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Billig produzierte Fast Fashion

Billig produzierte Fast Fashion

27.05.2013, 08:22 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Made in Bangladesch, India, China… beim Kauf von begehrten Massenprodukten vergessen wir häufig den Blick aufs Etikett. Ein Blick, der uns zeigt, dass nicht nur ein Teil, sondern der Großteil unserer Kleidungsstücke in Billig-Fabriken rund um den Globus produziert wird – das gilt für T-Shirts, Jeans und Mäntel genauso wie für Toplabels und Billigmarken. Ja, eigentlich nutzen nahezu alle Bekleidungsfirmen das verlockende Angebot spottbilliger Produktionsmöglichkeiten. Kleidung wird dort produziert, wo es am billigsten ist und das schließt katastrophale Arbeitsbedingungen mit ein. Das ist fatal und folgenreich. Spätestens nach den verheerenden Unglücken, die zuletzt in asiatischen Textilfabriken Hunderte Menschenleben gefordert haben, wissen wir, dass das nicht selten tödliche Folgen hat.

BILLIGKLEIDUNG aus Bangladesch – sind wir schuld am Tod der Näherinnen? Diesem Thema widmeten sich heute Günther Jauch und seine Gäste. KLARtext_ Auch ich vergesse beim Anblick eines neuen Lieblingsstückes hin und wieder, mir das Etikett genauer anzuschauen… weil es zu einem absoluten Schnäppchenpreis zu haben oder schlicht und ergreifend ein Must-Have für eine Fashionista ist. Was mich aber wirklich ärgert: Wenn ich mich beim Blick aufs Etikett dann freue, dass mein T-Shirt aus einem EU-Land kommt, habe ich längst noch keine Gewissheit, dass es nicht doch irgendwo in Asien auf Kosten von Menschen hergestellt wurde, die unter ärgsten Bedingungen gefärbt, zugeschnitten oder genäht haben. Warum? Weil lediglich die letzte Naht etwa in der Türkei gemacht wurde oder chinesische Arbeiter zu Dumpinglöhnen in Italien Markenmode produzieren. Das reicht schon aus für eine “moralisch sauber wirkende” Etikettierung.

Meinem neuen T-Shirt jedenfalls ist der Herstellungsprozess nicht anzusehen. Deshalb brauchen wir eine Transparenz über den Produktionsweg. Und hier kommt die Politik ins Spiel. Es reicht einfach nicht aus, Schuld und Verantwortung zwischen dem Ausbeuter in Fernost, dem Subunternehmen oder dem Zwischenhändler irgendwo auf der Welt und den europäischen Auftraggebern hin- und herzuschieben, skrupellose Unternehmer und korrupte Behörden vor Ort oder Modemarken anzuklagen, die sich unter Marketingaspekten mit einer mehr oder weniger oberflächlichen Aufsicht ihrer Lieferanten brüsten. Wenn sich etwas ändern soll, dann bei allen Beteiligten. Und natürlich haben wir Käufer/Verbraucher letztendlich die Macht, Politik mit unserem Einkaufskorb zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Wer ein T-Shirt für weniger als fünf Euro kauft, dem müsste zumindest der Verdacht kommen, dass dieses Produkt unter Bedingungen hergestellt wurde, die nicht ganz geheuer sind. Wenn Billig-Mode in nächster Zeit ein wenig teurer werden würde, wäre das ein gutes Zeichen.

1 Kommentar

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Es sind leider nicht nur die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die es anzuprangern gilt. Auch die Umwelt wird gerade bei den Textilfärbereien stark verschmutzt. Die Zusätze zum Färben der Stoffe werden ungeklärt in die Flüsse geleitet, aus denen die Bevölkerung ihr Trinkwasser entnimmt.

Sämtliche Produktionsprozesse müssten regelmäßig von unabhängigen Instanzen überwacht und mit einem Gütesiegel versehen werden.

Dann wäre ich gerne bereit mehr für ein Kleidungsstück zu bezahlen.
  • 27.05.2013, 13:00 Uhr
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