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Ping-Pong per Fingerwisch - macht uns das Internet zu sozialen Idioten?

Ping-Pong per Fingerwisch - macht uns das Internet zu sozialen Idioten?

Christine Kammerer
22.06.2014, 15:16 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Statistisch gesehen investieren wir inzwischen mehr Zeit in virtuelle Kontakte als in reale soziale Beziehungen. Gleichzeitig leiden viele Menschen an Vereinsamung und klagen über eine Verrohung der Gesellschaft. Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen unseren Kommunikationsgewohnheiten und dem Abnehmen der sozialen Kompetenzen?

Verbale Inkontinenz
Wir sind praktisch rund um die Uhr online. Der Griff zum Handy ist fast schon ein Reflex. Allerorten trifft man auf rundum verkabelte Smartphone-Junkies, die sich mit Stöpseln im Ohr von ihrer Umwelt abschotten und fortwährend vor sich hin quasseln. Und dabei ungeniert alle zufällig anwesenden Mitmenschen an ihrem Mitteilungsbedürfnis teilhaben lassen – ob diese nun wollen, oder nicht.

Hypnotisiert von der Technik
Wenn sie gerade mal nicht ins Gespräch vertieft sind oder hektisch auf dem Touchscreen herumtippen, starren sie wie hypnotisiert auf ihr Display, als würde ihr Leben von der nächsten Kurzmitteilung abhängen. Das, was viele dabei allerdings verpassen, ist das wirkliche Leben und die Chance auf nette Begegnungen mit echten Menschen.

Ping-Pong per Fingerwisch
Nachrichten werden nur noch quer gelesen, Antworten eben mal flüchtig zwischen Tür und Angel hingeworfen. Auf guten Stil oder korrekte Rechtschreibung achtet dabei kaum noch jemand und natürlich gehen die Botschaften selten in die Tiefe. Missverständnisse und Irritationen sind praktisch vorprogrammiert. Doch man bemüht sich gar nicht erst um Verständigung. Bei Konflikten wird der Kontakt per Fingerwisch weggeklickt oder gleich ganz im virtuellen Mülleimer entsorgt. Gefühle kann man per SMS ohnehin nicht mitteilen.

Verkümmert die soziale Kompetenz?
Menschen haben naturgemäß das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit, doch viele verwechseln den persönlichen Austausch im Internet mit Intimität. Das Knüpfen von Kontakten ist erfreulich unkompliziert und verleitet mitunter dazu, komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen einfach durch pflegeleichte Online-Kontakte zu ersetzen. Auch Schüchternheit ist im Netz kein Handicap, doch der Mangel an echten Freunden und die Einsamkeit werden durch exzessive virtuelle Kommunikation nicht kleiner sondern oft sogar noch größer.

Soziale Fähigkeiten sind nicht gottgegeben. Man muss sie auch trainieren – im wirklichen Leben. Das Internet ist eben auch nur ein wunderbares Werkzeug und nicht die Lösung aller Probleme…

17 Kommentare

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HANDY

Fass' Dich kurz" war propagiert,
als man einst telefoniert,
und dass der Diskretion es diene,
gab's eine Telefonkabine.

So musste man sich stets beeilen,
nur Wichtiges sich mitzuteilen,
zuviel Geschwätz - nicht immer klug -
sich in den Kosten niederschlug.

Die Kosten sind zwar heut' gebändigt,
weil man per Flatrate sich verständigt,
doch die Kommunikationsvollendung,
führt zu enormer Zeitverschwendung.

Man teilt sich mit so Dies und Das,
vor allem Frauen macht das Spaß,
Allgemeines und Vertrautes,
vor allem aber viel zu Lautes!

Es wird geschwätzt auf Schritt und Tritt,
und die Passanten hören mit,
auch was, wenn man's persönlich nimmt,
nicht für die Umwelt ist bestimmt.

Drum wär' es schön, 'nen Weg zu finden,
um diesen Trend zu unterbinden,
und Handy-User zu bewegen,
diskreter den Kontakt zu pflegen.

So woll'n wir diese Leute bitten,
doch zu ändern ihre Sitten:
Denkt doch, wenn Ihr telefoniert,
dass and're das nicht interessiert,

und dass nicht jeder denkt "wie prächtig",
  • 23.06.2014, 22:05 Uhr
Fortsetzung, da der Platz nicht reichte:

und dass nicht jeder denkt "wie prächtig",
weil Ihr des Redens seid so mächtig,
stattdessen wohl die Meisten denken:
Das Quasseln solltet Ihr beschränken!

Udo Seibold, Februar 2011
  • 23.06.2014, 22:06 Uhr
Christine Kammerer
Das Quasseln macht offenbar nicht nur Frauen Spaß
  • 24.06.2014, 14:36 Uhr
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..."doch der Mangel an echten Freunden und die Einsamkeit werden durch exzessive virtuelle Kommunikation nicht kleiner sondern oft sogar noch größer. "...

Nein, das kann ich so nicht bestätigen...im Gegenteil...habe viele Menschen real durch Gruppentreffen kennengelernt und private Kontakte geknüpft...aber man sollte trotzdem überlegen, was man im Internet öffentlich macht und was nicht.
  • 23.06.2014, 10:23 Uhr
Christine Kammerer
Ja, da kommt es dann wohl sehr auf jeden ganz persönlich an - Menschen, die sowieso offen und kontaktfreudig sind, nutzen das Internet eben als Werkzeug, um andere "wirklich" kennen zu lernen, bei eher ängstlichen Personen führt es aber wohl dazu, dass sie es einfacher finden, ihre Kontakte nur virtuell zu pflegen...
  • 23.06.2014, 13:28 Uhr
...und ganz ängstliche bzw. einsame Menschen nutzen gar nichts...weder das Internet noch irgendwelche Vereine o. ä. gaut´s Nächdle
  • 26.06.2014, 22:50 Uhr
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Das ist eine Nachdenkens werte Frage. Ich sehe auch die jungen Leute allenthalben auf ihren Smartphones rumdaddeln. Ich selber bin aber eher froh drüber, dass es das Internet gibt. Es ist schon hilfreich.
  • 23.06.2014, 10:17 Uhr
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"Man" "Wir" "Alle"
Einerseits legen fast alle Menschen gaaaanz großen Wert auf ihr individuelles Sein, auf ihre unverwechselbare Persönlichkeit - anderseits scheinen sie gerade süchtig zu sein nach diesem "Wir" ob im Fußball, in der Politik, im Konsum und der Mode, in der Kommunikation.
Da wundert man sich doch
  • 23.06.2014, 10:12 Uhr
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Man sollte einfach das Internet und das reale Leben trennen können..
  • 23.06.2014, 10:05 Uhr
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Früher beruflich jetzt jetzt zum Vergnügen,schon 30 Jahre bin ich im
Internet,das kann sein manche bezeichnen mich als Verrückt,ich fühle
mich nicht so.
  • 23.06.2014, 09:58 Uhr
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Leider ist es so.Überall wo man sicht wird getippt und mit Handy,Smartfon/wie die alle solche Dinge heissen/gespielt.Bei jungen Leuten ist ganz schlimm.
Bin schon älter und komme grade mit Laptop klarHandy habe ich nur für Notffäle.Ich verbrienge einige Zeit am Laptop,aber nehme mir auch viel Zeit für meine Familie und Freunde.Die Menschen die sich zu viel Online sind merkrn nicht was ihnen entgeht
  • 23.06.2014, 09:53 Uhr
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Einfache Antwort: NÖ!
  • 23.06.2014, 09:30 Uhr
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na, bestimmt nicht jeden, aber viele -wenn nicht sogar sehr viele ...

...in der anonymität und der entfernung besteht die gefahr gelernte regeln und werte zu vergessen (oft zu "bewundern") ... dadurch verliert man ganz schleichend,ohne es wahrzunehmen ein gewisses maß an toleranz und empathie, was sich durchaus im umgang mit den mitmenschen in der realität bemerkbar macht ...
...ich nehme mich ausdrücklich nicht davon aus, bemühe mich aber durch viele kontakte dass auszugleichen und dem entgegen zu wirken...
  • 23.06.2014, 09:17 Uhr
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Ja und nein.

Es liegt doch an jedem selbst, was er macht und wie er mit Dingen umgeht.
  • 23.06.2014, 09:17 Uhr
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