wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Kletterpflanzen: Immer an der Wand lang

Kletterpflanzen: Immer an der Wand lang

Gerd Spiegel
05.04.2012, 12:52 Uhr
Beitrag von Gerd Spiegel

Wie gut, dass es Kletterpflanzen gibt! Unzählige Bauherren und Architekten sollen schon Dankgebete gen Himmel gerichtet haben, weil es ihnen mit Kletterpflanzen gelang, Planungs- und Bausünden zuzudecken. Eine Hausfront wirkt zu groß, zu langweilig? Emporrankender Efeu oder rotblättriger Wilder Wein machen sie zu einem Ereignis! Der Nachbar interessiert sich auffällig für Ihren Balkon? Die großblättrige Prunkwinde hindert ihn am Durchblick! Kein Platz im Reihenhausgarten für duftende Bäume? Das betörende Geißblatt an der Hauswand schmeichelt Ihrer Nase und lockt flatternde Feinschmecker an!

Rankpflanzen sind wirklich die Universaltalente im Pflanzenreich. Als extra nützlich zeichnen sich die Einjährigen unter diesen fleißigen Kletterern aus. Jedes Jahr kann man Spaliere und Pergolen mit anderen Arten und Sorten umgarnen. Stellt sich beispielsweise im Sommer heraus, dass eine Pflanze am zugewiesenen Standort nur unwillig gedeiht, versucht man es in der folgenden Saison mit einer anderen, die sich möglicherweise dort wohler fühlt. Weiteres Plus: Nach dem Frost wird alles weggeräumt, das heikle Thema Winterschutz entfällt. Wo ein langsam wachsendes Klettergehölz sich gemächlich entfaltet, kann der einjährige Klimmer schon mal übergangsweise und sofort für Deckung sorgen. Viele Vertreter dieser meist aus südlichen Gegenden stammenden Pflanzengruppe erfreuen uns den ganzen Sommer mit reicher Blüte.

Im Mai direkt aussäen
Für einen besseren Start im Frühjahr kultiviert man die Pflanzen schon ab März auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vor. Dies ist überflüssig bei Zierkürbis, Prunkwinde, Wicke, Feuerbohne und Kapuzinerkresse. Sie wachsen schnell genug für eine Direktaussaat ab Mai. Die anderen aber sät man am besten in fertige Quelltöpfe oder in selbst gemischte Blumenerde mit reichlich Sand. Als Behälter kommen Blumentöpfe oder Aussaatkästen mit durchsichtiger Plastikhaube in Frage. Die Töpfe sind nach der Aussaat mit einer Glasscheibe oder einem Häubchen aus Frischhaltefolie abzudecken, damit die keimenden Samen nicht austrocknen. Zeigen sich die Keimblätter, können Sie den Schutz abnehmen, müssen aber weiterhin für genügend Feuchtigkeit sorgen. 

Stellen Sie sich darauf ein, dass die Kletterer ein ziemliches Tempo vorlegen. Bis Mai müssen sie mindestens einmal umgetopft werden und brauchen auch alsbald Rankhilfen im Topf, zum Beispiel durch kleinere Baumzweige, geringelte Drähte oder fertig konfektionierte Minispaliere. Die besten Bedingungen bieten Sie den Einjährigen an einem windgeschützten, sonnigen Platz in lockerem und nahrhaftem Boden. Zur Düngung geben Sie im Frühjahr zwei Drittel Kompost, vermischt mit einem Drittel Gartenerde, in das Pflanzloch und füllen im Sommer ein-, zweimal Kompost nach.

Kletterpflanzen im Kübel oder Balkonkasten müssen besonders gut mit Dünger und Wasser versorgt werden. Nahrhafte und lockere Erde, bei Bedarf noch gut mit Sand vermischt, und eine Handbreit Blähton oder Kies als Dränageschicht unten im Topf schaffen günstige Voraussetzungen für das Pflanzenleben unter Stress. An heißen Tagen brauchen manche Pflanzen in Topf oder Kübel sogar zweimal täglich einen reichlichen Guss. Gar kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viel Feuchtigkeit die gigantische Blattmasse bei Hitze verdunstet. Verständlich auch, dass das große grüne Gebilde stets nach Nahrung ruft. Einmal pro Woche sollte deshalb Nachschub kommen.

Beliebte einjährige Kletterpflanzen sind: 

Name (deutsch/botanisch)

 max. Höhe 

 Farbe/Blütezeit

Maurandia
Asarina barclaiana

2 m

Blau
Juli - September

Ballonwein
Cardiospermum halicacabum

3 m

Unscheinbar

Glockenrebe
Cabaea scandens

6 m

Blau
Juli - Oktober

Zierkürbis
Cucurbita pepo

8 m

Gelb
Juli - September

Schönranke
Eccremocarpus scaber 

3 m

Rot
Juli - Oktober 

Japanischer Hopfen
Humulus scandens

6 m

Unscheinbar

Prunkwinde
Ipomoea purpurea

5 m

Blau, rot, violett
Juli  - September 

Wicke
Lathyrus odorata

2 m

Rosa, blau, weiss 

Feuerbohne
Phaseolus coccineus

4 m 

Rot-weiss
Juni - September 

Schwarzäugige Susanne
Thunbergia alata

2 m

Gelb, weiß, orange
Juni- September 

Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus

4 m

Gelb-rot
Juni - Oktober 

Kanarische Kresse
Tropaeolum peregrinum

3 m

Gelb
Juni - Oktober 

Alle Beiträge des "Garten-Tagebuchs": http://www.seniorbook.de/themen/schl...en_tagebuch

Foto: Die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia) zählt zu den schönsten
einjährigen Kletterern 

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Mit der schwarzäugigen Susanne haben wir keine so guten Erfahrungen gemacht. Sie bildete Unmengen von Grünzeug und nur relativ wenige Blüten. Wahrscheinlich bekam sie zu wenig Sonne. Und schon beim ersten leichten Frost starb sie ab. Dazu ist das Entfernen der abgestorbenen Ranken vom Klettergerüst ziemlich nervend.
  • 16.12.2013, 22:50 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren