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Über den Hundeboulevard zum Jagdschloß

Über den Hundeboulevard zum Jagdschloß

29.11.2016, 19:33 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ein Herbstspaziergang durch den Berliner Grunewald

Berlin ohne Hunde, ist wie Hamburg ohne Hafen oder Bayern ohne Berge. In Berlin geht die Hundeliebe aber weiter. Im Grunewald, zwischen der Clayallee und dem Jagdschloss Grunewald gibt es einen Hunde-Boulevard, auf dem Hasso und Bello nach Herzenslust ohne Leine schnüffeln dürfen.

Doch wir wollen unseren Spaziergang durch den herbstlich bunten Grunewald bereits am U-Bahnhof Dahlem-Dorf im Bezirk Steglitz-Zehlendorf beginnen. Der Bahnhof selbst ist schon ein „Schmuckstück“ mit dem Prädikat, einst der „schönste U-Bahnhof Europas“ zu sein.

Wir verlassen den Bahnhof und biegen links auf die Königin-Luise-Straße. Nach der ersten Kreuzung sehen wir gegenüber die St. Annen-Kirche, eine Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert. Vorbei an pompösen Villen erreichen wir nach wenigen Metern das Arndt-Gymnasium auf der linken Seite. Es wurde 1908 vornehmlich als Landschulheim für den preußischen Adel genutzt.

An der Clayallee wird es ein wenig hektisch. „Fußfaule“ Autofahrer versuchen einen Parkplatz zu finden, damit endlich ihr ungeduldiger Vierbeiner an die frische Luft kommt. Wir nehmen den Weg neben der Parkplatzstraße und lassen uns von der Vielzahl der freilaufenden Hunde beeindrucken.
Am Châlet Suisse werfen wir einen Blick in den Biergarten, den wir uns für den nächsten Sommer vormerken und erreichen nach weiteren 15 Minuten das Jagdschloß Grunewald. Es ist der älteste noch erhaltene Schlossbau Berlins und steht ganz idyllisch am südöstlichen Ufer des Grunewaldsees.

Das Jagdschloss stammt aus den Jahren 1542/1543 und geht sehr wahrscheinlich auf Pläne des Baumeisters Caspar Theiss zurück. Auftraggeber war der brandenburgische Kurfürst Joachim II. Hector, der das Gebäude im Stil der Frührenaissance bauen ließ. Um 1800 übernahm auch das Schloss die verkürzte Bezeichnung Grunewald. Durch Umbauten in der Zeit von 1705 bis 1708 unter Friedrich I., dem ersten König in Preußen, erhielt das Gebäude Stilelemente des Barocks. Das Schloss diente den Hohenzollern noch bis 1918 als Jagdresidenz.
Heute wird das Schloß von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet und seit 1932 als Museum genutzt. Es beherbergt neben zahlreichen Gemälden von Lucas Cranach d. Ä. und seinem Sohn Werke der niederländischen und deutschen Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts sowie den einzigen Schlosssaal in Berlin aus der Zeit der Renaissance. Im Jagdzeugmagazin ist seit 1977 eine Sammlung von historischen Waffen und Geweihen zu besichtigen.
Nach einer kurzen Stärkung im Café geht es durch den hinteren Torbogen wieder in den Wald hinein. Vorbei am Reitclub Grunewald könnte man schon wieder eine Rast einlegen. Das traditionsreiche Forsthaus Paulsborn im prächtigen Neorenaissance-Gebäude mit gastlichen Schankräumen und einem weitläufigen Biergarten lädt zum Verweilen ein. Kaiser Wilhelm I. war hier Stammgast und in der jüngeren Zeit gab David Bowie hier ein Privat-Konzert. Wir nehmen aber den Weg hinter dem Parkplatz und überqueren den Hüttenweg. Auf verschlungenen Waldwegen erreichen wir bald die Onkel-Tom-Straße. Unser Ziel ist nach wenigen hundert Meter die U-Bahnstation „Onkel-Toms-Hütte“, dem Ende unserer Tour über insgesamt 6 Kilometer. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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