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Über die Wissenschaften

26.03.2017, 21:09 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Über die Beschränktheit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse

Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, so nützlich und unverzichtbar sie auch für das praktische Leben sind, beschränken sich immer auf das Reich der Erscheinungen oder – nach meinem Sprachgebrauch in Meiner Philosophie – auf das Reich der Erlebnisse. Selbst in diesem Bereich sind sie mit Vorsicht zu genießen und darüber hinaus können sie kein weiteres Wissen vermitteln. Philosophisches Erkenntnisstreben können sie nicht ersetzen.

Das hat besonders folgende Gründe:

Die Naturwissenschaft kann nicht beweisen, dass das, was wir wahrnehmen oder denken, auch mit dem übereinstimmt, was unabhängig vom wahrnehmenden und denkenden Menschen existiert.

Die Naturwissenschaft kann nicht erklären, warum es überhaupt etwas gibt.

Die Naturwissenschaft kann nicht erklären, was sich bewegt, nachdem sich die Materie in Bewegung aufgelöst hat. (Vorausgesetzt dieser Aspekt der Relativitätstheorie stimmt überhaupt.)

Die Naturwissenschaft kann nicht erklären, warum es überhaupt einen Urknall gegeben hat. (Vorausgesetzt natürlich, dass es ihn überhaupt gegeben hat.)

Die Naturwissenschaft mag zwar plausible Argumente dafür haben, warum durch den Evolutionsdruck immer komplexere Materiestrukturen entstanden – obwohl man schon hier Zweifel haben kann, siehe Henry Berson – was sie aber nicht erklären kann, sind folgende Voraussetzungen für Evolution: 1. Warum hat die Materie überhaupt die Fähigkeit, sich mit anderer Materie zu verbinden? 2. Warum hat die Materie überhaupt das Bestreben, stabilere, längerlebige Strukturen zu bilden?
Blais Pascal über das Wissen
Die Gewißheit des Wissens ist noch längst nicht Gesichertheit des Daseins. Pascal hat in seinem Forscherleben erfahren, daß man ZWAR durch klares und deutliches Denken gedankliche Gewißheit, auf KEINEN Fall aber existenzielle Gesichertheit erzielen kann. Die schmerzlichen Erfahrungen seines eigenen ebens führten Pascal zu der Erkenntnis, daß die Ungewißheit nicht einfach aus dem denken, sondern aus dem Glauben kommen kann.

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11 Kommentare

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"Ich glaube zu wissen, weiß aber NICHTS, ich weiß zwar auch nichts, glaube aber nichts zu wissen." Sokrates
Der menschlichen Erkenntnis sind Grenzen gesetzt, aber wir wissen NICHT wo diese liegen." Konrad Lorenz
"Gott hat den Intelligenz des Menschen Grenzen gesetzt, der Dumheit aber nicht!" E. Hubbard
"Alle Menschen, die nicht wissen, wo sie nach der Wahrheit suchen sollen, äußern flachen Bruinnen ihres eigenen Denkens, werden dort
weiter NICHTS finden als ihr eigenes spiegelbild und glauben, es sei das, wonach sie suchen!" J. Russel Lowell
Ich MUSSTE also das Wissen aufheben, um für den Glauben Platz zu bekommen." Imanuel Kant
"Unser Wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean." Isaak Newton
  • 12.05.2017, 21:44 Uhr
  • 0
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Wissenschaft ist jene Geistesleistung, die Wissen schafft ...

Jemand sagte mal (Quelle leider vergessen):
"Wissenschaft fliegt dich zum Mond und zurueck,
Religion fliegt dich in Gebaeude ..."
  • 11.05.2017, 15:03 Uhr
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Klar, worauf Gloger hinaus will - die Fantasie kann dagegen alles erklären, bzw. hat für alles irgendeine Erklärung.

Aber können wir überhaupt wissen, ob es uns tatsächlich gibt, oder ob unser eigenes Weltbild nicht ein Computerprogramm ist, das gerade abläuft und in das unser Bewusstsein aus irgendeinem Grund abgetaucht ist?

Die Naturwissenschaften haben schon einiges erklärt, was unstrittig ist. Ich werfe als Beispiel mal in den Raum, dass zwei Idioten plus zwei Idioten zusammen vier Idioten sind und folglich potenziell noch mehr Unsinn verzapfen, als es einer alleine kann! Und es ist nicht schwer, Idioten zu finden, ich weiß z.b., an welchen Orten die sich gelegentlich in Gruppen treffen! Und das Fußballstadion ist nur einer davon!
  • 28.03.2017, 23:33 Uhr
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Hier würde ich zunächst einmal um die Quellenangabe bitten. Wer hat den Text verfasst?

Die aufgeworfenen Fragen sind in der Tat nicht methodisch (naturwissenschaftlich) beantwortbar. Diesen Anspruch hatten die Naturwissenschaften in diesem Kontext allerdings auch nie. Sie haben sich selbst beschränkt auf das Beobachten, Wiegen, Messen, etc. Alles Andere haben sie nicht ausgeschlossen, sie haben sich nur dafür als nicht zuständig erklärt.

Diese "Ursprungsfragen" lassen sich auch nicht von Philosophie oder Religionen --konkret-- beantworten. Sie bieten bestenfalls vermutete Hinweise, die sich zwar nicht widerlegen lassen, aber ebenso wenig beweisbar sind ...
  • 27.03.2017, 07:35 Uhr
  • 2
Peter, damit geben 'die Wissenschaften' zu, dass sie nur einen winzigen Ausschnitt von LEBEN beobachten, messen und wiegen können.
Der große und sehr wichtige Bereich der GEFÜHLE bleibt außen vor. Wie kann man Freude messen oder Liebe?
Man kann sie erfahren.

Deshalb bilden Erfahrungen eben auch die Basis von Wissenschaft. Selbst die Medizin kommt ohne Erfahrungen (Tierversuche etc.) nicht aus.

Interessant fand ich den Wechsel der Einstellung während meines Studiums (Philologie).
Bei einer Gedichtinterpretation durfte man sich nur der 'werkimmanenten' Methode bedienen, d.h. nur das Gedicht selbst - nicht die Person des Dichters ! - durfte untersucht werden.

Ein Jahr später änderte sich das schlagartig. Plötzlich war die Biographie des Verfassers , der Zeitgeist etcetc, ein ganzes Bündel von Faktoren, wichtig.

Damit bestätigten die Geisteswissenschaften, dass eine Reduktion auf die messbare Materie unzureichend ist.

Die Psychologie, die jüngste, die es an die Universität schaffte, kennt dieses Dilemma. Um anerkannt zu werden, beschränkte sie sich mehr oder weniger auf Beobachtung des Verhaltens des Menschen.
Sie wurde zu einer Verhaltenswissenschaft.

Die Transpersonale Psychologie (Univ. Oldenburg) ist ein Versuch, die Seele wieder als Gegenstand einzuführen.
  • 27.03.2017, 10:16 Uhr
  • 0
Edith,
das brauchen die Wissenschaften gar nicht zuzugeben, sie haben es ja nie bestritten (im kulturhistorischen Kontext).

Es bedeutet nur, dass mit der beschriebenen Methodik nicht alle Welteigenschaften in toto erklärt werden können, nicht, dass es Anderes nicht gibt.
Die Aussage beinhaltet aber nicht, vermutete immaterielle Welteigenschaften irrational begründen zu können! Denken darf man das sicher - die Gedanken sind frei - zu einer Beweisführung taugt es nicht!
(n. b.: Erfahrungen sind subjektiv, nicht objektiv allgemeingültig!)
  • 27.03.2017, 12:49 Uhr
  • 0
Zu Deinem letzten Satz: wenn ein neues Medikament anerkannt werden soll, wird seine Wirkung mithilfe von Tierversuchen getestet.
Nach wievielen Versuchen werden diese s u b j e k t i v e n Ergebnisse als o b j e k i v e Ergebnisse anerkannt?

Es gibt bereits über 4 MIllionen NTE in Deutschland, die in erstaunlich vielen Details übereinstimmen.
Auf der Welt sind es ....... MIllionen.
Ab wann werden sie von den so klugen Naturwissenschaftlern anerkannt???

Subjektive und objektive Verhältnisse gehen ineinander über - ein objektioves Teilchen geht durch subjektive Beobachtung in eine Welle über. Ist diese Welle nun subjektiv oder objektiv?
War das nun eine subjektive oder eine objektive Beobachtung Heisenbergs?
  • 27.03.2017, 13:27 Uhr
  • 0
Eine NTE mache ich --subjektiv-- bei jedem Schnupfen. Ist sie deshalb objektiv auf alle Schnupfenleidenden anzuwenden?

Ich erwarte dafür übrigens keine naturwissenschaftliche Anerkennung, hehehe

Dem Welle-Teilchen-Dualismus liegt eine statistische Bewertung zu Grunde. Da es sich bei der Beobachtungsmenge um eine unvorstellbar große Anzahl "Objekte" handelt, ist auch deren "subjektive Zustandsverteilung" nicht im Einzelnen bestimmbar, wohl aber der Zustand der Menge! (Stichwort: Gaußsche Verteilungskurve ...).
Das hat auch Werner Heisenberg so beschrieben mit seiner anerkannten "Unschärferelation".
https://de.wikipedia.org/wiki/Heisen...rferelation
  • 27.03.2017, 19:43 Uhr
  • 0
„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.“
―Francis Picabia
  • 13.05.2017, 23:09 Uhr
  • 2
„Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.“
―Curt Goetz
  • 13.05.2017, 23:10 Uhr
  • 2
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
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