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User sind die Schlimmsten ?

User sind die Schlimmsten ?

Peter Leopold
16.02.2018, 04:52 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Der politische Aschermittwoch der AfD hat es wieder einmal deutlich demonstriert: Einfache Zuhörer und User in sozialen Netzwerken sind teilweise schlimmer, als Diejenigen, die von Ihnen gehuldigt werden. Für Viele, die unter dem Begriff "soziale Netzwerke" einfach Unterhaltung und Entspannung suchen, werden Angriffe, Beleidigungen, und Hetze - nicht nur im Sinne des StGB langsam aber sicher unerträglich.

Diese User brauchen keine vorgegebenen harten Sprüche von ihren vermeintlichen "Führern", weil sie ihre Eigenen mitbringen. Und die sind nicht Ohne.

Während sich die politischen "Paraderedner" wie Jürgen Elsässer, Herausgeber des AfD-nahen Magazins „Compact“, mit Parolen wie "„Wir wollen nicht ein Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei – verdammt noch mal.“ zufrieden geben, sieht es bei den Zuhörern ganz anders aus.

Bezug nehmend auf den früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck gröhlte die Menge "Volksverräter, Volksverräter, Volksverräter" und als das Wort "Altparteien" im Raum stand: "Widerstand, Widerstand, Widerstand." Und das ist nur der harmlose Teil.
In sozialen Netzwerken geht es extremer zu. So war von einem User zu lesen "diesen roten Ratten so den Schädel zu klopfen, dass sie nicht mehr aufstehen". Ein anderer User meint "Putin hatreichlich eingezäunte Spielplätze für dieses rote Lumpenpack". Und auch das lässt sich noch steigern "Dieses Dreckspack. Totschlagen" oder "Diesem Pack gehört richtig auf ihre Dreckfresse". Die Krönung allerdings waren Kommentare wie "Ich bin für Aufhängen!" oder "Irgendwann kriegen wir sie alle! Das war schon mal so!"

Natürlich kann man solche Sprüche nicht der AfD zuschreiben. So dumm ist diese Gruppierung nun auch wieder nicht. Es ist aber das Milieu, das sie unterstützt. Und wenn dann AfD Redner fordern, dass das radikalisierungsbereite Milieu, in dem die Partei verankert ist, viel stärker als bisher einbezogen werden müsse, muss man sich tatsächlich Gedanken machen. Auch Aussagen wie die von Hoecke geben zu denken:"Ich grüße die Pegida, ohne euch sind wir nur halb so stark." Interessant, dass die Auswanderungspläne von Hoecke auf die Kanaren schon daran gescheitert sind, dass Spanien keine Aufenthaltsgenehmigung für Rechtsradikale wie Lutz Bachmann erteilt. Der Unvereinbarkeitsbeschluss der AfD gegenüber Pegida existiert zumindest im Osten nur theoretisch.

Und dann ist da noch die Identitäre Bewegung, deren Slogan in sozialen Netzwerken "Heimat, Freiheit, Tradition, Multikulti Endstation." immer wieder auftaucht. Nicht etwa von politischen Vertretern, sondern von "normalen" Nutzern obwohl sich inzwischen herumgesprochen haben dürfte, dass die Identitäre Bewegung aus gutem Grund vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Viele werden natürlich sagen, dass sie mit derartigen Sprüchen gar nichts zu tun haben. Aber gerade in den letzten Tagen hat sich wieder einmal gezeigt, dass radikale Beiträge und Verlinkungen zu rechtsradikalen Vertretern auch hier auf Wize.life in erschreckendem Maß zunehmen und Beiträge, die einen gewissen Unterhaltungswert haben, komplett untergehen. Auch DAS ist eine Form der Gewalt, denn nur Wenige wollen tatsächlich nichts Anderes als politische Beiträge lesen, die entweder das rechte, oder das linke Spektrum bedienen, wobei die rechte Hetze definitiv zahlenmäßig überwiegt.

Für viele User ist ein soziales Netzwerk leider die einzige Möglichkeit, mit Anderen zu kommunizieren und wenn sich Wize.life zu einem Spielplatz für gegenseitige Angriffe und grundlosen massiven Beleidigungen - besonders von der rechten politischen Seite - entwickelt, werden Unbeteiligte, die auch einmal gerne eine "heile Welt" sehen wollen, die Plattform verlassen - so, wie es schon Andere vor ihnen getan haben.

Man kann sich im Normalfall aussuchen, ob man sich den extremistischen Parolen aussetzen will, oder nicht. Fernseher aus, politische Veranstaltungen meiden und lieber ein gutes Buch lesen. In sozialen Netzwerken geht das nicht. Man wird bombardiert und kann sich dem politischen Beleidigungstheater gar nicht entziehen. Da hilft auch eine Kategorieausblendung nicht, denn Politspammer setzen in JEDE Kategorie - ob sie nun passt oder nicht und damit wird ein soziales Netzwerk zu einer asozialen Körperverletzung.

Im Übrigen ist das mein letzter Beitrag zu diesem Thema, denn wer es jetzt auch noch nicht kapiert hat, wird es auch in Zukunft nicht verstehen können - oder wollen. So wie es in den letzten paar Tagen läuft, sehe ich schwarz für die Plattform, aber auch für ein paar extremistische User, die - selbstverständlich - ohnehin schon unter Beobachtung stehen.

16 Kommentare

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  • 16.02.2018, 14:20 Uhr
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Es ist schlimm, was manchmal geschrieben wird und ich frage
mich, was das für Menschen sind...
  • 16.02.2018, 11:59 Uhr
Peter Leopold
DAS lässt sich wohl nicht nachvollziehen
  • 16.02.2018, 12:01 Uhr
So ist es.
  • 16.02.2018, 12:04 Uhr
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"So wie es in den letzten paar Tagen läuft, sehe ich schwarz für die Plattform"
Nur in den letzten paar Tagen? Auf dem linken Auge ist wl blind.
  • 16.02.2018, 10:33 Uhr
Peter Leopold
Nein, aber die "andere Seite" ist definitiv wesentlich "aktiver" auf diesem Gebiet.
  • 16.02.2018, 10:35 Uhr
Wäre ein Streitpunkt, aber ich habe keine Lust mir die Mühe zu machen jetzt Kommentare und den passenden Link dazu heraus zu suchen.
Unterirdisch ist manchmal der richtige Ausdruck.
  • 16.02.2018, 10:40 Uhr
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Ja Peter.

Das ist der Grund, warum ich hier mein Visier geschlossen halte. Manche mögen es beklagen, ich nicht! Das ist der Grund, warum ich mich auf wenige Beiträge reduziere, ob bewusst oder unbewusst, das spielt keine Rolle.

Ich nehme mir das Recht heraus, jederzeit aus einem Thread auszusteigen. Den hier oft stattfindenden Wettstreit um die "Deutungshoheit" werde ich nicht annehmen. Für mich gilt: "Nimm mein Argument an oder lass es bleiben! Es ist deine Wahl, nicht meine!"
  • 16.02.2018, 08:32 Uhr
Peter Leopold
Man muss ja nicht die Ansichten teilen. Aber mit Gewalt so etwas zu erzwingen, ist schlicht widerlich!
  • 16.02.2018, 08:34 Uhr
"Aber mit Gewalt so etwas zu erzwingen, ist schlicht widerlich!"

Ja, der Augenblick in dem ich mich ausklinke...!
  • 16.02.2018, 08:35 Uhr
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Sehr gut!
  • 16.02.2018, 08:27 Uhr
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