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Nach der Wahl - weiter so !

20.10.2017, 17:40 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Am schönsten ist es auf der Welt
wenn das Wahlvolk stille hält.

Zu tausenden gehen sie wöchentlich auf die Straße. Spaziergang, nennen sie das. Engagierte Bürger, die ihren Unmut über unsere Politik äußern wollen.
Zu tausenden sind sie unterwegs in den sozialen Netzwerken, um ihrem Unmut Luft zu machen. Inspiriert von einschlägigen Medien, Blogs und Internetseiten, die die Wahrheit unverblümt an die Oberfläche rücken.
Die drängensten Probleme unser Gesellschaft werden angeprangert. Unermüdlich.

Hunderttausende Menschen unterschreiben Kurzvertrag nach Kurzvertrag, drangsaliert vom Arbeitsamt. Die düsteren Aussichten: Eine Rente, die zum Leben nicht reicht.
In den Metropolen steigen die Mieten, drängen die Menschen an den Rand der Stadt. Und abseits der Ballungsräume? Sieht man den Bus nur zweimal täglich. Zum nächsten Arzt sind es 30 Kilometer. Im Internet ruckelt das Video – Verbindung zu schlecht.
Multinationalen Konzernen wird erlaubt, unsere Lebensmittel zu vergiften, traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft zu vernichten, in riesigen Mastbetrieben tierquälerische Massentierhaltung zu betreiben. Landgrabbing vernichtet bäuerliche Existenzen.
Schlechte Bezahlung und Personalmangel sorgen für einen Pflegenotstand.
Rentner leben am unteren Limit.
Bildung und Weiterbildung genießen kann nur, wer es sich leisten kann. Es fehlen Kitas, in den Schulen bröckelt der Putz von den Wänden, die Lehrpläne sind veraltet.
Eine europäische Subventionspolitik sorgt für die Ausbeutung der dritten Welt.
Die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Kurz: Es klemmt an vielen Ecken !
Kein Wunder, dass der Bürger zum Wutbürger wird. Dass er auf die Straße geht und in sozialen Netzwerken meckert was das Zeug hält.

I R R T U M ! ! ! Schön wär’s.

Nichts von alledem scheint den (Wut-) Bürger zu interessieren.
Was treibt ihn auf die Straße ? Was regt ihn auf in den sozialen Netzwerken ?
Die drohende Islamisierung des Abendlandes !

Es ist eigentlich nicht zu fassen. Und unsere gewählten Volksvertreter können sich beruhigt zurücklehnen. Können sie doch gewiss sein, dass sie getrost so weitermachen können wie bisher. So lange das Volk mit dieser Pseudoangst beschäftigt ist, kommt es nicht auf den Gedanken, die Politik ernsthaft in Frage zu stellen. So sorgen AfD, Pegida und Co. dafür, dass ein einziges Thema in den Focus rückt und die wirklich wichtigen Themen in den Hintergrund rücken.

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40 Kommentare

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Kein Generalstreik oder sonst etwas. Einfach nur direkte Demokratie. Warum setzt Ihr Euch dafür nicht ein. Lasst Euch nicht einreden, wir sind zu dumm dafür. Die großen Katastrophen Deutschlands sind von Politikern unter Entmündigung der Bürger gemacht worden.
  • 22.10.2017, 11:34 Uhr
  • 3
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Es sollte in jedem Monat einmal ein Politik-Forum im Fernsehen geben: alle Parteispitzen sollten sich den Fragen und Vorschlägen eingeladener Gäste stellen.
Allerdings keine Auswahl der Bürger und keine vorgefertigten Fragen.
Dann wäre die Politik viel näher bei den Bürgern.

Dein Beitrag ist ausgezeichnet, Manfred!
  • 21.10.2017, 19:56 Uhr
  • 2
Danke Edith.
Ich gehe sogar noch etwas weiter. Jeder Wahlkreisabgeordnete sollte verpflichtet werden, sich in einem Quartalsmodus den Fragen der Bürger in seinem Wahlkreis zu stellen. Hierfür sollte ein öffentliches Forum geschaffen werden.
Bundestagsabgeordneten gehört endlich die Nebentätigkeit verboten, damit sie Zeit haben, Bürgerwünsche- und begehren aufzunehmen und diese in ihrer Politik zu berücksichtigen.
  • 21.10.2017, 20:06 Uhr
  • 3
Ja, da würde man dann spüren, dass die Sorgen der Menschen überhaupt wahrgenommen würden.
Da würde die Demokratie wieder glaubwürdiger.

Nebentätigkeiten gehören zum Lobbyismus. Dadurch wird das eigentliche Anliegen einer demokratischen Staatsform nur verfälscht, denn das Prinzip Gerechtigkeit wird geradezu aufgehoben.

Aber wenn Menschen so sind und ihren eigenen Vorteil zuerst sehen, kann es keine besseren Regierungen geben.
  • 22.10.2017, 09:24 Uhr
  • 3
Wer soll denn in die Politik gehen, wenn er nicht weiß, wie er nach 4 Jahren seinen Unterhalt bestreiten soll? Wer klug ist, versucht doch seine Stelle zu behalten, damit hat er natürlich seinen eigenen Vorteil zuerst im Blick. Wie würden Sie das denn machen?
  • 23.10.2017, 10:34 Uhr
  • 0
Man kann eigentlich nicht zwei Herren dienen.
Ich würde mich als Abgeordneter bemühen, auch für die nächste Wahlperiode gewählt zu werden, und dann gibt es sehr früh eine ordentliche Pension, von der andere nur träumen können.
  • 23.10.2017, 12:32 Uhr
  • 1
Nach einer Wahlperiode bekommen Sie noch keine ordentliche Pension nur eine Übergangsregelung. Dann müssen Sie sich neu bewerben und eine Stelle suchen. Sollten Sie dann älter als 25 Jahre sein, wissen Sie doch, wie schwierig das ist.
  • 24.10.2017, 12:14 Uhr
  • 0
Man könnte Menschen , die als Abgeordnete arbeiten möchten, beruflich absichern, indem man ihnen ihre Stelle freihält. Das schützt vor Korruption und Koof-mich-Mentalität.
  • 26.10.2017, 12:50 Uhr
  • 1
Wie soll ein Betrieb mit 5 Angestellten 4 Jahre lang eine Stelle freihalten. Das geht doch gar nicht.
  • 27.10.2017, 10:37 Uhr
  • 0
Gehen tut alles, man muss es nur wollen.
Das war ja auch nur ein Vorschlag. Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten, zu unterbinden, dass die von uns gewählten und bezahlten Abgeordneten sich noch anderweitig bezahlen lassen. Das untergräbt nämlich unsere Demokratie und macht daraus eine Plutokratie.
  • 27.10.2017, 13:23 Uhr
  • 1
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Wow! ein toller Beitrag, lieber Manfred Wolf, ich gebe Dir recht - aber ich frage mich: "wo soll ich mich jetzt wehren" gegen dieses "Weitermachen" unserer etablierten Parteien?
Die tun doch wirklich alle so, als wäre nix passiert.. oder sehe ich da was falsch? Diese sogenannten "Jamaika-Verhandlungen" sind für mich eine "Farce", damit alle da bleiben können, wo sie grad sind (ich meine all die Minister, denn es geht meiner Meinung nur um die Kohle und die Posten bei diesen Verhandlungen) -
hat sich schon mal jemand gefragt, was uns Steuerzahler dieses "Kasperltheater" bis hin zum Dezember eigentlich kostet?
  • 21.10.2017, 18:16 Uhr
  • 4
Recht hast du ! Unsere Einflussmöglichkeiten sind wahrlich gering.
Es gibt z.B. die Möglichkeit, sich an Petitionen zu beteiligen und dadurch seinen Willen kundzutun. Oder so wie ich, sich ehrenamtlich für die entsprechenden Ziele zu engagieren. (Ich war früher Mitglied in einem Arbeitsausschuss der Landesregierung. Heute engagiere ich mich für Wohnsitzlose, Behinderte und Alte im VdK.)
Eigentlich kann jeder von uns nur einen ganz minimalen Beitrag leisten. Aber ohne den geht garnichts mehr.
  • 21.10.2017, 20:14 Uhr
  • 0
Die Ehrenamtlichen sollen das geradebiegen was Politik versaubeutelt hat. Am Ende müssen wir alles selber regeln, weil die Politik sich aus der Verantwortung herausnimmt, nur noch kassiert.
  • 23.10.2017, 13:51 Uhr
  • 0
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Politikwissenschaftler Dr. Bartek Pytlas empfiehlt eine „Erwiederungsstrategie“ .. was meint er damit ? Die Etablierten Parteien gehen den Weg mit dem Volk gemeinsam, versuchen aktuelle Probleme die als "Self-made" dank Merkel entstanden sind, so zu regeln das man als Abgeordneter und Mandatsträger auch "Volkes-meinung" umsetzt !! Er vergleicht Österreich und Deutschland mit Frankreich. Macron will definitiv abschieben. Deutschland mit dem Merkel-Hühnerhaufen nicht – mit den komischen Gesetzen, Kirchenasyl geht das sowieso nicht.
Dr. Bartek Pytlas: „Zwar ist die CDU in der Flüchtlingskrise einen eigenen Weg gegangen. Sie hat aber ebenfalls Themen der AfD übernommen.“ Aber wer glaubt noch Merkels CDU oder bla- bla Seehofers CSU? Der Wahlausgang zeigt > immer weniger. Ein Beispiel: „Massenabschiebung“, man denkt zuerst an 10 vollbeladene A380 oder Transportschiffe. Tatsächlich handelt es sich um 54 eingeplante Personen, von denen sich kurz vor der Abholung noch 25 in die Büsche schlagen, d.h. die „Massenabschiebung“ besteht aus 29 Personen.
Macht nur weiter so, ihr Polithelden., die Jamaika-Koalition die jetzt "Anfangen will zu Arbeiten," was anderes Kommt nicht in den Medien von den Fraktionssprechern...treibt der AfD die Wähler nur so zu. Fazit: Auch Merkel+ Seehofer müssen weg !!!!!!!!!!!!
  • 21.10.2017, 13:30 Uhr
  • 4
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Stimmt
  • 20.10.2017, 22:35 Uhr
  • 3
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Probleme über Probleme, die meisten hausgemacht und schon uralt. Aber statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen einfach einen Buhmann suchen und alles ist gut. Armes Deutschland
  • 20.10.2017, 22:09 Uhr
  • 4
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So isses. Nachvollziehbar und eingängig geschrieben obendrein! Es stimmt, wir müssen für die wichtigen Dinge auf die Straße gehen. Möglichst alle.
  • 20.10.2017, 22:00 Uhr
  • 4
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Ich habe es hier schon einmal geschrieben, für mich bleibt nur noch ein Generalstreik als Ausweg.
  • 20.10.2017, 21:18 Uhr
  • 5
Keine dumme Idee !
Nur - wer soll das organisieren ?
  • 20.10.2017, 21:44 Uhr
  • 2
Ich sehe das Problem in der Uneinigkeit der Bevölkerung über die Ursachen der momentanen Krise. Welche Forderungen sollte ein Generalstreik durchsetzen?
Mein Vorschlag wäre, ein bedingungsloses Grundeinkommen zu fordern. Dann könnte man eine Menge Baustellen beseitigen, eine Grundgerechtigkeit herstellen und die Armut beseitigen. Aber nicht mal da ist sich die Bevölkerung einig.
Die politische Klasse ist Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft. Von denen ist nichts zu erwarten. Es stimmt schon, dass wir Änderungen zum Besseren erkämpfen müssen.
Es wird alles noch viel schlimmer werden, wenn man nicht kämpft.
  • 20.10.2017, 22:50 Uhr
  • 6
Was soll ein "Generalstreik" bringen? Ich halte nichts davon.
Unsere gewählten "Volksvertreter" müssten nun mal
"tätig" werden.
  • 21.10.2017, 17:47 Uhr
  • 2
Das müssten sie schon lange. Tun sie aber nicht. Was da betrieben wird ist reine Kosmetik. Tiefgreifende Reformen, die dringend nötig wären, finden nicht statt. Hauptsache der Wähler gibt erst mal Ruhe.
  • 21.10.2017, 18:12 Uhr
  • 4
So ist es. Leider!
  • 21.10.2017, 18:18 Uhr
  • 3
wize.life-Nutzer, ob ein Generalstreik etwas bringt weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß wir als Ganzes die Macht hätten um etwas zu ändern.
Ich sehe das so. Die Politiker sind unsere Angestellten, und nicht umgekehrt und sie haben auf die Menschen in diesem Land zu hören und dafür zu sorgen, daß es den Menschen möglich ist ein vernünftiges Leben zu führen. Stattdessen hört man nur Floskeln und ab und zu die dämliche Aussage "wir haben verstanden". Gar nichts haben sie verstanden, sie haben sich schon lange von den Menschen abgewandt, und ehrlich gesagt, wenn ich wüßte, wie so etwas durchführen könnte, ich würde es tun.
  • 21.10.2017, 22:32 Uhr
  • 5
Den Politikern ist es zunächst einmal wichtig, dass sie
ihr "Pöstchen " bekommen und dann kommt erst der
Auftrag der Wähler. Natürlich müsste das "Volk"
aufstehen. Das "WIE" kann ich auch nicht beantworten.
  • 22.10.2017, 08:48 Uhr
  • 2
Es geht in der Politik um die Vertretung von Interessen. Leider nur selten um die Interessen der Bürger. Weil diese keine Lobby haben. Lobbyisten gehen in Berlin und Brüssel ein und aus - die Mächtigen setzen ihre Interessen durch. Oftmals sogar mit erpresserischen Methoden (Drohung von Abwanderung, Klageandrohung etc.). Und sie finden genügend Volksvertreter, die sich freiwillig und gerne zu willigen Handlangern machen. Ohne den Willen der Bürger auch nur ansatzweise mit einzubeziehen. Alle Macht geht vom Volk aus - das ist der Grundsatz der Demokratie. Und nicht von den Mächtigen.
Dieser Art der Regierungsführung sollte so schnell wie möglich ein Riegel vorgeschoben werden. Hierzu wäre aber ein grundsätzlicher Gesinnungswandel quer durch alle Parteien und politischen Richtungen notwendig.
  • 22.10.2017, 12:12 Uhr
  • 1
Dass die Bürger keine Lobby haben ist eine interessante Meinung.

Wir, die Bürger, wählen doch unsere Vertreter, damit sie "unsere" Interessen im Bundestag und in der Regierung vertreten.
1.
Bundestagsabgeordneter und Regierungsmitglied ist ein Full-Time-Job und so wird er ja auch bezahlt.
Daher muss jede zusätzliche Tätigkeit verboten werden.
2.
Es müsste nach 2 Jahren ein Rechenschaftsbericht der Regierung erfolgen, an dem auch gewählte Bürger-kommitees teilnehmen, und wo am Ende abgestimmt wird, ob das Mandat der Regierung verlängert wird.
3.
In wichtigen alle Bürger betreffenden Fragen muss das Instrument der Volksabstimmung eingeführt werden.
Jeder Volksabstimmung muss eine intensive Informations-und Diskussionsphase vorausgehen,
und diese Abstimmungen dürfen auf keinen Fall bürgerliche Grundrechte einschränken.
4.
Es ist sofort ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen, damit die Bürger überhaupt die Zeit finden, sich an der Politik persönlich zu beteiligen, und sich nicht rund um die Uhr um die schiere Existenz kümmern zu müssen.
  • 22.10.2017, 14:49 Uhr
  • 0
Ja, wir wählen unsere Volksvertreter !
Und genau dort habe ich mit meinem Beitrag angesetzt - nach der Wahl herrscht Totenstille und wir sind nur noch Zuschauer !
Bis auf den Punkt 4 - den ich grundsätzlich befürworte, ihn jedoch für absolut nicht durchsetzbar halte - gebe ich dir in allen Punkten recht. Zusammen mit den "kleinen" Lösungen, die ich oben schon erwähnte, könnte eine bürgernahe Politik betrieben werden.
  • 22.10.2017, 15:15 Uhr
  • 0
Lieber Manfred, daß mit dem Gesinnungswandel ist ja eine schöne Sache, aber wie soll dies gehen?
Das mit dem Rechenschaftsbericht nach 2 Jahren, was Herbert erwähnt hat, find ich dar nicht schlecht, wenn denn auch Konsequenzen folgen.
Ich bin ganz ehrlich, ich halte dieses demokratische System bei uns nicht für gut durchdacht. Es müßte nach meiner Meinung für die Bürger mehr Möglichkeiten geben, auf ihre Wahlkreisabgeordneten mehr Druck auszuüben, als die 30 Minuten öffentliche Sprechstunde, die es bei uns gibt.
  • 22.10.2017, 20:58 Uhr
  • 2
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  • 20.10.2017, 19:00 Uhr
  • 2
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Sehr guter Beitrag...
  • 20.10.2017, 18:30 Uhr
  • 3
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