tucholsky und Brecht - und die Linken bewahren die Werte. Da ist irgendwie was durcheinander geraten.
  • 12.10.2017, 12:21 Uhr
  • 0
@Sara, >>>>"rechter Antifaschist und Demokrat " ?????
Das nenne ich erst mal ein Paradoxum. <<<<<<
Ja, das ist genau das üble Spiel, was hier getrieben wird. Rechte sind Faschisten und keine Demokraten. Wenn man das lange genug veröffentlicht, dann verinnerlichen die Menschen das schon. Der veröffentlichte Mainstream, der sogar nach der "Zeit" zu 87% links ist, hat hier ganze Arbeit geleistet. Linke sind die Guten und Rechte die Schlechten.
  • 12.10.2017, 14:20 Uhr
  • 0
Wenn du endlich mal kapieren würdest, dass rechts und links keine politischen Aussagen, sondern Seiten eines Plenarsaals sind, wäre es einfacher.
  • 12.10.2017, 15:54 Uhr
  • 0
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Sag mal wessen Geistes Kind seit ihr eigentlich? Wahrscheinlich von den Antifa- Ideologen. Der Beitrag von wize.life-Nutzer ist 100%. Ihr habt vermutlich keine Ahnung von der Geschichte der NSDAP. Er hat vollkommen recht. Habt ihr seinen Beitrag nicht richtig gelesen.
Die NSDAP wurde von den Gebrüdern Strasser gegründet. Adolf Hitler
wurde 7. Mitglied der Partei. Die NS-Ideologie sollte eine Alternative
zu der KPD-Ideologie sein. Denn bei den die Kommunisten stand "Hoch die Internationale Solidarität" im Vordergrund. Dieses betrachtete die NS als Kulturtod und die Zerstörung der nationalen Indentität des Volkes sowie die Vermischung der Rassen. Das war der einzige Unterschied zu den Kommunisten. Beide Ideologien wollen oder wollten eine klassenlose Gesellschaft unter der Herrschaft einer Führungspartei. Somit konnte man mit Recht sagen, daß die Nationalsozialisten tatsächlich "Sozialisten" waren". Also war die NSDAP eine "Linkspartei". Nur bei der Sitzverteilung im Parlament der Weimaren Republik standen die Abgeordneten der NSDAP auf der aüßersten rechten Seite. Vermutlich weil sie sonst jedesmal sich mit den Kommunisten geprügelt hätten.
  • 04.10.2017, 19:54 Uhr
  • 1
"Wer den Nationalsozialismus für sozialistisch hält, weil das Wort "sozialistisch" drin vorkommt, der denkt auch, die Deutsche Demokratische Republik sei demokratisch gewesen..."
  • 04.10.2017, 20:42 Uhr
  • 10
Dann ist die CDU/CSU wohl linksextrem, schließlich heißen sie, wie schon die Sowjetunion "UNION".
  • 04.10.2017, 20:45 Uhr
  • 9
...."es handle sich um eine 'taktisch durchaus geschickte Übernahme von Parolen, mit denen sich die NSDAP von den etablierten Rechten distanzierte.' Denn natürlich habe Hitler mit der Namensgebung im Arbeiter-Milieu nach Stimmen gesucht."
  • 04.10.2017, 20:58 Uhr
  • 8
Immerhin beschreibt " wize.life-Nutzer " sehr schön deutlich die Parellen zwischen der NSDAP und der AfD.
  • 05.10.2017, 01:23 Uhr
  • 5
@E.K,
die AfD ist alles andere als eine sozialistische Partei ...
  • 05.10.2017, 07:34 Uhr
  • 1
"der denkt auch, die Deutsche Demokratische Republik sei demokratisch gewesen.."
warum, war sie das nicht?
es gab in der sbZ Wahlen, ist das nicht DAS Kennzeichen der Demokratie?
Übrigens, die sbZ war im Vergleich zu Deutschland ein solide finanzierter Staat!
Schulden im Verhältnis zum BIP lag 1990 bei 27,6%
2016 lag sie in Deutschland bei 68,3% ...
  • 05.10.2017, 07:44 Uhr
  • 0
In der DDR konnte das Votum der Bürger keine Änderungen der Machtverhältnisse bewirken. Die Bürgerinnen und Bürger der DDR hatten keine Möglichkeit, eine einzelne Partei auszuwählen. Eine Abstimmung über einzelne Wahlvorschläge war nicht möglich. Alle Parteien und die gesellschaftlichen Gruppierungen waren in der "Nationalen Front" zusammengefasst – einem Zusammenschluss der Parteien und Massenorganisationen der DDR. Die Abstimmungen waren lediglich Rituale der SED zum Zweck der Selbstlegitimierung. http://www.demokratie-statt-diktatur.../_node.html
  • 05.10.2017, 12:13 Uhr
  • 5
...und die SBZ wurde 1949 aufgelöst.
  • 05.10.2017, 12:15 Uhr
  • 3
Die Wahlen waren nicht frei, denn sowohl die Wähler als auch die zu Wählenden konnten nicht frei entscheiden (wen sie wählen wollten und auch wer sich zur Wahl stellen durfte).
  • 05.10.2017, 12:16 Uhr
  • 3
Will Tommy jetzt hier ernsthaft erzählen, die DDR sei demokratisch gewesen? Nicht sein Ernst.... *vogelzeig*
  • 05.10.2017, 13:37 Uhr
  • 2
ja, aber nun sagt er nichts mehr. Wo war in der DDR eine Opposition?
  • 05.10.2017, 13:57 Uhr
  • 5
John ..., Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach, ehemals CDU, inzwischen zur AfD hinübergedriftet, behauptete einst , die NSDAP sei links. Der bekannte Historiker Heinrich August Winkler sagte darüber, es sei "taktisch durchaus geschickte Übernahme von Parolen, mit denen sich die NSDAP von den etablierten Rechten distanzierte.". Interessant ist das schon. Versucht es der der Ersteller dieses Themenbeitrages ebenso? Man liest hier ja oft, dass sich Anhänger der AfD gerne von Rechtspopulismus - oder extremismus distanzieren. Na klar, sie kämpfen dafür, dass sie die Guten sind.

Zitat spiegel-Online:

»Die NSDAP, sagt etwa der Historiker Heinrich August Winkler, "war das organisierte und extremste Nein zu allem, wofür linke Parteien standen. Rechter kann man gar nicht stehen." Die Nazi-Partei sei "mindestens so antiliberal gewesen wie sie antimarxistisch war". Ausgezeichnet habe sie sich durch eine "radikale Verneinung der Aufklärung", es handle sich alles in allem vermutlich um "die rechteste Partei, die es je gegeben hat".« (Zitat ende)

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...812950.html

Winkler ist nicht irgendein Historiker von vielen. Hier mal einige seiner bekanntesten Werke:

Der lange Weg nach Westen 2 Bände. Beck, München 2000;
Band 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik.
Band 2: Deutsche Geschichte vom „Dritten Reich“ bis zur Wiedervereinigung.
Auf ewig in Hitlers Schatten? Über die Deutschen und ihre Geschichte. Beck, München 2007,
Geschichte des Westens. 4 Bände. Beck, München 2009–2015;
Band 1: Von den Anfängen in der Antike bis zum 20. Jahrhundert. 2009,
Band 2: Die Zeit der Weltkriege. 1914–1945. 2011,
Band 3: Vom Kalten Krieg zum Mauerfall. 2014,
Band 4: Die Zeit der Gegenwart. 2015,
  • 05.10.2017, 16:51 Uhr
  • 6
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Hallo Herbert,
da Du nicht pöbelst, sondern argumentierst, antworte ich Dir. Eine Diskussion unter verschiedenen Ansichten muss möglich sein. Ich habe nirgends geschrieben, dass die deutsche Wirtschaft nicht in den Naziverbrechen involviert war. Sie werden auch daran verdient haben. Darum geht es auch gar nicht. Es geht um die Frage, ob die NSDAP nach ordnungspolitischen und wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten Linke oder Rechte waren. Nochmals, von Mieses schreibt, die Wirtschaft sei zwar formal noch privatwirtschaftlich, aber total unter die Kontrolle des Staates gestellt und in Hitlers Kriegsvorbereitungen zwangweise eingebunden worden. Natürlich werden die Bosse auch daran verdient haben. Mieses weiter, eine unter der Kontrolle des Staates stehende Wirtschaft sei keine freie Wirtschaft, sondern Staatswirtschaft und damit Sozialismus. 2. Die gesellschaftspolitische Ausrichtung. Nach einer allgemein akzeptierten Definition sind Linke staatsorientiert in verschiedenen Abstufungen. Die radikalen Linken wollen, dass der Staat alle Lebensbereiche organisiert, auch die Wirtschaft. Die gemäßigten wollen die Wirtschaft zwar privatwirtschaftlich, aber der Staat soll stärker ausgleichen und kontrollieren und Gerechtigkeit mit höheren Steuern herstellen. Linke sind eher Kollektivisten, auch wenn es hier große Unterschiede gibt. Rechte mistrauen dem Staat, sie befürworten eine eigenverantwortliche Gesellschaftsordnung. Sie glauben, nur so werden die Kreativkräfte und Leistung zum Wohle aller freigesetzt. Die Nazis waren ohne Zweifel Superkollektivisten.
Eine andere Frage ist, ist der Faschismus grundsätzlich rechts, wie das immer wieder von den Linken behauptet wird? Der Faschismus ist laut Definition die Herrschaft eines Mannes, einer Gruppe oder einer Partei. Der Faschismus ist das Gegenteil von Demokratie und die demokratischen Rechten sind keine Faschisten. Aber auch die demokratischen Linken sind keine Faschisten. Wir sollten uns, trotz aller Meinungsverschiedenheit zwischen links und rechts auf unsere gemeinsame demokratische Grundlage besinnen. Es sind doch die Linken, die uns demokratischen Rechten immer wieder als Nazis oder Faschisten beschimpfen.
  • 04.10.2017, 18:04 Uhr
  • 1
Sigurt
Die Nähe zwischen rechtskonservativen, rechtsextremistischen und faschistischen Kräften lässt sich in Weimar sehr gut beobachten. Alles was die Nazis ideologisch vertraten, Antisemitismus, völkisches Gedankengut, Nationalismus, Sozialdarwinismus, Antikommunismus, aber auch Antikapitalsmus, gab es schon im Kaiserreich.
Die Nazis haben nichts von alledem erfunden, sondern sie haben aufgegriffen, was vorher schon da war.
Hitler als junger Mann und die anderen Nazis saugten dieses Ideengemisch auf und übernahmen es.
Die herrschenden Eliten des Kaiserreiches, das Militär, die Konzernchefs, die Kirchen, die Verwaltungselite des Staates, sie haben einen Raubkrieg gegen ihre Nachbarn vorbereitet, den Ersten Weltkrieg, und unterwarfen die Bevölkerung dieser völkisch aggressiven und rassistischen Gehirnwäsche.
Wenig später bereiteten die Nazis mit einer weiterentwickelten Propaganda-Maschinerie den Zweiten Weltkrieg vor.
Auch die wirtschaftlichen Ziele wie Zugriff auf Rohstoffe und Arbeitskräfte und Eroberung von Kolonien waren identisch.
Diesselben Eliten, die den Ersten Weltkrieg vom Zaun gebrochen haben, haben auch den Zweiten Weltkrieg begonnen, und sie bedienten sich der Nazis, um ihre Ziele diesmal zu erreichen.
Es war die Elite aus Militär, Wirtschaft, Staatsverwaltung Kirchen und rechtskonservativer bürgerlicher Parteien in Zusammenarbeit mit den Nazis.
Ziele nach außen: Unterwerfung Europas
Ziele nach innen : Unterwerfung der Arbeiterklasse als denjenigen Gegner, der die Herrschaft der Eliten in Deutschland gefährden konnte.

"Die erste Koalition in Weimar, das Kabinett Hitler, bestand anfangs im Wesentlichen aus einer Koalition der NSDAP und DNVP ( Deutschnationaler Volkspartei ), an der auch weitere national-konservative bis völkisch orientierte Politiker des rechten Randes, unter anderem vom Stahlhelm, und Rechtskatholiken wie von Papen-beteiligt waren."

https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Hitler

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die gleiche bürgerliche Elite an der Macht. Sie hatte viel Blut an den Händen durch ihre Kolaboration mit den Nazis und ihrem Massenmord an den Völkern Europas und großer Teile der eigenen Bevölkerung wie Juden, Sinti, Kommunisten, Gewerkschafter, Christen, Schwule etc.

Viele Ex-Nazis traten in die CDU ein und gelangten in die höchsten Staatsämter der neu gegründeten Bundesrepublik. Kiesinger Bundeskanzler, Gerhard Schröder Außenminister, Carstens Bundespräsident, Scheel (FDP) Außenminister und Bundespräsident, Genscher Innen-und Außenminister usw.usw.
Viele der alten Nazi-Kader gelangten nach der anfänglichen Entnazifizierung im Rahmen des Kalten Krieges wieder mit dem Kampf der Amerikaner gegen den neuen Feind Sowjetunion in Amt und Würden.
So kann man sagen, dass große Teile des Fundamentes des neuen Staates Bundesrepublik faschistisch "verseucht" waren.
Und die alten Eliten des neuen Staates machten das weiter, was sie in Weimar schon betrieben hatten, den Kampf gegen die linke Arbeiterbewegung. 1956 verbot die Adenauerregierung die KPD,.
Dieses Verbot ist bis heute nicht aufgehoben worden, während die faschistische NPD bis heute nicht verboten worden ist.
  • 06.10.2017, 01:30 Uhr
  • 1
Hallo Herbert, vilen Dank für Deinen sachlichen Beitrag, es geht doch, dass Linke und Rechte sachlich miteinander diskutieren. Aber Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, völkisches Denken, Antikapitalismus gab es zu der Zeit auch in allen anderen Staaten. Ich teile nicht Deine Meinung, dass der erste Weltkrieg ein geplanter Krieg zur Unterdrückung anderer Länder war, sonder er war ein Krieg aus Versehen. Beim zweiten Weltkrieg war das anders. Ich bin der Überzeugung, dass Hitler seit der Machtergreifung systematisch der Revanchekrieg geplant und vorbereitet hat. Und noch etwas, hier wird immer nur von den Verbrechen der vermeintlichen Rechten, den Nazis, gesprochen, nie von den Verbrechen der Linken. Ganz abgesehen, dass die Nazis, nach gesellschaftspolitischer und wirtschaftpolitischer Definition Linke waren, die großen Menschheitsverbrechen waren links. Die Bolschewisten haben 100 Millionen Menschen ermordet und die chinesischen Kommunisten auch.
  • 06.10.2017, 09:32 Uhr
  • 0
Die Verbrechen der Bolschewisten in Russland und der Kommunisten in China sind unbestritten. Sie haben Millionen Menschenleben auf dem Gewissen und das ist hier im Westen auch immer thematisiert worden, nicht zuletzt weil der Kommunismus der Feind des kapitalistischen Westens war und immer noch ist.
Anders sieht es aus bei der Darstellung der Massenmorde des kapitalistischen Westens , die er (vor allem die USA) als Hegemonialmacht anrichtete in Korea, Vietnam, Afghanistan, Syrien, Libyen, Somalia, etc. etc.
Da wird immer noch verlogen argumentiert, so als ob diese Kriege notwendig seien, um die angegriffenen Länder vor bösen islamischen oder kommunistischen Kräften zu schützen.
Ich finde es wichtig, dass wir im eigenen Land sehr genau aufpassen, welche Kräfte Raubkriege unterstützen und die dadurch ausgelösten Flüchtlingsbewegungen kriminalisieren und am liebsten so schnell wie möglich wieder abschieben wollen.
Es ist interessant, dass nur die Linke eine klare Anti-Kriegs-Politik vertritt, während die versammelten bürgerlichen Parteien inklusive der alten "Arbeiterpartei" SPD (hahaha)
diese Kriegspolitik unterstützen.
In bezug auf das Thema "waren die Nazis Linke" ist für mich klar, dass die organisierte Linke ( KPD, SPD und Gewerkschaften ) der gefährlichste Gegner der alten Ordnung und der alten Eliten war, die den Ersten Weltkrieg verschuldet hatten und deren Herrschaft nun ins Wackeln geraten war.
Es "drohte" eine sozialistische Republik, die die Arbeiterbewegung anstrebte. Die Antwort der herrschenden Kräfte war das Bemühen, diese linke Gefahr unschädlich zu machen , und gleichzeitig die demokratische Ordnung, die sie aus Schwäche hinnehmen mussten, mit zu liquidieren.
Dabei bedienten sie sich aller Kräfte, die mit ihren Zielen einverstanden war, wie ich oben beschrieben habe.
Die Nazis hatten die gleichen Ziele wie die herrschenden Eliten. Aufrüstung und Kriegsführung aus wirtschaftlichen Gründen, und Zerschlagung der die alte Ordnung gefährdenden Arbeiterbewegung.
Die herrschende Klasse finanzierte die Nazis und brachte sie "als ihre Kettenhunde" gegen ihre Feinde, die Linke , in Stellung.
Die Nazis leisteten ganze Arbeit, die KPD wurde verboten und Tausende Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter wurden verhaftet, gefoltert und ermordet.

Fazit:
Um die Absicht von Menschen zu verstehen, muss man sie an ihren Taten messen, nicht an ihren Sprüchen.
Die Sprüche einiger Nazis mögen links gewesen sein,
ihre Handlungen zielten eindeutig auf die Zerstörung der organisierten linken Arbeiterbewegung.
  • 06.10.2017, 15:23 Uhr
  • 0
Hallo Herbert,
>>>>Es ist interessant, dass nur die Linke eine klare Anti-Kriegs-Politik vertritt, während die versammelten bürgerlichen Parteien inklusive der alten "Arbeiterpartei" SPD (hahaha)
diese Kriegspolitik unterstütze<<<<<
Ich als Rechter vertrete auch eine klare Antikriegspolitik. Nicht die Völker haben die Kriege gemacht, sondern immer die herrschenden Eliten, auch die linken Eliten, siehe Sowjetunion. Die Schweiz hat in all den Jahren keinen Krieg gehabt, sie haben die Basisdemokratie. Linke und Rechte könnten zusammen für die Basisdemokratie streiten
  • 06.10.2017, 16:36 Uhr
  • 0
Hallo Sigurt,
ich begrüße es, dass du persönlich eine Antikriegspolitik vertrittst.
Ich bezog meine Aussage auf die im Bundestag vertretenen bürgerlichen Parteien.
Die Basisdemokratie in der Schweiz ist mir persönlich sehr sympathisch.
  • 06.10.2017, 18:32 Uhr
  • 0
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Die Nazis sind und bleiben Faschisten!
  • 04.10.2017, 13:32 Uhr
  • 1
Martin, natürlich waren die Nazis Faschisten. Ich habe doch nirgends geschrieben, sie seien keine. Doch Faschismus kann links und rechts sein. Faschismus ist laut Definition die Herrschaft eines Mannes, einer Partei oder Gruppe
  • 04.10.2017, 15:00 Uhr
  • 1
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Entscheidender Unterschied ist, ob es Privatunternehmen gab oder nicht.
In der UDSSR und der DDR wurde Privatbesitz an Grund und Boden und Produktionsmitteln verstaatlicht, während die Nazis den Privatbesitz ausdrücklich schützten. Sie waren sozusagen die Kettenhunde der Privatwirtschaft , die alle, die den Privatbesitz in Frage stellten, wegbissen.
Wem diente denn das Aufrüstungsprogramm der Nazis ?
Wem dienten denn die AB Maßnahmen der Nazis ?
Der Privatwirtschaft, wem sonst... ?
  • 03.10.2017, 18:48 Uhr
  • 0
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Eigentlich ist es ganz einfach: Die Linken wollen eine möglichst hohe Staatsquote, damit sie das Volk reich beschenken können.
Die Rechten möchten eine möglichst geringe Staatsquote, damit das Volk in seinem Leistungswillen nicht eingeschränkt wird.
Jetzt kann sich jeder selbst einstufen, ob seine/ihre Abgaben an den Staat zu hoch, gerade richtig oder zu niedrig sind. Wenn man zufrieden ist, dann weiß man, ob man ein Linker oder ein Rechter ist. Ich vermute, dass die meisten von uns eher der liberalen Mitte angehören.
Da die Nazis auf Grund der starken Rüstungsausgaben eine hohe Staatsquote hatten, dürften sie aus wirtschaftspolitischen Gründen eher links eingestuft werden, zumal die Wirtschaft staatlich gelenkt wurde. Das gab es sonst nur im Sozialismus, der allerdings keine Privatunternehmen hatte.
  • 03.10.2017, 13:05 Uhr
  • 0
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Danke, eine interessante Betrachtungsweise. Der Artikel erklärt die jüngste Geschichte anders und passt nicht in das gemachte Bild.

In diesem Zusammenhang ist das Buch von G. Schulz- Rhondorf lesenswert - der Krieg, der viele Väter hatte -
  • 03.10.2017, 12:21 Uhr
  • 2
Gerd Schultze-Rhonhof ?!
Der Kriegsschuldleugner? Der Geschichtsrevisionist? Das ist nicht lesenswert, das gehört verboten!
___________________

"Schultze-Rhonhofs Schriften zur Entstehung des Zweiten Weltkriegs widersprechen grundlegenden Ergebnissen in Forschung und Lehre und sind in der Geschichtswissenschaft nicht rezipiert worden. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rezensierte Christian Hartmann das Buch 1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte als „abstrus“ und „einseitig“. Im Jahresbericht des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg von 2006 heißt es, die These Schultze-Rhonhofs, „Hitler-Deutschland habe nicht einmal den Krieg gegen Polen gewollt und sei daher gänzlich unschuldig am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gewesen, [gehöre] zu den klassischen Konstanten in der verzerrten Realitätswahrnehmung rechtsextremistischer Geschichtsrevisionisten“.[16]

In einer Rezension zum Buch Das tschechisch-deutsche Drama 1918–1939 wies Rainer F. Schmidt in der FAZ darauf hin, dass Schultze-Rhonhof die „gesamte intensive Forschung zu diesem Komplex“ ignoriert habe und seinen „Drall ins Zwielicht des Revisionismus“ stattdessen „auf höchst zweifelhafte Literatur“ stütze."

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_S...tze-Rhonhof
__________________________________

  • 04.10.2017, 13:19 Uhr
  • 6
wollte ich gerade verlinken, LOL
  • 04.10.2017, 13:19 Uhr
  • 5
20. OKTOBER 1950, AUS DER REDE DES VORSITZENDEN DER CDU, KONRAD ADENAUER, AUF DEM 1. BUNDESPARTEITAG DER CDU IN GOSLAR
Ich wollte, die Bewohner der Ostzonen-Republik könnten einmal offen schildern, wie es bei ihnen aussieht. Unsere Leute würden hören, dass der Druck, den der Nationalsozialismus durch Gestapo, durch Konzentrationslager, durch Verurteilungen ausgeübt hat, mäßig war gegenüber dem, was jetzt in der Ostzone geschieht.
  • 08.10.2017, 14:58 Uhr
  • 0
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Hier wurde ein Kommentar aufgrund eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht.
Links oder rechts. Im Grunde ist das völlig egal. Die heutigen Rechten halte ich in keiner Weise für Individualisten, eher für Egoisten, die nach dem eigenem Wohl schauen und nicht auf das Wohl ALLER.

Das 3. Reich war KEIN Staat, genausowenig, wie die Weimarer Republik und die heutige BRinD kein Staat ist. Letztere ist Verwalter von Preußen bzw. Freistaat Preußen, welcher zu keiner Zeit untergegangen ist! er ruht und ruht noch heute, nein, nicht ganz, er erwacht allmählich wieder zu Leben.
Im übrigen ist in der Verfassung des Freistaates Preußen vom 30. November 1920 Artikel 3 folgendes zu lesen: 'Das Volk äußert seinen Willen nach den Bestimmungen dieser Verfassung und der Reichsverfassung unmittelbar durch Volksabstimmung (Volksbegehren, Volkeentscheid, Volkswahl), mittelbar durch die gestellten Volksorgane.' In Art. 4 wird bestimmt, dass alle Männer und Frauen, die über 20 sind und ihren Wohnsitz in Preußen haben, stimmberchtigt sind. - Das nenne ich mal Demokratie.

Richtig ist, dass die meisten der heutigen Gesetze auf Nazi-Gesetzen beruhen und/oder diese übernommen wurden. Richtig ist außerdem, dass die Organe der BRD gar keine Gesetze erschaffen können, mangels Legitimation, mangels Staatengebilde.

Fakt ist allerding, wenn man heute von 'RECHTS' spricht, sind Menschen/Leute gemeint, die Angst haben, dass irgendjemand ihnen die Butter vom Brot nimmt, vor allem die 'bösen Ausländer'. Ferner sind Leute gemeint, die bei dieser Denke klarlegen, dass sie nicht von hier bis da, also soweit die Hutkrempe reicht, nicht mitkriegen, dass die 'bösen Ausländer/Flüchtlinge/Asylanten' durch die hiesige Gier bei uns vor der Tür stehen. Sie sind jene, die brutal ausgebeutet werden und wir sind 1. zur Hilfe verfplichtet und 2. dazu, diesem Unrecht ein Ende zu bereiten.

Doch genau jene, die ja ach so individualistisch und kritisch sind, haben sich einen Goldman Sachs-Abkömmling (Weidel) und einen Rotarier (Gauland) ins Boot geholt, was zeigt, dass sie zu 150% nur und ausschließlich FÜR das (doofe) Volk und die Armen sind.
Meine Güte, wacht endlich mal auf. Wird Zeit!

http://www.watergate.tv/2017/10/02/e...-bundestag/
  • 02.10.2017, 22:54 Uhr
  • 3
Hoffentlich geht das in die Köpfe rein.
  • 02.10.2017, 22:59 Uhr
  • 1
Ich fürchte fast...nicht. --- Trotzdem, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vielleicht wird wenigstens der eine oder die andere hellhörig, bzw. informiert sich mal weiter...
  • 02.10.2017, 23:04 Uhr
  • 0
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