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Die Elektrik im Haus: Was darf ich als Laie selbst-und was nicht

Die Elektrik im Haus: Was darf ich als Laie selbst-und was nicht

27.01.2017, 15:01 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wer in der Lage ist, handwerkliche Arbeiten selbst zu erledigen, kann Geld sparen. Doch darf ein Laie auch an der Elektrik arbeiten und eine Deckenlampe anschließen?

Sicherheit geht vor!

Die Elektroinstallation im Haus muss von einem Fachmann ausgeführt werden. Wer an den Stromnetzen arbeitet, sollte wissen, was er tut. Ansonsten besteht bei einer unsachgemäßen Ausführung der Arbeiten die Gefahr, dass Du einen tödlichen Stromschlag abbekommen könntest. Dennoch gibt es einige Dinge, die auch ein Laie erledigen kann. Bei allem, was du als Heimwerker ohne eine Elektrikerausbildung in Angriff nimmst, gilt: Schalte den Stromkreis vor Arbeitsbeginn zuerst spannungsfrei. Kontrolliere mit einem geeigneten Messgerät, ob tatsächlich keine Spannung mehr anliegt. Die Sicherheit bei Arbeiten an der Elektrik geht schließlich immer vor.

Im Zweifelsfall solltest du stets einen Elektriker bestellen. Laienhafte Experimente an der Elektroinstallation können tragische Folgen nach sich ziehen. Nicht nur von der Hausinstallation sollten sich Nichtfachleute fernhalten. Auch bei der Reparatur von elektrischen Haushaltsgeräten oder Werkzeugen kann aus Unkenntnis großer Schaden angerichtet werden. Vielfach werden daher heute elektrische Geräte mit Funktionsstörungen einfach im Müll entsorgt, weil die Reparaturen in einer Fachfirma zu teuer sind. Doch wenn sich die Reparatur lohnt, sollte sie unbedingt einem entsprechend ausgebildeten Fachmann überlassen werden.

Sicherheitsregeln bei der Reparatur von elektrischen Anlagen gelten auch für Fachleute

Generell müssen vor Arbeitsbeginn an elektrischen Anlagen folgende Punkte beachtet werden:

Das Trennen der elektrischen Anlage von spannungsführenden Leitungen durch Ausschalten des Gerätes, das Ziehen von Steckern und das Abschalten von Sicherungen
Kontrolle der Spannungsfreiheit durch geeignete Messgeräte
Sicherung der elektrischen Anlage oder des Gerätes gegen das versehentliche Wiedereinschalten durch Dritte
Abdecken der benachbarten, unter Spannung stehenden Bauteile und Leitungen
Schnelle Abschaltung des Stromkreises bei Fehlerströmen – Sicherungen und FI-Schalter

In Deutschland werden in den Haushaltsnetzen die elektrischen Geräte mit 230 Volt Wechselstrom betrieben. Der Strom fließt von der Phase zum Nullleiter. In den deutschen Elektroinstallationen muss zusätzlich ein Schutzleiter verlegt werden. Dieser Schutzleiter hat Kontakt zu Strom leitenden Teilen von elektrischen Geräten. Der Schutzleiter sorgt dafür, dass es bei einem elektrischen Gerätedefekt zu einem Kurzschluss kommt. Durch den Kurzschluss wird die für den Stromkreis zugehörige Sicherung abgeschaltet.

Die Sicherungsabschaltung kann allerdings zu langsam eintreten. Deshalb wird der zusätzliche Einbau eines FI-Schalters empfohlen. Bei Neuinstallationen ist es mittlerweile vorgeschrieben, FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) in die Hausinstallation zu integrieren, um schneller einen Schutz vor Stromschlägen zu haben. Der FI-Schalter reagiert bereits bei sehr geringen Fehlerströmen. Er unterbricht den Stromkreis blitzschnell, es fließt nun kein Strom mehr in der Leitung und die Unfallgefahr ist gebannt. Pro Stockwerk im Haus sollte mindestens ein FI-Schalter eingebaut werden.

Pfusch bei elektrischen Installationen kann gefährlich und teuer werden

Elektriker warnen davor, dass Laien an der Hauselektrik etwas verändern. Sie sind wie der Gesetzgeber auch der Meinung, dass ohne eine entsprechende Fachausbildung die Gefahr, die von elektrischen Anlagen ausgehe, viel zu groß sei. Heimwerker könnten oft nicht einschätzen, welche Risiken sie eingehen, wenn sie an der Elektrik schrauben.

Es gibt in Deutschland daher die Niederspannungsanschlussverordnung. Darin ist geregelt, dass nur Elektriker, die in das Installateurverzeichnis eines Stromnetzbetreibers eingetragen sind, an elektrischen Anlagen arbeiten dürfen. Die gängige Meinung, dass man als engagierter Heimwerker selbstverständlich eine Lampe in seinem Wohnzimmer anschließen kann oder eine Steckdose wechseln darf, ist falsch.

Nach der genannten Verordnung darf nur ein Elektriker Arbeiten am öffentlichen elektrischen Versorgungsnetz durchführen, an das die Wohnzimmerlampe und die Steckdose ja tatsächlich angeschlossen sind. Allerdings wird dich niemand zur Rechenschaft ziehen, wenn du es doch selbst erledigst. Problematisch wird es allerdings, wenn durch Fehler bei der Installation von Lampe und Steckdose ein Brand oder ein Personenschaden entsteht. Hausrat- und Gebäudeversicherungen zahlen nicht bei Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Fahrlässigkeit liegt vor, wenn sich herausstellt, dass die Schadensursache von Ihnen selbst durch eine unsachgemäße elektrische Installation ausgelöst wurde.

Was darf laut § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung nur ein Elektriker ausführen?

Hausinstallationen neu verlegen
am Hausanschlusskasten Installationsarbeiten durchführen
elektrische Arbeiten am Sicherungskasten
Lampen anschließen
Steckdosen austauschen
einen Elektroherd anschließen
die Elektrik am Küchenherd reparieren
Was darf der Heimwerker selbst erledigen?

die elektrische Anlage für einen Hausneubau planen und mit dem ausführenden Elektrikerfachbetrieb abstimmen
Schlitze in die Wand stemmen, damit der Elektriker die Stromleitungen unter dem Putz verlegen kann
bei Stromausfall die Sicherungen und die FI-Schalter überprüfen und bei Bedarf wieder einschalten
Glühbirnen auswechseln
einen Kinderschutz an Steckdosen anbringen
Nur unter Aufsicht einer fachlich ausgebildeten Person:

Unterputzdosen setzen
Leerrohre und Leitungen verlegen
Verteiler und den Zählerschrank befestigen oder einmauern
Kabel und Leitungen nach Anweisung in die Leerrohre einziehen

Ich möchte mal an einem Beispiel erläutern, warum es lebensgefährlich sein kann, wenn ein Nichtfachmann eine Lampe anschließt.Denn so gut wie jeder Heimwerker ist der Meinung, dass man dafür keine Fachkenntnisse benötigt.

Jede Lampenfassung hat zwei Anschlüsse, einen sogenannten Ringkontakt und einen Fußkontakt.Besteht die Fassung aus Metall, kommt noch der Schutzleiterkontakt hinzu.
Der Schutzleiter (Farbe grün-gelb,bei alten Leitungen rot) wird an die Klemme mit dem "Erdungssymbol" angeschlossen.So weit,so gut.
Nun kommt der Punkt, wo die Unwissenheit eines Laien fatale Folgen haben kann.
Die stromführende Ader, (in der Regel schwarz--kann aber auch braun oder grau sein), MUSS an den Fußkontakt der Lampenfassung angeschlossen werden und der Nullleiter (Farbe blau) an den Ringkontakt.
Legt man nun die stromführende Ader (schwarz) auf den Ringkontakt, dann funktioniert die Lampe nach wie vor aber der Ringkontakt, das ist die gesamte äußere und innere Fassung,steht unter Spannung, wenn die Lampe eingeschaltet ist.
Will man nun eine defekte Glühlampe auswechseln und die Lampe wird nicht am Schalter ausgeschaltet, bekommt man beim Wechseln einen elektrischen Schlag, wenn man die Fassung berührt.
Der Fußkontakt liegt IN der Fassung ganz unten und ist bei einem Glühlampenwechsel außer Reichweite.
Deshalb ist es absolut wichtig, diese beiden Kontakte fachmännisch anzuschließen.Und genau DAS wissen die wenigsten Heimwerker.
Deshalb: Finger weg von elektrischen Anlagen.

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