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Das Ende der Ära Merkel?

Das Ende der Ära Merkel?

26.11.2017, 09:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Bundestag Neuwahl 2018?

(Ein Kommentar aus der Neuen Züricher Zeitung von Eric Gujer vom 24.11.2017)

Noch ist man in Berlin ratlos, wie die politische Hängepartie überwunden werden kann. Aber in allen Varianten ist die Kanzlerin nur noch eine Figur des Übergangs.

Es gab einmal Zeiten, da wusste man am Wahlabend um 18 Uhr, wer Deutschland regieren würde. Kaum hatten die Wahllokale geschlossen, verkündeten die Demoskopen ihre Zahlen, und damit stand der Rest praktisch fest.

Diese Zeiten sind vorbei.

Die Bundesrepublik ist in der Normalität parlamentarischer Demokratien mit Verhältniswahlrecht angekommen. Eine fragmentierte Wählerschaft, Populisten aller Couleur und komplizierte Regierungsbildungen gehören hier zum Alltag.

Dass sich Angela Merkel in der Vergangenheit für viele Bündnisse offen zeigte, lag nicht nur an ihrem kühl kalkulierten, pragmatischen Opportunismus, sondern nahm die neuen Zustände stillschweigend vorweg.

Wer die Realität aber nicht sehen wollte, der erwachte am letzten Sonntag unsanft aus seinen Träumen von der unangefochtenen Herrschaft der Volksparteien.

(……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………)

Kohl erwarb sich als Architekt der deutschen Einheit bleibende Verdienste um sein Vaterland. Seiner Ziehtochter fehlt diese historische Größe zwar, dafür kann sie auf eine solide Bilanz zurückblicken, hauptsächlich in der Außenpolitik.
Ohne ihre Beharrlichkeit hätte z. B. die EU Russland nach der Annexion der Krim nie in die Schranken gewiesen.
Aber alle Leistungen ändern nichts daran, dass irgendwann die Dynamik jeder Regierung versiegt. Politik lebt nun einmal nicht nur von den gestern gelegten Fundamenten, sondern von den Hoffnungen und Inspirationen für die Zukunft.
Deshalb ist der Austausch der Personen und Programme der Sauerstoff der Demokratie.
Zwölf Jahre Merkel waren gesamthaft keine schlechten Jahre für Deutschland.
Aber jetzt ist es genug.

Mein Kommentar wäre:

Jetzt scheint es tatsächlich genug zu sein – auch wenn sie dagegen „nichts“ unternimmt, denn aus dieser inzwischen so verfahrenen Situation kommt man (leider) nur über "reinigende" Neuwahlen wieder raus, denn die vielen Absprachen haben längst einen "anrüchigen" und auch "undemokratischen" Beigeschmack und der Bundespräsident, der ja für alle Bürger da sein sollte, darf die SPD nicht zu einer Koalition überreden.

Unsere Demokratie ist ein politisches System, in dem die Macht vom Volk ausgeht und wir erinnern uns, dass „Freie Wahlen" eine der wichtigsten Forderungen bei den Demonstrationen gegen die SED-Herrschaft in der DDR 1989 waren (Aufruf: Wir sind das Volk!) und letztlich auch zu einer Wiedervereinigung von Ost und West führten.

Wahlen legitimieren die politische „Herrschaft“ aber nur für eine begrenzte Zeit, danach entscheidet das Volk erneut über die Verteilung der politischen Macht und kontrollieren so die sogenannten „Herrschenden“.

Eine Neuwahl wäre deshalb die sauberste Lösung und das z. Zt. – auch unter Einschaltung des Bundespräsidenten – stattfindende "Gemauschel" hätte ein Ende – eine Minderheitsregierung würde Deutschland lähmen!

Bei Neuwahlen gibt es neue Personenaufstellungen (Schulz und Seehofer werden wohl nicht mehr dabei sein), auch "modifizierte" Wahlprogramme der teilnehmenden Parteien dürfte es geben und deshalb bestimmt auch ein anderes Wahlergebnis als 2017 - und viele Bürger werden nicht zur Wahl gehen!

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16 Kommentare

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"Kohl erwarb sich als Architekt der deutschen Einheit bleibende Verdienste um sein Vaterland."
Daran kann man ernsthaft zweifeln, wenn man die Entwicklung seit seiner Regierungszeit mal realistisch betrachtet.
  • 28.11.2017, 11:52 Uhr
  • 2
Scheinbar sehen die Schweizer das demnach falsch!
  • 28.11.2017, 18:10 Uhr
  • 0
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Die sollen die Merkeln in Rente schicken und schon wird sich alles von selbst regeln.
  • 27.11.2017, 19:02 Uhr
  • 1
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Kohl hat schon seinerzeit das Ende von Demokratie hierzulande eingeläutet. Merkel hats dann vollendet bzw. is noch dabei ...
  • 27.11.2017, 18:58 Uhr
  • 1
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"Terrorgefahr ist sehr hoch"

De Maizière ruft Weihnachtsmarkt-Besucher zu Achtsamkeit auf.
Wo leben wir denn..? Eingrenzungszäune, Betonpfosten + krallen, Streifengänge von Security. .Polizei mit Schnellfeuergewehren im Anschlag....
..Und wem haben wir das zu verdanken..??
  • 27.11.2017, 17:21 Uhr
  • 3
Zumindest sind "prophylaktisch" die Politiker nicht unschuldig, die wie Merkel meinen, dass der Islam zu Deutschland gehören würde.
  • 27.11.2017, 17:43 Uhr
  • 2
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Die SPD wird ihr die Macht sichern.
Das tut sie schon lange.
  • 27.11.2017, 08:38 Uhr
  • 1
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Die Demokratie ist wichtiger - weniger die Personen !
  • 26.11.2017, 19:58 Uhr
  • 0
Demokratie – auch Herrschaft des Staatsvolkes genannt, ist richtig – nur was soll gemacht werden?

a) Minderheitsregierung oder
b) Neuwahlen
  • 26.11.2017, 20:11 Uhr
  • 0
Die Neuwahlen werden so oder so kommen!
  • 26.11.2017, 20:13 Uhr
  • 1
Mir ist ehrlich gesagt nicht klar warum so ein Drama daraus gemacht wird.
Eine erste Regierungsbildung ist gescheitert und für diesen Fall ist der weitere Weg doch vorgegeben. Sollte es keine Minderheitenregierung geben (mit welcher ich mich durchaus anfreunden könnte), dann gibt es Neuwahlen.
So einfach ist das. Wie lange A. Merkel noch ihre Macht ausüben kann ist fraglich, aber bestimmt nicht mehr länger als vier Jahre. Schließlich hat sie alle, die ihr gefährlich werden könnten, weg gebissen.
  • 26.11.2017, 21:53 Uhr
  • 3
….. was wohl auch noch kommen wird, denn bei Neuwahlen gibt es neue Personenaufstellungen (Schulz und Seehofer werden wohl nicht mehr dabei sein) – auch "modifizierte" Wahlprogramme der teilnehmenden Parteien dürfte es geben und deshalb bestimmt auch dann ein anderes Wahlergebnis als 2017 - zumal viele Bürger nicht mehr wählen werden!
  • 27.11.2017, 08:01 Uhr
  • 0
Die "Wahlverdrossenheit" wird zunehmen!
  • 27.11.2017, 08:53 Uhr
  • 0
Ohne Zweifel wären Neuwahlen die einzige "saubere" Lösung.
Aber die Protagonisten ( CDU und SPD) werden das nicht zulassen.
Die SPD wird sich so teuer wie möglich " verkaufen"
Und natürlich wird die Frau Merkel jeden Preis zahlen, um an der Macht zu bleiben.

Die Mittel- bis langfristigen Folgen für die beiden" Volksparteien werden aber fatal.

Bei der nächsten Bundestagswahl in vier Jahren verliert die SPD weiter an Linke ,Grüne und AFD
Die CDU verliert massiv an die FDP und wird das Schicksal der "kleingestutzten SPD" teilen
  • 27.11.2017, 11:54 Uhr
  • 2
Es wird sich herausstellen.
  • 27.11.2017, 13:18 Uhr
  • 1
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Sowohl Oskar als auch der Journalist der Züricher Zeitung denken genau so wie viele WL Diskutierende, nur eine Person hat noch nicht begriffen, daß sie in politischen Kreisen keinen Partner findet oder es wird sehr teuer. Versucht man Kauders Worte heute Abend richtig zu interpretieren, will er keine GroKo um jeden Preis. Da darf man auf die SPD gespannt sein, ob sie sich wirklich teuer oder unter Preis verkäuft. Je nach dem wie diese Gespräche ausgehen, werden die nächsten Wahlen für die SPD sehr interessant werden, ob sie das auch weiß?
  • 26.11.2017, 19:22 Uhr
  • 1
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