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Wir fragen den Experten: Was ist eigentlich Content Marketing?

Wir fragen den Experten: Was ist eigentlich Content Marketing?

Thomas Bily
17.08.2017, 04:00 Uhr
Beitrag von Thomas Bily

Was ist Content Marketing eigentlich?

Unter Content Marketing sind im Prinzip Marketingmaßnahmen zu verstehen, die schwerpunktmäßig auf Content basieren. Sie dienen dazu, das Interesse der Stakeholder an verschiedenen Touchpoints und in unterschiedlichen Kaufphasen zu erlangen. Außerdem soll es die Kommunikation mit den Zielgruppen anregen bzw. weiterführen. Die unterschiedlichen Kanäle müssen dazu optimal eingesetzt, die Inhalte personalisiert und Markenbotschaften im Gedächtnis verankert werden. Dabei gilt es, Social Media, Storytelling und Kreativität geschickt zu nutzen und zu verbinden.

Letztlich geht es darum, auf plumpe Werbung zu verzichten und Usern stattdessen einen eindeutigen Mehrwert zu bieten, sprich, sie mit interessanten oder unterhaltsamen Inhalten für sich zu gewinnen, sodass sie diese freiwillig konsumieren. Dabei sollte Content Marketing jedoch nicht auf einen bestimmten Teilbereich reduziert werden, denn alle Elemente, ob Paid, Owned, Earned oder Social Media, sind aufeinander abgestimmt und spielen zusammen, indem jedes seinen Teil zum Content Marketing beiträgt.

Eine besonders wichtige Rolle beim Content Marketing spielt die zugrunde liegende Content Strategie. Sie ist die Basis jedes Content Marketings, denn darin werden unter anderem Budgets und persönliche Ressourcen bestimmt. Ohne strategische Grundüberlegungen jedoch kann Content Marketing nur bedingt ziel- und zielgruppengerecht eingesetzt werden.


Und wofür ist Content Marketing gut?

Durch Social Media hat sich unsere Kommunikation im Vergleich zu früher drastisch verändert. Kundenbewertungen und -empfehlungen sind sehr wichtig geworden. Früher war Marketing wie Bowling: Unternehmen richteten ihre Marketingaktivitäten direkt an eine Vielzahl von Kunden, die im Idealfall darauf reagierten. Heute verhält es sich mit dem (Content)Marketing eher wie bei Flipper: Die Marketing-„Kugeln“ werden unvorhersehbar an verschiedenen (Social-Media-)Touchpoints umgelenkt und sind somit weniger kontrollierbar. Kundenreaktionen können auf verschiedensten Plattformen aufschlagen. Das bedeutet auch, dass Geschick und Know-how gefragt ist, um die einzelnen Plattformen richtig einzusetzen.

Hilfreich ist Content Marketing vor allem dann, wenn ich nicht nach dem Gießkannenprinzip (Bowling) vorgehen möchte, sondern meine Stakeholder gezielt dort anspreche, wo sie sich befinden. Das bedeutet auch, dass ich als Unternehmen auf den bevorzugten Plattformen meiner User präsent sein muss. Durch genauere Analysemöglichkeiten bekomme ich im Gegensatz zu früher jedoch detailliertere Rückmeldung über die Interaktionen der Zielgruppe als ich das früher bei klassischer Werbung hatte.


Was muss ich dafür können?

Oft geht es nicht unbedingt darum, etwas bereits zu können, sondern mutig zu sein und verschiedene Dinge einfach zu machen. Hilfreich ist es jedoch, wenn ich meine Zielgruppe bereits kenne und weiß, welche Themen und Formate sie bevorzugt. Dann können Sie die passenden Plattformen auswählen, auf denen Sie aktiv werden möchten. Für Content Marketing lohnt es sich zudem, aus der Perspektive der Stakeholder zu denken. Sie sollten also öfter mal die Unternehmensbrille ab- und die Kundenbrille aufsetzen, um sich in die Wünsche, Bedürfnisse und Interessen Ihrer Stakeholder hineinzufühlen. Sinnvoll ist es, die Mitarbeiter hinter seinem Unternehmen zu zeigen und authentisch zu sein, um Sympathien zu wecken. Wer diese Punkte berücksichtigt, sich zu dem Thema etwas einliest und ausprobiert, was funktioniert, lernt schnell, was bei seiner Zielgruppe ankommt.

Vielen Dank für das Interview, Herr Eck!