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Über tausend Brücken musst du geh’n

01.07.2016, 16:47 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Es war im Jahre 1961, als sie zum ersten Mal „Bella Italia“ besuchte. Über Straßen, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können, wurde der Apennin überquert. Durch ausgetrocknete Flussbetten und staubige Straßen fuhr sie mit ihrer Familie (4 Kinder) in den Süden. Damals wurde die Liebe zu diesem Land geboren. Ja, und Capri besuchen – das wäre das Größte. Doch immer blieb diese Reise nach Capri ein Traum.

Auf der Hochzeit einer Enkelin wurde die Idee geboren. Sie ist jetzt 82. Im heißen Sommer nach Italien – unmöglich. Im Herbst steht eine weitere Hochzeit an – geht auch nicht. Als Geburtstagsgeschenk – ist zu spät im November. Und ob das nächste Jahr noch erreicht werden kann – bei diesem Alter nicht sicher. Also kurz entschlossen sofort.

Sie wurde zum Gespräch bestellt. Zum Dienstag ist zu packen für eine Reise nach Italien für 10 Tage. Selbstverständlich soll ihr größter Traum Wirklichkeit werden – Capri. Die verschiedenen Stationen der Reise werden besprochen und die Route festgelegt. Und Dienstag früh geht es tatsächlich los – es ist gerade 6:48 Uhr. Für die große Reise wird noch einmal der Tank randvoll gefüllt. Um diese Zeit ist es noch ruhig auf der Autobahn und so kommen wir gut voran.

Über den St. Gotthard soll die Fahrt gehen. Dazu müssen wir über den Grimsel- und den Furkapass, da die Gotthardautobahn noch immer gesperrt ist. Sie schwelgt in Erinnerungen, wie doch die ganz alte Gotthardpassstrasse war, als die Busse noch in den Spitzkehren rangieren mussten. Mit der Überquerung des Passes spürten wir bald die andere Wärme des Südens. Vorbei an Bellinzona und Como nach Mailand.

Weil die italienische Riviera lockte, fuhren wir über Genua vorbei an Portofino in Richtung Pisa ein Stück Küstenstraße. Zurück auf der Autobahn ging es mit Riesenschritten Richtung Florenz. Egal, welches Hotel wir auch anfuhren – schließlich erfuhren wir, dass wegen einer internationalen Modemesse alle Quartiere ausgebucht waren. Nun gut, wird Florenz eben auf die Rückreise vertagt. So entschied unsere Bewohnerin in Erinnerung an frühere Zeiten, im Auto zu übernachten. Ich glaube, ihr hat das weniger aus gemacht als mir.

Nach den Besuchen der Städtchen Ciancano Therme und Montepulciano in der Morgenfrühe fuhren wir in die Sommerresidenz des Papstes aus früheren Zeiten, nach Orvieto. Der nüchterne Dom von Orvieto, hoch oben auf einem Tafelberg, steht direkt neben dem Palast des Papstes. Nachdem wir uns ausgiebig in den alten Gemäuern umgesehen hatten, ging es weiter nach Süden, direkt nach Neapel.

Es war noch früh am Nachmittag, so dass wir uns entschlossen, als erstes auf den Vesuv zu fahren – das war ihr in früheren Jahren nie gelungen. Diesmal genoss sie die Aussicht von dem berühmten Vulkan auf den Golf von Neapel und die riesige Stadt tief unter ihr. Eine kleine Besonderheit hat sie nicht am Wegrand stehen lassen können, Zittergras vom Vesuv. Das musste selbstverständlich mit. Wie groß war ihr Staunen über den Riesenginster, der dort wuchs. Wir kennen ihn nur als kleinen Strauch, auf dem Vesuv waren es richtige Bäume.

Direkt vor dem Eingang zum antiken Pompeji fanden wir unser Hotel Forum. Klimatisierte Räume und ein luxuriöses Bad machten uns den Aufenthalt im Zentrum der Stadt Pompeji für drei Nächte zum Erlebnis.

Früh waren wir im Bett, aber früh war sie wieder auf. Sie wollte unbedingt nach Neapel. Noch nie konnte sie diese quirlige Stadt besichtigen. Das sollte heute anders werden. Ich entschied mich, das Auto stehen zu lassen und wir fuhren mit der „Circumvesuviana“, eine Art S-Bahn ins Zentrum von Neapel. Mit dem Stadtplan von Neapel, als Service des Hotels mitgegeben, waren wir schnell am Anfang der besonders interessanten Bezirke, die sie ausgiebig bestaunte.

Sie wollte unbedingt auch das unterirdische Neapel kennen lernen. So mussten wir bis Mittag warten, dass es geöffnet wurde. Die Besichtigung begann mit einem griechischen Theater, das früher einmal ca. 6.000 Besucher fasste. Es liegt unter mehreren großen Gebäudekomplexen und ist nur zu einem kleinen Teil ausgegraben worden. Sie staunte nicht schlecht, als die Führerin erklärte, dass die Römer damals schon wussten, wie erdbebensichere Mauern hergestellt werden.

Besonders interessant war dann allerdings, dass die rd. 5.000 Jahre zurückreichende Geschichte des unterirdischen Neapel vor ihren Augen sichtbar wurde. Im Laufe der Jahrtausende wurde das unterirdische Netz von Räumen und Wegen auf rd. 130 km ausgebaut. Das entnommene Gestein wurde zum Bau der Häuser des oberirdischen Neapel verwendet. Auch wenn wir nur rd. 2 km dieses unterirdischen Wegenetzes erkundet haben – es war spannend.

Beeindruckend waren auch die vielen kleinen Familienbetriebe, in denen Krippen, Figuren und Schmuck hergestellt werden. Wir hatten Gelegenheit, den Künstlern bei ihrer Arbeit zuzuschauen und ihre Fingerfertigkeit zu bewundern. Müde und etwas Fußlahm traten wir den Rückweg an, nicht ohne den Hafen und die dort liegenden Traumschiffe bewundert zu haben.

Am nächsten Tag fuhren wir wieder mit der Bahn nach Sorento. Ein Bus brachte uns in den Hafen und wir fuhren nach Capri. Einmal auf der Insel, die viele berühmte Persönlichkeiten beherbergt hat. Dieser Wunsch wurde heute Wirklichkeit. Wer Capri nicht gesehen hat, kann seine Schönheit nicht verstehen. Selbst der Industrielle Krupp hat dort sein Domizil errichtet und in seinem Garten durften wir lustwandeln. Von hier hat man einen phantastischen Blick auf das blaue Meer und die vorgelagerten Inselchen. Von oben sahen die Jachten der Reichen ganz schön klein aus.

Wir hätten nicht gedacht, dass 5 Stunden Aufenthalt so schnell vorüber gehen können. Eine kleine Erinnerung fand ihren Weg in die Tasche unserer Bewohnerin – ein besonderes Parfum, das nur auf Capri von den Blumen von Capri hergestellt wird. Dieses wird mich mit seinem Duft viele Monate lang daran erinnern, dass ein Traum Wirklichkeit wurde.

Eigentlich war zum Abschluß unseres Aufenthaltes in dieser geschichtsträchtigen Region eine große Schiffstour an der Costiera Amalfitana geplant. Aber unsere Bewohnerin wollte noch einmal einen letzten Blick auf Capri werfen. So fuhren wir halt mit dem Auto über Sorrent nach Amalfi und all den hübschen Städtchen an der Costiera.

„Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn?“ – Das ist die Costiera Amalfitana.

Selbstverständlich mussten dann auch Zitronen mit nach Hause genommen werden, schön aufgezogen auf einem Faden. Immer wieder erstaunlich, wie lecker Zitronenscheiben schmecken, wenn die Sonne sie verwöhnt hat. Zum Kontrast gehört der feuerrote Pepperoncino dazu. In Salerno verabschiedeten wir uns von der Costiera und weiter ging unsere Fahrt nach Campanien. Nur in dieser Region gibt es den echten Mozzarella de buffalo – und der musste auch mit.

Unsere Fahrt dauerte nicht lange, und wir waren an den Grotten von Pertosa, auch Engelsgrotten genannt. Über einen Fluß fuhren wir rd. 300 m ins Innere des Berges und von da aus bestaunten wir zu Fuß die Wunderwelt einer phantastischen Tropfsteinhöhle. Zum ersten Mal hatten wir einen Führer, der uns die Besonderheiten in unserer eigenen Sprache erklärte. Rund eine Stunde besichtigten wir die verschiedensten Tropfsteinformationen, ehe uns die Hitze des Südens wieder in Empfang nahm.

Wie gut, dass unser Auto klimatisiert war – bei durchschnittlich 35 ° C – so konnten wir unsere Fahrt ohne Stress fortsetzen und kamen bald im Golf von Taranto an. Dort fanden wir ein Quartier in einem Feriendorf, direkt an einem endlos langen feinen Sandstrand vor einem kristallklaren Meer. Dass wir es uns nicht nehmen ließen, dies zu vernaschen, ist ja wohl klar.

Der nächste Tag führte uns in S. Giovanni auf die Fähre nach Sizilien. Unser erster Weg führte uns zu unserem Quartier auf dem Ätna. Wer glaubt, mit 82 wäre man nicht mehr fit, der irrt sich. Wir waren so früh am Ziel, dass sie an diesem Abend noch Taormina besichtigen wollte. So machten wir uns auf den Weg. Wie bequem. Direkt neben dem Parkplatz befand sich die Seilbahn, so dass unsere Bewohnerin nur umsteigen brauchte. Taormina liegt auf einem Bergsattel hoch über der Küste.

Die letzte Bahn ging erst gegen 1:00 Uhr in der Nacht, genug Zeit, alles anzusehen. Man merkt dieser Stadt deutlich den maurischen Einfluß an. Viele Gebäude tragen die Spuren einer bewegten Vergangenheit. Die Griechen hinterließen ihr Theater, die Mauren ihre Gebäude. Interessant ist – das griechische Theater wurde so in den Berg gebaut, dass die Besucher einen ungetrübten Blick auf den Ätna haben. In einem feinen Lokal ließ unsere Bewohnerin sich ihr südländisches Menü munden, natürlich bei einem Glas Wein.

Der Blick auf das Meer und die vielen kleine Schiffe begeisterte sie ungemein. Als alles dunkel wurde und von überall her die Lampen aufleuchteten, kannte ihre Begeisterung keine Grenzen mehr. Es war einfach ein Genuß. Schließlich machten wir uns auf den Heimweg mit einem letzten Eindruck von der Schönheit dieser Region auf der Fahrt in der Gondel nach unten.

Am nächsten Tag sollte der Ätna erobert werden. Erst auf 2.000 m waren wir am Ziel. Unser Weg führte uns durch Maronenhaine und Lavafelder, wie unsere Bewohnerin sie noch nicht gesehen hat. Wir sahen Häuser, die nur noch teilweise aus der Lava hervorschauten. Wo die Lava Häuser zerstört hatte, wurden neue einfach wieder auf die erkaltete Lava gestellt und es war, als wäre nichts passiert. Der Blick von oben auf Catania war grandios. Vor der Stadt eine riesige Fläche mit grünen Inseln, vereinzelten Häusern, dazwischen erloschene Krater, teils vollständig bewachsen, teils karg, als wollten sie wieder aktiv werden.

Ein Blick auf die Preisliste hielt uns davon ab, noch weiter hinauf zu gehen. Die Fahrt mit der Seilbahn sollte allein 24,- € kosten, um bis in die rauchende Zone zu kommen wären über 50,- € erforderlich gewesen – für eine Person. Das musste nicht sein und so schauten wir uns die Videos an, auf denen die Lava den Berg herunter fließt. Selbst das war noch eindrucksvoll genug. Zurück fuhren wir in Richtung Catania über die zuvor gesehenen weiten Lavafelder. Immer wieder erstaunt, wie schnell verschiedene Pflanzen doch diese unwirtliche Gegend zurück eroberten. Allen voran das Eifelgold, der Ginster.

Der Erlebnishunger unserer Bewohnerin war so groß, dass unsere Nacht bereits um 6:30 Uhr wieder zu Ende war. Die Fahrt nach Cefalu an der Nordküste Siziliens stand auf dem Programm. Rund um Catania und dann ins Landesinnere führte unser Weg über Enna nach Cefalu. Über eine weite Strecke begleitete der Ätna uns noch mit seinen 3.400 m. Interessant war der Kontrast zwischen den tiefgrünen Maronenhainen am Ätna und die kahlen, ausgetrockneten Hänge und Täler des Landesinneren. Selbst große Flüsse führten kein Wasser.

Immer wieder konnten wir die architektonische Leistung der italienischen Straßenbauer bestaunen. Wo bei uns eine Straße am Hang entlang auf den Boden gebaut wird, steht dort die Autobahn mitten in den Tälern auf Betonpfeilern. Und das Kilometerlang. Wo ein Berg im Wege ist, wird ein Loch hinein gebohrt, wo das Land fehlt, eine Brücke gebaut. Oft fuhren wir vor einem Tunnel über eine Brücke und danach wieder.

An der Nordküste angekommen, sahen wir von weitem das Meer. Doch hinkommen erwies sich als ziemlich schwierig. Zuerst einen Übergang über die Eisenbahn finden. Allein das war eine Sysiphusarbeit. Hatten wir den Durchgang gefunden, versperrten endlose Feriensiedlungen den Zugang zum Wasser. Schließlich erreichten wir Cefalu, eine schmucke kleine Stadt direkt am Meer. Beherrscht von einem Felsvorsprung, der sich über die Stadt erhob, gekrönt von einer Wehranlage.

Ein Parkplatz war schnell gefunden und wieder fanden wir uns auf Schusters Rappen unterwegs, die Straßen und Gässchen zu erkunden. Überall hing Wäsche zwischen den Häusern quer über die Straßen. Sauber und aufgeräumt präsentierte sich die Stadt mit seinem quirligen Völkchen. Wir kauften uns frischen Käse und Weintrauben – das war unser Mittagessen. Seine durchschlagende Wirkung bekamen wir einige Stunden später zu spüren.

Am Strand von Cefalu genehmigten wir uns noch ein Granite und ich machte mich auf den Weg, das Auto zu holen, denn unsere Bewohnerin sollte – auch wenn sie sich mit ihren 82 Jahren als laufstark erwies – sich ja nicht mit den Wegen zum Auto verausgaben. Ich musste zwei mal im Kreis fahren, bis ich den Weg zu ihr gefunden hatte. Auf die Wegweiser kann man sich nicht unbedingt verlassen.

Dann führte uns unser Weg weiter nach St. Stefano di Camastre. Von dort kommt das Wandbild von Sizilien, das in unserem Aufenthaltsraum zu bewundern ist. St. Stefano ist ein Zentrum der Töpferkunst auf Sizilien. Und das erlebten wir in jedem Haus. Die einen töpferten, die anderen malten mit Tonfarben ihre Gefäße und Schmuckstücke an. Es war eine Augenweide, so viel unterschiedliche Töpfe waren zu finden. Natürlich mussten auch Pizzateller gekauft werden. Das ließen wir uns nicht nehmen.

Von hier ging unser Rückweg zum Ätna. Während wir uns noch auf dem Weg nach Cefalu darüber unterhielten, dass das dürre Land doch besser wieder aufgeforstet werden sollte, immer Stück für Stück, erlebten wir im Nationalpark Nebrodi eine riesige Waldfläche. Nur grüne Berge und Täler. Es war eine Wohltat für unsere Augen. Zuerst ging es hinauf auf fast 1.500 m und dann wieder bis an den Fuß des Ätna, um den wir nördlich herumfuhren.

Schließlich kamen wir in das Tal von Alcantara. Dort konnten wir nicht an dem berühmten Gole Alcantara vorbeifahren, ohne es besichtigt zu haben. Schließlich hatten im Film dort auch Spartakus mit seinen Gladiatoren gelagert. Auch hier hat die seniorengerechte Zukunft schon begonnen. Mit einem Fahrstuhl gelangten wir auf den Grund der Schlucht und wieder hinauf. Und überhaupt: Schon in der Antike scheint man etwas von den Bedürfnissen alter und gebrechlicher Menschen verstanden zu haben. Die Bürgersteige waren vielerorts an den Kreuzungen abgesenkt, die Treppenstufen hatten nur eine Höhe von bequemen 12 bis 15 cm.

Den Abschluß des Tages bildete der Besuch einer Rosticceria in Giarre. Diese ist etwas Besonderes. Dort werden Hähnchen gegrillt am offenen Holzfeuer. Aber diese Hähnchen haben es in sich. Nicht nur, dass sie mit Pepperoncino gewürzt wurden, nein, auch mit verschiedenen Kräutern erhielten sie ein ganz phantastisches Aroma. Sie überstanden die Fahrt nicht bis zu unserem Quartier. Sie landeten bereits vorher in unseren Mägen.

Am nächsten Tag befanden wir uns wieder auf dem Heimweg. Vom Süden nahmen wir Abschied mit einem Bad im Meer und dann ging es weiter auf dem Weg nach Florenz. Damit nicht nur ich zu arbeiten hatte, übernahm unsere Bewohnerin einmal das Zählen der Tunnels und Brücken. Um es vorweg zu sagen: auf unserer Reise durchfuhren wir rund 500 Tunnel und überquerten mehr als 1.000 Brücken. Am Abend erreichten wir wieder Ciancano Therme und fanden dort schnell ein passendes Quartier.

Unser letzter Tag war gekommen. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir Florenz. Schnell war ein Parkhaus gefunden und wir machten uns auf den Weg ins Zentrum der Altstadt. Als vor unserer Nase ein Linienbus hielt, fragte ich den Fahrer, ob er ins Zentrum fährt. Er fuhr, und so wurde unserer Bewohnerin der lange Weg zu Fuß erspart. Direkt vor dem Dom stiegen wir aus und schlenderten durch diese wunderbare Stadt, vorbei am alten Palast, der Staatsgalerie, vor der die berühmten Söhne der Stadt stehen. Darunter auch Michelangelo und Leonardo da Vinci. Natürlich durfte die Ponte veccia nicht fehlen, eine Brücke über den Arno, auf der sich auf beiden Seiten die Gold- und Schmuckgeschäfte reihen.

Nach drei Stunden Besichtigung hatten wir genug und fuhren über die Autostrada del Sol gen Norden. Im Gepäck einen Unmenge Erinnerungen und Eindrücke. Durch den St. Gotthardtunnel erreichten wir den Sustenpass. Von dort nahmen wir einen letzten Gruß mit nach Hause. Ein Bergbauer verkaufte uns zwei Sträuße Alpenrosen, die immer noch von einem unvergesslichen Abenteuer Zeugnis geben. Mit rotbesäumten Wolken des letzten Abendrots fuhren wir nach Basel.

Wie das Leben begann unsere Fahrt mit dem werdenden Licht und endete mit dem Abendrot der schwindenden Sonne. Dazwischen war das quirlige Leben. Nicht alle Wünsche konnten erfüllt werden. Wir sahen das blühende Leben und die trostlose Einöde. Menschen in Hetze, in Freude und in Leid. Die einen hielten ihre Hand auf, weil sie uns ein Ständchen gebracht hatten, die anderen hielten ihre Hand auf, weil sie Hunger hatten. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Reise in das Leben. Diesen Eindruck nimmt unsere Bewohnerin mit in die verbleibende Zeit.

© Johannes Paetzold

7 Kommentare

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Eine Schilderung, die mir sehr gefallen hat und Lust und Mut zum Reisen macht - und nicht beim wehmütigen Zurückschauen zu bleiben.
  • 13.07.2016, 06:55 Uhr
  • 0
Dann auf
  • 14.07.2016, 18:32 Uhr
  • 0
Leichter gesagt als getan - aber ich fange mal in der näheren Umgebund an, da gibt's offensichtlich auch viel zu entdecken. Danke für die Ermutigung!
  • 14.07.2016, 21:15 Uhr
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Sehr schöner Reisebericht, mich stört nur die Bezeichnung "unsere Bewohnerin".....
  • 01.07.2016, 21:55 Uhr
  • 0
Das kommt daher, dass es eine Heimbewohnerin war. Soll also zeigen, dass Menschen auch in Heimen noch was gelten!
  • 01.07.2016, 22:00 Uhr
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na das ist schon schön, geht aber nicht aus dem Text hervor
  • 01.07.2016, 22:01 Uhr
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Ich wollte das ja auch nicht überbetonen. Dem aufmerksamen Leser ist es ja nicht entgangen.
  • 01.07.2016, 22:28 Uhr
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