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Achgut.com - ein Broderwerk

Achgut.com - ein Broderwerk
10.01.2018, 13:05 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Broder, Broder, Broder….. der Mann, der mehr Wind um sich selber macht, als um die Thesen, die er hin und wieder in die Welt setzt. Der Mann, der seine Preise und Ehrungen durchaus verdient hat, den ich aber mit der Elle des Politikers messe, der er so gerne sein möchte. Und diese Elle misst nicht sein Worte und seine Reden, sondern seine Taten und seine klar definierten Meinungen, so er sie öffentlich getan hat.

1970 begann Broder in Hamburg als Autor bei den St. Pauli-Nachrichten zu arbeiten. Das von dem Fotografen Günter Zint 1968 begründete, wöchentlich erscheinende schwülstige Pornoblatt erzielte mit einer Kombination aus Kontaktanzeigen, Erotik und linker politischer Agitation Auflagen von um die 800.000 Stück pro Ausgabe. Wobei die linke Agitation dem Zeitgeist geschuldet war, die Auflagen brachten die Kontaktanzeigen und diese sexuelle Selbstdarstellung der Inserenten.
Bei diesem eher schmuddeligen Handwerk trafen sich übrigens Broder, Günter Wallraff und Stefan Aust! Broders erstes Buch (Wer hat Angst vor Pornographie) erschien 1970 beim Melzer Verlag. Ich habe nichts gegen Pornografie, aber ehe man denen, die später den Zeigefinger heben, allzu sehr vertraut, sollte man nachschauen, in welchem Sandkasten sie mit wem was gespielt haben.

Die scheinbare Brodersche linke Agitation schob er 1998 schnell auf ein Abstellgleis: Die Operation Entebbe, die Befreiung der Geiseln aus der Lufthansamaschine hatte ihn, sagte er, dazu veranlasst. Denn die Ursache für diese Entführung hatten die Linken zu verantworten. Broder hob die Reaktion auf die Operation Entebbe als Zeitpunkt seines endgültigen Bruchs mit diesem Teil der Linken hervor. Er beschuldigte seine Ex-Freunde, Solidaritätserklärungen zugunsten Idi Amins abgegeben zu haben.

Später unterstütze er den Irakkrieg und die Lügen, die diesen Krieg rechtfertigen sollten - Hauptsache, Saddam Hussein ist weg.

Am 21. Oktober 2009 teilte er seinen Entschluss zur Kandidatur für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden mit. Eines seiner Ziele sei, in Deutschland die Strafbarkeit der Holocaustleugnung abzuschaffen. Er überlegte es sich Tage später anders. Nicht hinsichtlich der Abschaffung der Strafbarkeit der Holocaus-Lüge, sondern seine Kandidatur zum Präsidenten des Zentralrates der Juden.

Als Jude und als Broder hatte er später einen Satz bereit, mit dem er es bei mir endgültig verschissen (pardon) hatte: Er palaverte verallgemeindernd los: "1,5 Milliarden Moslems in aller Welt neigen stets chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen“. Das klang mir wie eine der Begründungen der NSDAP, die Juden zu jagen und zu töten, wo immer sie sie erwischen konnten: "Sie (die Juden) sind schuld an der Auflösung der Einheit aller Industrievölker."

2007 schon brachte er es fertig, AfD-Stichwortgeber zu werden, als er die Diskussion der globalen Erwärmung als "eine Art Feldgottesdienst der Ungläubigen, die sich im Glauben an das Ende der Welt zusammengefunden haben" bezeichnete.

Und als zu Silvester 2015 Redakteurinnen im Tagesspiegel spekulierten, dass unter den Opfern der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht "womöglich auch Frauen dabei sind", die gar nicht Opfer geworden seien, sondern durch Anzeigen lediglich Abschiebungen auslösen wollen würden" da hatte der alte Mann einen echten sprachlichen Höhepunkt: "Es gibt auch Frauen, die mit dem Schwanz denken", und wünschte den Autorinnen, (wie es viele der rechten Szene sehnlichst wünschten) dass diese von Männern des IS "nach Rakka eingeladen werden, um zu erfahren, was Rape Culture bedeutet“. In Wirklichkeit war bei dem alten Wirrkopf wohl nur die Erinnerung an seine alten Zeiten als Schreiberling bei den St. Pauli-Nachrichten hervorgebrochen.

Dieser Broder, der sich da entwickelt hat, ist zu einem pubertierendem 14-jährigem im Körper eines Mannes geworden, der sich selbst unendlich sauer ist, dass er trotz aller Ehrungen in allen wichtigen Dingen stets daneben lag. Er tröstet sich gelegentlich damit, dass er wenigstens dem Mainstream nicht folgt.
Wenn er wüsste, dieser Klugscheißer.

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6 Kommentare

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Der Journalismus in Deutschland wäre ohne Broder sehr viel ärmer. Ich kann www.achgut.com jedem nur empfehlen.
  • 14.01.2018, 15:06 Uhr
  • 2
Natürlich kannst du das, auch du darfst deine Meinung haben.
Abgesehen davon, dass du keine Ahnung hast, was Journalismus ist, umfasst. Gewöhnlich übrigens nicht nur Meinung. Aber das weißt du sicher.
  • 14.01.2018, 15:26 Uhr
  • 0
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Mike, dein Beitrag ist getränkt mit Intoleranz und Verachtung für Menschen, die nicht deiner Sichtweise entsprechen. Als intelligenten Menschen, für den ich dich bisher gehalten habe, solltest du solche Beiträge nicht veröffentlichen. Du bist nicht das intellektuelle Maß aller Dinge.
  • 10.01.2018, 18:19 Uhr
  • 8
wize.life-Nutzer Bis auf die letzten 6 Zeilen ist hier nichts weiter gesagt, als das, was dieser Mann gemacht hat.

Die letzten 6 Zeilen sind meine Meinung dazu, und die werde ich jederzeit wiederholen. Und ich bin sehr wohl das Maß aller Dinge...jedenfalls für mich. Soviel Selbstbewusstsein darfst du mir ruhig zutrauen.
  • 10.01.2018, 18:49 Uhr
  • 3
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Eine schillernde, selbstverliebte Persönlichkeit.
Sein Unterhaltungswert ist hoch und er belebt so manche, staubtrockene Talkshow.
Daher: Man darf über diesen Hofnarren der bürgerlichen Meinungsindustrie ( mehr oder weniger ) amüsiert lachen, aber bitte nicht ernst nehmen !
  • 10.01.2018, 14:27 Uhr
  • 8
Passt!
  • 20.02.2018, 13:07 Uhr
  • 0
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