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SAFARI

SAFARI

17.07.2018, 16:07 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Meerkatzen sitzen im Flammenbaum, sie erzählen sich mit schrillem Geschrei von ihren Untaten des Tages und wer am lautetsten kreischt, war der größte Dieb beim Essenräubern... langsam nähert sich die Sonne dem Horizont und ihr Schein färbt alles rot. Zeit für den Sundowner , zwei Fingerbreit Gin und ein wenig mehr Bitter Lemmon, dazu ein Spritzer Angostura; ja der Sundowner hat hier genau so seine Tradition, wie der early morning tea. Du sitzt in deinem Lieblingssessel und hängst den Gedanken nach, während du dein Glas spielerisch drehst und das Eis leise klirrt im Glas - a penny for your thoughts, my dear -, die Sonne ist versunken, nur der Himmel ist noch rot gefächert von ihren letzten Strahlen und die kurze Zeit der Dämmerung ist angebrochen. die Meerkatzen sind still geworden, nur in der Ferme ruft kläglich ein Bushbaby, so als ob der kleine Kerl alles Leid der Welt zu trage hätte und dann sind nur noch die unermüdlichen Zikaden zu hören, aber das gehört zur geruhsamen Stille des Abends.
Eben geht Fatme nach Hause "kwaheri bwana na mama", ruft sie, "chakula ni jikoni... safari njema!"
Ja, wenn sie morgen zur Arbeit kommt, werden wir schon unterwegs sein, Safari heißt auch: ganz früh aufbrechen und die Kühle des Morgens nutzen. vollgetankt hab ich vorhin schon, Öl nachgesehen und den Reservereifen aufgepumpt. du wirst es nicht glauben, Elias hat doch wieder versucht, den Zähler nicht bei Null zu starten, dieses Schlitzohr, aber nach ein paar Litern hab ich ihm gesagt, daß er gefällgst sofort den Zähler auf Null stellen soll, weil ich sonst die Polizei rufe. Schlitzohr gegen Schlitzohr halt...
Morgen dürfen wir den Wasserkannister nicht vergessen, und den Kompass und das Fernglas auch nicht.
Was gibts Schöneres als gemeinsam auf Safari zu gehen, um die eigene ursprüngliche Existenz zu erfahren, nirgends sonst sind Geburt und Tod so eng mit einander verwoben wie hier, in den friedlichn Herden von Gnus Wasserbüffeln und Zebas, die auf der Suche nach neuem Gras die Krokodilflüsse durchqueren müssen und die Savanne durchstreifen, und die den ewig wandernden Wolken oben am Himmel über uns gleichen, die turmhohen Giraffen mit ihrem verächtlichen Blick nach unten, die rostrot einge­matschten Elefanten mit ihren angewachsenen Fächern, mit denen sie sich Kühlung zuwedeln. und wenn wir Glück haben, finden wir eine Löwenfamilie oder einen Cheetah auf der Jagd. dazu die flirrende Hitze, die wirbelnden Dustdevils und nicht zu vergessen die unterschwellige Gefahr, die dich nie ganz verläßt. sie macht dich wacher, lebendiger und aufmerksaner und du nimmst wahr, was dir sonst meist entgeht

Lass uns reingehen, es wird langsam dunkel und kühl... und dann packen wir die Zeitungen und die Karten zusammen und gehen ins Haus
Fatmes Curry war wieder mal köstlich und dann ruft das Bett, weil wir morgen früh aufbrechen wollen, und dann schlafen wir Teelöffelchen ein, heute noch ohne Hyänen­gelächter und Löwenbrüllen.
aber morgen!!

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1 Kommentar

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...sehr schön, zu lesen und das Foto, eine tierische Familienidylle
  • 23.07.2018, 12:23 Uhr
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