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Altersblindheit: Das bringt eine Spritze ins Auge wirklich

Altersblindheit: Das bringt eine Spritze ins Auge wirklich

News Team
03.11.2016, 19:21 Uhr
Beitrag von News Team

Über 2,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an der „Altersbedingten Makuladegeneration“ (AMD). Die Erkrankung kann bei Menschen ab 50 Jahren einsetzen und zu schweren Einbußen des Sehvermögens führen. Die Erkrankung zerstört im schweren Verlauf Sehzellen der Netzhaut, so dass AMD-Patienten kaum noch lesen oder Autofahren können und nach rechtlicher Norm blind sind. Dennoch ist die gefährliche Netzhauterkrankung vielen Menschen nicht bekannt.

Neben dem Alter selbst gehört ein überschießendes Immunsystem zu den Hauptrisikofaktoren für diese Erkrankung. Größter Risikofaktor ist jedoch das Rauchen. Tabak steigert die Erkrankungsgefahr Studien zufolge um das Dreifache. Bisher gibt es neben der am Auge angewendeten Injektionstherapie zur Rückbildung von schädlichen Blutgefäßen kein wirksames Konzept zur Abschwächung von chronischen Immunreaktionen.

Die altersbedingte Makula-Degeneration tritt schleichend, schmerzlos und in zwei Formen auf. Die trockene Form entwickelt sich langsam. "Die feuchte Makuladegeneration ist aggressiver und kann unbehandelt schnell zum Verlust der Lesefähigkeit führen", erklärt Universitäts-Dozent Dr. med. Tony Walkow von der Centro Klinik Oberhausen. Die altersbedingte Makuladegeneration ist durch krankhaftes Gefäßwachstum gekennzeichnet. Das Wachstum dieser Gefäße kann mittels sogenannter VEGF-Hemmer gestoppt werden. Betroffene berichten über verzerrtes Sehen, gebogene Linien oder über zentrale dunkle Flecken.

Vollständige Heilung selten möglich


Bei der altersbedingten Makuladegeneration stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Ziel der Therapie ist die Hemmung der Gefäßneubildung. Bei der feuchten Form der Makuladegeneration haben sich Medikamente mit gefäßwachstumshemmenden Substanzen, VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)-Hemmer, bewährt. Die feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration lässt sich durch lokale Augeninjektionen eindämmen, die das Fortschreiten der AMD verzögern oder sogar aufhalten.

Laut einem Bericht der "Welt" spritzt der Mediziner bei der Therapie dem Patienten den Antikörper in den Augapfel, zunächst in vierwöchigen Abständen. Das Problem: die hohen Kosten. Das Medikament Lucentis (Wirkstoff: Ranibizumab) kostet pro Injektion 1200 Euro, gleiches gilt für das 2012 zugelassene Präparat Eylea (Wirkstoff: Aflibercept). Das Krebsmittel Avastin kostet nur 60 Euro und zeigt ähnlich hohe Erfolge.

Das Gefäßwachstum kann durch die dabei verwendeten Medikamente gehemmt werden. Eine völlige Heilung der Makuladegeneration ist selten möglich, jedoch können die Auswirkungen der AMD gelindert und der Krankheitsverlauf gestoppt werden. Neueste Studien zeigen, dass der vierwöchige Turnus sukzessive auf bis zu drei Monate ausgedehnt werden könne - bei gleichbleibendem Erfolg.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei einem Facharzt für Augenheilkunde lassen frühzeitig eine altersbedingte Makuladegeneration erkennen und erhöhen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. "Bei verzerrtem Lesen oder plötzlich krumm erscheinenden Linien sollte unverzüglich der Augenarzt aufgesucht werden" empfiehlt Univ.-Doz. Dr. Walkow. Zur Diagnose bestehender Netzhauterkrankungen sind heutzutage innovative Technologien und Verfahren, wie die hochauflösende optische Kohärenz-Tomographie, (z.B. Zeiss HD-OCT, Heidelberg Engineering, HRA) und digitale Fluoreszenzangiografien Grundlagen für die Früherkennung. Da die Voruntersuchungen bei Netzhauterkrankungen zeitaufwendig sind, hat die Centro Klinik spezielle Netzhautsprechstunden für Patienten mit Makuladegeneration eingerichtet.

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