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Schützen Sie Ihre Privatsphäre im Internet!

Christine Kammerer
18.07.2013, 17:34 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Würden Sie einem Wildfremden auf der Straße intime persönliche Daten anvertrauen, die Ihre Familie, Ihre Lebensgewohnheiten im Alltag, politische Interessen, Hobbies und sonstige Vorlieben betreffen? Vermutlich nicht. Dennoch gehen sehr viele Menschen mit privaten Informationen im Internet erstaunlich freizügig um.

Mal ganz ehrlich – wer von uns war wirklich erstaunt über die NSA-Affäre? Überrascht es uns wirklich, dass die Geheimdienste dieser Welt ihrer Aufgabe nachgehen, nämlich Daten zu sammeln und zwar überall dort, wo sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet? Und dass die Aktivitäten von Geheimdiensten für gewöhnlich auch geheim bleiben?

Die Snowden-Affäre machte lediglich öffentlich, was wir ohnehin wissen. Man kann ihr vielleicht dennoch einen positiven Effekt abgewinnen: Unser Bewusstsein für die Sensibilität jener Daten, die wir Tag für Tag freiwillig preisgeben, wurde dadurch definitiv geschärft. Ein Anlass mehr, sich noch einmal selbst kritisch zu hinterfragen, mit welchen Informationen wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren wollen.

Würden Sie zum Beispiel einem Wildfremden auf der Straße intime persönliche Daten anvertrauen, die Ihre Familie, Ihre Lebensgewohnheiten im Alltag, politische Interessen, Hobbies und sonstige Vorlieben betreffen? Vermutlich nicht. Dennoch gehen sehr viele Menschen mit höchst privaten Informationen im Internet erstaunlich freizügig um und offenbaren sorglos intime Details in Foren, Chatrooms und sozialen Netzwerken. Warum? Es fühlt sich so privat an, ist aber dennoch öffentlich.

Sensibler Umgang mit persönlichen Informationen

Auch bei seriösen Anbietern wie seniorbook, das die deutschen Datenschutzrechts-Bestimmungen sehr ernst nimmt, sollten von privaten Anwendern einige Regeln beachtet werden, um die eigene Daten-Sicherheit zu gewährleisten.

Das Profil dient der Selbstdarstellung und der hohe soziale Druck einer Gemeinschaft verleitet dazu, sehr viel Persönliches von sich preiszugeben. Das trügerische Gefühl von Vertrautheit unter digitalen „Freunden“ führt nicht selten zu unangemessenen oder sogar selbstschädigenden Enthüllungen. Doch die vermeintliche Nähe ist trügerisch und vor allem gefährlich. Wer sich allzu weit aus dem Fenster lehnt, provoziert unter anderem unerwünschte Kontaktaufnahme und riskiert, dass seine Daten von Dritten ausgelesen und für Werbezwecke verwendet werden.

Das Profil, die Beiträge und Kommentare enthalten Bilder, Vorlieben, Aktivitäten, die vielleicht alleine für sich wenige Rückschlüsse auf eine Person zulassen, aber insgesamt gesehen und über einen längeren Zeitraum die Erstellung sehr präziser Dossiers ermöglichen. Dank modernster Technik suchen kleine Computerprogramme im Netz automatisch und gezielt - zum Beispiel mit Unterstützung von Bild- und Gesichtserkennung - nach relevanten Informationen und generieren Profile, die durch jeden weiteren Eintrag zur Person vervollständigt werden. Hinterlassen Sie deshalb wirklich nur solche Informationen, die Sie auch einem Wildfremden auf der Straße mitteilen würden. Bedenken Sie dabei auch, dass Ihre Internet-Gewohnheiten Rückschlüsse darauf zu lassen können, wann Ihre Wohnung zum Beispiel Urlaubsbedingt leer steht.

Deswegen ist es wichtig, sich vorab Gedanken darüber zu machen, wer von Ihren Kontakten auf welche Informationen Zugriff haben soll und die Privatsphäre-Einstellungen entsprechend einzurichten. Bedenken Sie auch: Jede Information, die Sie über sich verbreiten, bleibt für immer gespeichert. Auch wenn Sie bestimmte Daten später löschen (siehe unten), kursieren Kopien davon längst bei den Suchmaschinen.

Zugangsdaten
Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Nur ein möglichst sicheres Passwort schützt Ihren ganz persönlichen Zugang. Es sollte immer aus Ziffern und Buchstaben bestehen, mindestens sechs Zeichen haben und auf keinen Fall Eigennamen oder Geburtsdatum enthalten, da dies zu Identitätsdiebstahl führen kann. Es versteht sich beinahe von selbst, dass die Zugangsdaten zu persönlichen Konten niemals preisgegeben werden sollten. Auch Daten wie Anschrift, Geburtstag, E-Mail-Adresse und Bankdaten sollten ausschließlich dann herausgegeben werden, wenn ein wirklich triftiger Grund dafür vorliegt wie zum Beispiel eine Bestellung in einem Online-Shop Ihres Vertrauens.

Wenn Sie ein Pseudonym verwenden, sollte dies keinesfalls der Klar- oder Künstler-Name einer anderen Person sein, denn auch das ist Identitätsdiebstahl und somit ein Strafrechtstatbestand.

Bilder und Daten Dritter
Kaum jemand ist sich darüber im Klaren, dass digitale Bilder automatisch zahlreiche Informationen mitliefern wie zum Beispiel den Namen des Fotografen, die Uhrzeit der Aufnahme u. v. m. Diese sind von jedem Internet-Nutzer mit nur zwei kleinen Mausklicks abrufbar (Rechtsklick auf Bild -> Grafik-Info). Diese so genannten Metadaten sollten vor Veröffentlichung mit Hilfe von Bildbearbeitungs-Programmen wie XnView gelöscht werden. Seniorbook entfernt diese zusätzlichen Bild-Informationen übrigens standardmäßig, so dass Sie auch hier keine Bedenken haben müssen.

Wann auch immer Daten anderer Personen veröffentlicht werden, sollten diese in jedem Fall ihr Einverständnis dazu geben. Dies gilt natürlich auch für eigene Fotos, auf denen andere Personen abgebildet sind. Das Einstellen ohne deren ausdrückliche Genehmigung ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Unerwünschte Inhalte
Sollten Sie im Internet auf unerwünschte Informationen zur eigenen Person stoßen, wenden Sie sich zunächst per Email an den Betreiber der Seite und bitten Sie unter Angabe einer Frist um die Entfernung der Inhalte. Diese Email sollte im Beisein eines Zeugen abgesendet und zu Dokumentationszwecken mit Datum ausgedruckt werden. Reagiert der Site-Betreiber nicht, können Sie sich z. B. an internetvictims.de wenden und finden dort aktive Unterstützung. Es genügt jedoch wie schon gesagt nicht, die Inhalte von der Seite entfernen zu lassen, da Suchmaschinen wie Google Kopien der Seite speichern.

Inhalte aus den Google-Suchergebnissen entfernen

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9 Kommentare

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Dass ein weltumspannendes, Freund und Feind verbindendes elektronisches Informationsnetz Ziel von Überwachungs- und Steuerungseingriffen unterschiedlichster Art ist, müsste doch jedem denkenden Menschen schon seit Langem klar sein.
Jetzt wird uns vor Augen geführt, dass auch demokratisch regierte Staaten nicht nur fremde Völker, sondern auch die eigenen Bürger sowie alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Einrichtungen überwachen lassen.
Es handelt sich hier auch nicht um Spionage, sondern um die totale Überwachung jedes Einzelnen, die vollständige Kontrolle der Gesellschaft!
Es steht auch nicht jeder unter Verdacht, wie verschiedentlich gemeldet. Denn ein Verdacht ist gerichtet, die totale Kontrolle ist es nicht.
Und nachdem nun bekannt geworden ist, dass in USA auch bei der herkömmlichen Briefpost Absender- und Empfängeranschriften gescannt und gespeichert werden, kann man auch bei Briefen nicht mehr von 'privatem' Schriftverkehr ausgehen.
SCHLIMMER GEHT'S NIMMER!!!
  • 25.07.2013, 23:19 Uhr
  • 1
Christine Kammerer
Tja, ist leider so. George Orwells Visionen waren Kindergarten gegen das, was diese kranken Gehirne im Namen der Sicherheit heute mit uns veranstalten. Und was können wir dagegen tun? Der offene Brief der Schriftsteller http://www.faz.net/aktuell/feuilleto...304732.html fordert "Aufklärung". Aber nachdem Geheimdienste ihre Karten selten offen legen, können wir darauf wohl lange warten...
  • 26.07.2013, 11:43 Uhr
  • 0
Das ist noch nicht alles. Es gibt inzwischen schon Fluggesellschaften, die den gesamten E-Mail-, SMS-, Facebook-, Twitter- und sonstigen Datenverkehr ihrer Passagiere schon im Voraus ausforschen und durch ganze Teams auswerten lassen. Die Leute werden dann schon beim Einsteigen mit Ihrem Namen begrüßt!
  • 10.05.2014, 16:09 Uhr
  • 0
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Als ich das letzte mal zusammen mit Osama Bin Laden Geburtstag feierte, wir beide sind ja am 30. Februar auf den Tag genau gleich alt, hatten über unserem Festzelt in Kabul fleißig amerikanische Drohnen gedröhnt, so dass wir uns gegenseitig auf die Schenkel schlugen, derbe Witze über Bush 1, 2, 3, 4 und 5 reißend und mit faulen Eiern auf die zugedröhnten Drohnen zielten. Der Rest ist ja einigermaßen bekannt, zumindest glauben die Leute zu wissen, was sie aus den Medien hören, entrüsten sich über die dreiste Datensammlerei, während mein Freund Osama bei mir im Keller sitzt und auf seine täglichen Fütterungen wartet. Kunststück! Er kriegt ja nur vom Allerfeinsten, seit er mir seine Terrormillionen überschrieben hat. Aber pssst ...
  • 18.07.2013, 22:44 Uhr
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Christine Kammerer
Ich habe da so meine Zweifel, ob NSA & Co. Spaß verstehen, könnte gut sein, dass du bald Besuch à la Brazil http://de.wikipedia.org/wiki/Brazil bekommst - oder waren Sie schon da?
  • 19.07.2013, 11:04 Uhr
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Danke für diesen informativen Beitrag. Irgendwelche Instanzen möchten gern -den gläsernen Menschen - das muss verhindert werden...
  • 18.07.2013, 15:46 Uhr
  • 0
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Danke
  • 18.07.2013, 12:59 Uhr
  • 0
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Sehr interessant! Danke für diesen nützlichen Beitrag.
  • 18.07.2013, 11:52 Uhr
  • 0
Schnüffler lesen mit, war schon immer so oder nicht?
  • 18.07.2013, 17:39 Uhr
  • 0
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