wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Islamistischer Fundamentalismus und Terrorismus

Islamistischer Fundamentalismus und Terrorismus
09.12.2017, 18:10 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Der Islam ist keine einheitliche Religion wie beispielsweise die römisch-katholische Kirche, sondern weist sowohl bei den Sunniten als auch bei den Schiiten zahlreiche, unterschiedliche Strömungen auf. Die weit überwiegende Mehrheit der 1,6 Milliarden Muslime ist weder fundamentalistisch noch gewalttätig.
Das aktuelle westliche Bild vom Islam orientiert sich hauptsächlich am Dogmatismus der fundamentalistischen Salafisten, Wahhabiten und Deobandis sowie an den Gräueltaten des ideologisch-politisch verursachten Terrors. All dies sind Entwicklungen der jüngeren und jüngsten Geschichte, meist entstanden aus Auflehnung gegen eine bestehende Fremdherrschaft.

Salafiyya
Der rückwärtsorientierte Fundamentalismus geht auf das 13. Jahrhundert und den Niedergang der politischen muslimischen Macht zurück. Man interpretierte diesen Niedergang als Strafe Gottes dafür, dass man sich zu weit von der Religion entfernt hätte. Der Gedanke war, durch Rückbesinnung auf das religiöse Leben der ‚Altvorderen‘, der frühen Muslime, dem Islam wieder zu politischer Macht verhelfen zu können. Das waren die Anfänge der Salafiyya, die also von Anfang an Religion mit politischen Ideen verknüpfte. Obwohl die Salafiyya an sich nicht gewalttätig ist, bereitet sie damit den Boden für die gewaltbereiten Ideologien, die seit den 1970er Jahren bestehen. Einer der einflussreichsten salafistischen Gelehrten aus Saudi-Arabien ist heute Rabi ibn Hadi al-Madkhali. Zahlreiche, auch deutschsprachige Seiten im Internet sind der madkhalischen Strömung zuzuordnen, obwohl die Zahl der im deutschen Sprachraum ansässigen Salafisten nur auf einige Tausend geschätzt wird. Das verzerrt das Bild des Islams in der westlichen Welt.

Wahhabismus
Die fundamentalistische Strömung der Wahhabiten wurzelt in der Salafiyya und wendete sich ursprünglich gegen die Fremdherrschaft der Osmanen und später der Briten. Gründer war Muhammad ibn Abd al-Wahhab. Durch ein Bündnis Abd al-Wahhabs mit dem Haus Saud verbreitete sich seine Lehre ab der Mitte des 18. Jahrhunderts über das ganze Land. Im Jahr 1744 wurde unter den Saudis das Emirat von Nadschd gegründet. Nach zahlreichen militärischen Auseinandersetzungen gelang es, die Herrschaft der Dynastie Saud auf das Territorium des heutigen Saudi-Arabien auszudehnen, das seit 1932 ein Königreich ist. Wahhabiten sind heute hauptsächlich in Saudi-Arabien und Teilen Pakistans zu finden.
Die Wahhabiten erheben Anspruch darauf, als Einzige die islamische Lehre zu vertreten. Ziel der Wahhabiten ist die buchstabengetreue Umsetzung von Koran und Sunna. Alles, was davon abweicht, wird als unislamisch deklariert, beispielsweise die Schia und die Sufis. Ihre Intoleranz geht so weit, dass sie über abweichende Meinungen nicht einmal diskutieren wollen, obwohl der religiöse Dialog sogar mit den ‚Schriftbesitzern‘, den Christen und Juden, im Koran ausdrücklich vorgesehen ist:
„Und streitet mit den Leuten der Schrift nie anders als auf eine möglichst gute Art - mit Ausnahme derer von ihnen, die Frevler sind! Und sagt: ‚Wir glauben an das, was (als Offenbarung) zu uns, und was zu euch herabgesandt worden ist. Unser und euer Gott ist einer. Ihm sind wir ergeben.‘“

Deobandismus
Der Deobandismus ist eine dogmatisch-puritanische Lehre mit einer starken Abneigung gegen die Schia sowie alles Westliche beziehungsweise Vor- und Nicht-Islamische. Diese Strömung richtete sich gegen die britische Herrschaft in Indien und geht auf eine im 19. Jahrhundert gegründete Schule in Deoband, einer Stadt im Nordwesten Indiens, zurück. Diese Schule entwickelte sich zu einer Universität mit bedeutendem Einfluss. Deobandis gibt es hauptsächlich in Pakistan und Afghanistan; ihnen sind die Taliban zuzurechnen.

Muslimbrüder
Diese Bewegung entstand Ende der 1920er Jahre in Ägypten und wandte sich ebenfalls gegen die britische Besatzung. Nach einer wechselvollen Geschichte spaltete sich die Takfir-Bewegung in den 1970ern ab. Die palästinensische Hamas ging aus den Muslimbrüdern hervor. Heute gelten die Muslimbrüder als eher gemäßigt, sie spielen politisch in den Ländern Nordafrikas eine Rolle.

Takfiri
Auch die Takfir-Bewegung ist Ursache dafür, dass in der nichtislamischen Welt ein falsches Bild von der islamischen Lehre entstanden ist. Dabei handelt es sich um eine Bewegung, die sich in den 1970er-Jahren aus den Muslimbrüdern als Reaktion auf den Sechs-Tage-Krieg mit Israel und die darauffolgende politische Entwicklung in Ägypten herausgebildet hat. Die Takfiri vertreten ebenfalls eine rückwärtsgewandte Ideologie und verurteilen Muslime, die von ihrer Linie abweichen, als Ungläubige, wobei sie sich anmaßen, diese Personen auch bestrafen und töten zu dürfen.

Hamas
Die Hamas in Palästina ist aus den Muslimbrüdern hervorgegangen und wird im Westen als Terrororganisation eingestuft. Aber sie betreibt auch Schulen, Waisenhäuser, Spitäler und Ausspeisungen für Bedürftige. Die Hamas war ursprünglich auf die Vernichtung des Staates Israel gerichtet.
Für das ehemals britischen Mandat Palästina sahen die Pläne der UN im Jahr 1947 eine Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor, was von arabischer Seite abgelehnt wurde. 1948 wurde der Staat Israel gegründet, der auch die Gebiete der Palästinenser, das Westjordanland und den Gaza-Streifen, umfasste. Im darauffolgenden Palästinakrieg annektierte Jordanien das Westjordanland, der Gaza-Streifen kam unter ägyptische Verwaltung. Im Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzte Israel die beiden Gebiete. 1988 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung des Staates Palästina, der inzwischen auch von vielen Ländern international anerkannt wird. Doch der sogenannte Nahhost-Konflikt mit Israel dauert weiter an.
Bis 2008 hat die Hamas Israel 11mal den Waffenstillstand auf die Dauer von 10 bis 50 Jahren in den Grenzen von 1967 angeboten, das wurde aber immer abgelehnt. Israel vergrößert stattdessen bis heute die jüdischen Ansiedlungen auf dem von ihm besetzten palästinensischen Gebieten. In den kriegerischen Auseinandersetzungen mit Israel wurden 4mal so viele Palästinenser wie Israelis getötet. Ahmad Yasin, der Gründer und Führer der Hamas, hat im Dezember 2003 Israel einen Waffenstillstand von 50 Jahre angeboten, um eine Deeskalation zu erreichen und die Lösung der bestehenden Probleme künftigen, weniger belasteten Generationen zu überlassen. Wenig später kam er bei einem Anschlag der Israelis ums Leben.

Hisbollah
Die schiitische Hisbollah wurde 1982 als paramilitärische Organisation gegründet und richtete sich gegen die israelische Invasion im Libanon. Auch von der Hisbollah ist im Westen großteils nur der militärische Flügel als Terrororganisation bekannt. Dass es aber diese Organisation und nicht der Staat Libanon war, die sich um die Errichtung von Schulen, Waisenhäusern und Spitälern sowie um die finanzielle Entschädigung von Kriegsopfern sowie um die Beseitigung der Schutthalden nach dem Krieg mit Israel gekümmert hat, wissen die wenigsten Menschen im Westen, denn darüber wird nicht berichtet.

Taliban
Die Taliban Afghanistans vertreten eine extreme Form des Deobandismus. Sie sind erst in den 1990er-Jahren als Organisation der Nachkommen paschtunisch-afghanischer Flüchtlinge entstanden, die in Pakistan ausgebildet wurden und von dort aus weite Teile Afghanistans gewaltsam unter ihre Kontrolle brachten. Sie sind vom Paschtunischen Ehrenkodex stark beeinflusst. Das führt zu einer hohen Gewaltbereitschaft, und damit erreichen sie weltweite Aufmerksamkeit. Die Rache und die Ehre – zuoberst die Ehre der Frau – zählen zu den wichtigsten Prinzipien; und das obwohl dieser Ehrenkodex nicht islamisch ist und dem Islam sogar in vielen Teilen zuwiderläuft. Nicht-islamisch ist nicht nur ihre Gewalttätigkeit, sondern auch ihr Frauenbild – Frauen leben faktisch in ständigem Hausarrest - und die Tatsache, dass sie der Bevölkerung durch das Schließen von Schulen die Bildung unmöglich machen. Der Islam hingegen verpflichtet zur Bildung, verbietet die Rache und gebietet die Vergebung.
„Was aber bei Allah (an Lohn für euch) bereitsteht, ist besser und hat eher Bestand für diejenigen, die glauben und auf ihren Herrn vertrauen, (für sie) die die schweren Sünden und alle abscheulichen Handlungen meiden und, wenn sie zornig sind, (nicht gewalttätig werden, sondern) vergeben“

Al-Qaida
Die Al-Qaida geht auf die Mudschaheddin zurück, die in den 1980-er Jahren in einer Guerilla gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans kämpften. Dabei wurden diese Kämpfer auch von den USA, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützt. Nach Beendigung dieser Einsätze und Abzug der sowjetischen Truppen übernahm Anfang der 1990er-Jahre Osama Bin-Laden die Führung. Ziel der Al-Qaida ist die Einigung aller islamischen Staaten unter einem einheitlichen Kalifat, das – ihrer Ansicht nach – durch eine Verschwörung des Westens verhindert wird, weswegen westlich orientierte Staaten gewaltsam zu bekämpfen sind. Ihr Weltbild weist Ähnlichkeiten mit dem Nationalsozialismus auf. Erst die Al-Qaida hat Selbstmordattentate religiös legitimiert, obwohl Selbstmord – ebenso wie gewaltsame Aggression - im Islam ausdrücklich verboten ist.
„Bringt euch nicht in vernichtende Gefahr (durch Missachtung der Rechtsbestimmungen Gottes)“

IS (ISIS, Islamischer Staat in Irak und Syrien) oder
DAESH (Al-Daula al-Islamija fil-Irak wal-Sham)

Der IS, der sogenannte ‚Islamische Staat‘, ist aus der Al-Qaida hervorgegangen und seit dem Jahr 2014 eine eigenständige Gruppe. Die arabische Kurzform DAESH wird vom IS abgelehnt, weil sie fast identisch wie das Wort ‚Dais‘ klingt. Dieses Wort bezeichnet jemanden, der andere Menschen erdrückt oder zertritt.
Ideologie und Vorgangsweise wurde großteils von der Al-Qaida übernommen. Der Anfang des IS geht auf das Jahr 2011 zurück. Islamistische Kämpfer schlossen sich der Demokratisierungsbewegung an, die das Regime Syriens unter Baschar Al-Assad zu Fall bringen wollte. Diese Bewegung erhielt finanzielle und militärische Unterstützung der USA. Der IS bekämpft im syrischen Bürgerkrieg aber nicht nur Regierungstruppen, sondern auch andere Freischärler und kurdische Minderheiten. Ziel war und ist nicht die Demokratisierung Syriens, sondern die Errichtung eines theokratischen Kalifats. Die Ideologie wurzelt im Wahhabismus, alle abweichenden Ansichten und Überzeugungen werden nicht geduldet und drakonisch bestraft (siehe Takfiri), Frauen und Kinder werden der Sklaverei zugeführt.

Fazit
Taliban, Al-Qaida und IS verfolgen erst seit drei Jahrzehnten machtpolitische Ziele und versuchen dabei, ihre fundamentalistischen Vorstellungen der Religion gewaltsam mit paramilitärischen und terroristischen Mitteln durchzusetzen, obwohl dies im Islam verboten ist.
Der Koran sagt:
„Und wenn dein Herr wollte, würden die, die auf der Erde sind, alle zusammen gläubig werden. Willst nun du die Menschen (dazu) zwingen, dass sie glauben?“
Das zeigt klar, dass es keinen Zwang zum Glauben geben darf.
Auch für die ‚Einheit von Religion und Staat‘ existiert kein Gebot im Koran.

Taliban, Al-Qaida und IS begründen die Anwendung von Gewalt mit einzelnen Koranversen, die aus dem Zusammenhang gerissen werden, um diese Verse als allgemeine, stets gültige Gebote darzustellen, was sie nicht sind. Sie haben keine Berechtigung, sich für ihre Gewalt auf den Islam zu berufen. Siehe hierzu
http://www.zeit.de/politik/ausland/2...lettansicht

Alle übrigen, als Terrororganisationen eingestuften Bewegungen entstanden ebenfalls erst in den letzten Jahrzehnten und richteten sich ausschließlich gegen Fremdherrschaften und Besatzungen.

Die rückwärtsgerichteten Ideologien, die auch politische Ziele verfolgen. haben sich also erst mehr als ein Jahrtausend nach Muhammad herausgebildet. Nur eine kleine Minderheit der Muslime identifiziert sich mit diesen Ideologien, und selbst unter diesen ist wieder nur eine Minderheit gewaltbereit. Dennoch prägt diese gewaltbereite Minderheit das Bild des Islam in der nichtislamischen Welt ebenso wie der Fundamentalismus Saudi-Arabiens und Pakistans.
Dabei wird übersehen, dass beispielsweise in der Europäischen Union bereits mehr Muslime leben als in Saudi-Arabien. Die Bevölkerung Saudi-Arabiens macht mit rund 32 Millionen nur ungefähr 2% der 1,6 Milliarden Muslime weltweit aus. Aber der Reichtum dieses Landes macht es möglich, Moscheen und Prediger in der ganzen Welt zu finanzieren, die dort dann die Aufmerksamkeit und Ablehnung der Nichtmuslime auf sich ziehen und so zur Polarisierung beitragen.

Hinzu kommt das überhebliche Auftreten so mancher Muslime, die in nichtislamischen Ländern leben. Sie leiten aus dem Sachverhalt, Muslime zu sein, eine Überlegenheit über alle anderen Menschen ab. Dabei ist ihnen offenbar der Wortlaut der Abschiedspredigt Muhammads nicht bekannt:
„Ein Araber hat weder einen Vorrang vor einem Nicht-Araber, noch hat ein Nicht-Araber einen Vorrang vor einem Araber; Weiß hat keinen Vorrang vor Schwarz, noch hat Schwarz irgendeinen Vorrang vor Weiß; [niemand ist einem anderen überlegen] außer in der Gottesfurcht und in guter Tat… ” (Sahih Al-Bukhari)
Wer würde wohl auf die Idee kommen, beispielsweise das protestantische Christentum aufgrund der Ansichten der Amischen zu beurteilen, oder die römisch-katholische Kirche nach den Verbrechen der Inquisition oder den Einstellungen von Opus Dei zu bewerten? Warum wird also der Islam global vielfach nach den rückorientierten, fundamentalistischen und teilweise gewalttätigen Strömungen sowie dem arroganten, nicht akzeptablen Verhalten weniger Muslime beurteilt, obwohl diese erst in jüngster Zeit aufgetreten und für diese Religion nicht repräsentativ sind?

Terror ist nicht ‚typisch islamisch‘
Immer wieder stößt man auf das Vorurteil, es sei Ziel des Islam, die ganze Welt gewaltsam zu islamisieren. Um dieses Vorurteil zu widerlegen, genügen ein Blick auf die Landkarte, ein wenig historisches Wissen und gesunder Menschenverstand.
Die Muslime herrschten auf der Iberische Halbinsel acht Jahrhunderte lang. Aber die Menschen dort sind heute noch katholisch. Der Südosten Europas, bis vor die Tore Wiens, stand vom 14. bis ins 19. Jahrhundert großteils unter osmanischer Herrschaft, und ist dennoch weitgehend christlich geblieben. In Indien bestand schon seit 1206 das Sultanat von Delhi, das Anfang des 16. Jahrhunderts den Moguln weichen musste. Diese dehnten ihren Machtbereich fast auf den ganzen indischen Subkontinent aus und herrschten bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Und dennoch hat sich dort der Hinduismus mit seinem Kastenwesen, der Hierarchie gesellschaftlicher Gruppen, bis heute erhalten. Der Islam erhielt in Indien hauptsächlich Zulauf aus den untersten Kasten und den sogenannten Unberührbaren, weil im Islam alle Menschen gleichwertig sind, gleichgültig, welcher Kaste sie angehören.

Gar nicht selten hört man den Satz: „Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist, aber jeder Terrorist ist ein Muslim.“ Auch das ist auf eine selektive, islamfeindliche Berichterstattung zurückzuführen. Wann hört man hier in Europa schon etwas von der ‚christlichen‘ Lord’s Restistence Army, die in Afrika ihr Unwesen treibt? Oder von den Hutaree in den USA? Dass dort der protestantische Ku-Klux-Klan immer noch geschätzte 5000 bis 8000 Mitglieder zählt, ist in Europa weitgehend unbekannt. Und auch die angeblich so friedlichen Buddhisten in Myanmar zwingen die muslimische Gruppe der Rohingya dazu, nach Bangladesch zu fliehen und verweigern ihnen die Bürgerrechte, obwohl sie bereits seit mehr als 300 Jahren ansässig sind. Nur weil man im westlichen Kulturkreis davon kaum etwas liest oder hört, bedeutet nicht, dass es nicht stattfindet.

Man denke auch an den legalisierten Terror, den diverse südamerikanische Diktatoren während des 20. Jahrhunderts auf ihre Bevölkerung ausgeübt haben. Oder an die USA, die sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts in so gut wie jeden Konflikt auf der Welt militärisch eingemischt haben, wodurch Millionen Menschen ums Leben gekommen sind. Es ist auch eine Form von Terror, wenn sich ein Staat die Rolle der Weltpolizei anmaßt, um anderen Ländern und Kulturen die eigenen Ansichten und Ideologien aufzwingen zu wollen, was ohnehin meist nicht gelungen ist.

Und es ist noch nicht lange her, dass der europaeigene Terror ein Ende gefunden hat. Bis in die frühen 1960er Jahre flogen in Südtirol Bomben. Die RAF terrorisierte Deutschland drei Jahrzehnte lang und löste sich erst 1998 auf. Nordirland litt neun Jahrzehnte unter dem Terror der IRA, und auch seit dem Waffenstillstand im Jahr 2007 schwelt der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten unter der Oberfläche weiter. In Spanien war die baskische ETA ab 1959 fünf Jahrzehnte lang terroristisch aktiv. Erst 2011 kam es zum Waffenstillstand.
Die westliche Welt hat also wenig Grund, sich selbstgefällig auf die eigene Schulter zu klopfen, die restliche Welt durch eine moderne west-zentrische Brille zu beurteilen und dabei den Lehrmeister zu spielen.

Religionen und Ideologien wurden schon oft in der Geschichte für machtpolitische Zwecke pervertiert. Einen Missbrauch des Glaubens haben seit dem römischen Kaiser Konstantin über den deutschen Kaiser Karl dem Großen bis zu früheren christlichen Machthabern während der Inquisition ebenso betrieben wie Stalin oder Mao Tse Tung, die religiöse Menschen im Namen der ungläubigen Ideologie des Atheismus verfolgt und getötet haben. Sogar die als friedliebend geltenden Buddhisten wenden sich in Myanmar gewalttätig gegen Muslime.

Den gleichen Missbrauch an der Religion betreibt der islamistische Terror. Die Religion ist das Opfer des Missbrauchs. Wenn Islam mit dem gewaltbereiten Islamismus gleichgesetzt wird, dann wird das Opfer zum Täter gemacht. Das ist aber vielen Menschen in der westlichen Welt nicht bewusst – oder sie wollen es nicht wissen, weil es ihr Weltbild ins Wanken bringen könnte.

Dass der islamistische Terror keine Rechtfertigung in der religiösen Lehre findet, geht schon aus der Tatsache hervor, dass die meisten Opfer des Terrors Muslime sind. Millionen sind auf der Flucht, viele Tausende kommen als Flüchtlinge nach Europa. Und dennoch wird den Muslimen vorgeworfen, sie seien mit dem Terror einverstanden, weil sie sich angeblich nicht dagegen wehren. Dabei vergisst man die Tatsache, dass sich islamische Staaten sogar militärisch gegen den Terror einsetzten. Ein jordanischer Pilot geriet dabei in Gefangenschaft und wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Die Berichte und Bilder davon gingen um die Welt. Trotzdem erschallt immer wieder die Aufforderung: „Muslime, wehrt euch gegen den Terror!“ Der Westen hat anscheinend ein recht kurzes Gedächtnis…

Was der Islam zum Terror sagt, ist in einem offenen Brief von 120 Islamgelehrten an den DAESH (IS) aus dem Jahr 2014 nachzulesen:
http://madrasah.de/leseecke/islam-al...di-und-isis
Dieser Beitrag enthält die Zusammenfassung dieses offenen Briefes:
wize.life/themen/kategorie/politik/artikel/64...-zum-terror

Terror hatte und hat nie religiöse Gründe, diese werden nur als Motivation zur Rekrutierung religiöser Analphabeten missbraucht, wobei die Religion als Opfer auf der Strecke bleibt. Das Motiv des Terrors ist stets Machtausübung.

73 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Die römisch katholische Kirche ist auch keine Religion, sondern eine Kirche. Das sagt schon der Name.

Wer sich angesichts der vielen unterschiedlichen Kirchen, Religionen und Götter jetzt schon für eine Variante entscheidet, ist unvernünftig. Kein Mensch kennt sie alle und es kann immer noch etwas Besseres kommen. Also abwarten und Tee trinken!
  • 26.12.2017, 16:17 Uhr
  • 2
Deine Meinung bleibt dir unbenommen.
  • 26.12.2017, 16:19 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das Motiv von Religion oder Führer einer Religion war auch oft reine Unterdrückung der Menschen zur Wahrung der eigenen Macht.
  • 12.12.2017, 18:59 Uhr
  • 5
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Danke für die große aufklärerische Fleißarbeit, Respekt und Anerkennung, vieles steht so in seriösen Geschichtsbüchern und ist aus meiner Sicht nicht zu beanstanden.

Wie ich Dir schon mal an anderer Stelle geschrieben habe, besteht zu Muslimen, die wie Du denken (oder Seyran Atec' u.a.) von mir aus nicht der geringste Vorbehalt, im Gegenteil, mit Deiner/Eurer Islamauffassung kann ich und sicher viele andere auch bestens leben.
Euch gebührt auch die Unterstützung des Grundgesetzes und der toleranten Mitmenschen.

Das Problem ist nur, wer garantiert mir denn (und wer kann das überhaupt), dass diese Islamauffassung dereinst die in D und EU einzig gültige ist, und nicht die der "anderen", die, wie Du richtig beschreibst, außerordentlich vielfach und zahlreich sind. Bekommen die die weltliche Macht in die Hände, ist es nicht nur um mich und meinesgleichen schlecht bestellt, sondern Du und gleich denkende werden deren erste Opfer sein.
Das würde ich gern verhindern wollen.
  • 10.12.2017, 19:31 Uhr
  • 4
Ich denke, dass sich die Liberalisierung nicht mehr aufhalten lässt - auch wenn es langsam geht. Beispiele: In Tunesien hat sich der 'Arabische Frühling' durchgesetzt. Im Iran geht es nicht mehr so streng zu wie unter Khomeini, dort studieren heute bereits so viele Frauen, dass eine Genderquote für Männer eingeführt werden musste. Sogar der junge Kronprinz und faktische Regent Saudi-Arabiens tritt für einen gemäßigten Islam ein, erste Schritte in diese Richtung sind bereits erkennbar (Autofahren für Frauen erlaubt). Das Wichtigste erscheint mir dabei die Bildung, denn gebildete Menschen lassen sich nicht so leicht unterdrücken.

Jeder Staat hat das Recht, fundamentlistischen Strömungen mit entsprechenden Gesetzen entgegenzuwirken. Österreich könnte da ein Beispiel sein, obwohl (oder vielleicht gerade weil?) hier der Islam bereits seit Kaisers Zeiten als Religion anerkannt ist. Die Muslime haben hier mit der IGGiÖ eine öffentlich-rechtliche Körperschaft zur Vertretung ihrer Interessen. Das erspart die Auseinandersetzung mit zahllosen Vereinen und Verbänden. Das alte Islamgesetz aus dem Jahr 1912 wurde 2015 durch ein neues ersetzt. Religionslehrer und Imame müssen im Inland ausgebildet worden sein - daher mussten über 70 Imame das Land verlassen, Hetzprediger werden ausgewiesen. Sogar Kindergärten können kontrolliert werden. In öffentlichen Büchereien dürfen keine Hetzschriften aufliegen. Es gibt Vorschriften für muslimische Vereine. Die Finanzierung aus dem Ausland ist verboten. Dafür werden islamische Gebote, wie Speisevorschriften in öffentlichen Kantinen sowie Gebetsräume in Kasernen und wichtige Feiertage, anerkannt.
Ich denke, dass solche Gesetze ein gutes Mittel sind, der Radikalisierung entgegenzuwirken, was auch im Interesse der hier lebenden Muslime ist.
  • 11.12.2017, 06:40 Uhr
  • 2
Leider sind wir in D wegen des verantwortungslosen politischen Darstellerpersonals noch lange nicht so weit.
In die richtige Richtung geht auch Alice Schwarzer:

https://www.welt.de/debatte/kommenta...-Namen.html
  • 11.12.2017, 18:53 Uhr
  • 1
Schade, ich kann den Link mangels Abo nicht öffnen.
  • 11.12.2017, 19:06 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Auch der Islam besteht nur aus Menschen und den Mächtigen einer jeden Religion/Ideologie. Und wenn man die Geschichte betrachtet sind Friedensperioden gegenüber de Zeiten in denen Krieg herrschte leider in der Minderheit. Der Islam hat genug Kriege geführt und andere Länder unterjocht, genau wie die Christen, sonst kämst Du nicht auf die Tatsache das Spanien und viele andere Länder vom Islam gewaltsam erobert und beherrscht worden sind und deren Menschen trotzdem nicht dem Islam verfielen.
Auch der Islam ist, wie das Christentum, eine Religion in welcher die Mächtigen ihre Macht und damit ihren Glauben ausweiten möchten. Wer etwas anderes denkt, hat das Wesen der Menschen nicht verstanden. Ich bevorzuge keine Religion weil ich alle ablehne die neben ihrem Gott keine anderen Götter dulden und in seinem Namen(Gottes) die unmenschlichsten Verbrechen begehen und begangen haben.
  • 10.12.2017, 10:06 Uhr
  • 5
Daran sind aber nicht die Religionen, sondern machtgierige Menschen schuld. Dass es keine Religion braucht, um wegen eines Machtanspruchs Millionen Menschen zu töten, haben beispielsweise Stalin, Mao oder die 'US Army World Tour' eindrucksvoll bewiesen.
wize.life/profil/assya-wagner/51582/foto/59be...a199f22eec7
Es ist realitätsfremd und naiv, zu glauben, dass es ohne Religionen keine Kriege gäbe: 'Wenn man einen Hund schlagen will, findet man immer einen Prügel.' Für die Invasion der USA in Panama im Jahr 1989 war es z. B. ausreichend, einen missliebigen Machthaber festnehmen zu wollen. Das hat 15.000 Menschen das Leben gekostet.

Es ist wichtig, zwischen Religion und Ideologie zu differenzieren, um zu erkennen, wogegen man sich wehren muss und um die richtigen staatlichen Maßnahmen dagegen zu ergreifen.
  • 10.12.2017, 11:16 Uhr
  • 2
Dass habe ich auch so nicht geschrieben, sondern darauf verwiesen das Religionen aus Menschen bestehen und die bösen unter ihnen leider meist auch die Mächtigen darin sind. Und dieser Alleinvertretungsanspruch ihres Gottes ist das Machtmittel das sie weidlich ausnutzen um Menschen auf andersgläubige zu hetzen. Dieses Verhalten gibt es bei den anderen Religionen nicht in diesem Masse.
  • 10.12.2017, 15:25 Uhr
  • 6
Bernd: Folgendes kannst du in den Geschichtsbüchern nachlesen: Die Muslime auf der iberischen Halbinsel haben bis ins Mittelalter hinein ein ehemaliges rückständiges Land zur kulturellen Hochblüte gebracht. An den Höfen der muslimischen Fürsten versammelten sich die klügsten Köpfe jener Zeit: Muslime, Juden, Christen...
Zu jener Zeit, als die arabische Welt die größten Mathematiker, Astronomen, Architekten, Seefahrer usw. hervorbrachte, versank die christliche Welt in Aberglauben, Schmutz und Gewalt.
  • 10.12.2017, 16:00 Uhr
  • 4
Abgesehen davon ist es so, dass alle ernstzunehmenden, führenden islamischen Gelehrten Terror und Gewalt ablehnen. Siehe beispielsweise den Offenen Brief von 38 islamischen Gelehrten an Papst Benedikt XVI:
http://www.al-sakina.de/inhalt/artik..._brief.html
Die Anführer des Terrors sind also keine religiösen Machtpersonen.
  • 10.12.2017, 17:33 Uhr
  • 2
Heidi, das is sehr lange her, als Islam in Spanien evtl. auch positiv wirkte und was du sonst noch erwähnt hast. Davon ist für mich nix mehr zu erkennen aktuell.
  • 10.12.2017, 18:05 Uhr
  • 3
Knight: in dem Fall muss ich dir sagen: Thema leider verfehlt. Ich habe nie behauptet, dass der HEUTIGE Islam Segen über die iberische Halbinsel gebracht hat ---- ich nahm Bezug auf den Kommentar von Bernd!
  • 10.12.2017, 23:15 Uhr
  • 2
Du hast auf Geschichtsbücher hingewiesen und ich hab dir nix unterstellt. Also sehen wir das Thema ja ähnlich und wohl eher ein Missverständnis.
  • 10.12.2017, 23:21 Uhr
  • 1
Das mit der Blüte des Islam habe ich nie bestritten, jedes Volk hat seine Blütezeit wie man aus der Geschichte entnehmen kann. Der Islam hatte eben seine Blütezeit in dieser Epoche und danach begann sein schrittweiser Abstieg zu dem was er heute ist, nämlich pures Mittelalter.
  • 11.12.2017, 04:16 Uhr
  • 4
Irrtum, wize.life-Nutzer. Nicht 'der' Islam ist mittelalterlich, sondern manche archaisch-patiarchalischen Interpretationen.
Vielleicht liest du noch einmal im Beitrag nach, so etwas gibt es auch im Christentum; bei den Protestanten sind es die Amischen, bei den Katholiken die Anhänger von 'Opus Dei'.
  • 11.12.2017, 05:59 Uhr
  • 2
Sage ich doch, Beide Religionen werden immer benutzt um die Menschen zu entzweien.
  • 11.12.2017, 06:08 Uhr
  • 2
Das Entzweien und die Polarisierung gelingt auch auf politischer Ebene, ganz ohne religiösen Hintergrund, ganz gut, nicht wahr?
  • 11.12.2017, 06:44 Uhr
  • 3
Ich habe nie die Ideologien dabei vergessen. Die sind, genau wie die Religionen, bestens geeignet um Menschen in den Krieg zu treiben, sofern man sie richtig einsetzt.
  • 11.12.2017, 06:57 Uhr
  • 3
Die Amischen sind kein guter Vergleich, sie sind eine winzige Minderheit, die keinerlei Einfluss auf Religion oder Politik hat.
Sie lehnen jede technische Errungenschaft ab und leben noch wie vor hundert Jahren.
sind streng religiös und streng gegen Gewalt .

Opus dei hat sektenähnliche Strukturen und ist in einigen Ländern als Sekte eingestuft und auch verboten worden.
Allerdings besteht dort ein ausgeprägtes Elitebewusstsein und es werden Personen in hohen Ämtern zu finden sein, die Opus dei angehören, allerdings sind die Vorstellungen der Sekte so veraltet, dass sie in der heutigen Zeit keine Macht mehr gewinnen kann.
  • 11.12.2017, 08:02 Uhr
  • 4
  • 11.12.2017, 08:09 Uhr
  • 2
Fundamentalismus ist in keiner Religion repräsentativ: weder bei den Juden noch bei den Christen und auch nicht bei den Muslimen. Aber der Anteil der Fundamentalisten ist bei den Muslimen unbestritten sicher höher als in den anderen Religionen.
  • 11.12.2017, 09:07 Uhr
  • 2
Das ist leider so und dieser Anteil wird sicher noch steigen weil es als schick gilt, zum Islam zu konvertieren.
  • 11.12.2017, 14:04 Uhr
  • 3
wize.life-Nutzer
<...dieser Anteil wird sicher noch steigen weil es als schick gilt, zum Islam zu konvertieren.>

Erstens habe ich noch nicht bemerken können, dass es als schick gilt, zu konvertieren; im Gegenteil - man setzt sich damit Angriffen aus.
Und zweitens kannst du nicht beurteilen, aus welchen Gründen jemand konvertiert.
Bist es nicht du, in sich immer wieder gegen Vorurteile und Pauschalverdächtigungen einsetzt? Hat sich das geändert? Oder willst du mir mit diesem Kommentar persönlich ans Bein pinkeln, weil ich nicht mir deinem Rudel heule?
  • 11.12.2017, 14:14 Uhr
  • 1
Erstens habe ich kein Rudel, wie du bemerkt haben solltest.

Ich habe nichts gegen den Islam, stelle aber fest, dass gerade junge Leute vermehrt konvertieren. Fragt man warum, kommt dann: "katholisch ist langweilig".

Diese Erfahrung habe ich gemacht und das hat nichts mit dir zu tun. Nicht alles, was hier geschrieben wird, ist auf dich gemünzt.
  • 11.12.2017, 14:21 Uhr
  • 2
Nach meinen Beobachtungen gehörst du sowohl zu einem, wenn auch vielleicht relativ kleinen, Rudel - nämlich zu jenem, das anderen die Zugehörigkeit zu 'Grüppchen' unterstellt.
Jährlich konvertieren in Deutschland einige Tausend Menschen zum Islam. Und da du deren Motivation nicht kennen kannst, ist es unzulässig, aus der Äußerung von ein paar Jugendlichen einen allgemeinen Schluss zu ziehen. Aber mal abgesehen davon: Selbst wenn einige aus dem von dir genannten Grund konvertieren sollten, heißt das noch lange nicht, das sie danach fundamentalistische Ansichten vertreten. Auch das ist also ein unzulässiger Schluss.
  • 11.12.2017, 14:50 Uhr
  • 0
Assaya, warum gibt es in den arabischen Ländern so wenig Christen und so viel mehr Muslime?
  • 11.12.2017, 14:57 Uhr
  • 4
Du wirst sicher gleich die Antwort liefern.
  • 11.12.2017, 15:03 Uhr
  • 0
Denke mal an meine Schicksalstheorie, dann weist Du es.
  • 11.12.2017, 15:29 Uhr
  • 3
Mache ich aber nicht, bin keine Anhängerin davon.
  • 11.12.2017, 16:37 Uhr
  • 0
dem letzten Satz "Das Motiv des Terrors ist stets Machtausübung" ist uneingeschränkt zuzustimmen
es herrscht ein Glaubenskrieg, in dem alle Nichtmuslime sowie "Glaubensbrüder" der jeweils falschen Richtung zu Opfern werden
"Sogar die als friedliebend geltenden Buddhisten wenden sich in Myanmar gewalttätig gegen Muslime"
ja warum wohl?!
wer diese islamistischen Terror-Organisationen mit "manche archaisch-patriarchalischen Interpretationen" umschreibt und mit den Amischen auf eine Stufe stellt, ist für mich ein gefährlicher Verharmloser
auch der Vergleich mit der RAF (die auch mit palästinensischen Terrorgruppen kooperiert hat) erscheint mir abwegig
  • 26.12.2017, 01:26 Uhr
  • 3
Bitte genau lesen!
Ich habe nicht Terroristen mit Amischen auf eine Stufe gestellt, sondern gesagt, dass man eine Religion nicht nach deren fundamentlistischen Auswüchsen bewerten kann.
Dass Terror uninslamisch ist und von islamischen Gelehrten verurteilt wird, kannst du hier nachlesen:
wize.life/themen/kategorie/politik/artikel/64...-zum-terror
  • 26.12.2017, 07:08 Uhr
  • 0
"Sogar die als friedliebend geltenden Buddhisten wenden sich in Myanmar gewalttätig gegen Muslime"
ja warum wohl?!"
He? Seit wann ist man denn friedliebend, bzw. gewalttätig, weil man einer bestimmten Religion angehört? Das ist wohl der größte Unsinn, den man sich vorstellen kann.
Die "friedliebenden" Soldaten in Myanmar haben wahllos tausende unschuldige rechtlose Bürger, Frauen, Kinder, Männer ermordet, deren Dörfer niedergebrannt und Hunderttausende in die Flucht getrieben, nur weil ein paar Aufständische die jahrelange Unterdrückung und Rechtlosigkeit durch eben diese "friedliebenden" Buddhisten in Myanmar satt hatten.
Die Buddhisten in Myanmar dulden Staatsterrorismus - und das auch nach Absetzung der Militärdiktatur.
Und wenn ICH, als Anhängerin des Zen-Buddhismus das sage, dann kann man davon ausgehen, dass ich gut recherchiert habe.
  • 26.12.2017, 08:50 Uhr
  • 1
  • 26.12.2017, 09:21 Uhr
  • 0
wenn DU das so schreibst, werde ich natürlich nicht widersprechen
wer behauptet, "dass Terror uninslamisch ist und von islamischen Gelehrten verurteilt wird", erzählt nur die halbe Wahrheit, höchstens
die Realität sieht anders aus
  • 26.12.2017, 10:12 Uhr
  • 2
Terror gehört zum Islam genau wie zur Kirche, das ist unbestritten. Wer von den Gläubigen im Recht ist kann nie genau bestimmt werden denn sie glauben sich alle im selbigen. Wer will schon sagen beurteilen ob Schiiten oder Sunniten, Zeugen Jehovas, Protestanten oder griechisch/orthodoxe Christen, obwohl sie stets behaupten im Besitz des wahren Glaubens zu sein und das vor allem mit dem Hinweis auf den Koran oder die Bibel auch belegen können im Recht sind?
Glauben heist nicht wissen und gegen Glauben kann man keine Argumente ins Feld führen und darum wird es immer Gruppen geben die andere Religionen/Ungläubige unterdrücken und ausmerzen werden. Wer das nicht einsieht, weil er sich im Besitz des einzigen und wahren Glaubens sieht, legt schon den Grundstein für diesen immerwährenden Konflikt.
  • 26.12.2017, 10:55 Uhr
  • 5
wize.life-Nutzer, wize.life-Nutzer
Es erscheint mir völlig sinnlos, immer wieder mit Usern zu diskutieren, die nicht akzeptieren WOLLEN, dass zwischen einer religiösen Lehre und deren ideologischer Interpretation durch Minderheiten zum Zwecke des Machtmissbrauchs zu differenzieren ist.
  • 26.12.2017, 12:03 Uhr
  • 1
solange diese "Minderheiten" immer wieder und tagelang die Weltnachrichten dominieren, ist es tatsächlich sinnlos, zu differenzieren
  • 26.12.2017, 12:58 Uhr
  • 1
Wollen wir den Spieß einmal umdrehen?
1995 wurden in Deutschland 16.000 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern polizeilich erfasst, das sind im Durchschnitt 45 Fälle pro Tag! Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen.
Wäre es gerecht, deshalb alle Deutschen als Kinderschänder zu verdächtigen?
https://www.sozial-wissenschaft.de/r...brauch.html
  • 26.12.2017, 13:27 Uhr
  • 0
warum mit so alten Statistiken ablenken?
ansonsten:
ganz schlechtes Beispiel!
im Islam sind sogar Kinderehen erlaubt
alles legale Kinderschänder!?
  • 26.12.2017, 14:16 Uhr
  • 2
Du bist falsch informiert. zur Ehe ist im Islam die Geschlechtsreife vorgeschrieben.
Aber darum geht es hier gar nicht. Es geht darum, dass man von einer Minderheit nicht auf die Gesamtheit schließen kann. Und es ist leider so, dass Menschen immer gegen Vorschriften, gleich welcher Art, verstoßen haben und verstoßen werden. Doch daran ist die Vorschrift unschuldig.

Du siehst ein weißes Blatt mit einem schwarzen Punkt, redest nur über den schwarzen Punkt und vermittelst dadurch den Eindruck, das gesamte Blatt sei schwarz.
  • 26.12.2017, 14:34 Uhr
  • 0
Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
Wenn du dich nicht an das Thema der Notiz halten willst, bist du raus.
  • 26.12.2017, 14:55 Uhr
  • 0
Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
wize.life-Nutzer
Ich habe dich gebeten, beim Thema zu bleiben, nachdem ich auf einen nicht zum Thema gehörigen Text geantwortet habe - siehe oben. Themenverfehlungen werden gelöscht; steht in meinem Profil. Ich lasse mir kein Thema aufzwingen. Es steht dir doch frei, zu deinem Thema einen eigenen Beitrag zu schreiben.
  • 26.12.2017, 14:59 Uhr
  • 0
Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
Ja, die Rohyngia dominierten lange die Weltnachrichten - aber nicht als Terroristen, sondern als rechtlose, verfolgte Minderheit, denen das buddhistische Myanmar die Staatsbürgerschaft verweigert und jeden Widerstand mit brachialer Gewalt niederschlägt.
Wenn diese weltbekannte Tatsache auch Nahrung für deinen Islam-Hass ist, dann ist das mehr als zynisch.
  • 26.12.2017, 16:01 Uhr
  • 1
Naja so ganz unschuldig ist niemand bei dieser Katastrophe denke ich mir wenn man diesen Text liest der vom MDR veröffentlicht wurde. Nichts geschieht ohne einen Grund.
"Die Rohingya, ein Sammelbegriff verschiedener Gruppen von Aufständischen, kämpfen für die Errichtung eines unabhängigen muslimischen Staates an der Grenze zu Bangladesch. Sie wollen nicht unter einer buddhistischen Regierung leben. Myanmar selbst will Teile ihres Landes nicht verlieren. Staatliche Stellen in Myanmar lehnen die Bezeichnung Rohingya ab und sprechen stattdessen von Bengalis, illegale Einwanderer aus Bangladesch.
Die Sprache der Rohingya steht dem Bengali nahe und gehört zu den indoarischen Sprachen innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie und ist damit eine andere Sprache als in Myanmar gesprochen wird."
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...TpGL54qXeFG
  • 26.12.2017, 16:29 Uhr
  • 2
Hab mich auch informiert, dann müsste man auch befürworten, dass z. B. die spanische Regierung mit brachialer Gewalt, Mord und Brandschatzung gegen die abtrünnigen Katalanen vorgeht.....
  • 26.12.2017, 16:42 Uhr
  • 1
wize.life-Nutzer
jaja, das kennen wir schon, auch wir lesen die Zeitung. Aber: die Rohingya bzw. ihre Vorfahren leben dort nun schon seit ungefähr 300 bis 400 Jahren. Trotzdem erhalten sie keine Bürgerrechte, ja nicht einmal einen Reisepass. Ich denke, da ist es verständlich, wenn sie sich selbst verwalten wollen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rohingya#Geschichte
  • 26.12.2017, 16:46 Uhr
  • 0
Na sicher ist das verständlich, nur kann man die Art und Weise wie sie es machen nicht gutheissen. Sie haben keinerlei Bürgerrechte und wollen doch diesen Teil des Landes welchen sie besetzt haben, aus dem Staat entfernen und das lässt sich kein Land der Welt gefallen. Gewalt schafft Gegengewalt und ich bin auch kein Kenner dieser Frage nur kann ich mir vorstellen das es um den Glauben geht und wenn der Glaube das sagen hat, schaltet die Vernunft aus.
  • 27.12.2017, 06:12 Uhr
  • 2
wize.life-Nutzer
Die Vorfahren der Rohingya wurden ab dem 16. Jahrhundert von den damaligen Königen dort angesiedelt. Das ist keine 'Besetzung'.

Die erste Militäraktion gegen die Rohingya fand bereits 1948, im Jahr der Unabhängigkeit, statt. Weitere 19 folgten. Grund und Boden wurde enteignet, Privatvermögen zerstört. Die Gewalt ging von Anfang an von der Regierung aus.

Da es im Land auch christliche Minderheiten gibt, die nicht verfolgt werden, fällt die Religion als Grund der Verfolgung wohl weg. Somit bleibt als einzig möglicher Grund Rassismus.

Dass du bei jeder Gelegenheit den Grund einer gewaltsamen Auseinandersetzung in der Religion suchst, ist ja hinlänglich bekannt. Doch im Buddhismus wirst du keine Vorschrift zur Verfolgung Andersgläubiger finden - weil Religion nie der wahre Grund dafür ist und es immer nur um die Macht geht.
  • 27.12.2017, 07:11 Uhr
  • 0
Wahrscheinlich sind diese Christen auch nicht so aggressiv wie die Muslime und begehren keinen eigenen Staat.
  • 27.12.2017, 07:19 Uhr
  • 2
Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Denn wer verwehrt dieser Bevölkerungsgruppe die Bürgerrechte? Die Regierung.
Und wer hat mit der Gewalt begonnen, die nun fast schon 70 Jahre andauert? Die Regierung.
Du bist wahrscheinlich nicht ausreichend informiert und gründest deine Meinung auf Vermutungen.

Das Thema Rohingya ist damit hier zu Ende.
  • 27.12.2017, 07:26 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Danke Assya, hoffentlich lesen es auch die, die es gerade nötig haben. Nur Lesen bildet und all das Wissen um die historischen Zusammenhänge und Entwicklungen.
  • 09.12.2017, 19:27 Uhr
  • 6
Jeder von uns hat irgendwelche Vorurteile. Vernünftige Menschen stellen diese Vorurteile hin und wieder in Frage und kommen zu neuen Erkenntnissen. Das ist der Sinn dieses Artikels. Unbelehrbare Ignoranten werden bleiben wollen, was sie sind.
  • 09.12.2017, 19:54 Uhr
  • 5
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das ist ja alles gut und schön und in vielen Teilen auch stimmig in dem Beitrag.
Es bleibt doch aber die Tatsache, dass der Koran als angeblich ultimatives Gotteswort im Islam gilt und das wortwörtlich. Jeder Zweifel daran ist verboten.
Und da drin gibt es nunmal viele Inhalte, die Gewalt zu rechtfertigen versuchen im Namen Allahs, wenns der Sache des Islam dient.
  • 09.12.2017, 18:25 Uhr
  • 7
Knight Mover, genau das ist nicht der Fall. Ich denke, ich habe dir das nun oft genug erklärt, und wenn du den Link im Beitrag gelesen hättest, wüsstest du das auch. Bitte sei so gut und unterlasse es, einer Muslima den Koran erklären zu wollen.
  • 09.12.2017, 18:43 Uhr
  • 2
okok - will dich ja nicht belehren, nur meine Meinung darf ich hoffentlich dazu haben und auch sagen, die ich beim Lesen des Korans gewonnen habe.
  • 09.12.2017, 18:45 Uhr
  • 5
Hast du dir vorher eine Chronologie der Suren besorgt und die Verse mit dem historischen Hintergrund verglichen und den Anlass der Herabsendung berücksichtigt?
NUR SO kann man nämlich unterscheiden, ob es sich um eine allgemein gültige oder anlassbezogene Vorschrift handelt.
Abgesehen davon stehen fast alle Verse, die Gewalt zum Inhalt haben, in einem Kontext, der gewaltsame Angriffe verbietet. Gewalt ist generell nur zur Verteidigung erlaubt.
  • 09.12.2017, 18:55 Uhr
  • 3
Ich glaube ja nicht an eine solche "Herabsendung". Für mich ist das ein Menschenwerk, wie ja auch Bibel.
  • 09.12.2017, 18:57 Uhr
  • 5
Auch dann bleiben bestimmte Verse anlassbezogen.
  • 09.12.2017, 18:59 Uhr
  • 1
Das mag ja sein, doch wenn das Gesamtwerk als ultimativ letztes göttliches Wort betrachtet wird und eben Wort für Wort so und nicht anders gilt - wird ja Kindern schon eingebläut und auswendig gelernt - dann kann man nicht einfach dran herumdeuteln, wie man will, bis es dann passt.
  • 09.12.2017, 19:02 Uhr
  • 4
Wenn es mal erlaubt wird, auch den Koran gefahrlos zu kritisieren, dann könnt ich auch Islam als tolerant betrachten.
  • 09.12.2017, 19:05 Uhr
  • 5
Genau - man kann nicht etwas hineindeuten, was nicht drin steht. Man kann nicht einen Satz herausreißen und geflissentlich 'übersehen', unter welchen Voraussetzungen dieser Satz im Kontext anzuwenden ist. Dazu braucht man nicht einmal historisches Wissen.
  • 09.12.2017, 19:11 Uhr
  • 1
Wenn der Koran wortwörtlich gilt, kann man auch jede Zeile als solche betrachten, wie sie da drin steht. Alles andere ist für mich unlogisch.
  • 09.12.2017, 19:23 Uhr
  • 4
Na wenn du es besser weißt *Kopfschüttel*
  • 09.12.2017, 19:47 Uhr
  • 1
Fakt ist jedenfalls das im Namen von Religionen/Gott/Ideologien unzählige Verbrechen stattfanden und immer noch stattfinden.
Wer da sagt, das die Mehrheit der Muslime friedlich sei, mag zwar recht damit haben, unterstellt aber zugleich das die Mehrheit der Nazis, Stalinisten, Maoisten usw., auch friedlich seien und doch haben sie unsägliches Leid über die Menschen gebracht, allein dadurch das sie es duldeten.
  • 27.12.2017, 07:27 Uhr
  • 1
Weder die religiösen Lehren noch Marx/Engels sehen die Vernichtung von Millionen Andersdenkender vor. Das unterscheidet sie wesentlich von Nationalsozialismus.
  • 27.12.2017, 07:31 Uhr
  • 0
Und trotzdem haben ihre Anhänger dieses getan.
  • 27.12.2017, 07:36 Uhr
  • 1
Das ist eine Binsenweisheit. Menschen handeln nun einmal nicht immer vorschriftsgemäß, und auch das ist eine Binsenweisheit.
Binsenweisheiten braucht man nicht ständig wiederholen.
  • 27.12.2017, 07:39 Uhr
  • 0
  • 27.12.2017, 07:43 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren