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Ärzte warnen  vor Todes-Zecke: Tierklinik diagnostiziert heimische Hundemala ...

Ärzte warnen vor Todes-Zecke: Tierklinik diagnostiziert heimische Hundemalaria

News Team
04.04.2018, 17:25 Uhr
Beitrag von News Team

Die Tierklinik Bielefeld warnt auf Facebook vor Hundemalaria. Die Mediziner veröffentlichen einen Foto-Befund:

"Dieses Blutbild hatten wir so nicht erwartet. Es zeigt Babesien (roter Kreis) in roten Blutkörperchen eines Hundes, der an der so genannten Hundemalaria erkrankt ist. Diese Krankheit wird durch Zecken übertragen."


Unter dem Mikroskop wird der Erreger erkennbar
Unter dem Mikroskop wird der Erreger erkennbar

Hundemalaria: Im Video erfahrt ihr, bei welchen Anzeichen ihr sofort reagieren müsst!

Es handelt sich um den ersten Fall in der Tierklinik, der wirklich lokal zu verorten ist. "Bisher hatten wir nur Babesiose-Patienten, die aus dem Ausland stammten oder verreist waren. Wir müssen also davon ausgehen, dass die Auwaldzecke, die diese Krankheit überträgt, inzwischen auch bei uns heimisch ist", schreibt die Tierklinik.

Hundemalaria ist lebensbedrohend, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird. Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen. Bitte schützt eure Hunde vor Zecken!

2 Kommentare

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Liebes Team , die Auwaldzecke habe ich vor ca 8 Jahren das erste mal in DE an meinen damaligen Hund entdeckt ....und zwar in Nähe meines Wohnortes im Badenenärländle .

Also nicht so wirklich neu
  • 07.04.2018, 09:56 Uhr
  • 0
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BABESIOSE – Hunde-Malaria in Deutschland???

Heute soll es im Zuge unseres Zecken-Specials um eine noch nicht so bekannte Erkrankung gehen: die Babesiose!
Es gab in letzter Zeit schon diesbezüglich so manch schaurig-gruselige Artikel in der Boulevardpresse – deren Wahrheitsgehalt lässt aber aus medizinischer Sicht doch sehr zu wünschen übrig.
Daher hier mal die SACHLICHE Darstellung dieses Krankheitsbildes:
Die Babesiose wird von Einzellern, den sogenannten BABESIEN, ausgelöst.
Die Zecke dient dabei lediglich als Überträger. Es kommt durch eine saisonbedingte Aktivität der Zecken zu gehäuften Infektionen in den Zeiträumen von März bis Juni und von September bis November.
Die einzelnen Spezies der verschiedenen Babesien-Arten sind alle auf bestimmte Wirte spezialisiert: beim Hund liegt das Hauptaugenmerk auf Babesia canis, vogeli u. gibsoni.

Die in unseren Breiten am Häufigsten vorkommende Zeckenart, der sogenannte Holzbock (Ixodes ricinus) spielt bei dieser Erkrankung keine Rolle!
Die den Hund befallenden Arten werden nämlich von speziellen Schildzecken (AUWALD-ZECKE u. BRAUNE HUNDE-ZECKE) übertragen, die an ganz besondere Umweltverhältnisse angepasst sind. Daher kommt es auch meist zum gleichzeitigen Ausbruch bei mehreren Hunden aus dem gleichen Gebiet - ein sogenanntes endemisches Geschehen.

Der Parasit nistet sich nach erfolgreicher Infektion in den roten Blutzellen des Wirtes ein (siehe Bild) und verursacht dadurch u.a. die Zerstörung vieler Blutzellen, ein akutes Nieren- und Leberversagen. Es kann allerdings auch zum Multiorganversagen kommen.

ABER: die Übertragung der Babesien von Zecke auf Hund erfolgt erst ca. 48 STUNDEN nach Kontakt - solange muss die Zecke "hängen" und Blut saugen.
Die befallenen Patienten kommen vorberichtlich beinahe immer aus einem Endemiegebiet, zeigen als Haupt-SYMPTOME hohes Fieber, Apathie, Blutarmut (Anämie), Fressunlust und ggf. Gelbsucht (Ikterus).
Das VERBREITUNGSGEBIET der übertragenden Zeckenarten war bis vor einigen Jahren größenteils auf den Mittelmeerraum beschränkt, hat sich allerdings teilweise bis in den Norden Deutschlands erweitert. So sind die Überträger bereits u.a. in folgenden Gebieten zu finden: Münster- und Siegerland, Berlin/Brandenburg, Raum Koblenz-Köln-Bonn-Leverkusen, Oberbayern, Saarland und oberes Rheintal.
Zur DIAGNOSE kann sowohl der Erreger, als auch entsprechende Antikörper im Blut nachgewiesen werden - die Antikörper allerdings frühestens 10-14 Tage nach Infektion.
Zur THERAPIE stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die meist binnen 24h zu einer deutlichen Verbesserung der klinischen Symptome führen.
Als PROPHYLAXE der Wahl steht natürlich die Meidung von Risikogebieten - OK, doof wenn man in einem wohnt...
Dann gilt ganz klar: entweder wirksame Repellentien (z.B. Deltamethrin, Fipronil oder Permethrin) UND Hunde wegen der späten Übertragung mindestens alle 2 Tage komplett nach Zecken absuchen. Die Möglichkeit der gezielten Schutzimpfung gegen die Einzeller soll hier lediglich erwähnt werden, wird aber nicht weiter ausgeführt.

Die teils abstruse Panikmache ist meinen Augen stark übertrieben.
Ja, die akute Babesiose ist tatsächlich eine ernsthafte Erkrankung und auf dem Vormarsch, aber sie ist auch therapierbar, und definitiv kein sicheres Todesurteil!
Auch wenn sich dieser Artikel bestimmt nicht mal annähernd so stark wie der "Killer-Zecken-Bericht" der großen Zeitungen verbreiten wird, hoffe ich doch, dass er zumindest einige panische Leser beruhigen kann.

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt lediglich eine Zusammenfassung mehrerer Fachquellen dar. Für noch offene Fragen steht euch euer Haustierarzt zur Verfügung

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit (aus Engelskirchen nahe Köln)
  • 06.04.2018, 00:52 Uhr
  • 1
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